Phantomspeisung in einfachen Worten. Was ist Phantomspeisung?
Erfahre in diesem Artikel, was Phantomspeisung ist, wozu sie genutzt wird und wie Du sie anwenden kannst: Phantomspeisung in einfachen Worten, praxisgerecht verpackt.
Phantomspeisung in einfachen Worten. Was ist Phantomspeisung?
Phantomspeisung ist eine Spannungsversorung zwischen 12V und 48V, die dazu genutzt wird, ein Kondensatormikrofon zu betreiben. Üblicherweise wird die Phantomspeisung von einem Mischpult, einem Audio Interface oder einer anderen externen Spannungsquelle durch ein XLR-Kabel an das Mikrofon geschickt. Die Spannung wird hierbei über die Pins 2 und 3 übertragen.
Sie wird “Phantomspeisung” genannt, weil dynamische Mikrofone davon nicht beeinträchtigt werden. In gewisser Weise ist sie unsichtbar für diese – wie ein Phantom, ein Geist. Phantomspeisung wird auch genutzt, um eine DI-Box zu betreiben. Genauso wenig wie ein dynamisches Mikrofon wird auch eine passive DI-Box in keiner Weise durch die anliegende Spannung beeinträchtigt.
Die Phantomspeisung kann unter Umständen ein Gerät mit Line-Level beschädigen, das an einen XLR-Eingang angeschlossen wird. Auch alte dynamische Mikrofone mit mehr als 20-30 Jahren könnten Schaden nehmen, genauso wie ein anderes Mikrofon, wenn das genutzte Kabel einen Kurzschluss hat.
Wenn ein Kondensatormikrofon weniger Phantomspeisung bekommt als benötigt, steigt der Rauschanteil oder es kann zur Verzerrung des Audiosignals kommen oder die Dynamik wird beeinträchtigt. Schaden kann das Kondensatormikrofon hiervon aber nicht nehmen.
Und noch ein Tipp: Es empfiehlt sich, das Volumen der Abhöre abzusenken, wenn Du ein mit Phantomspeisung getriebenes Mikrofon anschliesst oder wieder entfernst oder die Phantomspeisung an- oder ausschaltest.


30. Aug 2009 | 14:12 Uhr
Leider hält auch so manch nobles Gerät keine Phantomspeisung auf seinem XLR-Line Out aus. Gerade Mischpulte erleiden damit eine prächtige Zerstörung ihrer Ausgänge. Deswegen ist es sicher nicht verkehrt, beim Kauf eines Pultes darauf zu achten, dass die Speisung pro Kanal einzeln geschaltet werden kann. Wenn man sie nur dort aktiviert, wo man sie auch wirklich braucht, dann ist das eh schon eher geringe Risiko eines Defekts stark minimiert.
Im Zweifel sollte man zwischen XLR-Line Out und phantomspeisendem Input am Pult eine DI-Box schalten. Es gibt auch DI-Boxen mit (unsymmetrischen) XLR-Eingängen, die ohne Adapter funktionieren sollten. Manche Pulte (vor allem günstige) bieten sowieso nicht genug Dämpfung auf den XLR-Inputs um Line-Pegel zu verkraften, da hilft die DI auch.