Was brauchst Du als Digital-DJ? MIDI-Controller für zwei oder mehr Decks, am besten mit integriertem Audio Interface, Pads zum Abfeuern von Samples und Drehreglern für Effekte. Nach unserem DJ-Controller-Vergleich für Einsteiger und Fortgeschrittene erwartet dich hier eine Marktübersicht mit brandneuen 4-Kanal-Geräten für Profis. Sechs DJ Controller mit Soundkarte und allem, was für modernes DJing heute benötigt wird.

Auf der folgenden Seite findest Du sechs Geräte von sechs Herstellern, die zum überwiegenden Teil erst kürzlich zur Crème de la Crème in Sachen DJ MIDI Controller vorstoßen konnten. Alle Kandidaten werden in ihren wichtigsten Eigenschaften und ihren Alleinstellungsmerkmalen beleuchtet. So findest Du heraus, warum gerade dieses oder jenes Gerät für dich in Frage kommen könnte.

Wie sich herausstellte, ist Serato nach wie vor die beliebteste DJ-Software, was die Vorliebe der Hersteller bei der Spezialisierung ihrer Geräte angeht. So sind drei Geräte speziell für die neueste Inkarnation des Programms – Serato DJ – konzipiert.

Vestax VCI-400

Der VCI-400 ist schon etwas länger auf dem Markt, hat aber nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Es handelt sich um einen DJ-MIDI-Controller, dessen Mixer nach einem Firmware-Update auch im eigenständigen Betriebsmodus genutzt werden kann. Die metallene Faceplate und die Stoßfänger an den Ecken schützen den Controller und setzen Design-Akzente. Der Hersteller bietet einen alternativen, leichtgängigeren Crossfader an.

Vestax VCI-400

Berührungsempfindlichkeit und Drehwiderstand der charakteristisch flachen Jog-Wheels lassen sich justieren, zudem gibt die integrierte LED-Beleuchtung Auskunft darüber, ob Du gerade im Scratch- oder im Pitch-Bend-Modus arbeitest. Unter den Jog-Wheels finden sich noch jeweils vier zusätzliche kleine Pads zum Abfeuern von Sample-Decks, Remix-Decks und mehr. Weiterhin bemerkenswert ist der Umstand, dass das USB Audio Interface »class-compliant« (klassenkonform), also ohne Treiber arbeiten kann und somit auch iOS-Geräte unterstützt.

Die Eingänge: 2x XLR/Klinke für Mikrofone sowie 2x Cinch für Line-Signale – will heißen, dass sich dieser DJ-Controller nicht ohne einen zusätzlichen Phono-Vorverstärker mit Plattenspielern nutzen lässt. Ein XLR-Ausgang für das Master-Signal ist an Bord.

Als einziger Controller in unserer Gegenüberstellung werden beim VCI-400 gleich zwei DJ-Programme bzw. die entsprechenden Lizenzen mitgeliefert – Serato DJ und Virtual DJ.

Preis: 595,- Euro

 

Gemini G4V

Dieser 4-Deck-Controller ist für Virtual DJ konzipiert; eine Light-Version dieses Programms wird mitgeliefert, zudem ist mittlerweile ein offizielles Traktor-Mapping zu haben. Das Gerät besticht zunächst durch sein vollständig metallenes Gehäuse und das klares Layout der Bedienelemente. Die Pitch-Fader sind mit einem außergewöhnlich weiten Laufweg ausgestattet, wodurch die Justierung der Tonhöhe/Geschwindigkeit in sehr feinen Abstufungen möglich wird. Die Jog-Wheels sind sehr groß – die beste Voraussetzung zum gekonnten Scratchen oder für Backspins.

Gemini G4V

2×8 farbig beleuchtete Pads stehen zur Verfügung. Sie dienen nicht nur zum Abfeuern von Samples, sondern nach dem Umschalten in die entsprechenden Modi auch für Loops und Cue-Punkte.

An Bord sind ein symmetrischer XLR-Ausgang für das Master-Signal, Outputs für Booth (inkl. separater Lautstärkeregelung) und Master im Cinch-Format und ein frontseitiger Kopfhörerausgang (6,3 mm).

Zum Input stehen ein Mikrofoneingang und eine Buchse zur Einspeisung beliebiger Stereo-Signale, etwa vom Smartphone, Tablet oder MP3-Player. Auf die Nutzung als Standalone-Mixer zum Anschluss von Turntables oder CDJs wirst Du hier allerdings verzichten müssen, denn entsprechende Eingänge sind nicht vorhanden.

Das Audio Interface ist insofern bemerkenswert, als hier eine maximale Sample-Rate von 192 kHz nutzbar ist.

Preis: 388,- Euro

 

Omnitronic DDC-2000

Der Omnitronic DDC-2000 ist ein voll ausgestatteter DJ-Controller zur Steuerung von bis zu vier Decks. Es handelt sich um eine in Haptik und Verarbeitungsqualität erhebliche Weiterentwicklung der ersten Geräteserie des Herstellers, die unter dem Kürzel TMC firmierte. Wie beim Vertreter von Vestax werden hier gleich zwei DJ-Programme mitgeliefert: Virtual DJ 7 LE und Audio Artery One DJ Start Edition.

Omnitronic DDC-2000

Sehr beachtlich für einen Controller dieser Preisklasse ist der DVS-Modus – der DDC-2000 ist in der Lage, die Signale von Timecode-CDs bzw. entsprechendem Vinyl zu verarbeiten und als MIDI-Signale an die DJ-Software auszugeben.

Der Mixer kann auch im eigenständigen Modus (Standalone) betrieben werden, da nicht nur eine USB-Soundkarte (16 Bit & 48 kHz) mit zwei digitalen In- und Output-Kanälen, sondern auch zwei Line/Phono-Eingänge integriert sind. Dazu kommen gleich zwei Inputs für Mikrofone, deren Klang sich mit einem einfachen Regler von tiefen- bis höhenbetont verstellen lässt. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Talkover-Modus zuzuschalten. Schließlich findet sich ein AUX-Eingang (3,5 mm) für beliebige Stereo-Klangquellen wie Smartphones, Tablets, MP3-Player & Co.

Zum Master- und zum Booth-Output, jeweils via Cinch, gesellt sich noch ein Ausgang: zwei symmetrische 6,3-mm-Buchsen für links/rechts.

Preis: 319,- Euro

 

Numark NS7 II

Als Flaggschiff des Herstellers bietet dieser speziell für Serato DJ konzipierte Controller motorisierte Jog-Wheels mit Vinyloberfläche, verstellbarem Drehmoment und wahlweise 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute. Dazu kommen unter anderem 2×8 anschlagsdynamische, hintergrundbeleuchtete MPC-Pads von Akai – das bürgt nach unserer Erfahrung für gehobene Qualität. Das Gehäuse besteht standesgemäß aus Metall.

Numark NS7 II

Die großen Filterpotis sind genau wie jene für Lautstärke, EQ und Effekte berührungsempfindlich, wodurch sofortige Wertesprünge und mehr möglich werden. Außerdem kannst Du mit diesen Reglern den Filter und einen beliebigen Effekt gleichzeitig kontrollieren.

Zu den ausgefallenen Features zählt der Bleep/Reverse-Schalter mit Federspannung, der automatisch wieder zur Mitte zurückspringt. Per »Strip Search« kannst Du über einen kleinen berührungsempfindlichen Streifen direkt an eine bestimmte Stelle im Track springen; eine LED-Anzeige verrät den genauen Zeitstempel. Und durch die BPM-Anzeige wird das Beat Matching erleichtert, ohne dass Du den Blick auf den Laptop-Bildschirm richten musst.

Zwei XLR/Klinken-Eingänge für Mikrofone stehen zur Verfügung. Daneben finden sich vier Cinch-Eingangspaare, zwei davon mit zuschaltbaren Phono-Vorverstärkern. Ausgangsseitig stehen XLR (Master), Cinch jeweils für Master und Booth sowie praktischerweise zwei Kopfhöreranschlüsse (3,5 & 6,3 mm) bereit.

Preis: 1.199,- Euro

 

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Native Instruments Traktor Kontrol S4 MKII

Dieser Controller ist auf die hauseigene DJ-Software Traktor abgestimmt – oder deren iOS-Version namens Traktor DJ für iPad und iPhone. Für eine möglichst nahtlose Integration finden sich unter anderem Knöpfe für Undo, Record und Play sowie vier Buttons für die Remix-Decks. Wie die meisten Controller in unserer Übersicht bietet der S4 MKII gesonderte Filter-Drehregler pro Kanal, unabhängig von den 2×4 Potis, die für die Effekte in Traktor zuständig sind.

Native Instruments Traktor Kontrol S4 MKII

Ein Alleinstellungsmerkmal stellen die fünfpoligen Buchsen für MIDI In & MIDI Out dar. Alternativ können die Steuersignale auch via USB laufen, wobei auf Wunsch ein alternatives Steuerprotokoll genutzt werden kann, das laut Hersteller 30-mal mehr Daten als MIDI überträgt.

Audio-Inputs liegen in Form von zwei Cinch-Buchsenpaaren (Line/Phono) vor. Zudem steht je ein großer Klinkeneingang für ein Mikrofon und einen Fußschalter bereit. Für das Master- bzw. Booth-Signal gibt es lediglich Klinken- und Cinch-Anschlüsse – manche DJs könnten hier die sonst üblichen XLR-Outputs vermissen.

In Sachen Audio ist das USB Interface anders als die hier vorgestellten Mitbewerbermodelle in der Lage, Signale mit bis zu 96 kHz zu wandeln. Die Wortbreite beträgt hingegen wie üblich maximal 24 Bit.

Preis: 779,- Euro

 

Denon DJ MC6000MK2

Hier handelt es sich um einen kompakten DJ-Controller für Serato; per Shift-Knopf lassen sich sogar bis zu acht Decks steuern. Bis auf dedizierte Filterregler wird alles geboten, was anspruchsvolle Digital-DJs benötigen – 3-Band-EQs mit Kill-Funktion, Knöpfe für Cue-Punkte bzw. Samples, Drehregler & Buttons für die Effekte sowie sämtliche Bedienelemente zur Loop-Steuerung.

Denon DJ MC6000MK2

Mit vier zentral angeordneten Knöpfen kannst Du direkt zu den Serato-Ansichten Panel, View, Area und List springen. Und wenn Du Serato Video nutzt, dient »X-F Link« zum Wechseln der Zuweisung des Crossfaders zwischen den Audio- und Videokanälen. Die zuschaltbaren Ducking- und Echoeffekte für den Mikrofonkanal sowie die separaten 3-Band-EQs für die Mikrofonsignale sollen hier positiv erwähnt werden. Schließlich machen sie das Gerät sehr vielseitig für Performances, bei denen neben dem DJ noch ein MC oder sonstiger Stimmkünstler zu Werke geht.

Am oberen Ende der Kanalzüge sitzen vier Schalter, mit denen Du die Eingangsquelle wählen kannst. Hervorzuheben ist hierbei, dass die beiden außenliegenden Kanäle über ein und dieselbe Cinch-Buchse versorgt werden können.

Eingangsseitig stehen 4x Cinch (zwei davon mit Phono/Line-Switch) sowie XLR und Klinke für zwei Mikrofone zur Verfügung. Die Ausgänge: XLR und Cinch inklusive Mono/Stereo-Schalter sowie ein symmetrischer Booth-Ausgang (6,3 mm).

Preis: 649,- Euro

 


Von Felix Baarß