FAQ: Patchbay – normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden

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FAQ: Patchbay - normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden

Erfahre alles über die Patchbay als ultimative Kommandozentrale für dein Tonstudio - ob normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden | Bild: Franz Schuier [Ausschnitt, CC BY 2.0]

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Patchbay – Die ultimative Kabel-Zentrale

Und lassen wir der Einfachheit halber mal den Staub und die Spinnweben beiseite. Wer von uns hat denn schon alle Kabel fein sortiert und mit Kabelbindern zu sinnvollen »Paketen« zusammengeschnürt im heimischen Tonstudio?

Und was ist denn mit der unendlichen Dunkelheit hinter den Racks? Selbst mit montieren Lampen passiert es hin und wieder, dass ich das falsche Kabel herausziehe und dann eine halbe Stunde lang versuche, das neue Problem zu beseitigen.

Nun, eine Patchbay ist DIE Lösung. Vorbei sind damit die unerwünschten Yoga-Übungen hinter den Racks. Eine Patchbay ist ein passives Stück Musik Equipment, das zumeist im 19″-Format daherkommt und mit einer Menge Buchsen auf Vorder- und Rückseite ausgestattet ist. Oftmals kommen diese Buchsen in zwei Reihen zu je 24, die sich über die gesamte Breite erstrecken.

Und was macht eine Patchbay?

Die Grundidee ist, dass alle Audio-Ein- und Ausgänge deiner Hardware an die rückseitigen Buchsen der Patchbay angeschlossen werden. Diese Signale werden an die Buchsen an der Vorderseite geleitet, wo sie dir viel bequemer zur Verfügung stehen – wenn Du nun etwa den Ausgang eines bestimmten Geräts mit dem Eingang deines Audio Interfaces verbinden möchtest, kannst Du das mithilfe von kurzen Kabeln (sogenannten Patch-Kabeln) auf der Vorderseite der Patchbay machen – statt hinter dem Rack herumzuklettern und dir den Rücken zu verrenken.

Nun, das war die Kurzform der Erklärung. Jetzt gibt es noch einige weitere Tipps zur Verwendung einer Patchbay. Viele Tonstudios verwenden die obere Reihe zum Anschluss von Ausgängen an jedweder Hardware, während die untere Reihe normalerweise die Eingänge repräsentiert. Natürlich kannst Du das für dein Homerecording-Tonstudio auch umgekehrt machen, doch Eingänge und Ausgänge voneinander zu trennen wird dir die Arbeit mit der Patchbay vereinfachen.


Unterschiedliche Ausführungen einer Patchbay

Einige Modelle kommen mit normalisierten, halb-normalisierten und durchverbundener Funktionalität. Was das ist, erfährst Du im Folgenden. Es ist zwar keine Atomphysik, aber manchmal wissen das selbst Besitzer einer Patchbay nicht so recht. Zu tun hat das Ganze mit den Verbindungen auf der Platine bzw. der Verlötung der Buchsen.

Patchbay Behringer PX3000

Diese Patchbay kann alles: normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden

1. Normalisiert

Bei normalisierter Arbeitsweise werden die oberen Buchsen auf der Rückseite direkt an die darunter befindlichen geroutet, wenn die entsprechenden Anschlüsse auf der Vorderseite nicht genutzt werden. Schließt Du beispielsweise ein anderes Gerät auf der Vorderseite an die unteren Buchsen an, so wird die Verbindung auf der Rückseite unterbrochen und nur das vorne angeschlossene Gerät wird an die unteren Buchsen der Rückseite weitergegeben.

Die Unterbrechung erfolgt bei beiden Buchsen auf der Vorderseite.

2. Halb-Normalisiert

Ganz ähnlich arbeitet die halb-normalisierte Patchbay, wobei in dieser Variante ein anliegendes Signal gedoppelt werden kann. Beispiel: Der hinten oben anliegende Preamp wird standardmäßig auf einen Eingang des Audio Interfaces (hinten, unten) geroutet. Auf der entsprechenden Buchse oben auf der Vorderseite kannst Du den Preamp ein weiteres Mal abgreifen (die Verbindung auf der Rückseite bleibt bestehen) und zu einem anderen Eingang routen. Damit kannst Du einen Kanal doppeln.

Möchtest Du die Verbindung auf der Rückseite dennoch trennen, so kannst Du einfach ein Patchkabel in die entsprechende Buchse auf der Vorderseite einstecken. Das zweite Ende kann dabei einfach ins Leere gehen.

Die Unterbrechung erfolgt nur auf der unteren Buchse der Vorderseite.

3. Durchverbunden (»Thru«)

Bei dieser Variante gibt es keine Geheimnisse. Buchsen oben und unten haben keine Verbindung und werden einfach von hinten nach vorne bzw. vice versa durchverbunden.

FAQ: Patchbay - normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden - SPL MasterBay S

Es gibt natürlich auch Patchbays mit XLR-Buchsen, wobei die hier abgebildete noch diverse Tricks zur Mischung und zum (Pegel-)Management der Signale auf der Pfanne hat.

FAQ: Patchbay - normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden - SPL MasterBay S

Fazit zur Patchbay

Ein Steckfeld ist natürlich nur für jene Studios sinnvoll, in denen mehr als nur eine kleine Handvoll Instrumente und Effektgeräte versammelt sind. Und insbesondere bei häufigem Equipment- Wechsel und/oder wenn Du mit verschiedenen Signalwegen (speziell bei vielen Effektgeräten und deren unterschiedlichen Möglichkeiten zur Verkettung) experimentieren willst, ist ein Patchbay Gold wert.

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Lesermeinungen (5)

zu 'FAQ: Patchbay – normalisiert, halb-normalisiert und durchverbunden'

  • Kai   18. Feb 2011   01:49 UhrAntworten

    Hallo,

    wie immer mit sehr viel Einsatz gemacht.Danke.
    Wollte noch fragen:
    Ganz verlustfrei ist eine Patchbay ja nicht, da gibt es ja die gekrimpten TTF Jacks,
    die sollen weniger Verluste haben , als gelötetes. Stimmt das? Die Dinger waren sehr teuer.

    Beste Grüße
    Kai

  • Julian   19. Feb 2011   02:43 UhrAntworten

    @Kai Wäre sicher wieder die Geschichte vom Kleiderbügel als Signalträger ^^ Ob man diese Verluste letztendlich wahrnimmt, ist fraglich. Ich denke bei analogen Geräten steht die Abtastrate im Vordergrund.

    Ich finde Patchbays sehr gut, wobei ich beruflich mehr mit denen der Netzwerktechnik zu tun habe, aber auch hier bieten sich solche im Sutdio ja an, sofern mal mehrere Netzwerkgeräte routen möchte (NAS, Router, etc.). Wer es sich einfach halten möchte, kann hier auch auf einen Switch im 19" Format zurückgreifen.

  • Oliver   11. Apr 2012   15:09 UhrAntworten

    Hallo Delamar

    Ich habe eine Frage:

    Bei einer halb-normalisierten Patchbay kann das Signal verdoppelt werden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die beiden Signale (gesplittet) von gleicher Qualität sind, wie das originale Signale?

    Bsp:
    Ich habe einen analogen Summierer. Nach dem Summierer tue ich gerne noch ein Pultec eq oder so, auf den 2-Bus. Theoretisch könnte ich dieses Singal in die Patchbay routen ( halbnormalisiert ). Somit würde ein Singal ( gesplittet) zurück in die DAW gehen und das andere gesplittete könnte meine Abhörmonitore speisen.

    Meiner Ansicht nach kann das jedoch nicht funktioniern. Wo liegt der Hacken?

    MfG
    Oliver

    • mathias   25. Nov 2013   15:11 UhrAntworten

      das gesplittete Signal hat freilich die gleiche Klang-Qualität, wird jedoch in seiner Lautstärke zu einem gewissen (von der jeweiligen Leitfähigkeit des Abnehmers > Klinke > abhängigen) Anteil gedämft und muss dem entsprechend wieder verstärkt werden, was natürlich zu einer "Verfälschung" im Vergleich zum originalen Signal führt

  • Padbangers   24. Aug 2016   08:25 UhrAntworten

    Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass man die Buchsen an seinem Equipment schont. Das ständige Umstecken von Kabeln am Audio Interface oder an der Hardware kann schnell mal eine Buchse kaputt machen. Passiert das bei einer relativ günstigen Patchbay tut das lange nicht so weh, wie bei teurer Hardware... Von daher macht eine Patchbay eigentlich immer Sinn...

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