Overdub / Overdubbing: Was ist es und wofür ist es gut?

Overdub / Overdubbing: Was ist es und wofür ist es gut?

Nun, bei den beiden Begrifflichkeiten “Overdub” und “Overdubbing” handelt es sich um so genannte Angliszismen – also Wörter, die aus dem Englischen stammen und dann einfach ohne Übersetzung ihren Weg in den deutschen Sprachgebrauch gefunden haben (bekannteres Beispiel: Fitness). Overdubbing ist dabei im Homerecording das Verb zu Overdub, also der Prozess des Overdubs machen.

Es handelt sich hierbei um eine Technik, die erst mit dem Aufkommen von Multitrack-Bandmaschinen in den Sechzigern Einzug in die Musikproduktion gefunden hat. Ein Overdub ist eine zusätzliche Aufnahme (Spur), die über ein bereits bestehendes Recording aufgesetzt wird. Beispiel: Eine Band nimmt Drums, Bass und Rhythmus-Gitarre gleichzeitig auf. Der Lead-Gitarrist und der Sänger spielen dann nachträglich ihre Spuren als Overdub ein.

Viele junge (und alte) Musiker & Produzenten kennen heutzutage schon gar keine andere Art der Aufnahme, da sich diese Technik aufgrund ihrer Bequemlichkeit und dem preiswerten Musik Equipment schnell durchsetzen konnte.

Typische Anwendungsbeispiele für ein Overdub im klassischen Sinne könnte das Fehlen eines Musikers bei der eigentlichen Aufnahme sein. Auch bei Bands, die nur einen Gitarristen haben, wird diese Technik gerne angewandt, um bei den Soli kein “Loch” in der Rhythmusgruppe zu erzeugen.

Und auch Sänger nutzen Overdubs ein, um Zweitstimmen im Gesang aufzunehmen ohne dabei auf andere Vokalisten zurückgreifen zu müssen. Ein bekanntes Beispiel hierfür dürfte der Titel “Bohemian Rhapsody” sein, der von der Band Queen zahlreiche Male eingesungen wurde und schliesslich einen choralen Effekt bekam.

In Kombination mit Punch-In und Punch-Out wird die Overdub Technik gerne auch dazu verwendet, um einzelne missglückte Phrasen in Spuren auszumerzen. Dabei wird nicht die gesamte Spur neu aufgezeichnet, sondern einzelne Passagen “überspielt”.
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Nachteile der Overdub Technik

Viele Musiker und Produzenten der alten Schule, die ihrer Zeit noch mit echten Bandmaschinen gearbeitet haben, mögen die Overdub Technik nicht sonderlich. Oftmals wird Künstlern, die exzessiv Gebrauch von Overdubbing machen, vorgeworfen, das eigentliche Musizieren mit dem Musikinstrument verlernt zu haben. Das oder, dass die Technik dazu genutzt wird, um das eigene musikalische Können künstlich zu verbessern.

Besonders bei Live-Aufnahmen von Konzerten ist Overdubbing nicht gerne gesehen, wobei hier die Bands natürlich gerne Gebrauch davon machen, um etwaige Fehler ihrer Live-Performance zu kaschieren.

Möchte man Quellen wie der Wikipedia Glauben schenken, so ist das vielleicht erste Overdub sogar lange vor 1960 geschehen. So sollen Aufnahmen des Opernsängers Enrico Caruso zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Orchester angereichert worden sein.

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Lesermeinungen (3)

zu 'Overdub / Overdubbing: Was ist es und wofür ist es gut?'

  • Günter
    04. Sep 2011 | 11:17 Uhr Antworten

    Vielen Dank für den Beitrag, den habe ich mit viel Interesse gelesen, weil ich noch nie mit Overdubbing gearbeitet habe. Ich muss zugeben: auch nach Lesen des Artikels verstehe ich den Sinn vom Overdubbing nicht so ganz.

    Warum kann ich nicht einfach den neuen Part auf eine weitere Spur parallel zur bereits vorliegenden Aufnahme einspielen?

    Lass ich die bisherige Aufnahme als Backing ablaufen, sollte das doch problemlos möglich sein. Gerade, wenn man nachträglich etwas verändert, bleibt doch der Klangcharakter des Originals nicht erhalten, weder mit Overdubbing noch mit einer zusätzlichen Spur.

    MAche ich eine Gedankenfehler? Habe ich etwas übersehen?
    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand Klarheit in der Sache verschaffen könnte.

    • Carlos San Segundo (delamar)
      04. Sep 2011 | 12:53 Uhr Antworten

      Hallo Günter,
      vielen Dank für dein Feedback. Natürlich kannst Du deinen Part in eine neue Spur aufnehmen – auch das ist ein Overdubbing. Früher gab es eben andere Limitationen, wie die der Anzahl der Spuren (8-Spuren waren mal richtig viel). Heute kannst Du deine Technik einfach deinem Geschmack anpassen.
      Herzliche Grüße
      Carlos

  • novik
    05. Sep 2011 | 09:29 Uhr Antworten

    Kaum zu glauben, dass dieser Begriff noch nicht so geläufig erscheint. Wird es doch bei modernen Produktionen fast auschließlich eingesetzt. Welche Band spielt denn heute noch alles an einem Stück ein?

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