Gedanken zur Zukunft des Musikbusiness

Gedanken zur Zukunft des Musikbusiness

Bereits 2005 kam das Buch “The Future of Music” im Verlag der Berklee Press heraus. Ein englisches Buch geschrieben von Dave Kusek und Gerd Leonhard.
Das Buch beschäftigt sich mit dem Thema, wie man in Zukunft Musik an den Mann bringen wird und kann. Und zwar auf eine Weise, dass man als Künstler auch davon leben kann. Das ist dank der Einbrüche in Verkaufswegen wie dem CD- und Platten-Handel derzeit immer noch nicht so einfach wie etwa in den 90ern.

Die beiden Autoren Dave Kusek und Gerd Leonhard stellen in “The Future of Music” gleich zu Anfang eine Aussage in den Raum, die sich das ganze Buch hindurch durchzieht.

Music like water!

So der “Wahlspruch” unter dem sich die Musik zukünftig stellen solle.

Althergebrachte Vertriebe können sich auf lange nur halten, wenn sie sich den (geänderten) Anforderungen anpassen. Kinder und Jugendliche beispielsweise wachsen heutzutage “digital” auf. Für sie ist es normal, dass Musik kostenlos ist. Tauschbörsen sind allgegenwärtig und irgendwie kriegt man doch immer über den ein oder anderen Kumpel neue Musik. Das private kopieren ist ja sogar in gewissem Rahmen legal. Was soll also dieser Jugendliche von seinen 20€ Taschengeld kaufen? Musik bei der eine komplette CD 20€ kostet? Und genau deshalb empfindet dieser Jugendliche auch keine Reue Musik kostenlos herunter zu laden.
Aber auch Erwachsene sehen nicht mehr den “Mehrwert” einer CD, sagen Dave Kusek und Gerd Leonhard. Viel zu umständlich sind CD’s geworden und landen nach dem Kauf meist als Staubfänger im Regal.

“Music like water” meint folgendes. Wieso fangen Künstler nicht an ihr Produkt (die Musik) an andere Produkte zu knüpfen die umweiten attraktiver wirken als die reine Musik alleine. CD’s beispielsweise als Sonderedition mit Video, T-Shirt und Autogrammkarte. Das Kleidung nicht kostenlos sein kann, sieht jeder ein.

Aber die Aussage geht noch weiter. Musik wird durch eine Knüpfung an andere Produkte zwar attraktiver aber nicht unbedingt flüssiger.
Musik sollte überall, gleichzeitig verfügbar sein. So wie es heutzutage eben Wasser auch ist. Wasser kann man sich überall kaufen und es ist in vielfältiger Weise erhältlich. Ob als Sprudel oder Mineralwasser, mit Sauerstoff, als Sportgetränk und und und.
Genau diesen Weg müsste die Musik gehen, denn obwohl Wasser eigentlich kostenlos ist, gehört die Getränkeindustrie zu den grössten und am meisten verdienenden Industrien der Welt.

DRM beispielsweise hindert die Konsumenten daran auf all ihren technischen Geräten, die sie ja ständig begleiten, ihre Musik unbegrenzt zu hören. Der Player kann nicht mit dem, weil der nicht von der einen gewissen Firma ist und so weiter.
Ein interessantes Angebot für Konsumenten wäre es doch zu sagen. Zahl bei uns eine geringe Pauschale und du kannst unseren kompletten Musikkatalog unbegrenzt hören. Ob auf dem Handy, deiner Hifi-Anlage oder deinem MP3-Player. “Geringe Gebühren” ziehen sogar Jugendliche an, da sie nicht mehr ihr ganzes Taschengeld sondern nur noch einen Teil davon hergeben müssen.

Künstler gehen heutzutage schon solche Wege. Immer öfter wird Musik kostenlos hergegeben — als Teaser quasi für die komplette CD. Auch Zettt, Autor hier auf delamar, geht mit seinem kostenlosen Album einen ähnlichen Weg.

Die Zukunft der Musikbranche hängt von Ideen ala “Music like water” ab. Das sickert immer wieder durch und wird auch oft genannt. Wer sich näher mit dem Thema auseinander setzen möchte liest entweder das Buch oder den Blog von Dave Kusek. “The Future of Music” ist darüber hinaus als Hörbuch erhältlich.

Blog von Dave Kusek

Lesermeinungen (6)

zu 'Gedanken zur Zukunft des Musikbusiness'

  • Peter
    21. Jun 2008 | 19:16 Uhr Antworten

    http://www.zeit.de/2008/21/III-Kunst_-Interview-Musik-Wasserwerk

  • sally
    03. Sep 2009 | 16:47 Uhr Antworten

    gibt es auch einen guten synthesizer im internet, wo man kostenlos online musik produziert?

  • Handy Andy
    05. Sep 2009 | 17:31 Uhr Antworten

    Nun, ich finde die Entwicklung der Musik recht ambivalent. So gibt es Künstler die recht offen mit den digitalen medien und tauschkanälen umgehen, aber andere verweigern sich zur gänze.

    So geht wyclef jean mit vorbild in die zukunft des web 2.0 und vermarktet sich prima. andere trauern wohl immer noch der cd hinterher.

    mal sehen, wer gewinnt.

    grüße

    andreas

  • xenestix
    31. Dez 2010 | 02:25 Uhr Antworten

    natürlich ist es wichtig dass musik(egal von welchem künstler)auf allen playern und geräten unbegrenzt laufen kann, doch sollte man in der gegenwärtigen “Die musik kann nur überleben wenn sie kostenlos ist”Hysterie nie vergessen dass Musik eine Dienstleistung ist die auch Geld in der Herstellung verlangt. Also ist es eigentlich ja auch logisch das Hörer sie auch bezahlen sollten…
    Egal ob Robbie Williams oder der unbekannte Künstler aus sonstwoher.
    Witzig ist dabei die Tatsache dass viele Konsumenten sich eine tolle professionelle Produktion wünschen(sogar schon beim Demo) aber im Gegenzug keinen Cent dafür zahlen wollen.
    Vielleicht sollten diese Personen sich mal überlegen ob ca 16€ für ein Album echt zuviel sind, wenn sie mal nachforschen was eine professionelle Produktion kosten(Zeit wie Geld)…

  • Kai
    17. Jul 2014 | 17:21 Uhr Antworten

    “The Future of Music” ist darüber hinaus als Hörbuch erhältlich.” – wo finde ich das Hörbuch denn? Google oder Amazon spucken mir irgendwie nichts vernünftiges aus…

    Vielen Dank und liebe Grüße

  • Pingback: Mit last.fm Geld verdienen: Artist Royalty Program gestartet

    [...] erfreulich ein solches Angebot zu sehen. Das könnte die Zukunft des Musikbusiness [...]

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