Buchtipp: Die lila Kuh oder: Wie infiziere ich die Menschen mit meinem Produkt?

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Purple Cow: So infizieren Sie Ihre Zielgruppe durch Virales Marketing

Akzente setzen in der Werbeflut

Wer kennt das nicht: Du gehst morgens aus dem Haus, um nur ein paar Brötchen für‘s Frühstück zu kaufen. Du kriegst die Augen fast noch nicht auf, da überfallen sie dich auch schon an jeder Ecke: Reklameschilder. Heute ist es schwierig, eine Straße entlang zu gehen, ohne mit Werbetafeln, Leuchtreklamen oder Ähnlichem belästigt zu werden. Wir gehen genervt vorbei und wissen gar nicht, wie schwer es die Marketingleute haben. Während wir unseren Blick schulen können und Vieles einfach ausblenden, müssen sie versuchen, so extravagante Werbung zu machen, dass sie uns überhaupt noch auffällt.

Im der aktuellen Episode des delamar Podcast wurde es angesprochen – heute reicht es meist nicht mehr, einfach nur gute Musik zu machen. Irgendeine Band kann genauso gut spielen, hat aber gleichzeitig jemanden, der sich eifrig darum bemüht, sie bekannt zu machen. Dafür brauchst Du so etwas wie eine lila Kuh, meint der Seth Godin – ein innovatives und bemerkenswertes Produkt, das seine Werbung selbst macht. Natürlich müssen solche Dinge auch ein wenig schräg sein, um möglichst vielen Menschen aufzufallen.

Das richtige Maß zu finden, ist sicherlich schwierig, aber machbar. Wer das richtige Gespür für Trends und Kuriositäten hat, ist heute durchaus in den vorderen Rängen dabei. Seth Godin plädiert sogar dafür, Marketingspezialisten in jeder Firma zum Chef zu machen. Das Buch vereint die Erklärung, warum vielgenutzte Strategien veraltet sind, Beispiele, welche Produkte durch virales Marketing besonders gute Verkaufszahlen erreicht haben und die Beschreibung, wie er für sein eigenes Buch geworben hat.

Bei Amazon kannst Du die deutsche Ausgabe des Buches ab 61,61 Euro kaufen und dich gleichzeitig über die anderen Bücher des Autors informieren.

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Lesermeinungen (7)

zu 'Buchtipp: Die lila Kuh oder: Wie infiziere ich die Menschen mit meinem Produkt?'

  • vanhold   26. Dez 2011   02:14 UhrAntworten

    Na ja, knappe 62 EUR für ein gebrauchtes Buch, das uns laut Amazon-Rezensenten, nichts Neues erzählt, finde ich doch recht happig!

    Werbung klappt doch nur bei Leuten die nichts besseres zu tun haben, als sich über überflüssigen Konsum Gedanken zu machen. Personen, die es geschafft haben zur Marke zu werden, gehören doch meistens zur Proll-Welt, siehe Verona "der Gehirnblub" Feldbusch (Pooth)oder international Paris "I fuck on video" Hilton. Tut mir leid, da möchte ich mit meiner Person und auch mit meiner Musik keine Marke sein und Werbe-Ikone erst recht nicht.

    Wenn es unsere Werbestrategen für gut finden, jemandem dickes Geld zu zahlen, um dann mit/in dessem Namen Produkte zu verhökern, sollten wegen Einfaltslosigkeit in der Branche zur Persona non Grata erklärt werden. Mich interessiert Werbung im Grunde genommen nicht, weder im TV, Radio oder noch weniger im Internet und suche mir meine Produkte selber und wenn das Produkt gut ist, dann verkauft es sich auch. Mit oder ohne Werbung!

    Es gibt natürlich auch Werbung die toll ist und einen erfreut, da ist es dann aber meistens die Story oder die Idee des Marketings und weniger das Produkt. Das Werbung, außer zur Information über die Erhältlichkeit einer Ware Konsumenten zum Kauf anregt, halte ich für maßlos überschätzt.

    Leider zahlt der Steuerzahler die Werbung, da ja jedes Unternehmen diese Kosten geltent machen kann. Wenn man absetzbare Werbungskosten abschaffen würde, wäre die ganze Werbe-Industrie zum Ableben verurteilt. Ich bin dafür!

  • Carlos San Segundo (delamar)   26. Dez 2011   12:36 UhrAntworten

    Wenn Du deine Musik nicht verkaufen musst, dann interessiert dich Werbung natürlich auch nicht. Wer aber in einem endlosen Meer von Musikangeboten seine eigene Kreationen an den Mann/die Frau bringen möchte, der wird nicht umhin kommen, sich mit Marketing, Werbung und deren Wirkung auseinanderzusetzen.

    Und Werbung wirkt im Übrigen bei uns allen - ob wir es wahrhaben wollen oder nicht.

  • Gerald   26. Dez 2011   17:43 UhrAntworten

    Ganz unabhängig davon, um welche Produktkategorie es geht - wenn man beinhart davon überzeugt ist, dass man von Werbung nicht beeinflusst wird, sollte man evtl. einmal in sich gehen und versuchen, ehrlich darüber nachzudenken.

    Da in meinem Studium eine unbestreitbare Nähe zum Marketing besteht, haben wir uns natürlich auch in Vorlesungen und Seminaren ausführlich mit dem Thema beschäftigt. Und obwohl ich zu Beginn selbst wirklich felsenfest davon überzeugt war, dass ich beim Kauf von Sachgegenständen rein rational vorgehe, hat sich hier auch bei mir schnell die Erkenntnis durchgesetzt, dass es schlichtweg unmöglich ist, in unserer Konsumwelt vollkommen rationale Entscheidungen zu treffen.

    Sicher, wer einem Produkt von Anfang an negativ gegenüber eingestellt ist, bei dem wird auch die Werbung nicht viel ändern können - das ist aber auch gar nicht das Ziel. Viel eher geht es zum Großteil darum, Menschen, die vor einer Kaufentscheidung stehen, zum eigenen Produkt "hinzudrehen", oder einen Wunsch zu wecken (Paradebeispiel Apple). Und die Methoden dafür sind so unterschwellig und subtil, dass man sich dem gar nicht entziehen kann. Ohne hier jetzt in philosophische Gefilde eindringen zu wollen: natürlich trifft man die Entscheidung letztendlich immer selbst, aber Marketing kann einen sehr starken Beitrag dazu leisten, dass man aufgrund gewisser (nicht rationaler) Faktoren auf "unerklärliche" Weise eine besondere Sympathie für ein gewisses Produkt oder ein gewisses Unternehmen empfindet.

    Lange Rede, kurzer Sinn: nur Einsiedler in Berghütten oder auf einsamen Inseln könnten möglicherweise unbeeinflusst von Werbung und Marketing Kaufentscheidungen treffen. Durchschnittliche Stadtbewohner müssen sich damit abfinden, dass in den Medien und im öffentlichen Raum ein permanenter Kampf um ihre Aufmerksamkeit und Sympathie ausgetragen wird - und so etwas beeinflusst einen zwangsläufig. Es ist daher viel wichtiger, sich dessen bewusst zu sein und zu versuchen, die Systematik dahinter zu verstehen, dann kann man auch viel bewusster damit umgehen - und es möglicherweise auch zum eigenen Vorteil ausnutzen. Womit wir wieder bei der eigenen Musik wären ;-)

  • vanhold   26. Dez 2011   17:05 UhrAntworten

    Hallo Carlos!

    Natürlich wirkt Werbung auch bei mir, aber eben nur in so weit, dass ich über die Existenz eines Produktes informiert bin. Mehr möchte ich auch gar nicht. Das Werbung in vielen (in den meisten) Fällen irre führend, wenn nicht sogar unwahr ist, sollte m. E. sogar eine Staftat darstellen, wenn ich z. B. an das viele "gute und gesunde" Essen in der Werbung denke. Man sollte ins Gesetzbuch denn Satz: "Werbung hat der Wahrheit zu entsprechen." reinschreiben. Damit hätte sich dann auch schon ein wesentlicher Teil des Marketings erledigt.

    Nebenbei hat Santa Claus, also dieser dicke bärtige Typ im roten Dress und Mütze auch bei mir wieder eingeschlagen. Coca Cola sei dank!

    • Carlos San Segundo (delamar)   26. Dez 2011   23:47 UhrAntworten

      Welche Wahrheit genau? Es gibt so viele...

      • vanhold   27. Dez 2011   01:20 Uhr

        Nee, das glaube ich jetzt nicht, dass es viele Wahrheiten gibt. Die dicken Kinder die zuviel "sportliches" Nutella gegessen haben; die Pizza die uns mit herzhaftem Analogkäse das Essen versüsst; die absolut gesunden Fruchtzwerge, die zwar keine Frucht enthalten aber soviel Zucker, dass Cola dagegen wie ein Diätprodukt wirkt; die CDs, die 2011 immer noch so teuer sind wie 1985, obwohl die Herstellung absolut nix kostet; Produkte die in China den Endverbraucherpreis von 40 EUR haben, als sogenannte Markenware im Rest der Welt das 4,6 oder 8fache Kosten; hochwertige Fahrzeuge, als superdupersparsamundsoumweltfreundlich angepriesen werden, obwohl man die schlechteste Energieeffizienz überhaupt hat (diese Fahrzeuge aus Bayern) usw. Lug und Trug überall und die Werbung macht den Beschiss schön! Wie schon einmal gesagt: Leider will der Mensch beschissen werden! Diese Erfahrung habe ich mit meinen Kunden auch oft genug gemacht. Es kommt nicht auf den Preis an, sondern nur um das Tamtam was man darum macht! Natürlich kann und will ich auch nicht ohne Werbung leben, aber manchmal ist es eben zu viel und zu unwahr! Ich versuche Werbung nicht mehr ernst zu nehmen und fahre dabei sehr gut, denn "Olaf hat immer noch Husten" und "Persil wäscht immer noch reiner". Was hat meine Oma bloss für Dreckswäsche gehabt, damals, mit dem alten Persil.

      • Carlos San Segundo (delamar)   27. Dez 2011   12:13 Uhr

        Eine Sache, über die es sich lohnt nachzudenken: Das neue Persil hat Oma das gute Gefühl gegeben, die beste Hausfrau überhaupt zu sein. Und das ist doch mal was...

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