Buchtipp: Rio Reiser

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Buchtipp für Musiker

Wolfgang Haberl – Rio Reiser

Mit 14 Jahren verweigerte er sich der Konfirmation, Bestechungsversuche verliefen ins Leere. Er wollte Quäker werden – Angehöriger einer Religionsgemeinschaft, die danach strebt, materiellen Gütern und Errungenschaften weitgehend zu entsagen. War Rio ein Anarchist? Er selbst bezeichnete sich keineswegs nur im Scherz als einen disziplinierten Preußen. Er versuchte, die moralischen Werte des neuen Testamentes mit den volkstümlichen Erzählungen eines Karl May und den Theorien von Karl Marx zu verbinden.

Das konnte und kann in dieser Welt nicht gelingen. »Wir sind geboren, um frei zu sein!« – ein Credo, das sich durch sein ganzes Leben und sein künstlerisches Wirken zog. Der Autor führt den Leser gekonnt in die Welt der außerparlamentarischen Oppositionsbewegungen, Baader Meinhof, Kommune 1 und 2 und mehr ein.

Sowohl die Songs von Ton Steine Scherben als auch die danach entstandenen Stücke lassen ihren Zeitbezug deutlich erkennen. Insofern ist ein großes Verdienst des Autors, dass er den für seine Erzählung so wichtigen Kontext in großem Umfang beschreibt.

Taschenbuch, 300 Seiten, am 30. Mai 2015 in erster Auflage bei SWB Media Publishing erschienen.

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Lesermeinungen (1)

zu 'Buchtipp: Rio Reiser'

  • robotron sömmerda   05. Okt 2015   09:55 UhrAntworten

    Schön, auch auf solche (interessanten) Veröffentlichungen hinzuweisen. Schöner Gegenpunkt zur Forbes DJ List....

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