E-Gitarre: Aufbau & Schaubild

13
SHARES
E-Gitarre Aufbau & Schaubild

E-Gitarre Aufbau & Schaubild: Was ist was auf der Gitarre?

Korpus / Body

Der Korpus (engl. Body) ist der Rumpf einer E-Gitarre – Aufbau, Holzwahl und HohlrĂ€ume bestimmen den Klang maßgeblich.

Die meisten E-Gitarren und E-BĂ€sse besitzen im Gegensatz zu akustischen Gitarren einen massiven Korpus (englisch »Solidbody«). Durch die massive Bauweise werden akustische RĂŒckkopplungen unterdrĂŒckt, der elektrisch verstĂ€rkte Klang ist klarer und die Saiten schwingen lĂ€nger aus. Dadurch geht der akustische Klang der elektrisch verstĂ€rkten Instrumente weitgehend verloren, zudem sind Instrumente mit Solidbody deutlich schwerer.

Semiakustik-Gitarren (auch »Halbresonanzgitarren« genannt) weisen hingegen HohlrĂ€ume und f-Löcher auf. Sie haben einen akustischen laut vernehmbaren Ton. f-Löcher sind Aussparungen in der Korpusdecke, die wie ein geschwungenes f in antiquierter Schriftart aussehen – wie das Symbol fĂŒr »forte« auf NotenblĂ€ttern.

Verwendete Materialien sind Mahagoni, Ebenholz, Palisander, Esche, Erle, Linde, Ahorn. Diese Hölzer sind unterschiedlich schwer und dÀmpfen bzw. heben bestimmte Frequenzen in unterschiedlicher Art und Weise hervor.

Je nach Modell wird auf den Korpus ein Furnier oder eine Decke aufgeleimt. Ersteres wird weitestgehend aus Ă€sthetischen GrĂŒnden verwendet, wĂ€hrend eine Decke deutlicher dicker ist und mit Massivholz stĂ€rker den Klang beeinflussen soll.

Kopfplatte / Headstock

Bei hochwertigen Gitarren sind Kopfplatte und Hals aus einem StĂŒck konstruiert, bei gĂŒnstigeren Modellen werden Kopfplatten angeleimt. Die Kopfplatte ist massiv.

Die Form der Kopfplatte kann symmetrisch wie bei einer Les Paul oder asymmetrisch wie bei Stratocaster ausfallen. Bei einer symmetrischen Anordnung treten durch die verwinkelte SaitenfĂŒhrung öfter mal Probleme mit der Stimmung der Saiten D und G auf.

Bei der einseitigen Anordnung der Tuning Pegs werden besagte Saiten gerade gefĂŒhrt, was zu einer grĂ¶ĂŸeren StimmstabilitĂ€t fĂŒhrt.

Damit die Saiten gut im Sattel gehalten werden, ist die Kopfplatte gegenĂŒber dem Hals mehr oder weniger leicht nach hinten geneigt.

In der Kopfplatte findet sich eine kleine Aussparung (manchmal hinter einer Abdeckplatte), die Zugang zur Halseinstellschraube bietet. Damit kannst Du den Halsstab und damit die KrĂŒmmung des Gitarrenhalses justieren. Wenn die Gitarre »scheppert«, was sich zunĂ€chst in den sehr hohen oder den sehr tiefen Lagen Ă€ußert, könnte eine Begradigung des Halses Abhilfe schaffen.

Saitenniederhalter / String Retainer / String Trees

Die Saitenniederhalter oder auch String Trees drĂŒcken die dĂŒnneren Saiten nach unten auf die Kopfplatte, so dass sie besser in den Kerben des Sattels sitzen. Das soll fĂŒr eine bessere StimmstabilitĂ€t sorgen.

Die String Trees finden sich vor allem in Telecaster und Stratocaster Modellen und Varianten, deren Kopfplatte nicht nach hinten geneigt ist. Ist die Kopfplatte etwa wie bei einer Les Paul geneigt, entfallen die Saitenleiter, da die Neigung bereits fĂŒr eine gute FĂŒhrung der Saiten sorgt.

Stimmmechaniken / Stimmwirbel / Machine Heads / Tuning Pegs

Mit den Stimmmechaniken werden die Gitarrensaiten auf die nötige Spannung gebracht. Sie ermöglichen das optimale Stimmen der Gitarre.

Moderne Stimmmechaniken sind sehr robust und arbeiten zuverlÀssig. Sie weisen eine hohe Lebenserwartung auf, da sie vollstÀndig geschlossen konstruiert und dauergeschmiert sind.

Daneben gibt es noch Klemmmechaniken, sogenannte Locking Tuners. Bei dieser Spezialform werden die Saiten vor der Wickelung von einer Schraube bzw. einem Klemmmechanismus festgehalten. So wird verhindert, dass die Saite wÀhrend des Stimmens durchrutscht.

Diese Locking Tuners sind gewöhnlichen Stimmwirbeln vorzuziehen, da das Aufziehen und Wechseln der Saiten rascher vonstattengeht. Gitarren mit Tremolo-Systemen können schneller gestimmt werden, wobei die StimmstabilitÀt wesentlich höher ausfÀllt.

Sattel / Nut

Der Sattel ist der 0. Bund und sorgt in Kombination mit der BrĂŒcke dafĂŒr, dass die Saiten frei schwingen können. Er fĂŒhrt die Saiten in gleichmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden ĂŒber das Griffbrett. Es gibt einen konventionellen, einen Klemmsattel und einen Rollensattel.

Der Sattel besteht meistens aus Kunststoff, Graphit oder Mischformen dieser Materialien, alternativ aus Messing und bei teureren Modellen aus Knochen (Rindsknochen oder kostspieligeres Elfenbein). Letzteres bietet einen optimalen Kompromiss aus hart und weich, zudem können Vibratosysteme flexibler aufliegen.

Laut Aussagen diverser Hersteller bestimmt die Wahl des Materials fĂŒr den Sattel, wie lange die Gitarre ausklingt (Sustain).

Die Kerben, in denen die Saiten hier sitzen, entscheiden darĂŒber, wie Intonation und Spielbarkeit ausfallen. Auch sind die Kerben im Sattel fĂŒr die StimmstabilitĂ€t zustĂ€ndig und mĂŒssen gegebenenfalls an die gespielte SaitenstĂ€rke angepasst werden.

Beim Klemmsattel handelt es sich um eine Spezialform, bei dem die Saiten mit Klemmbacken befestigt werden. Dieser Sattel kommt meist bei Floyd-Rose-Tremolos zum Einsatz. Sobald die Saiten hier eingeklemmt wurden, bewirken die Stimmmechaniken nichts mehr. Ein Klemmsattel soll die StimmstabilitÀt verbessern.

Ein Rollensattel kommt ohne feste AuflageflĂ€che aus, die Saiten werden ĂŒber Rollen gefĂŒhrt.

Saiten / Strings

Die Gitarrensaiten erzeugen durch Schwingung einen Ton. Sie bestehen aus einem stÀhlernen Kern und einem darum gewickelten Draht aus variablen Materialien. Auf einer Gitarre werden Saiten mit unterschiedlichen Durchmessern aufgezogen. Je nach SaitenstÀrke variieren auch die Spannkraft und die Bespielbarkeit.

Bei E-Gitarren sind metallische Saiten zwingend erforderlich, da sonst die Tonabnehmer nicht auf die Schwingungen der Saiten reagieren wĂŒrden. Dadurch wĂŒrde kein elektrisch verstĂ€rkbares Signal erzeugt, der eigentliche Sound der E-Gitarre könnte nicht entstehen.

Hals / Neck

Der Hals wird je nach Modell mit dem Korpus verleimt (Les Paul) oder verschraubt (Bolt On bei Telecaster/Stratocaster).

Je nach Modell und Aufbau der E-Gitarre kommen beim Hals unterschiedliche Holzmaterialien zum Einsatz. Der Hals wird bei hochwertigen Varianten aus einem einzigen StĂŒck Holz gefertigt, es gibt aber auch Varianten mit drei miteinander verleimten HolzstĂŒcken. Diese können aus demselben oder unterschiedlichen Holzvarianten bestehen.

Gerade bei einer Gitarre fĂŒr AnfĂ€nger ist der Halsradius ein wichtiges Kriterium. WĂ€hrend man dicken HĂ€lsen mehr Sound zuschreibt, sind schlanke HĂ€lse bequemer zu bespielen. Die Hersteller haben fĂŒr die unterschiedlichen Formen Bezeichnungen wie C-Shape, D-Shape und Ă€hnliches eingefĂŒhrt.

Halsstab / Truss Rod

Bei fast allen modernen Gitarren verlĂ€uft im Inneren des Halses ein Stahlstab (Tross Rud), mit dem die HalskrĂŒmmung verstellt werden kann.

Zum Verstellen findet sich eine Öffnung zur Schraube entweder an der Kopfplatte oder am Ende des Gitarrenhalses am Übergang zum Korpus.

Griffbrett / Fretboard / Fingerboard

Das Griffbrett ist ein auf den Hals geleimtes Brett, in welches die BundstÀbchen eingelassen werden.

Das Fingerboard kommt ebenfalls mit einem Radius, wobei dieser sich ĂŒber den Verlauf der BĂŒnde verĂ€ndern kann. Je grĂ¶ĂŸer der vom Hersteller angegebene Radius, desto flacher das Griffbrett. Flachere Griffbretter sind in der Regel angenehmer beim Bending, beim Riffing sind rundere Varianten bequemer.

Hier werden ĂŒberwiegend Harthölzer verwendet. Der Klang wird klarer, das Greifen der Lagen akkurater und der mechanischen Abnutzung durch die immer wieder heruntergedrĂŒckten Saiten wird mehr Widerstand entgegengesetzt. Meist werden Palisander, Ebenholz oder Ahorn verwendet.

BĂŒnde / Frets

Ermöglichen das Spielen von Halbtonschritten auf dem Griffbrett. Die meisten Gitarren kommen mit 21, 22 oder 24 BĂŒnden.

Die Höhe des Tons einer schwingenden Saite ist abhĂ€ngig davon, wie lang diese ist. Die LĂ€nge bestimmst Du durch HerunterdrĂŒcken in einem Bund – die SaitenlĂ€nge wird dadurch verkĂŒrzt, sie klingt höher. Der 12. Bund markiert die HĂ€lfte der Saite, hier erklingt der Ton um eine Oktave höher.

Ohne BundstĂ€bchen klĂ€ngen die Töne wesentlich dumpfer, da die Saiten direkt auf den Hals der Gitarre gedrĂŒckt wĂŒrden. Erst dank der harten, schmalen Auflage auf den BundstĂ€bchen können die Saiten optimal schwingen. Sie bestehen meist aus Messing, Bronze oder mit Silber legiertem Nickel.

Mensur / Scale Length

Als Mensur bezeichnet man den Abstand zwischen Sattel und BrĂŒcke – den beiden Punkten, auf denen die Saite frei zum Schwingen aufliegt.

Modelle wie Telecaster, Stratocaster und Konsorten kommen auf eine Mensur von 25,5 Zoll (648 Millimeter). Viele semiakustische Gitarren und Les Paul Modelle warten mit einer Mensur von 24,75 Zoll (628 Millimeter) auf.

In der Zwischenzeit finden sich allerdings SaitenlĂ€ngen von 527 bis 762 Millimetern im Gitarrenbau. Zu den kĂŒrzeren Mensuren zĂ€hlen Kindergitarren und Modelle fĂŒr Jugendliche, Bariton-Gitarren sind am anderen Ende der Skala zu finden.

Inlays / Fret Markers

Als Inlays oder Fret Markers bezeichnet man Griffbrett-Einlagen, die bestimmte Lagen markieren und damit die Orientierung beim Gitarre spielen erleichtern.

In den meisten FĂ€llen sind sie in den BĂŒnden 3, 5, 7, 9, 12, 15, 17, 19, 21 und 24 zu finden. Sie dienen neben der Orientierung schlicht der optischen Verschönerung der Gitarre und können sehr aufwendig gestaltet sein.

Bei gĂŒnstigen Gitarren werden die Inlays meist kreisrund gemacht und aus Kunststoff hergestellt. Hochwertige Modelle greifen auf Perlmutt und komplexe Ziermotive zurĂŒck.

Tonabnehmer / Pickups

Die Tonabnehmer sind die Mikrofone der Gitarre. Sie wandeln die Saitenschwingungen in elektrische Signale, die von einem Gitarrencombo verstÀrkt werden können.

Elektromagnetische Pickups bestehen diese aus einem Dauermagneten, um den ein Draht gewickelt wird. Die typischen Bauformen sind Single Coil (Einzelspule) und Humbucker (Doppelspule) – sie unterscheiden sich sehr stark in ihrer Klangcharakteristik. Singlecoils erzeugen fĂŒr gewöhnlich einen eher klaren, höhenreichen, »transparenten« Sound, wohingegen Humbucker weicher und mittenbetonter klingen.

Elektromagnetische Tonabnehmer reagieren nur auf metallische Saiten.

Sowohl die Kombination der Tonabnehmer als auch deren Position auf dem Korpus sind von großer Bedeutung fĂŒr den Klang. In der NĂ€he der BrĂŒcke klingen Pickups hĂ€rter und höhenreicher, wĂ€hrend Tonabnehmer, die nĂ€her am Hals positioniert sind, weicher und basslastiger tönen.

Bei akustischen Gitarren finden sich vor allem piezoelektrische Pickups. Hier wird ein Kristall im Inneren des Tonabnehmers durch die Saitenschwingungen verformt, woraufhin eine elektrische Spannung erzeugt wird. Bei E-Gitarren kommen solche Pickups zum Einsatz, um den Klang einer Akustikgitarre nachzuahmen

In aktiven Pickups ist hingegen ein elektronischer VorverstĂ€rker integriert, der per Batterie gespeist werden muss. FĂŒr diese ist meist auf der RĂŒckseite ein entsprechendes Fach zu finden.

Mehr zum Thema: Aktive vs. passive Tonabnehmer

Pickup-Switch

Das hier ist der Kippschalter zum Wechsel zwischen mehreren Pickups bzw. Kombinationen.

WĂ€hrend in Modellen wie Les Paul und Telecaster ein Drei-Wege-Schalter verbaut wird, kommen in anderen Gitarren wie der Stratocaster FĂŒnf-Wege-Schalter zum Einsatz.

Mit dem Pickup Selector Switch kannst Du zwischen den Tonabnehmern wĂ€hlen. Bei der FĂŒnf-Wege-Variante können in den Zwischenpositionen jeweils zwei Tonabnehmer gleichzeitig gespielt werden.

Volumen-Poti / Volume Control

Mit einem Volumen-Poti regulierst Du die LautstÀrke des jeweils verdrahteten Tonabnehmers. Je nach Gitarrenmodell können nur ein einzelner oder zwei dieser Potentiometer verbaut worden sein.

Tone-Poti / Tone Control

Der Tone-Poti regelt die Klangfarbe eines (oder mehrerer) Tonabnehmers. Es handelt sich um einen einfachen Filter, der die Höhenanteile des Sounds stufenlos zurĂŒckfĂ€hrt. Auch hier kann je nach Modell einer pro Tonabnehmer oder einer fĂŒr alle Pickups verbaut worden sein.

Schlagbrett / Pickguard / Fingerrest

Das Schlagbrett schĂŒtzt vor Kratzern im Lack, die durch Plektren und Anschlag hervorgerufen werden können. Bei der Stratocaster dient er zudem zur Befestigung der Pickups und als Abdeckung der Elektrik. Bei Les Paul Modellen ist das Pickguard auch als Fingerrest bekannt, auf dem Gitarristen ihren kleinen Finger als Bezugspunkt ablegen können.

Das aus Kunststoff oder Holz gefertigte Schlagbrett wird bei einer Àlteren Les Paul mit einer Schraube und einem Abstandshalter zum darunterliegenden Hohlraum am Korpus befestigt. Bei neueren Modellen wird es einfach aufgesteckt. Bei einigen Solid-Body-Gitarren liegen sie direkt auf dem Korpus auf.

Bei einer Stratocaster umschließt es die Tonabnehmer und deckt die AusfrĂ€sungen fĂŒr Pickups und KabelkanĂ€le ab. FĂŒr diese Gitarrenart können gleich ganze SĂ€tze aus Pickguard, Pickups und Elektronik zum NachrĂŒsten gekauft werden.

 

BrĂŒcke / Bridge

Die BrĂŒcke ist neben dem Sattel der zweite Punkt, an dem die Saiten aufliegen. Sie ĂŒbertrĂ€gt die Saitenschwingungen auf den Korpus, wenn auch im Gegensatz zu (Semi-)Akustikgitarren relativ schwach.

Es gibt …

  • feste BrĂŒcken (Fixed Bridge) und
  • bewegliche BrĂŒcken (Tremolosystem).

Feste BrĂŒcken sind in akustischen, semiakustischen und vielen Solidbody Gitarren zu finden. Allen gemeinsam ist, dass die Spannung der Saite wĂ€hrend des Spielens nicht verĂ€ndert werden kann. Der Aufbau kann sehr einfach oder recht komplex sein.

Bei der Spezialform namens »String Through Body« werden die Saiten hinter der BrĂŒcke durch den Korpus gefĂŒhrt; die Saiten werden hier an der RĂŒckseite der Gitarre eingefĂ€delt. Auch ermöglicht sie eine bessere Übertragung und RĂŒckkopplung der Schwingungen zwischen Saiten und Korpus, was fĂŒr einen volleren Sound mit mehr Sustain sorgt.

Bei Les Paul Modellen kommt eine Kombination aus Tune-O-Matic Bridge sowie Stop-Tailpiece zum Einsatz. Bei dieser BrĂŒcke sind sechs Saitenreiter eingebaut, mit denen die Oktavreinheit eingestellt werden kann.

Steg / Tailpiece

Bei akustischen bzw. klassischen Gitarren wird die feste BrĂŒcke auch Steg genannt.

Tremolosystem / Vibrato

Ein Vibrato oder Tremolosystem kann die Spannung auf den Gitarrensaiten verĂ€ndern. Dies geschieht durch DrĂŒcken oder Ziehen des Vibratohebels. Je nach verwendetem System kann ein Erschlaffen der Saiten erreicht werden.

Die TonhöhenverĂ€nderungen werden durch eine bewegliche BrĂŒcke ermöglicht. ZunĂ€chst war das System fĂŒr die Erzeugung von eher dezenten Tonhöhenschwingungen konzipiert, doch im Laufe der Zeit entwickelten Gitarristen viele variierende Techniken fĂŒr bisher ungehörte KlĂ€nge.

Das sind die drei wichtigsten Arten von Tremolosystemen:

  • Vintage Tremolo
  • Floyd Rose
  • Bigsby

Das Vintage Tremolo (auch Fender Tremolo) erlaubt drastische Verstimmungen, mit denen Du durch das Erschlaffen der Saiten (bis sie auf dem Hals aufliegen) stark »abstĂŒrzende« KlĂ€nge (»Divebomb«) erzeugen kannst. Die BrĂŒcke wird nur an einer Seite festgeschraubt, wodurch Du den Tremolohebel in Richtung Hals kippen kannst. Wenn der Hebel jedoch durch die entgegengesetzt wirkenden Federn wieder in die Ruhelage zurĂŒckkehrt, sind die Saiten leicht verstimmt – wĂ€hrend der Performance kann es immer wieder nötig werden, nachzustimmen.

Das Floyd Rose (aka »Locking Tremolo«) ist eine Weiterentwicklung. Hier sorgen Saitenklemmen dafĂŒr, dass sich die Gitarre beim BetĂ€tigen des Hebels nicht verstimmt. Zum Stimmen der Gitarre können stattdessen die kleinen Feinstimmer an der BrĂŒcke genutzt werden. Die technischen Finessen dieses Systems werden mit einer ziemlich aufwĂ€ndig zu bewerkstelligenden Neubespannung erkauft – wĂ€hrend eines Konzertes wird es knifflig, wenn eine Saite reißt.

Beim Bigsby sind nur leichte Tonhöhenschwankungen um 1 bis 2 Halbtöne auf- und abwĂ€rts möglich. Vor allem in Jazz, Country und Rock wird das subtile Vibrato des Bigsby gerne genutzt. Eine nach der BrĂŒcke folgende Stahlwelle sorgt dafĂŒr, dass die Saiten heruntergedrĂŒckt werden, dann folgt eine weitere Welle, um die die Saiten gelegt werden.

Ausschnitt / Cutaway

Als Cutaway bezeichnet man beim E-Gitarre Aufbau die Einkerbung im Korpus rechts und links des Halses. Dieser Ausschnitt dient dazu, eine bessere Bespielbarkeit der höheren BĂŒnde zu erreichen.

WÀhrend klassische Akustikgitarren hÀufig ganz ohne Cutaway auskommen, sind solche auf jeder E-Gitarre vorzufinden. Man unterscheidet zwischen Singlecut und Doublecut, also einem oder zwei Cutaways.

Gurt-Pin

Bei allen E-Gitarren finden sich zwei Befestigungsknöpfe fĂŒr deinen Gitarrengurt. Je nach Modell kann der obere Knopf auf der RĂŒckseite zu finden sein.

Kabelbuchse

Die Kabelbuchse ist der Anschluss fĂŒr das Kabel, das zum GitarrenverstĂ€rker, Pedal oder sonstigen GerĂ€ten fĂŒhrt. Hier gehört ein unsymmetrisches Mono-Klinkenkabel mit 6,3 mm Durchmesser hinein.


Philipp Mahler Von