Tinnitus Therapie: Neue Therapie hilft Lautstärke des Leidens zu verringern

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Tinnitus Therapie: Neue Therapie hilft Lautstärke des Leidens zu verringern

Deutsche Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass eine individuell angepasste Tinnitus Therapie die Rauschlautstärke bei an Tinnitus leidenden Menschen senken könnte. In dieser Musiktherapie wurde die Lieblingsmusik der Partizipanten so verändert, dass Noten mit der selben Frequenz des Tinnitus entfernt wurden. Nachdem die Probanden ein Jahr lang die modifizierte Musik hörten, konnten einige eine Absenkung in der Lautstärke des Leidens berichten.

Der leitende Wissenschaftler Dr. Christo Pantev der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster berichtet, dass diese günstige Therapie zusammen mit anderen genutzt werden könne, um das Tinnitus-Leiden zu verringern.

Schätzungen besagen, dass etwa 1-3% der Bevölkerung an einem chronischen Tinnitus leiden, der ausgeprägt genug ist, die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Auch wenn nach dieser Studie die Ursache des Leidens weiterhin im Dunklen bleibt, konnte doch gezeigt werden, dass der Teil des Hirns, der Schall bearbeitet, bei Erkrankten beeinträchtigt ist. Die Theorie zur neuen Tinnitus Therapie basiert darauf, dass das Entfernen des Frequenzbereiches, der mit dem Tinnitus assoziiert ist, dazu führt, dass die Hirnaktivität in diesem Bereich gedrosselt wird. Das wiederum führe zu einer Linderung des Leidens.

 

Über die neue Tinnitus Therapie

An der Studie nahmen insgesamt 39 Patienten teil, die im Durchschnitt fünf Jahre an einem chronischen Tinnitus litten, aber keine sonstigen Probleme mit dem Gehör aufwiesen. Diese wurden in drei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde mit der neuen Tinnitus Therapie behandelt, eine weitere mit einer Placebo-Version der Tinnitus Therapie und die letzte schliesslich mit den üblichen Verfahren zur Linderung eines Tinnitus.

Alle Partizipanten hörten im Durchschnitt 12 Stunden Musik wöchentlich. Bei der Gruppe mit der neuen Tinnitus Therapie konnte am Ende der Studie ein signifikanter Abfall der Lautstärke des Leidens im Vergleich zur Gruppe mit der Placebo-Version festgestellt werden.

Quelle

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Lesermeinungen (11)

zu 'Tinnitus Therapie: Neue Therapie hilft Lautstärke des Leidens zu verringern'

  • JAN   11. Apr 2010   12:24 UhrAntworten

    Yeah, sowas hebt Delamar doch mal von anderen "Audio Blogs" deutlich ab. Guter Bericht! Nur für Leute, die nach dem Hörsturz ein Rauschen statt eines Pfeifens hören, scheint damit leider noch nicht geholfen zu sein.

  • Sib   11. Apr 2010   15:05 UhrAntworten

    Ich denke, Rauschen ist weiter verbreitet als Pfeifen - das dürften viele Musiker kennen. Zum Glück lässt sich das leichter übertönen als ein Pfeifen. Beim Produzieren und Mischen von Musik kann man eigentlich immer Ohrstöpsel tragen, außer es geht um die Höhen, meiner Meinung nach.

  • nevi   11. Apr 2010   15:53 UhrAntworten

    Hab ich auch schon von gehört. Funktioniert wohl nach dem Prinzip der Homöopathie. Da wird auch mit Substanzen gearbeitet, welche die gleichen Symptome wie die Krankheit hervorruft und diese sozusagen "mit den eigenen Waffen" besiegt. Wahrscheinlich hat der Tinnitus psychologische oder psychosomatische Ursachen.

  • Metamorophose   11. Apr 2010   19:07 UhrAntworten

    Interessanter Artikel. Interessantes Thema. Danke für den Bericht.

  • Paul Tunyogi-Csapo (delamar)   12. Apr 2010   10:50 UhrAntworten

    Hallo allesamt,

    ich hatte über 2 Jahre mit Tinnitus zu kämpfen und schreibe euch einen kurzen Erfahrungsbericht meinerseits.
    Bitte nicht aufschreien nachdem Motto, wie kann er es wagen eine Lösung anzubieten. Das kann ich nicht aber die Erfahrung hat mir recht gegeben, denn er ist seit langem weg !!

    Der Tinnitus trat auf kurz vor meinem Klavierexamen auf. Wen wundert es. Es war natürlich Stress bedingt. Nur hier setzte ich schon an.
    Der Körper sucht sich seine Wege um solche Dinge auszugleichen.
    Dies ist vergleichbar mit der physischen Reaktion von der Empfindung
    des Lachens, was sich unmittelbar umsetzt in eine körperliche Reaktion.
    Genauso bei Weinen. Steht dem Körper dieses Ventil der physischen Äußerung nicht mehr zur Verfügung, da dies unterdrückt wird, sucht der Körper sich andere Wege, der heißt Tinnitus.

    Kandidaten hierfür sind oft Menschen an denen man keine emotionalen Reaktionen ablesen kann, was irgendwie unnatürlich ist.
    Wir haben ja auch verlernt Körpersprache zu deuten. Eine Kommunikationsform die oft darüber entscheidet, ob ein Gespräche oder Verhandlung einen positiven oder negativen Verlauf nimmt.
    Wer sich dafür interessiert, dem kann ich das Standardwerk von Sammy Molcho "Körpersprache" empfehlen.

    Am Klavier hatte ich das Problem da ich glaubte toll spielen zu können ohne mich Emotional zu sehr engagieren zu müssen. Ein Phänomen dem viele Musiker erliegen, um einfach "Cool" zu sein.
    Das führte dazu das ich rein technisch durchaus enormes leisten konnte, und platzte nachher fast vor Wut, weil ich nichts dabei empfand. Es hat mich viele Jahre gekostet mein Klavierspiel mit meiner Gefühlswelt in Einklang zu bringen.

    Um es kurz zu machen. Ist die wechselseitige psychophysische Reaktion gestört, führt das über kurz oder lang zum Tinnitus.
    Dies hier ist ein rein persönlicher Erfahrungsbericht und meine eigene persönliche Einstellung zu diesem Problem, denn bei allen Therapien muss man sich fragen welches Ergebnis sie bringen. Es ist der Stressabbau der die eigene Gefühlswelt mit der Physis wieder in Kontakt und Einklang bringt.

    Für Hilfe suchende gibt es das Tomatis Institut welches im Bereich
    Tinnitus wohl große Erfolge erzielt.

    http://www.tomatis-group.com/index.php?lang=5&menu=on

  • MoogWai   12. Apr 2010   11:14 UhrAntworten

    Danke Paul für deinen Erfahrungsbericht. Viele Krankheiten haben tatsächlich pychosomatische Ursachen.
    Schön, dass es bei dir eine gute Wendung genommen hat.

  • schr0tti   12. Apr 2010   11:29 UhrAntworten

    Soweit ich weiss, kann der Tinnitus schlicht auch nahc einer Überbeanspruchung des Ohres kommen. Also nicht psychosomatisch.?!

  • Pro   12. Apr 2010   13:46 UhrAntworten

    Da merkt man mal was für medizinische Nixblicker Musiker sind...

    Tinitus = Symptom einer Schwermetallvergiftung(AMALGAM)

  • Paul Tunyogi-Csapo (delamar)   12. Apr 2010   14:31 UhrAntworten

    Der Tinnitus durch überbeanspruchung ist eine vorrübegehende Erscheinung. Das geht meistens auch wieder weg.

    @pro

    Wenn Tinnitus ein Amalgam Vergiftung wäre würde jetzt noch jemand in meinem etwas weiteren Umfeld noch leben. Bei ihm wurde der schlimmste Tinnitus überhaupt festgestellt. Er glaubte das er es alleine in den Griff bekäme und glaubte recht uneinsichtig, das es mit einer Tablette getan ist. Er nahm sich vor kurzem mit Schlaftabletten das Leben.
    Glaubst du nicht das genau dieses Problem schon gelöst wäre wenn es so simpel wäre wie du schreibst.
    Wenn du Schulmediziner bist, mit Betonung auf "Schul" dann will ich dir deine Unwissenheit nachsehen.
    Meine Eltern kommen aus dem Medizinischen Bereich und natürlich habe ich das auch überprüfen lassen.
    Amalgam habe ich immer noch im Mund und habe kein Tinnitus mehr.
    Diese Amalgam-Idee war eine von vielen damals die aus der Erklärungsnot der Schulmedizin entstand, die sich mit Spritzten und Sauerstoffkabinen an den Patienten bereicherten und es bestimmt noch tun.
    Das mal zum "Nixblicker"

  • JAN   12. Apr 2010   20:35 UhrAntworten

    Hyperbare Oxygenierung ist nur ein Versuch der Therapie. Somit wird der Sauerstoffgehalt im venösen und artiellen Gefäßsystem erhöht. Ich hatte selber auch mal eine Tinnitus vom pfeifenden Ufer, bin dan direkt in ne HNO Klinik, die haben mir ein Mittel zur Verbesserung der artiellen Sauerstoffversorgung gegeben. Hat auch geholfen.

    Ich achte aber seitdem sehr drauf, möglichst kein Knalltrauma abzubekommen. Es gab vor ein paar Jahren mal eine Studie, die auch in der Production Partner abgedruckt wurde. Quintessenz war, dass laute Musikbelastung das Ohr weit weniger schädigen als ein Knalltrauma...

  • Sib   12. Apr 2010   20:54 UhrAntworten

    Es gibt doch bestimmt auch Leute ohne Amalgam und mit Tinitus.

    Jetzt mal ganz vom Stress abgesehen, es geht hier ja wohl in erster Linie um die physikalische Überbeanspruchung des Ohres durch zu hohe Lautstärken über zu lange Zeiträume.

    Ich selbst habe ab und zu Ohrpfeifen nach langen Sessions, das plötzlich einsetzt, aber zum Glück bis jetzt nach ein Paar Sekunden immer wieder verschwunden ist. Rauschen habe ich leider schon ständig. Interessant ist, dass ganz kurz, bevor das Pfeifen einsetzt, das Rauschen komplett aufhört.

    Kennt das wer von euch auch?

    Inzwischen pass ich echt auf auf mein Gehör, in Clubs oder auf der Baustelle mache ich gar nichts mehr ohne Ohrstöpsel, ich mach sogar inzwischen Musik damit.

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