FAQ: Red Book CD Standard

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FAQ: Red Book CD Standard

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Was ist der Red Book CD Standard?

Obwohl mit der Demokratisierung der Homerecording-Technologie in den vergangenen Jahren eine Menge Technik-Knowhow Einzug in den Horizont vieler Musiker gefunden hat, scheinen alle mit dem Masteringprozess verknüpfte Dinge noch relativ unbekannt zu sein.

Eigentlich kein Wunder, denn zwar kann jeder halbwegs gute Aufnahmen mit einem Mikrofon für relativ wenig Geld machen, aber so laut wie eine kommerzielle Scheibe zu werden ist eine andere Sache.

Und so kommt es, dass viele Musiker nicht so genau Bescheid wissen, was es mit der Red Book CD bzw. dem Red Book Master auf sich hat. Vorweg: Es ist keine Magie, sondern lediglich ein Standard.

Die Red Book CD geht zurück auf ein Dokument, das im Jahr 1980 von Sony und Philips veröffentlicht wurde. Damals haben einige Entwickler an der Standardisierung von Compact Discs (CDs) als Träger von digitalen Daten gearbeitet.

Zu den weniger bekannten Standards zählen »Yellow Book« für CD-ROMs, »Beige Book« für Foto-CDs, »White-Book« für Video-CDs und weitere. Sie wurden in farbigen Ordnern und Schnellheftern des sogenannten »Rainbow Book« abgelegt, daher der Name.

Die Spezifikationen des Red Book CD Standards

Die hier im Red Book CD Standard zusammengefassten Spezifikationen beziehen sich auf die Gesetzmäßigkeit zur Produktion und Strukturierung von Audio-CDs (»CD-DA« für »Compact Disc Digital Audio«) – die exotischen Erweiterungen des Formats, die später hinzugekommen sind, klammern wir aus.

Das Wichtigste zur Red Book CD (CD-DA)

  • Medium: Polycarbonat-Scheibe – 120 mm Durchmesser & 1,2 mm dick
  • Struktur (von innen nach außen)
    • Lead-In – »Inhaltsverzeichnis« mit Sprungmarken zu den einzelnen Tracks
    • Programmzone – beinhaltet die Audiodaten
    • Lead-Out – Schlussmarke teilt dem Abspielgerät mit, dass das Ende erreicht ist
  • Datenformat: Linear PCM – 2 Kanäle mit je 16 Bit & 44,1 kHz
  • Enthält bis zu 79,8 Minuten Audiomaterial
  • Enthält bis zu 99 Tracks von je mindestens 4 Sekunden Dauer

Zu diesen Spezifikationen gehören die Festlegung der CD auf einen Durchmesser von 120 mm sowie 1,2 mm Dicke. Weiterhin werden im Red Book CD Standard noch die Materialien festgehalten, aus denen eine CD gefertigt sein darf, und aus der so gut wie jede kommerziell erhältliche CD besteht.

Zu den weiteren Spezifikationen gehört, dass eine Red-Book-kompatible Audio-CD in drei Bereiche aufgeteilt wird: Einen Lead-In, die Programmzone und einen so genannten Lead-Out. Im Lead-In steht das »Inhaltsverzeichnis«, das den CD-Player zu den Track-Markern (Sprungzielen) und Songtiteln führt. In der großen Programmzone befinden sich die eigentlichen Audiodaten, während das Lead-Out keine Daten enthält und dem CD-Player bzw. Laufwerk nur mitteilt, dass die CD zuende ist.

Der für Musiker vielleicht wichtigste Teil des Red Book Standards ist die Festlegung auf maximal 79,8 Minuten Audio sowie bis zu 99 einzelne Tracks mit einer minimalen Zeit von 4 Sekunden pro Track. Je Track (Songtitel) können bis zu 100 Untertracks (Indizes) erstellt werden, allerdings können diese von nur wenigen CD-Playern gelesen werden. Das Audioformat vom Typ Linear PCM (kurz »LPCM« – es wird auch für WAV-Dateien verwendet) hat eine Sample-Rate von 44,1 kHz in 16 Bit bei zwei Kanälen (also Stereo).

Und was hat es nun auf sich mit der Red Book CD?

Nun, im Jahr 2016 wahrscheinlich nur noch sehr wenig. Wie oben erwähnt, ist dieser Standard nun schon über 35 Jahre alt und wurde zu einer Zeit festgehalten, in der noch keine CD kommerziell veröffentlicht wurde. Ein Standard, auf den sich die Musikindustrie geeinigt hat, um eine größtmögliche Verbreitung zu gewährleisten – kein Geheimnis, keine Magie.

Praktisch jeder CD-Brenner und jedes Brennprogramm kann heute eine Audio-CD nach dem Red Book Standard herstellen. In der Zeit von Internet und MP3 (aber gerade auch die verlustfreien Formate wie FLAC & Co.) wird das Medium immer mehr verschwinden. Wie einst die Kassette, die heute eher aus Retro-Chic eine kleine Renaissance erlebt.

Wenn ein Masteringstudio also mit der Herstellung von CDs mit diesem Standard wirbt, dann kannst Du den Wert dieser Zusatzleistung nun gut einschätzen.

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Lesermeinungen (2)

zu 'FAQ: Red Book CD Standard'

  • Marc Shake   04. Jul 2010   18:43 UhrAntworten

    Interessant ist bei Redbook auch, dass die Musikindustrie gern mal "Leerspuren" eingefügt hat, die als Kopierschutz dienen sollten, letztendlich aber nur dazu führten, dass "billigere" CD-Player die CD gar nicht erst abspielten, da die CD dann einfach nicht mehr dem Redbook-Standard entsprach.

  • Hans E. H. Hillmann   15. Jan 2015   20:33 UhrAntworten

    Sehr interessant!

    Hans E. H. Hillmann (so kann man mich in Google eingeben)

    bin gespannt auf weitere Aufklärung.............

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