Die fünf besten Alben der Abbey Road Studios

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Der berühmte Eingangsbereich der Abbey Road Studios

Der berühmte Eingangsbereich der Abbey Road Studios

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Abbey Road Studios London

Es gibt nicht viele Recording-Studios auf der Welt, die von solch einer geschichtsträchtigen Aura umgeben sind. Seit 1931 besteht die legendäre Musikstätte schon und der Zahn der Zeit nagte nicht nur am Gemäuer des 1830 erbauten Hauses.

Nach dem Verkauf an Universal Music in 2012 war eine aufwendige Renovierung geplant: Bei den millionenschweren Umbauarbeiten sollte auch das technische Equipment auf den neusten Stand gebracht und so zum Beispiel ein Dolby-Atmos-System speziell für filmischen Surround-Sound angeschafft werden.

Neben dem größten Aufnahmeraum »Studio 1« verfügen die Abbey Road Studios auch noch über die weltweit größte Mikrofonsammlung mit vielen originalen Vintage-Klassikern. Um dich selbst von der Aufnahmequalität überzeugen zu können, kommen hier die fünf besten Alben, die je in den Abbey Road Studios aufgenommen worden sind. Viel Vergnügen!

Platz #5: Late Orchestration – Kanye West (2006)

Auf »Late Orchestration« führte Kanye West, unterstützt von einem 17-köpfigen Orchester, Songs seiner ersten beiden Platten auf. Bis dahin war es immer ein großer Traum von ihm gewesen, einmal ein Live-Konzert in den berühmten Londoner Studios zu geben. Am 21. September 2005 war es dann für Kanye samt 300 geladener Gäste soweit. Die Platte erschien am 24. April 2006.

Platz #4: The Piper at the Gates of Dawn – Pink Floyd (1967)

Entstanden unter der Regie des früheren Bandmitglieds und eigentlichen Gründers Syd Barrett, gaben Pink Floyd mit »The Piper at the Gates of Dawn« 1967 ihr Debüt. Produziert wurde es von Norman Smith. Die Fangemeinde ist oft gespalten: Für einige spielen auf dieser Platte die wahren Pink Floyd, andere empfanden Barrett als eine Last. Ob es richtig ist, die Bandgeschichte in zwei Epochen – mit und ohne Syd – einzuteilen?

Platz #3: Afrodisiac – Fela Kuti (1973)

Fela Kuti gilt noch heute als Begründer des Afrobeat. Der Polygamist und Sohn eines Pfarrers sagte einst, er werde niemals sterben. Über 50 Alben veröffentlichte er Zeit seiner Karriere. Nach London kam er das erste mal mit 19 – ursprünglich, um dort Medizin oder Jura zu studieren. Sein Weg führte ihn jedoch ans Konservatorium, wo er Komposition, Trompete und Klavier studierte.

Kuti-Kompositionen dauerten durchschnittlich etwa 18 Minuten, begannen mit einem instrumentalen Thema und bauten sich nach und nach weiter auf. Nie spielte ein einzelnes Instrument die vollständige Melodie – eine Tatsache, die die Songs ständig in Bewegung hielt.

Platz #2: Odessey and Oracle – The Zombies (1968)

Den Albumtitel verdanken Rod Argent, Chris White, Colin Blunstone, Paul Atkinson und Hugh Grundy einem Schreibfehler. Eigentlich hätte es »Odyssey and Oracle« heißen sollen. Ihr damaliger Grafiker erlaubte sich einen Patzer und machte aus dem »y« ein »e«. Der erste kommerzielle Erfolg ließ auf sich warten, angeblich sei die Musik der Band für damalige Verhältnisse zu fortschrittlich gewesen.

Ein wahres Denkmal wurde ihnen gesetzt, als der dänische Regisseur Thomas Vinterberg seinen Film »Dear Wendy« mit den Titeln von »Odessey and Oracle« schmückte.

Platz #1: The White Album – The Beatles (1968)

1968 veröffentlicht, gilt das neunte Album der Beatles noch heute als eines der besten der Musikgeschichte. Das Doppelalbum versteht sich mehr als eine Sammlung einzelner Lieder. Ein großer inhaltlicher Zusammenhang war gar nicht vorgesehen.

Neben den vielen unterschiedlichen Stilrichtungen, in denen sich die Band ausprobierte, fällt ebenso die fehlende Stille zwischen den einzelnen Stücken auf. Die Titel wurden so dicht aneinander gepresst, dass die mehreren, sonst üblichen Sekunden Pause nicht entstehen konnten. Für viele Fans und Kritiker gilt »The White Album« als das beste der Beatles.

Mach‘ eine Tour durch die Abbey Road Studios

Wenn Du schon immer mal davon geträumt hast, einen Rundgang durch die legendären Studio-Räume zu machen, bietet Google eine virtuelle 360-Grad-Tour durch die heiligen Hallen an. Die Touren werden von Produzent Giles Martin, Sohn des Beatles-Produzenten George Martin, geführt und kommentiert.

Auch vom Know-How der Abbey Road Produzenten kannst Du heute mehr denn je profitieren: Beim Open Studio Day in den Abbey Road Institutes Frankfurt und Berlin kannst Du dir Eindrücke von den Techniken der wirklich großen Produzenten verschaffen. Alle näheren Infos dazu findest Du hier:

Open Studio Day @ Abbey Road Institute Frankfurt & Berlin

Entsprechen die genannten Alben deinem Geschmack? Welche Alben stehen bei dir ganz weit vorne im Regal? Verrate es uns in den Kommentaren.

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Lesermeinungen (3)

zu 'Die fünf besten Alben der Abbey Road Studios'

  • Norbert Zimmer   23. Jan 2017   08:37 UhrAntworten

    Liebe delamari, lieber Alexander,
    wir werden im Internet bombardiert mit Hinweisen auf das Beste aller Zeiten, mit Hitlisten ohne Ende, mit immer heuen Superlativen...
    Wenn hier geschrieben wird, die erwähnten Alben seien die besten, die im Londoner Studio aufgenommen worden sind, dann sollte auch erwähnt werden, welches die Kriterien für die Bewertung sind.
    Ich mache mir Sorgen, dass hier im Netz die kommunikativen Sitten völlig verloddern.
    Wie wäre es, lieber Alexander, wenn du schreiben würdest: "Mit gefallen diese fünf am besten."
    Versteht ihr, was ich meine?

    • Alan   23. Jan 2017   16:22 UhrAntworten

      Gehe ich d´accord mit der Aussage vom Norbert.
      Die Parameter der Kriterien hinsichtlich "das Beste vom Besten" lassen sich nur schwerlich definieren.
      Ein z.B. sensationell erfolgreich verkauftes Album muss nicht zwangsweise ein "Bestes" sein.
      Bezüglich der damals schon sehr veralteten Technik der Abbey Roads zu Beatles-Zeiten, könnte man z.B. aus qualitativ technischen Aspekten eigentlich kaum von Blumentopfgewinne sprechen, aber gerade diese veraltete Technik war eben genau DIE "Geheimzutat" und diesen Sound und das Studio so prägte und daher schon eine Kunstform, die man heute unter dem Prädikat "Vintage-Deluxe par Excellence" schätzen und lieben gelernt hat, so wie es erstaunlich ist, was man in diesem Haus damit alles zu Wege brachte.
      Im übrigen fanden auch nicht alle Lennon-Aufnahmen des White Album in den Abbey Roads statt ;-)
      Aber nun gut, Bemessungen sind halt immer Kriterium einer rein subjektiven Geschmacksfrage... so wie auch Kanye West hier mit aufzuführen, eine rein subjektive Entscheidung gewesen sein dürfte, um die Verbindung zwischen einem Delamar-Leserklientel von Hip-Hopern anzusprechen und auf die hier auf Delamar (sehr sehr gute) Rubrik bezüglich Ausbildung in den Abbey Roads hinzuweisen ;-)

  • Patrick   25. Jan 2017   00:08 UhrAntworten

    Ja, kann dem nur zustimmen. Ich vermisse auch sehr stark die Auswahlkriterien, die diese Alben zu den fünf besten gemacht haben. Vor allem: wer machte sie zu den fünf besten? Was war ausschlaggebend für diese Platzierung? Sicher, zu jedem Album findet sich eine kurze Begleitgeschichte, aber die allein reicht mir persönlich noch nicht, dass ich sagen kann: das ist jetzt eine gerechtfertigte Platz-5-Zuweisung, weil's nun mal eben so ist und das ist Platz 1, weil's so ist. Bitte jetzt nicht falsch verstehen: ich gehe stark davon aus, dass für diese Platzierung gute Gründe ausschlaggebend sind, aber die erschließen sich einem beim Lesen dieses Artikels schlicht und einfach nicht. Wenn das ein Fachartikel mit fundiertem Wissen und sorgfältig recherchierten Materialien sein soll, dann bitte ohne Wertungen, es sei denn, man kann diese Wertungen auch begründen. Ich kann ja auch nicht einen Artikel schreiben, in dem ich die neueste Platte von Amy McDonald über den grünen Klee lobe á la: Die neue CD von Amy McDonald gefällt mir deshalb so gut, weil sie besser ist als das Vorgängeralbum, und das sage ich jetzt einfach so, weil's so ist und das ist meine persönliche Meinung, Punktum. Das kann nicht funktionieren. Wenn ich das als Rezension schreiben würde, hinterlässt's mehr Fragezeichen als Antworten und man würde mir das mit enorm viel Schmackes um die Ohren hauen, kombiniert mit der Weisung: Beim nächsten Mal bitte mit mehr fundiertem Wissen und mit besseren Begründungen.

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