Buchtipp: The Rest is Noise

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Buchtipp: The Rest is Noise

The Rest is Noise ist eine Gesamtschau auf die Musik des 20. Jahrhunderts, verfasst von einem renommierten Musikkritiker des »New Yorker«

Alex Ross – The Rest is Noise

Das letzte Jahrhundert war eines der Widersprüche und politischen wie kulturellen Umwälzungen. Die Musikgeschichte der Moderne ist ohne die Verknüpfung mit den gesellschaftlichen und psychologischen Entwicklungen des vergangenen Jahrhunderts nicht zu begreifen. Ohne solche Querverweise kommt auch der Autor von »The Rest is Noise« nicht aus.

Das Buch setzt sich aus drei Teilen zusammen – beleuchtet werden die Zeitabschnitten 1900 bis 1933, 1933 bis 1945 und 1945 bis 2000. Diese sind wiederum unterteilt in verschiedene Kapitel , die sich jeweils bestimmten musikalischen Phänomenen widmen. Mit der Musik der 20er-Jahre in Berlin, in Stalins Sowjetunion oder der Avantgarde der 60er seien nur drei der Themen genannt, denen sich Ross zuwendet.

Im Laufe der Jahre, die der Autor abschreitet, kommt er auch an Größen wie Bob Dylan, Björk oder Radiohead vorbei. Aber je weiter er sich der Gegenwart nähert, desto größer werden auch die Maschen seines Netzes. Einige wichtige Musiker und Bands fallen durch diese, denn auch auf 700 Seiten kann man 100 Jahre der Musikgeschichte nicht annähernd allumfassend abdecken.

Manchen sind die Anekdoten des Autors zu ausschweifend und die Sprache zu metaphorisch. Ihm wurde vorgeworfen, hinter dieser eine konservative Attitüde verbergen zu wollen. Schon der Titel bestätigt diesen Vorwurf, wenn man so will: Er leitet sich aus den letzten Worten in Shakespeares Hamlet (»The rest is silence«) ab und spielt darauf an, dass sich die klassische Komposition und das Songwriting im 20. Jahrhundert mehr und mehr zum Lärm hinentwickelt hätten.

Ungeachtet dessen ist das Buch unter musikhistorischen Gesichtspunkten allemal empfehlenswert.

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