You’ve got the groove … oder eben nicht

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Erster dokumentierter Fall von Beat-Taubheit

Mathieu ist der erste dokumentierte Fall von Beat-Taubheit – er bewegt sich in seinem völlig eigenen Rhythmus und erkennt auch andere aus dem Takt geratene Menschen nicht als solche. Jessica Phillips-Silver und Isabelle Peretz, Psychologen der University of Montreal, vermuten zunächst, daß Beat-Taubheit sehr selten und ein musikspezifisches Phänomen ist. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob Mathieu auch bei nichtmusikalischen Aktivitäten eine Offbeat-Herangehensweise an den Tag legt, etwa bei Konversationen oder dem Versuch, im Gleichschritt zu laufen.

Der menschlichen Sprache fehlen die periodischen Rhythmen der Musik, daher ist es unwahrscheinlich, daß auch Mathieus Sprachverstehen beeinträchtigt ist, so der Kognitionswissenschaftler Josh McDermott von der New York University. Wenn es der Fall ist, daß Mathieu periodische Klänge aller Art verwirren, wären komplexe musikalische Rhythmen für ihn umso weniger zugänglich.

Beim Wippen im Takt eines Metronoms schlägt sich Mathieu wesentlich besser, wenn auch noch mit Luft nach oben. Sogar das Imitieren des rhythmischen Wippens einer anderen Person fällt ihm leichter, wenn der Taktgeber ein Metronom und kein Musikstück ist. Er trifft die richtige Tonhöhe und erkennt bekannte Melodien. Das Hörvermögen und die für die Motorik zuständigen Hirnregionen scheinen intakt.

Beat-Taubheit könnte also wie das Fehlen eines musikalischen Gehörs spezifisch für Musik gelten und durch ein bestimmtes nichtfunktionierendes Hirnareal verursacht werden. Bisher ist Mathieu der einzig bekannte Mensch mit dieser seltsamen Eigenart.

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Lesermeinungen (4)

zu 'You’ve got the groove … oder eben nicht'

  • nevian   10. Mrz 2011   17:20 UhrAntworten

    Wir schicken den einfach mal zur Therapie nach Holland auf die Defqon xDDD

  • Maik   10. Mrz 2011   17:36 UhrAntworten

    Der arme Kerl! Was es nicht alles gibt.
    Um so depremierender, wenn man dann noch der einzige auf der Welt ist.

  • Halfnelson   11. Mrz 2011   09:20 UhrAntworten

    hi, beat-taubheit habe ich schon häufiger gesehen: auf den lokalen tanzflächen. ich bin immer wieder fasziniert, wie es menschen schaffen, ihren eigenen beat zu einem völlig anderen rhythmus konsequent durchzuziehen :-)

  • Ramon Smith   11. Mrz 2011   10:04 UhrAntworten

    Ich glaub da kenn ich aber auch einen ^^ Der neue Mann meiner mum ist unfähig bei popmusik im takt zu klatschen. und versteht nicht, dasse r falsch liegt. und dann ist es ihm egal und will was anderes machen xD
    Mensch - das ist aber auch geil! Wenn er musik hört, dann ist er frei von diesem rythmischen zwang. seine wahrnehmung kann sich voll und ganz mit anderen eigenschaften der musik befassen. wie zb der harmonie oder klangfarbe...
    ich selbst bin eher das gegenteil -.- spielt man mir ne melodie vor, merk ich mir eher die rythmik als die tonhöhen >.<

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