FAQ: Dithering Audio & Dither

Dithering Audio & Dither – Alles, was Du über Dithering wissen musst

Die zum Thema Dithering Audio mit am häufigsten gestellte Frage lautet: “Brauche ich den Dither überhaupt? Und wenn ja, wozu überhaupt?” Selbst Experten sind sich über die Lösung dieser Frage uneinig. Und bei Einsteigern erzeugt das Unwissen über den technologischen Hintergrund des Dither seitenlange Threads in einschlägigen Foren. Vielleicht können wir mit diesem Artikel etwas Licht in das Dunkel bringen und dir bei deiner Entscheidung helfen.

Wenn dich einfach nur interessiert, wie Du die Technik richtig verwendest, dann kannst Du den theoretischen Teil einfach überspringen und unten weiterlesen.

 

Was ist Dithering Audio / Dither?

FAQ Tonstudio Wissen Homerecording MusikproduktionBeim Wandeln von Schallereignissen in die digitale Domäne entstehen so genannte Quantisierungsfehler. Diese kannst Du dir in etwa wie ein leises Rauschen vorstellen, das bei lauten Audiosignalen eigentlich kaum wahrnehmbar ist. Bei einem leisen Audiosignal hingegen werden allerdings nicht alle zur Verfügung stehenden (Quantisierungs-) Stufen der gewählten Bittiefe genutzt und der Abstand zwischen Nutzsignal und Quantisierungsrauschen ist deutlicher zu hören.

Anders gesprochen: Bei leisen Stellen werden weniger Bits genutzt, um die Wellenform darzustellen und das führt zu hörbaren Artefakten und Verzerrungen – die Quantisierungsfehler. Besonders problematisch wird diese Tatsache bei der Verringerung der Bitrate (beispielsweise von 24-bit auf 16-bit), also einer künstlichen Reduzierung der vorhandenen Bits.

Und genau hier greift das Dithering. Audio wird hierbei mit einer speziellen Form von Rauschen versetzt, so dass die vormals hörbaren Artefakte verdeckt werden. Wenn Du das ausprobierst, solltest Du insbesondere auf das Ausklingen von Hallfahnen und andere leisen Stellen in deiner Musik hören.

 

Dithering Audio in der Praxis – Wie Du den Dither richtig einsetzen kannst

Wie weiter oben versprochen, kommen hier die Praxistipps, mit denen Du dich auf der sicheren Seite bewegen kannst – selbst wenn dich die Theorie hinter Dither nicht weiter interessiert.

1. Dithering Audio nur bei Reduzierung der Bittiefe
Wenn Du deinen Song am Ende der Produktion aus einem 24-bit Projekt in eine WAV-Datei mit 16-bit exportierst, solltest Du einen Dither verwenden. Das gilt für jede Reduktion der Bittiefe.

2. Nur einmal Verwenden
Wichtig ist, das vorhandene Projekt nur ein einziges Mal mit dem Dither-Rauschen zu versetzen. Bei einer Bearbeitung mit verschiedenen Programmen oder dem Austauschen von Projektdateien mit befreundeten Musikern ist schnell passiert, dass ein Audiosignal zwei- oder mehrfach bearbeitet wird.

3. Letzter Arbeitsschritt
Erst wenn alle Audiobearbeitungen getätigt sind, kommt das Dithering. Audio wird dann direkt danach gebrannt: Mixing, Limiting, Dithering, Brennen.

 

Mit diesen drei Grundregeln bist Du auf der sicheren Seite beim Dithering. Audio sollte erst beim letzten Arbeitsschritte genutzt werden, nur einmalig in der gesamten Kette und dann auch als letzter Arbeitsschritt vor dem Brennen der CD.

Lesermeinungen (4)

zu 'FAQ: Dithering Audio & Dither'

  • Julius
    31. Jul 2011 | 12:55 Uhr Antworten

    Soweit sehr gut verständlich und nachvollziehbar, stehe ich trotzdem vor 2 Problemstellungen.
    Was ist mit einem Mix, der 16Bit und 24Bit (eigene Tonaufnahmen) enthält, in welche Bittiefe sollte man das Projekt als .wav exportieren?
    Welche Art des Ditherings wendet man am besten an? Ich nutze Ableton 7 und dort stehen 5(!) verschiedene Dithering Möglichkeiten zur Auswahl.

  • Andre K
    31. Jul 2011 | 13:03 Uhr Antworten

    Und beim Dithering-Plugin z.b in Cubase geb ich dann halt nur an “wohin ich dithern möchte” und lege das als letztes plugin auf die Summe?!
    Und was bedeutet denn genau “lo,hi und auto black” dither-level?!

    Wenn ich das noch weiß dann weiß ich dank des Artikels bestens bescheid!

    greetZ

    Andre

    • Thomas “thommytulpe” Nimmesgern
      31. Jul 2011 | 14:52 Uhr Antworten

      Hallo!

      Was es mit “Auto Black” auf sich hat, wird am Ende des Artikels auf http://www.delamar.de/mastering/audio-mastering-am-computer-dithering-teil-2-8368/ erwähnt.

  • Airmann
    20. Sep 2011 | 06:19 Uhr Antworten

    @Julius: normalerweise wirst du in Ableton 32 Bit FP als Projectformat eingestellt haben. Samples mit geringerer Bit-Tiefe werden intern einfach ins 32 Bit FP Format konvertiert. D.h. sie werden auch nicht anders behandelt als 32 bit recordings.
    Am Ende wird du dann dein 32 Bit FP Projekt wieder ins 16 Bit Format umwandeln und dann benutzt du dithering. Welches das beste dithering Verfahren ist, ist vermutlich Geschmackssache.

Sag uns deine Meinung!