Castingshow DSDS / Deutschland sucht den Superstar ungebrochen beliebt

Castingshow DSDS / Deutschland sucht den Superstar ungebrochen beliebt

Aus den bisher abgekarteten abgedrehten Staffeln DSDS sind schon ganze sechs “Superstars” hervorgegangen, von denen ich mich gerade an einen einzigen erinnern konnte. Trotz breiter Medienpräsenz und Backup durch Musikindustrie und Fernsehen sind die meisten wieder dort verschwunden, wo sie zu Beginn waren: In der Versenkung.

Unzählige Staffeln von Popstars, Star Search, Deutschland sucht den Superstar, Supertalent, das Casting zum Eurovision Song Contest, die neue Castingshow X-Factor und wer weiss, welche Shows ich in in dieser Aufzählung noch vergesse, scheinen auch nach Jahren noch die breite Masse an Publikum anzusprechen. Anscheinend hat man sich damit abgefunden, dass Unterhaltung in Wettbewerbsform die richtige Entspannung zum Abend ist.

Was Deutschland sucht den Superstar angeht konnte man mit der ersten Folge der vorgestern neu angelaufenen siebten Staffel eine Million mehr Zuschauer gewinnen. Insgesamt 5,04 Millionen TV-Zuschauer schauten sich die RTL-Produktion an, etwa 7,37 Millionen Fernsehschauer im Altern zwischen 14 und 49 schalteten sich insgesamt zu.

Auch bei den Bewerbungen hat sich anscheinend noch nicht herumgesprochen, dass selbst der Sieg bei der Castingshow nicht unbedingt Türen öffnet. Vielleicht aber reicht den gecasteten Möchtegern-Stars ja auch einfach die 15 Minuten Ruhm im TV. Zur aktuellen Staffel haben sich etwa 35.000 angehende Sternchen beworben. Musikproduzent Dieter Bohlen hat eine ungetrübte Sicht auf die Casting-Show: “DSDS ist die ehrlichste und härteste Castingshow im deutschen Fernsehen. Hier bekommt man eine ehrliche Meinung von Leuten, die ihr Geschäft verstehen. Zudem ist es eine Riesenchance für Sänger”. Bei der Riesenchance hat er vielleicht etwas geflunkert.

Nun denn, auf eine weitere Staffel Talentlosigkeit, Tränen, abgekartete Votings und sonstige Belanglosigkeiten…

Lesermeinungen (11)

zu 'Castingshow DSDS / Deutschland sucht den Superstar ungebrochen beliebt'

  • Huba
    08. Jan 2010 | 17:45 Uhr Antworten

    Ich find es immer wieder erstaunlich, das die Teilnehmer nicht verstehen dass ein weiterkommen bis in die Top 10 nicht automatisch bedeutet das sie fuß fassen in der Musikbranche…naja manche lernen es einfach nie.
    Und nachdem Dieter Bohlen kein interesse mehr an den Sängern hat landen sie dann bei nem befreundete Produzenten von mir der ihnen dann Songs/Beats schreiben soll. Vielleicht hört man ja irgendwann nochmal was von denen…^^

  • Stefan
    08. Jan 2010 | 19:52 Uhr Antworten

    imho ist das nur die Freude am Scheitern anderer, die die Einschaltquoten hochbringt und der Rest ist Ausbeutung und Marketing.
    Ach, Musik war auch dabei??? ;o)

  • Private
    08. Jan 2010 | 19:55 Uhr Antworten

    A’lfi hardkor ! : D

  • DrNI
    08. Jan 2010 | 20:29 Uhr Antworten

    Ich habe keine Glotze mehr. Ich vermisse es nicht. Interessant ist aber, wie geseamtgesellschaftlich dieses Nach-oben-kommen um sich greift und akzeptiert wird. An der Uni liegen ja immer diese Karriereblätter herum für die zukünftigen Chefs (BWLer und Juristen), da geht es wie bei DSDS um das ewige Weiterkommen. Bei DSDS ist offensichtlich, dass in jeder Runde jemand auf der Strecke bleiben muss. Dass das auch überall anders so ist, wo “Karriere” draufsteht, das ist den Leuten irgendwie egal.

    Dass die meisten auf der Strecke bleiben, so ganz generell in diesem Denkschema, ist Teil des Systems und Teil der neuen asozialen Gesellschaftsform in Deutschland.

    Die eigentliche Leistung wird dabei am Ende immer beliebiger, die Position immer wichtiger.

  • alexander
    08. Jan 2010 | 23:12 Uhr Antworten

    DSDS und unsere privaten Sender sind kein gutes vorblid

    ich gebe DrNI absolut recht und möchte noch etwas weiter ausholen.

    vor einiger zeit habe ich eine sendung auf irgendeinem unserer privaten sender gesehen, in der zwei jugendliche ihre familien tauschten. die eine jugendliche aus ärmlichen verhältnissen zog für einige tage in eine reiche familie und die andere jugendliche tauschte in die arme familie.

    erstmal vielleicht interessant…aber dann nahm die geschichte vom aschenputtel ihren lauf…

    da sich das arme mädchen nicht recht durchsetzen konnte und eben “ARM” war, wurde es von den freundinnen des reichen teenagers als “OPFER” bezeichnet!
    hier fällt mir auf das im gleichen zusammenhang dieses wort “OPFER” in letzter zeit in jugendlichen kreisen relativ oft verwendung findet.
    mir scheint, das es in unserer heranwachsenden generation also “OPFER” gibt. Nun nehme ich an das diejenigen die die “OPFER” machen sich selbst als “GEWINNER” wahrnehmen.

    aber da ist ein denkfehler.
    denn wo es opfer gibt, gibt es keine gewinner.
    sondern nur noch TÄTER.

    mfg, alexander

  • Mischy
    09. Jan 2010 | 17:35 Uhr Antworten

    Tja, 35000 Bewerber sind 34999 Verlierer mehr in unserer tollen “Wettbewerbsgesellschaft” – wundert es da, dass Depressionen mittlerweile unter den TOP 10 der Volkskrankheiten (ich glaub auf Platz 5) sind ???

  • Sib
    11. Jan 2010 | 00:43 Uhr Antworten

    Ich habe gar keine Fernseher :D

  • Burger
    11. Jan 2010 | 01:27 Uhr Antworten

    Dito. braucht auch kein mensch. ausser vll der fernseherverkäufer.

  • Carlos (delamar)
    11. Jan 2010 | 13:23 Uhr Antworten

    Ich bin nicht sicher, ob diese Gewinner/Verlierer Geschichte nicht schon immer so gewesen ist. Die einen können ja nur Macht haben, wenn die anderen es ihnen gewähren. Die Castingshows scheinen irgendwie den Dreh heraus zu haben, null Inhalt über eine ganze Staffel zu verteilen. Der menschliche Voyeurismus, das Gaffen tut den Rest…seltsam, traurig…aber TV schaue ich eigentlich auch nie…

  • Mischy
    11. Jan 2010 | 16:28 Uhr Antworten

    @Carlos: Sicherlich hat es Gewinner und Verlierer immer schon gegeben. Trotzdem hat sich eine Menge verändert: Früher war den Leuten klar, daß sie an Musikwettbewerben nur teilnehmen konnten, wenn sie auch was draufhatten.

    Solche Shows wie DSDS oder Supertalent werben aber gerade damit, daß JEDER mitmachen kann. Dadurch wird das ganze zu einem Riesenspektakel, welches diejenigen zur Schau stellt, die sich früher gar nicht beworben hätten. Es werden so Unmengen an menschlichem “Abfall” (nämlich die Verlierer) produziert, der durch die Gaffer vor der Scheibe ausgelacht und niedergemacht werden kann.

    Ziel dieser Sendungen ist es nämlich eben nicht, den besten Sänger zu finden, sondern Ziel ist die Zurschaustellung von Träumern, die nicht kapieren, daß sie ausgebeutet werden: egal ob Gewinner oder Verlierer.

    Diese Vorgehensweise entspricht genau dem Vorgehen in unserer heutigen Gesellschaft: Arbeitslose sind die “looser”, die man begaffen, treten und runtermachen kann und Arbeitnehmer sind die “Gewinner”, die sich durch immer längere Arbeitszeiten und unverschämte Forderungen der Arbeitgeber ausbeuten lassen “dürfen”.

    Ergo spiegelt die Sendung DSDS genau unsere Gesellschaft wieder.
    Und solange wir Menschen derart nach Leistung bewerten wie wir es momentan tun, wird diese menschenverachtende Vorgehensweise logischerweise auch bestehen bleiben.

  • Oguzhan Taskin
    04. Mai 2013 | 18:04 Uhr Antworten

    Wenn jemand, der so eine Popularität durch DSDS sein Weg als Musiker scheitert, dann hat er wirklich ein Problem.

    Ein Musiker macht seine Musik aus Leidenschaft und der Freude an der Sache selbst. Wenn er jetzt dazu deutschlandweit bekannt wird, dann fügt sich natürlich eine Variable hinzu, womit er besser Geld verdienen könnte, aber nicht sein muss … vorrausgesetzt, er glaubt an sich.

    Mir gefällt DSDS, denn es ist ein Wettbewerb, man sieht, wie die Sänger seit Wochen eine unglaubliche Ausdauer zeigen, was ich achte und sich auch verbessern.

    Natürlich entsteht im Fangemeinde eine gewisse “Politik”, wo es dazu kommt, dass einige bessere Sänger mal rausfliegen.
    Daran erkennt man aber, dass nicht nur die Leistung zählt, sondern auch die Sympathie und ebenso der Aspekt der Zielgruppe ist unterschiedlich.

    “Schön das der Welt so bunt ist”.

    Es zählt nur sekundär das “was” passiert (ob ich gewinne, berühmt bin usw.), sondern primär “wie” ich damit umgehe, wodurch ich die Früchte extrahiere.

    Kritisieren kann man alles, aber in jeder Sache die letzt endlich positive Botschaft zu erkennen, erfordert vertrauen in das Leben und die Übernahme der vollen Verantwortung für sich selbst, inklusive seiner Emotionen/Gefühle, Selbstverurteilungen, Überzeugungen/Gedanken usw.du trägst die Verantwortung für all das, was du erschaffst -> Schöpferverantwortung.

    Wer nicht will, findet Gründe und wer will, findet Wege.

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