Beruf Audio Engineer: Alles über den Traumjob im Tonstudio

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Die Songs der großen Stars abzumischen oder deren Stimmen zu recorden ist dein Traum? Oder möchtest Du derjenige (oder diejenige) sein, die den nächsten Top 10 Alben den letzten Schliff im Mastering verpasst? Dann solltest Du hier ganz genau nachlesen.

Hier erfährst Du nicht nur alles Wichtige zum Berufsbild Audio Engineer, sondern auch ganz explizit, was Recording-, Mixing- und Mastering Engineers leisten und können müssen und in welchen Branchen Du ebenfalls als Audio Engineer arbeiten kannst.

Außerdem erfährst Du:

  • Welche Voraussetzungen es für den Audio Engineer gibt
  • Wo Du als Audio Engineer arbeiten kannst
  • Mit welchem Gehalt Du rechnen kannst
Audio Engineer

Wer von Beruf Audio Engineer werden will, braucht nicht nur musikalisches und technisches Verständnis …

Voraussetzungen für einen Audio Engineer

Neben der Leidenschaft für Musik sind folgende Punkte Voraussetzung für den Berufswunsch Audio Engineer:

  • Ein gutes Gehör
  • Musikalisches Interesse
  • Technisches Verständnis
  • Die Bereitschaft, unregelmäßige Arbeitszeiten und Überstunden in Kauf zu nehmen
  • Stressresistenz
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Lösungsorientiertes Denken
  • Ständige Lernbereitschaft

Du erfüllst Die aufgezählten Punkte? Wunderbar, dann hast Du nun die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Ausbildungen.

Ausbildung zum Audio Engineer – ein weites Feld

Die wichtigsten Unterschiede in allen Ausbildungen und Studiengängen zum Audio Engineer haben wir natürlich zusammengefasst. Sie unterscheiden sich alle hinsichtlich …

  • Aufnahmebedingungen (Real- und Hauptschulabschluss vs. Hochschulreife)
  • Ausbildungsdauer (12 bis 70 Monate)
  • Ausbildungsschwerpunkt (rein technisch vs. technisch-musikalisch)
  • Organisation (staatliche Hochschule vs. privater Bildungsträger)
  • Kosten (Studiengebühren nach Bundesland vs. variierende Ausbildungsgebühren)
  • Abschlüsse (Diplom / B.A. / M.A. vs. Zertifikat / Teilnehmerurkunde)
  • Arbeitsumfeld und die Zusammenarbeit mit anderen Berufe
  • Präsenz- oder Fernunterricht

Wenn Du mehr zum Thema Ausbildung zum Audio Engineer erfahren willst, solltest Du den folgenden Links deine Aufmerksamkeit schenken.

Alles über die Ausbildung in der Musikbranche » und Ausbildungsinstitute »

 

Beruf Audio Engineer: Alles über das Berufsbild des Toningenieurs

Ein Toningenieur wird gerade auch im Rundfunk-, Film- und Fernsehbetrieb gebraucht

Der Audio Engineer für Rundfunk und Fernsehen

Rundfunk und TV zählen vielleicht nicht zu den ersten Einsatzgebieten, die Du zum Audio Engineer im Kopf hast. Fakt ist aber, dass der Einsatz für Rundfunk und Fernsehen ganz viele Bereiche abdeckt, die über eine Tonstudioarbeit am Mischpult hinausgeht. Für Rundfunk und Fernsehen gilt es (Live-)Berichte mit bestmöglicher Tonqualität auszustatten, (Live-)Shows aufzuzeichnen und zu mischen und natürlich auch die hauseigenen Produktionen mit allem zu versorgen, was einen guten Ton ausmacht.

Ein Audio Engineer arbeitet zum Beispiel auch …

  • bei Fußballübertragungen,
  • im Studio bei Aufzeichnungen,
  • bei Live-Shows,
  • bei Interviews und
  • bei Filmproduktionen.

Aus dem kleinen Ausschnitt an Aufgaben lassen sich bereits einige potentielle Arbeitgeber ableiten. Zum einen kannst Du dich bei den Öffentlich-rechtlichen bewerben, aber auch bei Produktionsfirmen, Privatfernsehsendern und großen Redaktionen.

 

Beruf Audio Engineer: Alles über das Berufsbild des Toningenieurs

Klassische Domäne für einen Audio Engineer: das Tonstudio

Der Audio Engineer im Tonstudio

Der meistgeträumte Traum eines Audio Engineers ist die Zusammenarbeit mit großen Künstlern im Tonstudio. Wer würde nicht gerne Lady Gaga aufnehmen, Adele den fertigen Mix ihres neuen Hits präsentieren oder dafür sorgen, dass die neue Drake-Platte rund klingt?

Gefragt sind Teamwork und Zuverlässigkeit

All diese Aufgaben werden von Audio Engineers übernommen, die eng mit Management und Künstlern zusammenarbeiten. Gefragt ist neben dem musikalischen Know-how auch Teamwork und Zuverlässigkeit.

In kleineren Studios übernimmt der Audio Engineer meist die Aufgaben Recording, Mixing und Mastering selbst. In größeren Studios und bei größeren Projekten teilen sich diese Aufgaben die einzelnen Profis auf den Gebieten. Denn wie in vielen anderen Berufen, spezialisiert man sich auch als Audio Engineer auf einen Bereich, den man besonders gut kann und in dem man besonders viel Wissen angehäuft hat.

Die einen entpuppen sich als Diven-Flüsterer im Recording und holen das Beste aus dem Aufnahmeraum heraus und wiederum andere verstehen sich blendend darauf wo das letzte Quäntchen Hall fehlt und setzen es ein. Für welchen Bereich Du der geborene Spezialist sein könntest, liest Du in den nächsten Absätzen.

Recording Engineer: Aufgaben & Voraussetzungen

Als Recording Engineer sorgst Du dafür, dass Instrumente oder Stimmen aufgenommen werden. Du bist ein Virtuose in Sachen Mikrofone und weißt genau, welches Mikrofon mit welcher Stimme gut klingt? Du hast eine genaue Vorstellung davon, unter welchen Bedingungen ein Schlagzeug den richtigen Sound entwickelt? Dann hast Du vielleicht sogar die wichtigste Voraussetzung für einen Recording Engineer erfüllt: Du kennst dein Equipment und Du weißt, wie Du es einsetzen kannst, um deine Vorstellungen umzusetzen.

Kitzle das Beste aus den Musikern heraus

Zusätzlich zu deinem Know-how rund um Recording Equipment, musst Du unbedingt eine pädagogische oder psychologische Ader haben. Denn Du sorgst dafür, dass die beste Performance des Sängers oder des Instrumentalisten im Kasten landet.

Du bist also auch Motivator, Vertrauensperson und Ratgeber. Um einem Künstler den richtigen Drive bei der Aufnahme mitzugeben, brauchst Du diplomatisches Geschick. Denn ist die Stimmung im Recording Studio einmal hinüber, ist der Tag so gut wie gelaufen.

Hast Du deine Aufgaben im Recording bestmöglich erfüllt, dann hast Du den Grundstein für den Mixing Engineer gelegt, der ab hier übernimmt.

Mixing Engineer: Aufgaben & Voraussetzungen

Als Mixing Engineer fügst Du alle vom Recording Engineer aufgenommenen Tonspuren zusammen und stimmst sie aufeinander ab. Hier geht es um die Anpassung der Lautstärken und natürlich um den Feinschliff aller Klänge für ein stimmiges »Gesamtbild«. Du bearbeitest einzelne Spuren hinsichtlich ihrer Dynamik und fügst sie in das Stereopanorama ein, um einen vollen, satten Sound zu kreieren.

Auch als Mixing Engineer ist es wichtig dein Werkzeug überdurchschnittlich gut zu kennen. Du entscheidest über die verwendeten Effekte auf Instrumenten oder Vocals und entscheidest, wann der Song fertig ist. Vor dem Begriff »Frequenzbereiche« solltest Du dich genauso wenig fürchten, wie vor der Verwendung von komplexen Effektprozessoren. Technisches Verständnis und ein geschultes Ohr – gerade beim Abhören – sind hier unverzichtbar.

Mischen nach alter Schule und den Zeichen der Zeit

Außerdem solltest Du das nötige Gespür für Trends und Genres mitbringen, die meist einen ganz bestimmten Sound hervorbringen sollen. In den 80er Jahren wäre starker Hall deine erste Wahl sowie in den frühen 2000ern Autotune auf deinem Plan gestanden hätte. So gibt es in jeder Ära und in jedem Genre Favoriten in Klang und Ausprägung der Effekte – diese musst Du kennen und einzusetzen wissen.

Hast Du alles in deiner Macht stehende getan und das Beste aus dem Mix herausgeholt, geht der Track oder das Album weiter an den Mastering Engineer, dem letzten Glied in der Sound-Kette.

Mastering Engineer: Aufgaben & Voraussetzungen

Ein Mastering Engineer arbeitet mit analogem und digitalem Equipment an den feinsten Bestandteilen der Musik. Da der Mixing Engineer bereits alle Einzelspuren zu einer stimmigen Stereo-Spur zusammengefügt hat, ist die Aufgabe im Mastering die Bearbeitung dieser einen finalen Spur. Die klanglichen Veränderungen, die jetzt noch vorgenommen werden, sind meist minimal, haben aber einen großen Effekt auf den Gesamtklang. Feingefühl und jahrelange Erfahrung ist demnach etwas, was unbedingt Voraussetzung für diesen Job ist.

Feinschliff für die letzten Prozente

Als Mastering Engineer gibst Du einer Platte den letzten Schliff bevor sie ins Presswerk wandert. Das bedeutet, dass Du beispielsweise die Lautheit eines Tracks an den derzeitigen Standard anpasst, damit dieser nicht lauter oder leiser ist als andere Lieder im Radio.

Außerdem sorgst Du dafür, dass sich der Track (oder das ganz Album) auf jeder erdenklichen Wiedergabequelle gut anhört, auf dem Küchenradio also ähnlich gut klingt, wie auf der Stereoanlage im Wohnzimmer. Vor allem bei Alben müssen sich alle Songs in ein harmonisches Gesamtbild einfügen.

Der Mastering Engineer ist auch verantwortlich für die Übergänge und Pausen zwischen den Liedern eines Albums.

Außerdem solltest Du gerade als Mastering Engineer immer auf dem Laufenden bleiben, da Du hier nach Normen und Richtwerten arbeiten musst, die unbedingt eingehalten werden müssen. Als Ritterschlag in diesem Spezialbereich des Audio Engineers zählt es, einen Klassiker der Musikgeschichte »remastered« zu haben.

 

Audio Engineer: Gehalt & Anstellungsmöglichkeiten

Als Audio Engineer kommt es vor allem darauf an, ob Du eine Festanstellung anstrebst oder ob Du, wie viele andere auch, als freiberuflicher Audio Engineer tätig sein möchtest.
Der Tagessatz für einen freiberuflichen Audio Engineer schwankt stark mit der Erfahrung und dem Bekanntheitsgrad in der Branche.

  • Tagessatz als Freiberufler: 100 Euro – 1.200 Euro
  • Monatsgehalt als Angestellter: 1.400 Euro – 4.000 Euro

Neben Tonstudios gibt es, wie bereits erwähnt, auch andere potentielle Arbeitgeber. Einen kleinen Auszug findest Du im Artikel »Arbeitgeber in der Musikbranche«

Der Audio Engineer – bester Freund der Manager und Redakteure

Bis hierhin hast Du nun einen kleinen Einblick in deine potentielle Zukunft erhaschen können. Wenn Du deinen Traum verwirklichen möchtest und eng mit Künstlern, Managern, Redakteuren, Kameraleuten und Regisseuren zusammenarbeiten möchtest, solltest Du loslegen. Die Konkurrenz schläft nie – besonders in so einer umkämpften Branche, wie der des Audio Engineers.

Sammle bereits während der Ausbildung Praxiserfahrung und absolviere Praktika. Da es allerdings gar nicht so einfach ist, einen Platz in einem großen Tonstudio zu bekommen, hier ein Tipp für dich: Bewirb dich als Assistent bei erfahrenen Recording-, Mixing- oder Mastering Engineers und begleite deren Arbeit während deines Praktikums.

Viel Erfolg!


Sarah Heidrich Von