Buchtipp: Was Sie schon immer über Musik wissen wollten

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Buchtipp: Was Sie schon immer über Musik wissen wollten

Buchtipp: Was Sie schon immer über Musik wissen wollten

John Powell – Was Sie schon immer über Musik wissen wollten

Dass die Liebe und die Welt der Klänge viel gemeinsam haben, unterstreicht Powell in seinem Buch über die Kräfte der Musik. Sie bringt uns zum Weinen, zum Lachen, zum Träumen, lässt uns tanzen, uns küssen und in ihr versinken. Warum? Frag Powell. Das Buch ist für jeden verständlich, auch wenn er mit manchem Spezialwissen selbst Musikwissenschaftler zu verblüffen sucht.

Von Musikgeschichte bis zur Instrumentenlehre und Musikwissenschaft ist alles dabei. Damit alle Weisheiten seines Buches für uns Deutsche noch besser verständlich sind, hat sie Michael Hein in unsere Sprache übersetzt.

So bekommst Du Zugang zu solidem Wissen, was die Welt der Musik betrifft, hast aber nach dem Lesen auch noch zusätzliche Kenntnisse erworben, mit dem Du vor deinen Freunden prahlen kannst. So erfährst Du nicht nur, warum Du auch volltrunken noch ein gutes Konzert spielen kannst, sondern auch, wie Du mit der eigenen Stimmkraft ein Glas zum Bersten bringst und warum Moll-Akkorde immer so traurig klingen.

Wer keine allzu ernste und wissenschaftliche Einführung in die Musikwissenschaft sucht, kann das Buch gerne zur Hand nehmen, um an einem kalten Wintertag darin zu schmökern. Man sollte es doch nicht für möglich halten, wie viel Spannendes und Witziges uns die Welt der Musik zu bieten hat.

Noch ein Tipp, falls Du zufällig schon alles über Musik weißt: Mal wieder einen alten Schinken von Woody Allen schauen zum Beispiel »Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten« – wenig spannend, dafür aber sehr witzig.

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Lesermeinungen (2)

zu 'Buchtipp: Was Sie schon immer über Musik wissen wollten'

  • Simon   16. Dez 2012   10:08 UhrAntworten

    Guter Tipp,
    das klingt so interessant, dass ich mir das Buch unter'n Weihnachtsbaum legen werde!

  • Bernd Willimek   21. Jun 2013   17:15 UhrAntworten

    Warum klingt Moll traurig?
    Das größte Problem bei der Beantwortung der Frage, warum Moll traurig klingt, dürfte wohl in der Tatsache liegen, dass Moll auch manchmal nicht traurig klingt. Die Lösung dieses Problems ist die Strebetendenz-Theorie. Sie sagt, dass Musik überhaupt keine Emotionen vermitteln kann, sondern nur Willensvorgänge, mit denen sich der Musikhörer identifiziert. Beim Vorgang der Identifikation werden die Willensvorgänge dann mit Emotionen gefärbt.
    Bei einem Durakkord in bestimmtem harmonischen Kontext identifiziert sich der Hörer beispielsweise mit einem Willensinhalt, der in etwa der Aussage "Ja, ich will" entspricht. Ein Mollakkord - in bestimmtem Kontext gespielt - bewirkt dagegen die Identifikation mit einem Willensinhalt, der in etwa der Aussage "Ich will nicht mehr" entspricht. So kann dieser Willensinhalt "Ich will nicht mehr" beispielsweise als traurig oder als wütend erfahren werden, je nachdem, ob ein Mollakkord relativ laut oder leise gespielt wird. Wir unterscheiden hier genauso, wie wir unterscheiden würden, wenn jemand die die Worte "Ich will nicht mehr" einmal leise und einmal laut schreiend von sich geben würde. Ähnliche Identifikationsvorgänge kann man übrigens beobachten, wenn wir einen spannenden Film anschauen und uns mit den Willensvorgängen unserer Lieblingsfigur identifizieren. Auch hier erzeugt erst der Vorgang der Identifikation Emotionen.
    Da der Umweg der Emotionen über Willensvorgänge in der Musik nicht erkannt wurde, scheiterten auch alle musikpsychologischen und neurologischen Versuche, die Ursache der Emotionen in der Musik zu ergründen. Der Erfolg dieser Versuche würde in etwa einem Menschen entsprechen, der einen Fernsehapparat aufschraubt und darin mit der Lupe nach den Emotionen sucht, die er zuvor beim Ansehen eines Films empfunden hatte.
    Doch wie kann Musik Willensvorgänge vermitteln? Diese Willensvorgänge haben etwas mit dem zu tun, was alte Musiktheoretiker mit Vorhalt, Leitton oder Strebetendenz bezeichnet haben. Wenn wir diese musikalische Erscheinungen gedanklich in ihr Gegenteil umkehren, dann haben wir in etwa den Willensinhalt umrissen, mit dem sich der Musikhörer identifiziert. In der Praxis wird dann alles noch etwas komplizierter, so dass sich auch konkretere Willensinhalte musikalisch darstellen lassen.
    Weitere Informationen erhalten Sie über den kostenlosen Download des fünfteiligen Artikels "Warum klingt Moll traurig? Die Strebetendenz-Theorie erklärt das Gefühl in der Musik" des Onlinemagazins "musik heute" unter dem Link:
    http://www.musik-heute.de/tags/strebetendenz-theorie/
    oder über den kostenlosen Download des E-Book der Universität München "Musik und Emotionen - Studien zur Strebetendenz-Theorie":
    http://ebooks.ub.uni-muenchen.de/26791/
    Bernd Willimek

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