Sprich dich aus: Wie verleihst Du deinen Stücken das gewisse Etwas?

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Umfrage: Sprich dich aus

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Der letzte Schliff

Vielleicht ist es nur eine gewisse Würze, mit denen Du deine bereits weit gediehenen Produktionen final abschmeckst, vielleicht ist es aber auch eine Idee oder Philosophie, die beim Songwriting, Komponieren, Aufnehmen, Arrangieren, Mixen oder (Pre-)Mastern am Anfang steht.

Die Frage nach dem gewissen Etwas, das deine Stücke erst so richtig rund macht, kann sehr vielfältig beantwortet werden. Genau deshalb sind wir so gespannt die breite Palette der Kniffe, die alle delamari hier untereinander teilen mögen. Wie immer wäre es ganz famos, wenn Du möglichst genau schilderst, was deinen Produktionen fehlte und wie diese Lücke schließen konntest.

Am liebsten sähen wir ganz konkrete Tipps für eine ganz bestimmte Art von Klängen oder gewisse musikalische Genres – den Vogel schießt Du endgültig ab, wenn es sich dabei um einen Tipp handelt, der sich auch mit geringem Budget oder gar kostenlos umsetzen lässt. Auf geht’s!

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Lesermeinungen (22)

zu 'Sprich dich aus: Wie verleihst Du deinen Stücken das gewisse Etwas?'

  • Chris Hoonoes   11. Jun 2013   11:34 UhrAntworten

    Auftragen, Polieren! :)

    Nein, Spaß, das gewisse etwas kommt bei mir von selbst aufgenommenen Samples! Heutzutage gibt es so unglaublich viele Möglichkeiten an Samples zu kommen, aber ich bin der Meinung das "Signature-Samples" einem Track schon eine gewisse Eigenständigkeit verleihen. Ich muss dazu sagen, ich produziere hauptsächlich elektronische Musik und da tuts manchmal schon ein ins Mikro gehauchtes Atmen/Seufzen/etc/pp
    wenn man weiß wie mans bearbeitet.

    Viele Grüße

    Chris Hoonoes

  • Daniel   11. Jun 2013   13:10 UhrAntworten

    Ich denke, die Herangehensweise an eine Produktion ist ausschlaggebend für die individuelle Note. Allerspätestens in der Mixing-Phase mache ich mir Gedanken, wie ich den Sound verändern kann, ohne die Grundtendenz des Songs tiefgreifend zu verändern. Da jeder nun mal unterschiedlich musikalisch sozialisiert wurde bzw. wird, muss auch das Ergebnis jedes Produzenten anders klingen. Wie ich diese Gedanken anschließend umsetze, ist ein anderes Paar Schuhe, und die Zauberformel dafür heißt Übung, denke ich.

  • Die Seelen   11. Jun 2013   13:12 UhrAntworten

    Da wir keinen Drummer haben und ja auch eher elektronische Musik machen, nehmen wir hier und da Shaker und so über Mikrofon auf und mischen die Elemente leise zu den Drums aus der Konserve. Das klingt dann nicht so steril.
    Außerdem versuchen wir, die Songs nicht tot-zu-limitieren. Ein Dynamik-Umfang von 1 dB ist vielleicht schön laut.
    Aber einfach nur nervig anzuhören.

    Gruß
    Torben
    www.dieseelen.de

  • Stefan Marbury   11. Jun 2013   13:16 UhrAntworten

    Sehe das ähnlich, wie der Chris Hoonoes. Nicht auf die Sounds verlassen, die es zu hauf gibt und wodurch alles wieder gleich klingt. Sondern selber mal etwas ausprobieren. Und wenn es nur das Schleifgeräuch eines Plektrums an einem Stück Holz ist. Oder der Klang des Glöckchens, welches manchem Naschwerk um den Hals hängt. Man kann da wunderbare Dinge machen mit. Vielleicht auch mal Effekte/Tools absichtlich "falsch" verwenden. Also z.B. mal andere Klänge bearbeiten, als die Bedienungsanleitung vorsieht.

    Um es kurz zu fassen: Mit den Dingen spielen, experimentieren und auch mal ungewöhnliche Wege gehen. Erlaubt ist, was möglich ist.

  • lomomo   11. Jun 2013   16:07 UhrAntworten

    Songideen / Melodien halte ich immer mit meinem MP3 Player / Handy fest, sobald Sie mir in den Sinn kommen, dann geh ich in irgend eine ruhige Ecke und singe / summe meine Ideen und nehme Sie dabei auf.

    Zuhause lad ich die Ideen dann auf den PC, und versuch die Melodie schon mal am Klavier oder Gitarre zu spielen. Da ich viel mit Bus und Bahn fahre überleg ich mir in der Zeit dann immer einen Songtext oder ich versuche herauszufinden, was andere Musiker für Sounds / Klänge in ihren Songs verwenden um so Ideen für meine Songs zu bekommen.

    Da ich ein großer Fan von live Aufnahmen bin und auch gern Akustik Songs höre, mixe ich nicht so gerne meine Songs. OK hier und da ein paar Störgeräusche raus aber das war es meistens schon für meine Songs.

    Aber ab und an experimentiere ich auch, dabei finde ich es immer wichtig, das der Song nicht zu perfekt ist, man muss irgendwie was besonderes in den Song bekommen woran man den Musiker wiederkennt und merkt, das jemand Spaß hatte und mit Seele gespielt hat.

  • Wirgefuehl   11. Jun 2013   16:47 UhrAntworten

    Hör´s Dir an, Felix! :)

    Wir machen elektronische Musik - handgemacht mit Herz aus Hamburg. Klingt wie Werbung? Ist aber so.

    Wir spielen zu 99% selbst ein und orientieren uns an so vielen Musikstilen, dass unsere Musik ganz automatisch das gewisse Etwas hat.

  • IrgendeinThomas   11. Jun 2013   23:37 UhrAntworten

    Ich versuche bei Multi-Samples soweit es die Library hergibt möglichst viel an Dynamikeinstellungen (Anschlagsstärke, evlt. Expression,...kommt auf die Library an) und Artikulationen (zB Legato, Tremolo, Vibrato und Non-Vibrato, Staccato,...) mit einzubauen, teilweise (bei Pads, Streichern und dergleichen) mit ähnlichen Klängen in der Tiefenstaffelung/Panorama etwas versetzt zu layern und dann zwischen den gelayerten Sounds jeweils unterschiedlich, variable Lautstärkenverhältnisse einzustellen denn umso lebendiger, abwechslungsreicher und natürlicher klingt es als nur einen Klang monoton runterspielen zu lassen. Ist zwar mehr Aufwand aber der Unterschied kann schon enorm sein.

    • Kristopher   12. Nov 2015   10:03 UhrAntworten

      In welchem Genre ist du am aktivsten?
      Möchte mir gerne paar Tracks von dir anhören :)

  • Daikatsu   12. Jun 2013   01:58 UhrAntworten

    Mal nen andern ranlassen! Eigentlich heißt es, zu viele Köche verderben den Brei. Jedoch hab ich öfters die Erfahrung gemacht, dass ich den Überblick und die Perspektive und somit auch die Kreativität für einen meiner Songs verliere, wenn ich zu viel dran arbeite. Wenn ich den dann unserm Keyboarder gebe, fallen ihm so manch geile Sachen dazu ein, die dem Track noch eine gewisses etwas verleihen.

  • Der Ulli   12. Jun 2013   07:39 UhrAntworten

    Ich musiziere auch alleine. Ich versuche meinen Mixes immer einen latenten Proberaumcharakter zu geben. Inspiration ist da für mich immer von der Band Helmet das Album Meantime. Ich packe beispielsweise auf die Drum Gruppe gerne eine leichte Fuzz-Zerre um eine gesunde Portion Schmutz in den Drumsampler zu bekommen. Auch Automation bringt sehr viel an Dynamik. Und wie schon gesagt wurde,ist zuviel Kompression des Klanges Tod.

  • Niño Lobo   12. Jun 2013   11:25 UhrAntworten

    es gibt kein Rezept... alles steht und fällt mit der Idee... bleibt die aus, dann hat der Song nix! ... und zur Idee gehören: Thema, musikalische Darstellung des Themas, evtl. aussagefähigen Text....... und gaaanz zum Schluß kommt erst der Sound!... aber auch wenn der verhaut, wird´s nen Flop :)

    • IrgendeinThomas   12. Jun 2013   20:33 UhrAntworten

      Das Thema hieß aber nicht "Wie mache einen perfekten Song?" ich denke die Tips können auch nur richtig greifen wenn auch der Rest des Songs/des Stücks zum. nicht grottig, stümperhaft gemacht ist.;-) Gehen wir halt mal rein theoretisch davon aus auch wenn es teils in der Praxis nicht der Fall sein sollte.:-)

  • Alex28   13. Jun 2013   00:00 UhrAntworten

    Ja das große gewisse Etwas.

    Zunächst einmal kommt es darauf an was der Song erzählen soll, soll die Stimmung eher ruhig sein oder der Song richtig nach vorn marschieren. Es hängt auch viel davon ab wie Sänger/in und die Musiker das Stück annehmen und umsetzen würden. Daraus ergibt sich schon, ein gewisses Etwas das die Musiker dem ganzen aufsetzen. Dann kommt es natürlich auch darauf an mit wem man das ganze macht. Eine Metalband würde einen Song natürlich komplett anders umsetzen als ein Rapper, Techno Dj, Popgitarrist oder Schlagerproduzent. Daraus ergeben sich teilweise völlig andere Sichtweisen auf das was man schreibt und finde ich das gewisse Etwas ohne großes extra hinzutun frei ergibt.

  • Jay   13. Jun 2013   21:02 UhrAntworten

    Ich bin ein Fan vom "Alles selbst machen" - damit meine ich, nicht die xte Sample-Library zu bemühen (gibt natürlich auch Ausnahmen bzw. was Nettes drin), sondern Ideen schnell zu fixieren, um sie dann Stück für Stück zu dem zu entwickeln, was man Track nennt und was einem vorschwebt.
    Aber ich lass gern mal jemand anderen, der meinen Style vertritt, drüberhören, das hilft bei der nötigen Selbstkritik (vgl. oben Daikatsu)
    Honoes/Marbury: So seh ich das auch, die Würze kommt vom Experimentieren und davon, sich nicht an kompositorische Regeln zu halten. Damit mein ich nicht, alles, was man so machen kann, über den Haufen zu werfen, sondern einfach locker und spontan zu bleiben und sich zu sagen: Hey, das klingt ja so mal gaaaannz anders als alle anderen Sachen.

    Und dann nach meiner Erfahrung: Kompressoren wirklich nur SPARSAM einsetzen und wenn, dann mit Bedacht. Hab erst gestern nen Remix bekommen - supergeile Housenummer, aber so totkomprimiert, dass man den Eindruck hat, jemand könne vor Kraft nicht laufen...

  • Skellington   16. Jun 2013   21:46 UhrAntworten

    Nun, wenn ich euch mein Geheimnis verrate, muss ich euch natürlich alle umbringen. Versteht ihr schon, oder?

    Im Ernst, ich glaube nicht, dass das etwas ist, das man in der Regel bewusst macht. Ist vielleicht auch eine Frage der Arbeitsweise, aber ich finde, das "gewisse Etwas" sollte einfach dadurch entstehen, dass DU den Song machst.

    Es ist die Summe jahrelangen Lernens und Probierens, und es gibt auch so etwas wie einen *Seelencharakter*, den jeder mitbringt. Unter anderem dient das ganze Ansammeln von Handwerk paradoxerweise dazu, dass man lernt, selbst aus dem Weg zu gehen und *es" leuchten zu lassen. Klingt vielleicht etwas esoterisch, aber bei mir läuft das eigentlich immer so.

    Das gewisse Extra entsteht m.E. gerne dann, wenn man gar nicht so bewusst darauf hinarbeitet. Es sind bei mir immer die Sachen, wo ich mich hinterher frage "wie zum Teufel bist Du denn DARAUF gekommen…?" (ohne Drogen!). Und das kann man ganz schlecht in einer kontrollierten und bewussten Weise herbeiführen.

  • Chris Hoonoes   01. Jul 2013   08:15 UhrAntworten

    Was Skellington sagt +1, vorbehaltlos! :)

  • Chris Hoonoes   30. Aug 2013   10:59 UhrAntworten

    @Jay und Daikatsu: Ich finde es auch extrem wichtig, eine zweite Meinung einzuholen. Dieses Verlieren im Beat und das verlieren der (relativen) objektivität passiert so schnell. Wenn ich z.B. abends 3 Stunden an nem Track bastel und beim ins Bett gehen noch denke, wow, das haste aber geil gemacht, am nächsten Tag sich das Stück wiederum absolut grottig anhört, dann weiß ich, ich hab mich und den Bezug zum Track verloren.
    Schlimm ist das erstmal nicht, wenn man aber nicht mehr zurück findet kann eine zweite Meinung (am besten von jemandem der selbst Produziert) den Track wieder retten.
    Und vier Ohren hören schließlich mehr als zwei. :)

  • Jay   31. Aug 2013   12:03 UhrAntworten

    Chris: Ja, das stimmt genau, ist halt immer so, dass man mit "frischen" Ohren die Tracks/Songs dann nochmal anders wahrnimmt. Aber gerade darin liegt auch die Chance, nochmal die Würze reinzubringen.

  • Patrick   12. Mrz 2016   20:30 UhrAntworten

    Ich finde auch, dass eine zweite Meinung nicht nur wichtig, sondern auch in einzelnen Fällen lebensrettend für den Song sein kann. Auch muss ich einigen Vorrednern beipflichten: zu stark komprimiertes Material klingt einfach nur grottig, und wenn dieser Song nicht gerade hintergründig im Radio laufen würde, würde ich mir den nicht anhören. Ein klassisches Beispiel ist dieser Barbra Streisand-Remix von Duck Sauce. Ich weiß schon: das ist auf Druck ausgelegt und extrem auf Krawall gebürstet, aber für mich ist dahinter schon zu viel Druck. Ich versuche, wenn ich etwas abmische, so etwas wie eine dynamische Linie zu bewaren. Da soll nix zu laut oder zu leise daher kommen, aber ich will bei meinen Produktionen Dynamik drinnen haben, das ist allemal besser als konstante Lautheit, in weiterer Folge als der ganze ewige Lautheitskrieg, von dem im Grunde genommen niemand wirklich was hat, außer in letzter Instanz die Hörgeräteakustiker.

  • fatman   13. Mrz 2016   14:56 UhrAntworten

    Nicht alles was man kann, muß man auch müssen!
    In den aktuellen Homestudios mit einer guten DAW sind die Möglichkeiten, einen Song zu bearbeiten ja ungleich größer, als das noch vor 20, 30 Jahren der Fall war. Selbst in einem Profi-Studio hat man kaum mehr Möglichkeiten. Dabei steht die Qualität der der Werkzeuge natürlich auf einem anderen Blatt.
    Ich versuche, die Plugins auf das Notwendigste zu reduzieren. Das ist wie beim Kochen. Eine gute Suppe wird nicht durch möglichst viele Gewürze gemacht, sonderen durch wenige, aber die richtigen. Wenn mein Mix dann steht, habe ich mit zwei "Todsünden" gute Erfahrungen gemacht. Ich versuche dann noch auf die Summe mit Verbs und/oder Harmonizer g a n z dezent einen Effekt
    zu erreichen. Das kann der Aufnahme manchmal noch ein "gewisses Etwas" hinzufügen!
    Ich empfehle das mal bei aktuellen Aufnahmen aus den Charts zu machen. In einigen Fällen kam ich aus dem Staunen nicht heraus.

  • 1 und 2 und 3 und 4 und   14. Apr 2016   09:20 UhrAntworten

    Das Thema ist zwar schon ein wenig älter aber leider hab ich es gerade erst gefunden.
    Ich denke, man bekommt recht gut eine gewisse Note in (s)einen Song wenn man gegen Trends anschwimmt. Als Beispiel mal den Metal Bereich. Der Trend dort ist in immer tieferen Stimmungen zu spielen. Leider nimmt man so und durch entsprechendes Mixen dem Bass oft den Raum. Bei manchen Bands kann man den Bass fast gar nicht mehr ausmachen. Ich gehe dagegen häufig her und pushe den Bass nach vorne, so dass er an Lautstärke den anderen Intrumenten nicht nachsteht.

  • Madox   01. Sep 2016   11:39 UhrAntworten

    Integriere Instrumente & Sounds, die du sonst nicht verwenden würdest!
    Ich bin Beatboxer und Looper, verwende also eigentlich keine Instrumente. Wenn ich merke, dass der neue Song klingt wie zwei meiner alten, versuche ich Sounds zu erzeugen, die ich noch nie verwendet habe. Zum Beispiel die Snare statt mit dem Mund zur Abwechslung einfach mal zu Klatschen, oder für die Kick das Mikrofon gegen den Tisch zu hauen. Ich denke das funktioniert auch für andere Musiker. Manchmal Laufe ich über den Flomarkt und finde kleine Dinge, die außergewöhnliche Töne erzeugen. Grade weil ich eigentlich nur mit Vocals arbeite, sind andere Geräuschquellen hier und da immer ein herausstechendes Element.

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