Berufe in der Musikbranche: Abschlüsse, Titel & Co.

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Übersicht

  1. Berufsbilder
  2. Studiengänge

Audio-Engineer, Sound-Engineer, Musikproduzent, Tontechniker – fast genauso lang wie die Liste an Ausbildungsgängen ist die Liste der »Berufe mit Musik«. an Bezeichnungen und Abschlüssen. Dabei willst Du doch einfach nur im Studio oder Live arbeiten.

Ganz so einfach ist es selbstverständlich nicht. Wie wir im vorangegangenen Artikel gesehen haben, haben sich die einzelnen Arbeitsbereiche rund um Musik und Tontechnik teilweise enorm weiterentwickelt und verselbstständigt. Diesem Umstand trägt auch die Vielfalt an angebotenen Studiengängen Rechnung.

Musikhaus Thomann Ausbildung

So erfährst Du in diesem Artikel, welche Berufsbilder es gibt. Die Berufe reichen vom klassischen Tontechniker bis hin zum Komponisten. Dann werfen wir einen Blick auf die Studiengänge, dank denen Du die Musik als Hobby zum Beruf machen kannst.

1. Berufsbilder – Berufe in der Musikbranche

Arbeiten in der Musikbranche: Was kommt nach der Ausbildung?

Welchen Weg willst Du gehen? Hier sind die fünf grundlegenden Berufsfelder. | Bild: h_da Fotos Britta Hüning

Tontechniker / Audio Engineer

Tontechniker (auch als Audio Engineer bezeichnet) gibt es hauptsächlich im Studio oder live. Aber auch in TV- und Radiosendern, in der Regel sogar mit einer Festanstellung.

In diesem Beruf gibt es immer auch die Option, sich mit einem kleinen Projektstudio oder einem Team an Studiobetreibern selbstständig zu machen. So kannst Du dir Namen für Musik- und/oder Sprachproduktionen machen. Neben kleineren Indielabels stellen nämlich selbst die großen Major-Labels nur noch in den seltensten Fällen hohe Produktionsbudgets bereit und buchen mittlerweile kleinere, spezialisierte Studios. Wenn Du dich beispielsweise mit einem eigenen Studio auf Musik im Metal-Bereich oder für Choraufnahmen spezialisierst, könnte dies genau der richtige Weg sein, um im jeweiligen Bereich Fuß zu fassen.

Als FOH- oder Monitormischer ist man hingegen fast immer freiberuflich von Projekt zu Projekt beschäftigt. Die Arbeitszeiten sind weit entfernt vom typischen 9-to-5-Bürojob, aber genau das macht den Reiz für viele Tontechniker aus.

Produzent

Der Produzent hat im Tonstudio keine eindeutig definierten Aufgaben – im Vergleich zum Mixing- oder Mastering-Engineer. Trotzdem ist er in größeren Produktionen eine zentrale Figur, denn er ist in der Regel die Schnittstelle zwischen Künstlern und Technikern und muss sämtliche Anforderungen an eine Produktion (künstlerisch, technisch, wirtschaftlich) zusammenbringen. Meistens sind Produzenten selbst Tontechniker und werden von Musikern oder Plattenfirmen als eine Art “Supervisor” gebucht, der immer wieder auch als Psychologe für empfindliche Künstlerseelen herhalten muss.

Eine bekannte Produzentenpersönlichkeit der letzten Jahre ist zum Beispiel Rick Rubin, der mit seinen unkonventionellen Herangehensweisen Alt-Stars wie Johnny Cash und Metallica zu einem neuen, frischen und zeitgemäßen Sound verholfen hat. Daraus leitet sich auch eine der wichtigsten Eigenschaften ab, die ein Produzent haben muss: Den berühmten “Riecher”, um zu entscheiden, was funktioniert und was nicht.

Auch als Produzent arbeitest Du in der Regel als Selbstständiger. Eine Festanstellung als Produzent ist in den meisten Fällen auch gar nicht gewünscht. Schließlich schränkst Du damit deine Kreativität und dein Leistungsspektrum ein und musst dich an den Zielen deines Arbeitgebers orientieren.

Sound-/Audiodesigner

Die Berufsbilder Sound- und Audiodesigner finden sich überwiegend bei Produktionsfirmen im Film-, TV- und Radiobereich. Aber auch in Gaming-Entwicklerstudios oder Werbe- und Kreativ-Agenturen. Letztere spezialisieren sich immer häufiger auf das sogenannte “Audio Branding”, also die Erstellung von Sound- und Audiologos für Unternehmen – “Da-Da-Da-Di-Da”, die Telekom lässt grüßen.

Sound- und Audiodesigner benötigen eine einzigartige Mischung aus künstlerischer Kreativität und technischem Verständnis, da sie sowohl Komponist als auch Techniker sind. Im Gamedesign kommen weitere Erfordernisse hinzu, die stärker in den Bereich “Programmierung” reichen. Natürlich brauchen Videospiele auch stimmige Soundtracks, die es aufzunehmen gilt; die eigentliche Arbeit eines Game-Audio-Designers befasst sich jedoch mit dem Entwickeln einzelner Sounds sowie komplexen Interaktions- und Erzählmustern – schließlich weißt Du als Game-Audio-Designer nicht immer, was der Spieler zuhause als nächstes macht.

Live-Tontechniker

Live-Tontechniker arbeiten als Mixer am FoH (Front of House) oder Monitorplatz oder auch als System Engineer (Planung, Konfiguration und Einrichtung der PA) und unterscheiden sich von ihren Studiokollegen in vielen Punkten. Stundenlang am idealen Mix sitzen – so viel Zeit wirst Du gar nicht haben. Hier herrscht so gut wie immer Zeitdruck, dem man am besten mit viel Erfahrung begegnet. Früh und klein übt sich also, um die Scheu vor dem “großen Pinsel” zu verlieren und ein Gespür für unterschiedliche Locations zu bekommen – vom Club über die Stadthalle bis zur Open-Air-Veranstaltung. Zudem solltest Du dich mit diversen Live-Mischpulten auskennen bzw. schnell in deren unterschiedliche Bedienkonzepte einarbeiten können.

TIPP: Jede Stadt hat meist eine eigene Kirmes oder ein Stadtfest, an dem Bands auftreten. Informiere dich nach den Veranstaltern und bitte dort um ein Praktikum oder einen Nebenjob. Helfende Hände werden hier immer gebraucht. Und auf diesem Weg bekommst du definitiv einen Fuß in die Tür.

Komponist

Es gibt einen wunderbaren Essay des Autors und Musikers Max Goldt über die Arbeit eines Komponisten für TV-Filme und Dokumentationen. Dort ist die Rede von den immer gleichen beiden Sample-CDs, mit denen der fiktive Komponist seit Jahren seine Jobs zur vollsten Zufriedenheit seiner Kunden erledigt: “Mönchschöre” und “Extrem verhallte Wummersounds” steht auf diesen beiden CDs.

Nun – ganz so einfach ist es wohl nicht, für die unterschiedlichsten Bereiche tätig zu sein: von Filmen und Dokus über Videospiele, Jingles und Werbespots bis hin zu Theatern und Musicals. Ein Komponist muss viele Anforderungen erfüllen: neben Musiktheorie & Arrangement sowie der Fähigkeit, unter Zeitdruck kreativ zu sein, muss er auch ein Gespür für Sounds und Klänge und deren schnelle produktionstechnische Realisierung mitbringen. Immer nur die gleichen beiden Sample-CDs reichen in der Realität wohl doch nicht aus.

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