Interview AKA AKA ft. Thalstroem

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Übersicht

  1. Teil 1
  2. Teil 2
  3. Teil 3
  4. Teil 4

2008 lernen sich Hannes und Holger hinter den Decks kennen. Seit 2009 sind die beiden sehr erfolgreich unter dem Pseudonym „AKA AKA“ im Geschäft und haben sich einen Namen im Minimal-House-Bereich gemacht, was unter anderem zu erstrangigen Platzierungen in den Beatport-Minimal-Charts und zu Kollaborationen mit Dubfire oder Richie Hawtin geführt hat.

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Trotz eines vollen Tourkalenders, der Arbeit am eigenen Label „Burlesque Musique“ und dem Management des Party- und Musiklabels „Pentagonik“ haben AKA AKA sich die Zeit genommen, uns einen Haufen Fragen zum Thema DJing und Producing zu beantworten.

delamar:
Von „DJ Horst“ aus der Dorfdisko, über HipHop Künstler wie DJ Crazy Cuts, Turntableisten wie DJ Kentaro oder DJ Shortee bis zu Sven Väth wird das Label „DJ“ gerne verwendet. Der Tätigkeitsbereich geht vom einfachen Auflegen mehrerer Tracks mit einigermaßen sauberen Übergängen über kunstvollen und technisch anspruchsvollen Turntableism bis zum Erstellen von DJ-Sets und eigenen Produktionen.
Was ist Eure Definition von „DJ“ und welche Ansprüche stellt ihr dabei an Euch selbst?

AKA AKA:
Da gibt es eine recht treffende Bezeichnung für: Schallplattenalleinunterhalter. Da steckt viel drin – das Medium, die Vinyl, ist ja mittlerweile ein aufgeweichter Begriff. Zu Recht unserer Meinung nach. Wir finden es toll, wenn jemand mit zig Loops hantiert und dann auch noch auf das Publikum eingehen kann. Für uns selbst haben wir aber festgestellt, dass wir auf das Scratch-Feeling nicht verzichten wollen, also legen wir mit Traktor Scratch und Timecode CDs oder Vinyls auf.

Interview AKA AKA ft. Thalstroem

Wir wollen die Leute mitreissen

Das kommt auch dem zweiten Aspekt des Begriffs zugute: der Unterhaltung. Nur an einem Controller zu stehen und stoisch auf den Monitor zu schauen, hat damit jedenfalls nichts zu tun. Wir wollen die Leute mitreißen und da macht es schon einen Unterschied, wenn man mit seinen Armen hantiert, um die Tracks einzupitchen. Aber am Ende ist natürlich das Wichtigste, was hinten raus kommt und das ist in unseren Augen und Ohren ein Set, das die Leute mit auf eine Reise nimmt und sich auch an das Setting anpasst. Auf einem Open Air im Sommer spielen wir anderen Sound als im Winter in einem dunklen Technokeller. Wobei uns beides Spaß macht!

AKA AKA Interview

delamar:
Wie seid Ihr zum DJing gekommen und wie habt Ihr es gelernt, hattet Ihr Mentoren?

AKA AKA:
Wir sind da beide so rein gerutscht.

Holger: Vor bald 10 Jahren in meiner Heimatstadt Emden, wo ich schnell auch meine eigene Partyreihe (Spinclub) aufgebaut hatte und mir über etliche After Hours das Auflegen selbst beibrachte. Ich war damals auch viel mit Christian Fischer und Murphy unterwegs, die ja an Skills einiges zu zeigen hatten. Da hat man natürlich den ein oder anderen Kniff gelernt oder seine eigene Herangehensweise ans Auflegen hinterfragt.

Hannes: Bei mir war’s noch mehr Zufall – ich hatte einer Barkeeperin eines kleinen Clubs, eher eine Bar mit Tanzfläche, zum Geburtstag eine Compilation zusammengestellt. Sie rief dann ein paar Tage später an und meinte, ich müsse unbedingt vorbei kommen, sie habe meine CD aufgelegt und obwohl kein DJ da war, seien fast alle Leute auf die Tanzfläche und hätten bis zum letzten Lied getanzt. Sie hat mich dann dem Resident vorgestellt, der meinte, ich solle doch einfach nächstes Mal mit CDs vorbei kommen.
Meine Bedenken, dass ich ja nicht mixen könne, wischte er mit dem Satz „kann ich doch auch nicht“ weg. Gesagt getan, stand ich dann ab dem nächsten Treffen jede Woche dort. Ein paar Wochen später stand der erste Technics zu Hause auf dem Schreibtisch. Da es für den zweiten Turntable nicht reichte, hab ich erst einmal so das Beatmatching geübt. Aus der HiFi einen Track laufen lassen und mit dem Turntable versuchen, die Platte anzugleichen. Nach drei Monaten hat das dann auch gut geklappt. Mit dem Mixer hatte ich mich schon am ersten Abend angefreundet – Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

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