Die Zukunft der Musikmesse Frankfurt

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Die Zukunft der Musikmesse Frankfurt

Glaubt man den Angaben der Veranstalter, so war die Musikmesse erfolgreich wie noch nie. Mehr internationale Hersteller konnten mehr Besucher als noch im Vorjahr angelocken. Und dennoch haben namhafte Hersteller die Musikmesse Frankfurt dieses Jahr gemieden. Allen voran Apple, die schon die NAMM 2008 nicht besucht haben und ihre neuen Produkte einfach im Rahmen ihrer eigenen Präsentationen vorstellen.

Ebenfalls vermisst habe ich auch andere große Hersteller wie Spectrasonics, Ableton, Propellerheads und natürlich auch die Berliner Softwareschmiede Native Instruments, die letztes Jahr ihre Produkte noch an einem relativ großen Stand vermarktete. Bei einem der eben genannten Hersteller weiss ich, dass vor allem finanzielle Gründe gegen einen Stand in Frankfurt sprachen.

Bei den anderen kann ich zwar nur spekulieren, vermute aber, dass eine Präsentation der eigenen Produktneuheiten auf einer Plattform wie der Musikmesse immer weiter mehr an Bedeutung verlieren wird, je mehr das Internet als Präsentationsplattform und als Kontaktmöglichkeit genutzt wird.

Nichtsdestotrotz haben sich dieses Jahr eine Unmenge von kleineren Herstellern erstmalig auf der Musikmesse präsentiert und die Halle 4.2 (die mit musikbiz) war meiner Ansicht nach sogar etwas voller und mit mehr Ausstellern als im Vorjahr besetzt.

Wo seht Ihr die Zukunft der Musikmesse? Hat die Musikmesse Frankfurt an Bedeutung verloren?

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Lesermeinungen (11)

zu 'Die Zukunft der Musikmesse Frankfurt'

  • Zettt   21. Mrz 2008   14:18 UhrAntworten

    Also die Messe wird das Internet nicht ersetzen koennen. Die Musik und Tonbranche lebt voneinander. Die Hersteller sind auf die Impulse angewiesen die sie von ihren Benutzern bekommen.
    Die Musikmesse ist deshalb keine alleinige "Anschau"-Messe sondern vielmehr auch ein Ort an dem man einmal im Jahr alte Bekannte wiedertrifft, neue kennen lernt usw.

  • andreas (delamar)   21. Mrz 2008   15:42 UhrAntworten

    Beide Plattformen haben natürlich ihre Vorteile. Auf der Messe sind die Produkte griff- und testbereit, das bringt einen riesigen Vorteil ggü Videos im Internet. Andererseits kann (muss aber nicht) die Soundqualität im Internet wesentlich besser sein, als in der musikverstrahlten Halle einer Messe.

    Ein Problem, dass keine der beiden Plattformen aber löst, liegt in Produkten, die man unbedingt live hören muss bzw. bei denen es in erster Linie um die Soundqualität geht. Gitarren-Amps sind hierbei ein gutes Beispiel. Die muss man einfach im Laden in Ruhe antesten und manchmal auch in praxisnaher Lautstärke anspielen. Außerdem finde ich es immer wieder unnötig, wie viele Aussteller ihre Effektgeräte mit Headphone-Amps ausstatten. Wer kann bitte die Soundqualität mit einem Kopfhörer beurteilen? Das klappt natürlich auch nicht mit den hochwertigsten mp3s im Internet, wenn mich die Qualität des verbauten Speakers interessiert...

  • Chris   21. Mrz 2008   15:45 UhrAntworten

    ganz krass hab ich den ausstellerschwund in der pianohalle erlebt. Nachdem schon in den letzten jahren zuerst steinway&sons, dann bösendorfer fehlten, fehlte dieses jahr auch zum ersten mal die nobelmarke fazioli, was mich seeeeeehr enttäuscht hat!! schimmel hat auch gefehlt, was ich echt fürn unding halte! würde sagen, die halle war nur noch halb so voll wie sonst. die größten waren sauter und blüthner, die dann im krassen kontrast zu den vielen kleinen asiaten standen...alles in allem voll arm!!
    hab so munkeln hören, dass die messeveranstalter den ausstellern dieses jahr zum ersten mal die komplette logistik aufgezwungen haben. viele haben das wohl als zusätzliche finanzielle belastung gesehn, und ich kann mir gut vorstellen, aber das ist nur spekulation, dass flügelbauer wie fazioli ihre 150.000€-flügel lieber nicht von fremden staplerfahrern durch die gegend fahren lassen wollen...wie's auch ist...es geht bergab!

  • Chris   21. Mrz 2008   16:06 UhrAntworten

    und...probiert im internet mal nen flügel aus...wie ist der anschlag...wie schwingt der ton im raum...wie kommt der ton bei dir an? wieviel dynamik ist möglich...und...und...und...
    ich denke, das ist bei vielen instrumenten so! man bekommt erst beim spielen einen wirklichen eindruck vom instrument. man geht ne verbindung zum gerät ein, um herauszufinden, was man damit alles machen kann. nen video bringt mir da garnix. drummer wollen nen neues fell bestimmt gern ausprobieren. saxophonisten haben bestimmt nix davon, wenn jemand anders das neue mega-instrument auf der mattscheibe in mp3-tonqualität ausprobiert. gitarristen wollen den ton vielleicht fühlen.
    so gut virtuelle instrumente vielleicht inzwischen sein mögen (siehe vienna instruments), ich denk, es gibt bestimmt noch genug musiker, die so nen neues instrument auch gern mal anfassen und ausprobieren wollen.
    ich find, messe hat definitiv ne berechtigung...

  • carlos (delamar)   21. Mrz 2008   17:16 UhrAntworten

    Ja, natürlich will man das Instrument mal in der Realität anspielen - aber ich bezweifle, dass eine so lautstarke Messe wirklich den besten Rahmen dafür bietet, zumal ja nur ein Publikumstag zur Verfügung steht.

    Vielleicht sehen wir ja hier auch nur die übliche Fluktuation an Ausstellern. Ich finde die Musikmesse dient vor allem auch der Selbstdarstellung und dem Prestige. Wenn Yamaha ein eigenes Gebäude für seine Ausstellung nutzt, dann spricht das Bände über die Marktposition.

    Im Übrigen sind die Preise für einen solchen Messestand echt happig...

    Interessant auch, dass die ganz großen Marken bei den Klavieren anscheinend auch nicht mehr kommen...Trend?

  • carlos (delamar)   21. Mrz 2008   17:39 UhrAntworten

    Hier übrigens auch ein interessantes Fazit zur Musikmesse von Marc von localheroes-radio.de

    http://www.localheroes-radio.de/nc/news/details/archive/2008/march/article/musikmesse-2008-fazit/

  • jurij   21. Mrz 2008   17:53 UhrAntworten

    Also ich muss sagen, das die Messe für die DJ-Szene auf jeden Fall nen riesen Schub war.
    Die neu eingerichtete Halle extra für DJ-Equipment war auf jeden Fall ne super Sache.
    Mit allen Standbetreibern, mit denen ich gesprochen hatte, hab ich nur positives Feedback bekommen.
    Fürs Kontakte knüpfen ist die Messe auf jeden Fall viel besser als das Internet.

  • omal   21. Mrz 2008   21:56 UhrAntworten

    Wahrscheinlich hängt das Erscheinen auf der Musikmesse auch stark von den Neuheiten ab. Wenn ich nichts neues habe, dann gehe ich auch nicht hin.

  • Marcus   22. Mrz 2008   10:36 UhrAntworten

    Wenn ich mir anschaue wieviel Neuheiten von der Musikmesse hier vorgestellt wurden, dann glaube ich nicht, dass die Bedeutung schwindet.

  • Günther   12. Apr 2009   11:04 UhrAntworten

    Als verantwortlicher Bauleiter für die Stände der Firma Numark (wozu auch AKAI Pro und Alesis gehören) bin ich seit mehreren Jahren mit der Musikmesse sowie anderen Ausstellungen, wie etwa der PLASA in London, verbunden. Auch mir ist der Schwund der Aussteller in einigen Bereichen - den bereits erwähnten Pianos - aufgefallen, es gab aber auch Zuwächse, vor allem im DJ- und Homerecording-Sektor. Die Gründe liegen auf der Hand: Der Markt der klassischen Instrumente wie etwa Bläser, Pianos oder Geigen hat keine großen Zuwächse zu verzeichnen, werden aber mit weiter steigenden Kosten konfrontiert, das Thema Logistik wurde bereits erwähnt. Hier nutzen die Messegesellschaften (nicht nur Frankfurt) ihre Monopolstellung sowohl gegen Aussteller als auch gegen Zulieferer (Logistikunternehmen) voll aus. Es bleiben diejenigen Firmen, die es sich aufgrund Ihrer Verkaufszahlen erlauben können. Laut Stephan Fyock, dem Leiter der Abteilung Ausstellungen bei Numark, wird es in absehbarer Zeit keinen Rückzug von Messen geben, am allerwenigsten von der Musikmesse als Größter ihrer Art. Ich denke, in Zukunft wird die Messe mehr in Richtung Technikschau mutieren, klassische Instrumente werden an Bedeutung verlieren.

  • Carlos (delamar)   14. Apr 2009   11:36 UhrAntworten

    Ja, da hast Du wohl recht. Andererseits war dieses Jahr z.B. Pioneer aus dem Bereich DJing gar nicht dabei. Die haben wohl im vergangenen Jahr gehörig Verluste eingefahren und haben auf einen Auftritt verzichtet.

    Mich würde aber mal interessieren, inwiefern die Logistikunternehmen betroffen sind. Die werden doch von den Ausstellern bezahlt?

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