Must-haves für angehende Toningenieure

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Ganz egal, ob Du an einem Institut studierst, das dir vollausgestattete Workstations zur Verfügung stellt oder per Online-Fernkurs teilnimmst – über einen Grundstock an gutem Equipment für das eigene kleine (oder auch große) Studio, mit dem Du üben, ausprobieren und auf hohem Niveau arbeiten kannst, sollte jeder Audio-Student verfügen.

Auf den folgenden Seiten präsentieren wir dir eine kleine Übersicht empfehlenswerter Produkte, die dich auf deinem Weg zum Tontechniker, Audio Engineer oder Sound Designer begleiten.

Wie bei so ziemlich allen Produktkategorien, gilt auch hier: Ein bestimmtes Produkt, das sämtliche Anforderungen für alle Einsatzbereiche erfüllt, gibt es nicht. Trotzdem haben wir versucht, dir Beispiele herauszusuchen, die Du möglichst vielseitig einsetzen kannst.

Must-haves in allen wichtigen Kategorien…

 

Tascam US-16x08 Testbericht

Audio Interface – Tascam US-16×08

Ein Audio Interface gehört zur absoluten Grundausstattung – vom kleinen Homestudio bis zum großen Recording-Tempel. Auf kleinem Raum stellen dir diese Geräte analoge Ein- und Ausgänge, AD/DA-Wandler, je nach Modell auch digitale Ausgänge sowie viele andere Features zur Verfügung.

Damit ist ein Audio Interface die Schnittstelle zwischen analoger Peripherie (Mikrofone, Instrumente) und der digitalen Welt.

Das USB-Audio-Interface Tascam US-16×08 beeindruckt in dieser Hinsicht mit einer enormen Menge an analogen Ein- und Ausgängen zum kleinen Preis. Mit acht XLR-Mikrofonvorverstärkern sowie acht weiteren Klinkeneingängen stellen auch größere Recording-Sessions mit einer ganzen Band kein Problem dar.

Zudem verfügen die Mikrofonvorverstärker über ein sehr geringes Eigenrauschen, so dass Du auch bei pegelschwachen Mikrofonen ein sauberes Signal (abhängig vom Verstärkerrauschen des Mikrofons) aufnehmen kannst. Die Digitalwandlung mit 24 Bit und 96 kHz sorgt schließlich dafür, dass die Signale hochaufgelöst digital gespeichert werden können.

Selbstverständlich gibt es auch Modelle mit noch höheren Abtastraten (192 kHz) – aber für qualitative Aufnahmen ohne High-End-Anspruch reichen selbst 44,1 kHz in der Regel völlig aus.

Ein häufiges Problem beim Arbeiten mit Audio Interfaces ist das Monitoring, insbesondere für Sänger. Ein Effekt aus der DAW führt zu Latenzen aufgrund der AD/DA-Wandlung, die das exakte Einspielen/Einsingen meist unmöglich machen.

DSP-Effekte direkt aus dem Audio Interface schaffen hier Abhilfe: Das US-16×08 enthält einen DSP-Mixer, der digitales Mischen mit geringer Latenz ermöglicht. Zudem kannst Du pro Eingangskanal eine 4-Band-Klangregelung sowie einen Kompressor für deine Monitormischungen verwenden.

Das Tascam US-16×08 ist ein vollausgestattetes USB-Audio-Interface mit rauscharmen Mikrofonvorverstärkern und jeder Menge Ein- und Ausgängen, mit dem Du so schnell nicht an deine Recording-Grenzen stoßen solltest und auch für Bandaufnahmen gewappnet bist. Der integrierte DSP-Mixer mit EQ und Kompressor in jedem Kanal erhöht die Funktionalität des US-16×08 zusätzlich.

Preis (UVP): 349,- Euro

 

Band Recording Kopfhörer - beyerdynamic DT 880 PRO

Kopfhörer – beyerdynamic DT 880 PRO

Im Studio übernehmen Kopfhörer verschiedene Aufgaben: Geschlossene Kopfhörer für die Musiker minimieren das Übersprechen auf die Mikrofone und besitzen eine besonders druckvollen Klang. Offene Varianten ermöglichen ein möglichst natürliches, analytisches Abhören sowie einen hohen Tragekomfort und können – mit gewissen Abstrichen – als mobile Alternative zum Einsatz von Studiomonitoren funktionieren.

Zwischen diesen beiden Polen existieren halboffene Kopfhörer als eine Art “best of both worlds” – so auch der hier vorgestellte DT 880 PRO von beyerdynamic. Der DT 880 PRO gehört zur Referenzserie des Herstellers und besitzt einen Übertragungsbereich von 5 bis 35.000 Hz.

Die individuell verstellbare Bügelkonstruktion besteht aus robustem Federstahl und verfügt über einen hohen Anpressdruck, durch den der Kopfhörer fest und sicher auf dem Kopf sitzt und auch beim Herunterbeugen, zum Beispiel während des Einstellens eines weiter unten montierten Effektgeräts, nicht verrutscht. Die Polster der Ohrmuscheln sind mit Velours überzogen und umschließen die Ohren vollständig.

Um den DT 880 PRO für Mixing- und Mastering-Aufgaben zu optimieren, wurde der Kopfhörer diffusfeld-entzerrt. Dies bedeutet, dass der Frequenzgang des Kopfhörers den Klang konventioneller Lautsprecher (inklusive der Rückwürfe von Wänden, Decken und Oberflächen) im Raum nachahmt.

Der DT 880 PRO ist das Remake des seit Jahrzehnten in Studios geschätzten DT 880. Der Hersteller hat den neuen PRO perfekt weiterentwickelt und dabei den transparenten Klang des Kopfhörers bewahrt. Wer keine Studiomonitore zur Verfügung hat oder die Nachbarn nicht stören möchte, findet im DT 880 PRO eine ideale Alternative für Mixing- und Mastering-Aufgaben – langlebig zudem, wie das bei delamar seit etlichen Jahren eingesetzte Modell beweist.

Preis (UVP): 259,- Euro

 

Reaper 5

Software – Reaper

Reaper war schon immer die etwas andere DAW für Bastler und Tüftler, die eine volle Anpassbarkeit der Software zu schätzen wussten. Mit Reaper 5 ist seit 2015 die neueste Version auf dem Markt, die mit unzähligen neuen Features kommt. Eine der wesentlichen Neuerungen ist mit Sicherheit die Möglichkeit, endlich VST3-Plug-ins einbinden zu können. Aber auch das neue Arbeiten mit automatisierbaren VCA-Gruppen sowie zahlreiche neue Video-Features machen Reaper 5 zu einer voll ausgewachsenen DAW.

Äußerst interessant (und fair) ist auch die Preisgestaltung: Für die einzelne Nutzung im privaten Bereich bzw. beruflich bei niedrigem Jahreseinkommen zahlst Du nur 60,- US$, ansonsten 225,- US$.

Preis (UVP): 60,- US$ / 225,- US$

 

Fluid Audio F5

Lautsprecher – Fluid Audio F5

Studio-Monitore gehören zur Grundausstattung eines guten Tonstudios. In den großen Mixregien finden sich auch heute noch die großen 3-Wege-Fernfeld-Abhören. Trotzdem stehen meist noch ein Paar Nahfeldabhören auf der Meterbridge des Mischpultes. Studiomonitore im Bereich von 5″ bis 8″ sind also immer noch das Hauptwerkzeug des Audio Engineers, wenn es um Editing, Mixing und Mastering geht.

Die aktiven Studiomonitore Fluid Audio F5 bieten Dir eine Kombination aus 5″-Tieftöner und 1″-Seidenhochtöner und decken den Frequenzbereich von 49 – 22.000 Hz ab – die Basswiedergabe reicht also für die meisten Anwendungen völlig aus. Wer mehr Tiefenpower braucht, kann sich Unterstützung vom F8S Subwoofer von Fluid Audio holen.

Anschlussseitig lassen die F5 keine Wünsche offen, so dass Du dein Audio Interface oder Mischpult sowohl über XLR-, 6,3mm-Klinken- als auch Cinchkabel mit den Studiomonitoren verbinden kannst.

Preis (UVP): 299,- Euro (Paar)

 

Must-haves für angehende Toningenieure - Kabeltester - Sommer Cable MTC-SC

Kabeltester – Sommer Cable MCT-SC

Zugegeben: Kabeltester sind nicht besonders sexy – aber wenn es darum geht, schnell herauszufinden, ob ein defektes Kabel für die Signalstörung verantwortlich ist, sind die kleinen Helfer euer bester Freund.

Dabei gilt: Je mehr Kabeltypen Du damit überprüfen kannst, umso besser. Der MCT-SC von Sommer Cable bietet ein Rundum-sorglos-Paket für die gängigen Steckverbinder: XLR male/female, SpeakON, Klinke, Cinch, DIN, MIDI, RJ45 und USB. Die Anzeige, ob dein Kabel funktioniert, erfolgt durch eine LED-Anzeige sowie einen Buzzer.

Preis (UVP): 42,- Euro

 

Must-haves für angehende Toningenieure - Schalldruckmesser - Dateq SPL-D2MKII

Schallpegelanzeige – SPL-D2MKII

Das SPL-D2MKII ist eine Schallpegelanzeige inklusive mitgeliefertem Messmikrofon, mit dem Du den Schallpegel in deinem Studio oder auf Live-Konzerten messen kannst. Gerade bei letzteren gibt es nämlich gesetzlich vorgeschriebene Pegelhöchstwerte, die unbedingt eingehalten werden müssen.

Sehr praktisch: Du kannst einen bestimmten Pegel-Maximalwert im SPL-D2MKII vordefinieren. Wird dieser Pegel überschritten, wechselt die Farbe der Anzeige von grün auf rot. Für das Messmikrofon stehen drei unterschiedliche Messkurven zur Verfügung, damit Du die Messung an unterschiedliche Lautstärkeumgebungen anpassen kannst.

Preis (UVP): 869,- Euro

 

Must-haves für angehende Toningenieure - DAW-Controller - iCon iControls Pro

DAW-Controller – Icon iControls Pro

DAWs sind virtuelle Alleskönner und bilden ein komplettes Tonstudio ab. Lediglich die Bedienung mittels Maus und Tastatur gerät manchmal äußerst hakelig und nicht besonders intuitiv. Um diesen prinzipbedingten Makel auszugleichen, bietet dir die Firma iCon mit iControls Pro einen sehr kompakten USB-DAW-Controller, mit dem Du zahlreiche Funktionen in deiner DAW bzw. deinem virtuellen Mixer händisch steuern kannst.

Besonders erwähnenswert sind die neun berührungsempfindlichen Motorfader, mit denen Du auch Automationen aufzeichnen und bequem durch Kanalbänke steppen kannst. Für die totale Kontrolle kannst Du zudem sämtliche Fader, Buttons und Regler des iControl Pro über die mitgelieferte Editorsoftware iMap individuell konfigurieren.

Preis (UVP): 355,81 Euro

 

Tascam Portastudio DP-24SD & DP-32SD

Ich gebe es zu: Mein erstes Album habe ich komplett auf einem Portastudio von Tascam aufgenommen – auf dem DP-01FX mit integrierter CD-Brennfunktion. Von den aus heutiger Sicht doch sehr begrenzten Features des DP-01 sind die aktuellen Portastudios DP-24SD und DP-32SD weit entfernt. Trotzdem stehen sie für die gleiche Funktionalität: Mobiles All-in-one-Digital-Recording als Kombination aus Computer und Audio Interface.

Must-haves für angehende Toningenieure - Studio für unterwegs - Tascam Portastudio DP-24SD

Über die DP-24SD und DP-32SD kannst Du maximal acht Spuren gleichzeitig aufnehmen. Hierfür stehen acht analoge Eingänge mit Vorverstärker in XLR/Klinke-Kombi-Ausführung zur Verfügung.

Insgesamt 24 (DP-24SD) bzw. 32 Spuren (DP-32SD) inklusive acht virtueller Spuren für alternative Takes können gleichzeitig bearbeitet und wiedergegeben werden. Das reicht für die allermeisten Mixe und Aufnahmen im Proberaum bereits aus.

Über 19 bzw. 20 Kanalfader sowie einen 3-Band-EQ und Effekt-Sends in jedem Kanal kannst Du deine Mischung erstellen.

Must-haves für angehende Toningenieure - Studio für unterwegs - Tascam Portastudio DP-32SD

Wer keine Lust hat, ständig seinen Rechner/Laptop, Audio Interface sowie diverse Strom- und Verbindungskabel mitzuschleppen und aufzubauen, sollte sich die Portastudios von Tascam einmal näher anschauen. Zudem bietet die Mischpult-Oberfläche mit Fadern und Drehreglern nochmal ein ganz anderes, deutlich intuitiveres Arbeiten als die teils fummelige Software-Bedienung über Trackpads und kleine Reisemäuse.

Preise (UVP):
DP-24SD: 549,- Euro
DP-32SD: 599,- Euro

 

Alexander Cevolani Von