FAQ: Der Unterschied zwischen Gitarrenkabel und Boxenkabel erklärt

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FAQ: Der Unterschied zwischen Gitarrenkabel und Boxenkabel erklärt

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Gitarrenkabel vs. Boxenkabel – Der Unterschied erklärt

Auf den ersten Blick sehen beide Kabel gleich aus, doch bei genauerem Hinsehen verraten schon der vergrösserte Umfang der Boxenkabel und seine oftmals grössere Verwindungsteifigkeit, dass es hier wohl einen Unterschied geben muss.

Abschirmung

Gitarrenkabel benötigen eine Abschirmung, um Störfrequenzen im Funkbereich herauszufiltern, Boxenkabel brauchen das nicht.

Wenn Du ein Boxenkabel zum Anschließen der Gitarre an einen Verstärker nutzt, wird es zu lautem Brummen und Rauschen kommen. Unter Umständen bekommst Du noch den ein oder anderen Radiosender rein. Aber auf jeden Fall ist die Klangqualität unbefriedigend.

Kabeladern

Sowohl Gitarrenkabel als auch Boxenkabel haben in der Regel zwei Kupferdraht-Adern. Beim Lautsprecherkabel haben diese Adern einen deutlich grösseren Durchmesser (ca. 1,5 bis 2,5 mm²), da wesentlich mehr Strom (das vom Amp deutlich verstärkte Signal) durch sie fließen muss. Gitarrenkabel hingegen müssen nur das Gitarrensignal übertragen.

Bei einem Boxenkabel haben beide Kupferdrahtadern denselben Durchmesser und sowohl die positive als auch negative Ader verarbeiten die gleiche elektrische Spannung. Beim Gitarrenkabel hingegen sind beide Adern unterschiedlich groß. Die positive Ader wird von der negativen umschlossen, die als Abschirmung fungiert.

Äußerlichkeiten

Sowohl Gitarrenkabel als auch Boxenkabel sehen sich sehr ähnlich. Beide haben 6,3 mm Klinkenschlüsse, was die Unterscheidung von aussen nicht gerade einfach macht. Tendeziell sind Boxenkabel etwas verwindungssteifer und gröber als ein Gitarrenkabel.

Viele Hersteller schreiben inzwischen die Kabelbezeichnungen auf die Hülle, was die Identifikation vereinfacht. Wenn das nicht möglich ist, kannst Du (je nach Bauart des Kabels) die Kappen der Klinkenanschlüsse entfernen und auf die Abschirmung achten. Sind beide Adern abgeschirmt, handelt es sich um ein Lautsprecherkabel. Ist nur eine der Adern abgeschirmt, handelt es sich um ein Gitarrenkabel.

Probleme und Risiken

Wenn Du eine Gitarre mit einem Boxenkabel an den Verstärker anschließt, so wirst Du Probleme mit der Klangqualität bekommen. Ein Risiko für Gitarre, Verstärker oder Kabel besteht aber nicht.

Anders beim Anschluss von Verstärker und Box mit einem Gitarrenkabel. Zum einen wirst Du nur leisere Pegel bekommen, zum anderen kann es zu einem Kurzschluss kommen, der Verstärker oder Box zerstören kann. Vielleicht noch schlimmer ist die Gefahr eines Brandes, da Gitarrenkabel nicht dick genug sind, um die Stromstärke zu transportieren.

Technische Faktoren: Gitarrenkabel vs. Boxenkabel

Fassen wir nochmals die tragenden Faktoren und den technischen Unterschied zwischen Gitarrenkabel und Boxenkabel zusammen:

Gitarrenkabel / Instrumentenkabel:

  • Geringer kapazitiver Widerstand gegen den Verlust von hohen Frequenzen
  • Zwei Kupferdrahtadern – für Audiosignal und Masse
  • Gute Abschirmung, um störende Interferenzen zu vermeiden
  • Robust gebaut mit Zugentlastung

Boxenkabel / Lautsprecherkabel:

  • Geringer Widerstand, um Verluste beim Audiosignal zu vermeiden
  • Zwei geschirmte Kupferdrahtadern mit grösserem Durchmesser
  • Robust gebaut

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Lesermeinungen (9)

zu 'FAQ: Der Unterschied zwischen Gitarrenkabel und Boxenkabel erklärt'

  • Arne Schild   29. Jun 2010   12:57 UhrAntworten

    Hallo Carlos,

    in Abschnitt 2 schreibst du, dass die Lautsprecherkabel mehr Spannung vertragen müssen und deshalb einen größeren Querschnitt besitzen. Dies stimmt so nicht.
    Lautsprecherkabel haben einen größeren Querschnitt, da durch sie mehr Strom fließt. Die Spannung ist hier nicht das Kriterium.
    Insgesamt geht es darum den Spannungsabfall bei hohen Strömen zu minimieren. Dies wird durch einen kleineren Widerstand (wegen des Kabeldurchmessers) erreicht.

    Gut finde ich aber, dass der technische Dummi und da kenne ich einige, zukünftig hoffentlich bei der Verkabelung mal etwas nachdenkt.

    Grüße
    Arne

  • Carlos (delamar)   29. Jun 2010   13:10 UhrAntworten

    Danke für den Hinweis und die Richtigstellung!

  • Olaf   30. Jun 2010   17:21 UhrAntworten

    "Gitarrenkabel benötigen eine Abschirmung, um Störfrequenzen im Funkbereich herauszufiltern, Boxenkabel brauchen das nicht.“

    Das halte ich aber für ein Gerücht! Wieso sollten Boxenkabel keine Schirmung benötigen? Ok, man kann sich vielleicht die Aufnahme nicht mehr versauen, aber wenn es im Monitor rauscht und knistert und "funkt", kann ich kaum beurteilen, ob die Störungen schon auf der Aufnahme sind oder nicht.

    Ich empfehle sogar dringend, für den Anschluss von Boxen nicht nur geschirmte, sondern symmetrische Kabel zu verwenden ("Stereoklinke"). Diese besitzen, wie Mikrofonkabel auch, 3 Adern. Dadurch ist es möglich, das eigentliche Audiosignal gewissermaßen "doppelt" durch die Leitung zu schicken: einmal "normal" und einmal in der Polarität umgekehrt (Phase = 180°). Trifft ein Störsignal die Leitung, wirkt sich diese Störung auf beide Teile des Signals gleichermaßen aus. Wird nun am Ende der Leitung (im Monitor) das am Anfang (am Audio-Interface oder Verstärker) umgekehrte Signal der einen Leitung wieder zurückgedreht und mit dem nicht gedrehten Signal überlagert, löschen sich die Störsignale gegenseitig aus.

  • Chris   09. Nov 2011   13:11 UhrAntworten

    @Olaf
    gute Idee aber nicht zu Ende gedacht.
    Es geht hier hauptsächlich um Kabel um den Verstärker mit der Gitarrenbox zu verbinden.
    Da das Ausgangssignal eines Gitarrenverstärkers einen riesigen Pegel hat, im Vergleich zum Ausgang einer Gitarre, ist es einfach egal ob es Einstreuungen von Außen gibt. Der Rauschpegel bleibt immer sehr klein.
    Somit braucht man keine Schirmung.

    Symmetrische Kabel werden auch nur bei kleinen Signalen, wie z.B. Mikrofonsignalen verwendet, damit dort die "kleinen" Signale nicht versaut werden. Auch als Verbindung zu aktiven Boxen lohnt es sich in geschirmte Kabel und/oder symmetrische Verbindungen zu invenstieren.

  • Felix   01. Jul 2013   19:28 UhrAntworten

    Können Kabel einen kapazitiven Widerstand haben?

    • Arne Schild   08. Jul 2013   09:08 UhrAntworten

      Zwei gegenüberliegende leitende Flächen sind ein Kondensator. Und damit natürlich auch der Leiter und das Massegeflecht eines Gitarrenkabels

    • RainerG   20. Jan 2016   15:32 UhrAntworten

      @Felix,

      es muß zum besseren physikalischen Verständnis von "kapazitivem LEITWERT" - nicht von Widerstand gesprochen werden. Denn: je geringer der Leitwert zwischen den beiden Adern ist, desto geringer ist der durch die Kapazität bedingte sog. "Verschiebestrom" zwischen den Leitern.

      MfG
      RainerG

  • Felix Krawczyk   08. Jul 2013   20:45 UhrAntworten

    Danke Arne :)

  • Leon   24. Jan 2015   19:55 UhrAntworten

    Nur leider vergisst du etwas.
    Für Gitarren verwendet man meistens 6,35mm Mono Klinkenkabel. Als Boxenkabel benutzt man heutzutage je nach Aktiv oder Passiver Bauweise entweder XLR (Aktiv) oder Speakon(Passiv). Früher wurden Klinken als Boxenkabel für Passive Boxen benutzt.

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