Reason Producers Conference: Live

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Live von der Reason Producers Conference. Bei der Producers Conference geht es auch dieses Jahr wieder um Musik von und mit Propellerhead Reason.
Mit am Start sind Referendare die sich seit Jahren mit Reason beschäftigen (Simon Grey, The Green Man und Philippe van Eecke).

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Reason Producers Conference: Live

The Producers Conference

Am Wochenende findet im Gebäude von justmusic die Reason Producers Conference 2009 in Berlin statt. delamar liefert euch direkt Informationen live von den Vorträgen.

Die Veranstaltung startet gegen 17:00 Uhr mit Simon Grey. Er erzählt darüber wie er Reason einsetzt — Live und im Studio.
Reason ist für ihn ein Tool, dass ihm vor allem Live enorm weiterhilft. Es ist vielseitig einsetzbar. Die Presets sind gut, leider klingt man damit so wie jeder andere Reason Nutzer.

Reason Producers Conference: 17:15

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Reason schlägt sich gut mit anderen Programmen wie Ableton Live. Um das Tool Live on Stage richtig nutzen zu können benutzt man am besten das Override Mapping. Damit lassen sich MIDI Controller fest auf Parameter in der Software zuweisen kann. Man hat damit direkten Zugriff auf die wichtigsten Parameter ohne einen Blick auf Reason zu werfen.
Damit lässt sich einiges machen. Beispielsweise Filterverläufe interaktiv steuern, Delay-Zeiten einstellen. Es wird ein Track demonstriert der im Loop läuft und nach ein paar Durchgängen einen Drumloop und weitere Loops ungefiltert erklingen lässt. Simon spielt den Bass dabei live.

Reason Producers Conference: 17:30

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Controller können auch auf die Loopfunktionen zugewiesen werden. Somit kann man den Loop von einem MIDI Controller aus steuern. Es lassen sich sogar noch andere Steuerungsfunktionen fernsteuern.
Man kann den selektierten Track und den Global Record mappen. Damit kann man während der Wiedergabe eine Spur overdubben. Beispielsweise eine vorhandene Synthlinie um eine Stimme ergänzen.

Reason Producers Conference: 17:45

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Mit einer Rhodes arbeiten ist für Reason auch ganz einfach. Allerdings klingt keine Rhodes „Out of the Box“ besonders. Es braucht ein bisschen Tweaking.
Für Reason gibt es eine Rhodes Erweiterung die sogar kostenlos zu haben ist.

Der Rhodes Sound wird durch andere Sounds gelayert etwa fügt ein Reverb noch mehr Tiefe hinzu. Ausserdem ist ein zusätzlicher Thor geladen, welcher einen Pad Sound erzeugt.
Ein Stereo Imager hilft das Pad weiter zu machen. Diesen legt man auf das Pad. Damit hat man den Rhodes Sound schön in der Mitte, dieser Sound wird durch den breiten Pad Sound ergänzt.

Reason Producers Conference: 18:00

Ein neuer Combinator lässt sich ganz einfach erstellen indem man mehrere Devices selktiert und danach rechts anklickt und „Combine“ wählt.
Beim erstellen neuer Devices hilft das Autopatching beim verkabeln neuer Geräte. Beispielsweise ein neuer Reverb wird auf den Auxilary eines Mixers gelegt.

Ist man einmal im Mapping Modus lassen sich auch gleich mehrere Controller zuweisen. Einfach den nächsten Parameter anfassen und den Regler drehen.

Am Ende geht Simon noch darauf ein, dass Reason für ihn eine Software ist die mehrere Keyboards in einem vereint.
Einer seiner Patches ist der Reason Electric Bass. Ein Combinator Patch der es dem Benutzer ermöglicht das Mischungsverhältnis zwischen dem DI-Signal und dem Mikrofonsignal eines Basses einzustellen – einfach per Mixer.
Genauso lässt sich auch ein Piano Patch einstellen. Dort gibt es separate Fader für beispielsweise das Bottom Mic.

Ein Zuschauer fragt wie ein gewisser Sound erzeugt wurde. Simon benutzt einen sehr einfachen Sound.
Thor initialisiert mit einem Arpeggiator in 1/32, 4 Oktaven und Up & Down. Den Sound noch ergänzen durch ein Delay. Und ein wenig Tweaking des Filter Envelopes verändert den Patch dramatisch.

Reason Producers Conference: 18:15

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Als nächste kommt Audiomagnet auf die Stage. Eine neue Online Community mit Profilseiten wie MySpace. Aber man kann über das Portal auch Musik releasen.
Musik kann auf der Webseite direkt angehört werden aber man kann sich einen Player auch einfach auf seine eigene Seite setzen. Dies ist möglich durch das Audiomagnet Widget. CDs können ebenfalls gepresst werden – alles „On Demand“. Diese CDs können dann ebenfalls über das Widget verkauft werden.

90% der Einnahmen gehen an den Künstler! Und auch sonst scheint das Angebot für junge Künstler recht interessant zu sein. (Twitter Einbindung, Blog, kommende iPhone App, und noch vieles mehr)

Nähere Infos gibt es auf der Audiomagnet Webseite. (beta.audiomagnet.com)

Reason Producers Conference: 18:30

Der nächste Referendar ist Heiner Kruse aka The Green Man. In der Pause hat man schon gemerkt, dass die Zuhörer sich noch mehr „In Depth Details“ wünschen. Simon hat mit seiner Vorführung eine gute Einführung geliefert, jedoch empfand man seinen Vortrag als ziemlich „basic“.

Heiner sagt, Reason sei ein einfach zu erlernendes Tool. Jedoch war das Programm anfangs klanglich noch nicht ausgereift. Das Mixing Ergebnis in Reason war nicht zufriedenstellend.

Zum Mixing von Drum’n’Bass:
Bässe werden wie in anderen Genres auch aus verschiedenen Sounds zusammengemischt. Meist ein hochfrequenter Bass Sound mit einem tieffrequenten. Drums haben ebenfalls verschiedene Schichten und man legt mehrere Layer von Drumloops übereinander.

Beim Mixing ist es wichtig darauf zu achten, dass man überall dort die Bässe entfernt wo keine Bässe sein sollen. Dies macht man am besten mit einem Hochpassfilter. Leider besitzt Reason keinen eingebauten Hochpassfilter! Ein Combinator soll das beheben. Diesen Combinator Patch gibt es auf der Labelseite des Labels von Heiner, Basswerk (basswerk.de), kostenlos zum Download.

Im Prinzip arbeitet der Combinator mit einem eingebauten Thor, der das hereinkommende Audiosignal mit einem Hochpassfilter bearbeitet – gewusst wie!
Noch steilere Flankensteilheiten lassen sich mit mehreren hintereinander geschalteten Thors realisieren. So erhält man etwa Flankensteilheiten von 36dB/Oktave.

Dreht man die Bässe bei einigen Sounds weg wird jedoch der Sound leiser. Der Combinator berücksichtigt dies ebenfalls!
Bewegt man die Filterfrequenz wird gleichzeitig die Lautstärke angepasst. (Oder aber man benutzt einen ordinären Kompressor…)

Reason Producers Conference: 18:45

Als nächstes geht es um die Arbeit mit Samples. Wenn Heiner eine Sampler Instanz lädt benutzt er ein eigen kreiertes Sampler Patch. Im Combinator sind alle Samples bereits vordefiniert jedoch noch leer. Ausserdem ist bereits eine Verkabelung vorgefertigt. Beispielsweise ein Verbindung zu einem seiner selbstgebauten Hochpassfilter, einem Reverb usw.

Im Combinator sind die ganzen Stereoausgänge des NN-XT auf einem Spur im Mixer gelegt. Soll ein Sound verhallt werden, muss nur für dieses eine Sample ein anderer Ausgang zugewiesen werden (zum Beispiel 3-4). Im Mixer dann nur noch bei der Spur 3-4 den Aux, welcher zum Reverb geht, aufdrehen und voila.

Was aus dem Arrangement ersichtlich ist, wie The Green Man mit Drumsamples arbeitet. Für jedes einzelne Drumsample wird eine eigene Arranger Lane erstellt. Somit braucht man nicht für jeden Drumsound einen eigenen Drumsampler erstellen.

Heiner benutzt ausserdem noch gerne „Sidechaining“. Als Beispiel zeigt er einen Bass Sound welcher sich klanglich mit einer Bassdrum beisst. Leider klingen die beiden miteinander sehr matschig.
Der Reason Mastering Compressor bietet einen Sidechain Eingang dort schickt man die Bassdrum rein, in den Audio In kommt der Bass.

Interessante Frage aus dem Publikum:

Gibt es bei all diesen kaskadierten Thor Filtern keine problematischen Phasenverschiebungen?

Kurze Antwort: Heiner hat bisher keine Probleme festgestellt. Jedoch bei angewendeter Parallel Compression.

Reason Producers Conference: 19:00

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Philippe van Eecke ist der nächste Sprecher. Er zeigt einige Bilder seines neuen Studios, welches in 13 Monaten Arbeit entstanden ist.
Beim Bau wurde natürlich auf die Akkustik geachtet. Im Rack von Philippe finden sich ein MADI System, RME, Octamics, mehrere Vintage Synthesizer, UAudio Wandler und ein Pro Tools System.

Das Bild zeigt Philippes altes Studio – Eecke sitzt rechts. Das Studio war selbstgebaut. Die nächsten Bilder zeigen die Entstehungsphasen seines neuen Studios. Philippe erklärt detailliert mit welchen akustischen Problemen er beim Bau zu kämpfen hatte.

Zur Produktion wird ein alter G4 benutzt, weil auf diesem Rechner sich noch Songs aus OS 9 Zeiten befinden. Ausserdem noch ein Windows XP Rechner und zwei weitere Macs.
Zum Einsatz kommt beispielsweise Sample Robot oder WaveLab.

Hauptsächlich kommt Reason, Nuendo und Logic zum Einsatz – sogar noch die OS 9 Versionen. Auf dem „Herz“-Rechner läuft Nuendo, Reason, Ableton Live und Pro Tools. Reason ist aber immer mit am Start.
Auf diesen verschiedenen Rechnern läuft jeweils eine Instanz von Reason und diese werden über MIDI miteinander synchronisiert.
Software: „MIDI over LAN“. MIDI über LAN zu verschicken hat den Vorteil, dass extrem kurze Latenzzeiten erzielt werden können.

Nachdem die ganze Produktionsweise erklärt wurde zeigt der Vorträger auch eines seiner Projekte – einen Song von Xavier Naidoo, Titel vielleicht „Zeilen aus Gold“.
Danach zeigt der Produzent Eecke noch wie er den Remix angegangen ist. Produktionstool Nummer 1 natürlich Reason.

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Lesermeinungen (5)

zu 'Reason Producers Conference: Live'

  • Tijn   09. Mai 2009   20:40 UhrAntworten

    So no metion of Record or Retape at TPC? Any info on a new propellerheads tool?

  • Chap   09. Mai 2009   22:35 UhrAntworten

    I've read on twitter, that we'll have to wait 'til monday...

  • Andreas Z. (delamar)   10. Mai 2009   02:44 UhrAntworten

    You're right! Monday is the day we are waiting for...

  • Andreas Z. (delamar)   10. Mai 2009   11:48 UhrAntworten

    Pssst @reasonstation:twitter.com/Zettt/status/1753471037
    But you don't it from me! Even zettt has the same name like me. ;)

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