FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv

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FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv

FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv

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Unterschied aktive/passive Tonabnehmer

Der wesentliche Unterschied zwischen einem aktiven und einem passiven Tonabnehmer (»Pickup«, kurz »PU«) besteht darin, dass das Ausgangssignal des aktiven verstärkt wird. Das geschieht mithilfe eines Vorverstärkers (»Preamp«), der eine höhere elektrische Spannung ausgibt. Dafür ist Strom nötig, in der Regel aus einer 9-Volt-Blockbatterie.

Bei der passiven Variante kommt die Schaltung ohne zusätzliche Verstärkung aus. Hier wird in der Regel ein Signal mit niedrigerer Spannung erzeugt.

Wahl der Tonabnehmer für Gitarre

In erster Linie ist die Wahl Geschmackssache. Tendenziell klingen die passiven Varianten eher klassisch bis Vintage. Die aktiven Pickups werden gerne für Musikgenres mit High-Gain eingesetzt.

Auf die Wahl und den finalen Sound haben die genutzte Gitarre, der (Pre-)Amp, Erfahrung, das Genre und die persönlich entwickelte Spielweise einen erheblichen Einfluss.

Im Folgenden findest Du einerseits sämtliche Vorteile von aktiven Tonabnehmern, andererseits all jene von passiven Pickups.

FAQ Tonabnehmer: Aktiv oder passiv?

Beachte, dass es sich bei einigen der aufgelisteten Aspekte »nur« um deutliche Tendenzen handelt. Auch die Qualität der Pickups spielt eine gewaltige Rolle: Gute passive Modelle erbringen in mancher Paradedisziplin von aktiven Modellen durchaus bessere bzw. klanglich stimmigere Leistungen als schlechtere Aktivtonabnehmer. Und umgekehrt.

  • Ein aktiver Pickup ist im Grunde ein passiver Pickup mit Vorverstärker
  • Aktive Tonabnehmer benötigen Strom, meist über eine 9-Volt-Batterie
  • Aktive PUs erzeugen eine höhere Ausgangsspannung als passive
  • Die Vorteile beider Bauarten im Detail folgen jetzt…
FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv

FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv

 

Aktive Tonabnehmer – Vorteile

Kräftigeres Signal

Das Signal, das an dein Gitarrenkabel ausgegeben wird (meist einfach »Output« genannt), ist bei aktiven Pickups stärker als bei passiven. Will heißen: es weist eine höhere elektrische Spannung auf.

Wozu führt das in der Praxis? Nun, die einfache Faustformel »Mehr Output = lauter!« greift zu kurz, auch wenn das natürlich das bestimmende Charakteristikum ist – zumindest wenn Gitarre und Effektgeräte exakt so eingestellt sind wie beim Betrieb via Niedrig-Output-Pickup. Wie Gitarrenverstärker, Effektgeräte & Co. damit klanglich interagieren, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier.

Mehr Klarheit

Der Übertragungsbereich im Frequenzspektrum ist höher, was insbesondere zu präsenteren Höhen und damit einem etwas klareren, satteren, weniger »mumpfigen« Sound führt.

Mehr Durchsetzungsfähigkeit

Der Lautstärkeunterschied zwischen den sanftesten und härtesten Saitenanschlägen ist in der Regel geringer als bei passiven Pickups. So wird der Sound letztlich konsistenter, druckvoller, weniger sprunghaft und durchsetzungsfähiger.

Mehr Sustain

Das Sustain, also der Klang der ausschwingenden Saiten, rückt spürbar stärker in den Vordergrund. Anders gesprochen: Aktive Tonabnehmer weisen eine geringere Dynamik auf.

Besser für Metal & High-Gain

Durch die reduzierte Dynamik im Spannungsfeld zwischen laut und leise sind aktive Pickups in der Regel besser für harte, druckvolle Stile geeignet. Will heißen: Alles, was von der Spielweise und der anschließenden Verzerrung her sehr selbstbewusst, tonangebend, aggressiv und mächtig klingen soll.

Weniger Störgeräusche

Durch die schwächeren Magneten verursachen aktive Tonabnehmer weniger Brummen, Rauschen und sonstige Störgeräusche.

Gleicher Klang bei allen Kabellängen

Egal, wie lang dein Gitarrenkabel ist, der Sound bleibt praktisch unverändert. So weißt Du ganz genau, was Dich erwartet, auch wenn bei verschiedenen Studiosessions, Gigs und Proben immer wieder andere Kabel zur Verfügung stehen. Technisch dafür verantwortlich zeichnet die niedrigere Impedanz des Signals.

Bekannte & gute aktive Pickups

  • EMG 81
  • EMG 85
  • Seymour Duncan AHB-1S
  • DiMarzio D Activator

 

Passive Pickups – Vorteile

Keine Batterie nötig

Ein gewaltiger Vorteil: Deine E-Gitarre oder und dein Bass sind immer und überall spielbereit. Nie musst Du fürchten, dass beim Gig auf einmal Funkstille herrscht. Du brauchst auch nicht ständig 9-Volt-Blöcke kaufen bzw. Akkus alle Nase lang wiederaufladen.

Dynamischer, organischer Sound

Passive Tonabnehmer bieten einen größeren Dynamikumfang, reagieren also wesentlich stärker auf den Anschlag des Gitarristen. Mit diesen ist ein äußerst nuancen- und kontrastreiches Spiel möglich. Anders formuliert: Passive Tonabnehmer reagieren sensibler und stellen starke und sanfte Anschläge deutlicher als solche dar. Gut für alle Musikstücke, bei denen nicht permanent geschrammelt und ein Klangteppich nach dem anderen ausgelegt wird.

Modifikationen durch Kondensatoren und Widerstände möglich

Für Bastler sind passive Pickups im Allgemeinen interessanter, da ihr Klang noch durch nachträglich hinzugefügte Elektronikmodifikationen geformt werden kann. Namentlich durch die erwähnten Kondensatoren und Widerstände, die sich über zusätzlich auf der Gitarre implementierte Schalter aktivieren lassen.

Bekannte & gute passive Pickups

  • Seymour Duncan SH-JB
  • DiMarzio DP 155
  • Gibson 57 Classic Plus

Zusammenfassung

Bei gleicher Qualität gilt:

  • Aktive Pickups klingen klarer, mit mehr Sustain und sauberer
  • Passive Pickups reagieren dynamischer und brauchen keinen Strom
  • Die Wahl ist Geschmackssache je nach Musikgenre und Sound

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Lesermeinungen (1)

zu 'FAQ Gitarre: Tonabnehmer aktiv vs. passiv'

  • Wolfgang   06. Mrz 2016   15:34 UhrAntworten

    Endlich hab ich´s mal verstanden! Vielen Dank dafür.

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