Sprich dich aus: Wie hat sich deine Produktionsweise verändert?

11
SHARES
Umfrage: Sprich dich aus

anzeige

The Times They Are a-Changin‘

Mögliche Ursachen für einen Wandel in der Art, Musik zu machen, produzieren, […] haben wir in der Einleitung schon angedeutet. Nun interessiert uns brennend, welche konkreten Ereignisse und Entwicklungen das in deinem Fall waren.

Willkommen sind sowohl kundige Beiträge aus der Vogelperspektive, als auch Wortmeldungen, die sich auf kleinste technische Details konzentrieren – viele delamar sind sicherlich Geek genug, um allerlei Fachsimpeleien über jüngste und jüngere technische Erschütterungen willkommen zu heißen.

Aus meinem Nähkästchen

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich bis etwa zur Mitte der 2000er-Jahre in Fruity Loops ausschließlich Samples herangezogen und mit Effekt-Plugins verwurstet habe. Doch dann vollzog sich recht schnell ein Wandel – abgesehen von Drum Samples synthetisiere ich nun alles selbst, übrigens seit einigen Jahren (und mit anhaltender Begeisterung) in Reaper. Wozu gibt es denn all die wunderbare käufliche Synthesizer-Software da draußen, von all den tollen Free VST Plugins ganz zu schweigen …

Wahrscheinlich stammte meine anfängliche Distanz gegenüber virtuellen Instrumenten mitsamt der Notwendigkeit, sich mit subtraktiver Synthese auseinanderzusetzen, noch aus Urzeiten, in denen ich mit FastTracker unterwegs war. Wir hatten ja nix damals! ;)

Dein Input ist gefragt

Aber jetzt bist Du am Zug. Wie hat sich dein Produktionsweise verändert gegenüber deinen Anfangsjahren? Sprich dich aus, denn viele Leser und natürlich deine delamar-Redaktion sind sehr interessiert an Einblicken in verschiedene Herangehensweisen an die Musikproduktion!

Mehr zum Thema:
        


Lesermeinungen (11)

zu 'Sprich dich aus: Wie hat sich deine Produktionsweise verändert?'

  • Buggy   04. Feb 2014   13:18 UhrAntworten

    In der Zwischenzeit arbeite ich viel mit Vorlagen und Templates für Reaper. Das spart eine Menge Zeit und ich bin so wesentlich schneller fertig.

  • Mann-Fr   04. Feb 2014   13:20 UhrAntworten

    Nachdem ich zu Beginn bei Samples eher skeptisch gewesen bin erlaube ich mir nun diese auch mal in meinen Songs zu nutzen
    Loops finden auch mal ihren Weg in meine Musik aber da bin ich noch etwas verhalten

  • Carlos San Segundo (delamar)   04. Feb 2014   13:22 UhrAntworten

    Grundlegend verändert hat sich bei mir vor allem, dass ich inzwischen zielgerichtet produziere und alles in eine bestimmte Richtung dadurch geleitet wird.

    Wie war das gleich? Nur wer seinen Zielhafen kennt, weiß, wann er angekommen ist.

  • Peter C.   04. Feb 2014   14:42 UhrAntworten

    Bei mir läuft das heute mit Ziel gerichteten Produktionen manchmal gerne und bevorzugt ins Gegenteil. Da bin ich gerne ein Wanderer, nach Jahren von Fließbandproduktionen.
    Ich suche lieber Orte auf, an denen ich noch nicht gewesen war, als sich immer wieder in Gefilde zu begeben, die man schon so oft aufgesucht hatte und dadurch nicht wirklich neues mehr erfährt.

    Im musikalischen Kontext bedeutet dies, das ich z.B. nicht auf eine nahe liegenden Harmonie in einer Folge zurückgreife, die man im Gedankengang schon erwartet hätte und suche daher nach einigen Überraschungsmomenten.
    Ich versuche gerne mit Gegensätzlichkeiten eine gewisse Stimmung zu erzeugen, die zum Teil auf dem Papier disharmonisch klingen würden, aber im Zusammenspiel etwas sehr stimmiges erzeugen, was sich durch herkömmlichen Einsatz von (einfachen) Akkorden nicht so intensiv erzeugen lässt.
    Ich mag es, wenn die Musik beim Kompositionsprozess ihren ganz eigenen Weg zu gehen scheint und mich lediglich als Chauffeur benutzt.
    Das kann man nicht erzwingen, aber wenn das passiert, dann ist es immer wieder überraschend und spannend dieser Selbstständigkeit der Musik, selbst nach dem X-ten Male, zu lauschen.
    Gleichwohl dies meine eigene Hände Arbeit ist hab ich doch das interessante Gefühl, einer anderen Seite von mir von Außen zuzuhören.

    Daher verwerfe ich dann auch oftmals Sachen, wenn ich so langsam merke, das hast Du jetzt aber schon X-Male so gemacht und gehört und das bekannte Schema-F der Art von Fließbandproduktion hängt einem nur noch zu den Ohren raus.
    Ich versuche mich daher von der Musik anleiten zu lassen und nehme mir nicht mehr vor, dies und das dann so und so zu machen.

  • IrgendeinThomas   05. Feb 2014   00:17 UhrAntworten

    Bei mir hat sich eigentlich nichts grundsätzliches geändert das man konkret beim Namen nennen könnte sondern im Laufe der Zeit immer wieder mal dieses und jenes Detail - sowohl Equipment als auch Herangehensweise. Die Änderungen sind dann sozusagen nur die Summe der Details die sich im Laufe der Jahre so angesammelt haben, ich müßte also viele Kleinigkeiten auflisten. So wie bei einem Mix wo zwar jeder einzelne Arbeitsschritt meistens noch nicht den enormen Unterschied ausmacht sondern erst die Summe von vielen kleinen Arbeitsschritten den deutlich hörbaren Unterschied zum Ausgangsmaterial ergibt.:-)

  • Alex 28   05. Feb 2014   10:02 UhrAntworten

    Nun nach vielen Jahren, der Prodiktionen von elektronischer Musik, sammelte sich so einiges an aufwendig erstellten Drumloops, Samples usw. an. Heut zu tage, kauft man sich eine Sample CD und fertig. Da ich in zwischen aber eher Pop und Rock produziere ergeben sich mit all meinem alten Kram neue andere interessante Aspekte.

    Vor allem klingen die alten gesampleten GM Sounds verglichen mit heutigen Librarys irgendwie "echter". Das interessante daran finde ich, ist das "billig" klingende Sounds durchaus in modernen Produktionen ihre Berechtigung haben und dem Song so eine ganz besondere Note verleihen können.

    Daher verzichte ich nach wie vor auf VST Klangerzeuger und verwende hier lieber meine früher, teuer erstandenen Hardwaresynthesizer. Egal wie toll da NI oder der gleichen sein mögen, ein Controller für VST Instrumente und ich habe viele ausprobiert, geben mir nicht das Gefühl, ein Hardwaregerät in den Händen zu haben. Mit etwas Schrauben erziele ich die Ergebnisse auch und ich bekomme das ganze sogar etwas anders und druckvoller hin. Im Ergebnis klingt es dann nicht wie der Standardradiobrei.

    Anders beim Mixen. Hier konnte ich mir nie die teure Hardware leisten. Um so besser, das es hier inzwischen brauchbare Plugins gibt. Lediglich zwei Hallgeräte, einen Delay und zwei Multieffektgeräte zieren hierfür mein Outboard worauf ich auf Grund des eigenen Klangcharakters nicht verzichten möchte und ich mir ohne Gebrauchtkauf hätte auch nicht leisten können.

    In sofern betrachtet hat sich meine Art zu Arbeiten dahingehend verändert, das sich die Produktion mit dem Mixen mehr verbunden hat. Es sind dadurch weitere sinnvolle Möglichkeiten zur Klanggestaltung hinzu gekommen. Nur das Mastering überlasse ich dann anderen die, die nötige Hardware und das Know how dafür besitzen.

  • Franz – Hermann Schmidt   05. Feb 2014   20:31 UhrAntworten

    Das Thema hatten wir gerade Heute Nachmittag bei mir im Studio, als ich Besuch von zwei Musikern hatte, die sich einfach mal anschauen wollten, wie man heute so im relativ einfachen Home oder Projektstudio produziert.
    Und da fiel mir der Satz ein, dass wenn ich heute mit den Kenntnissen die ich inzwische erworben habe, nochmal ein Studio einrichten müsste, würde es wahrscheinlich nur einen Bruchteil von dem kosten, was ich insgesamt reingesteckt habe.

    Ich könnte mich zielgerichtet auf das konzentrieren, was ich wirklich brauche.
    Und das spiegelt sich auch bei der Arbeitsweise wider.
    Ich habe die Vorstellung von dem was ich will, und kann ganz locker an die Sache rangehen.
    Das ganze probieren fällt fast weg, weil ich weiss, wie was klingt. wenn ich das und das tue.
    Man weiss was notwendig ist dahinzukommen, weil man inzwischen viel Know-How erworben hat. Der Weg bis hier war nicht leicht, und ich wünsche mir das noch lange auskosten zu können. Dabei geht es gar nicht um das große Geld.
    Es macht einfach viel Spass, und wenn man ab und an auch mal was verkauft, ist das schon ein glückliches Gefühl.

    LG Condor

  • Phunkateer   06. Feb 2014   11:06 UhrAntworten

    Gezielt produzieren ist ja schön und gut, aber man muss auch flexibel bleiben, frei nach der Devise: "Frage nicht was dein Song für dich tun kann, sondern was du für deinen Song tun kannst!"

    Grz,
    Phunkateer

  • Timo Jan Knoll   02. Dez 2016   13:45 UhrAntworten

    Da ich Schlagzeug spielen kann kommen diese Sounds niemals aus der Konserve. Von Samples (für BassLine, Sound, Leads, . . . ) weiche ich erst heutzutage mehr und mehr ab. Was interessante Kreationen hervorbringt da ich mein Musikgeschmack umso besser kanalisieren und produzieren kann aufgrund meiner häufigen Arbeit mit Samples.
    Jetzt bräuchte ich nur noch ein wenig Klavierunterricht, ich fauler Hund.

  • Chris Hoonoes   02. Dez 2016   19:53 UhrAntworten

    Früher hab ich einfach gemacht, ohne groß drüber nachzudenken, welcher Regler jetzt was bewirkt oder ob bestimmte Effekte auf bestimmten Spuren wirklich notwendig sind.
    Über die Zeit hat sich mein Produktionsprozeß (in the box) dahingehend verändert, dass ich den einzelnen Einstellungen, sei es bei der Klangerzeugung oder bei Effekten, viel bewusster rangehe. Ich überlege vorher, was ich für ein Ergebnis haben möchte und komme meist auch zumindest in die Nähe meiner Vorstellungen. Nichtsdestotrotz hab ich immer versucht mir zumindest ein bisschen Spielfreude zu bewahren und auch einfach mal rumzuschrauben und zu gucken was passiert, fällt mir nicht schwer. Natürlich hab ich als Hobbyist weder Deadlines (zumindest keine externen ;) ) noch muss ich mich mit Kundenwünschen rumschlagen. Ich denke mein Produktionsprozeß (womit bitte der Schaffensprozeß an sich zu verstehen ist, ich sehe mich noch lange nicht als Musikproduzent) ist grundsätzlich gereift, auch durch die Lebensumstände. 8 Stunden am Stück an einem Beat sitzen ist definitiv nur noch sehr selten drin, ich denke das bedingt auch den Vorgang, des bewussteren Musikmachens. Wenn man nur wenig Zeit fürs Hobby hat, überlegt man sich genauer was man da überhaupt macht.

    Ich hab trotzdem nicht den Spaß an der Sache verloren, nein, eher im Gegenteil. Zu wissen was man tut, und eine Endergebnis zumindest mal anzustreben und zumindest mal näherungsweise zu erreichen, verschafft mir echt ein tolles Hochgefühl! :)

  • Patrick   04. Dez 2016   14:54 UhrAntworten

    Bei mir hat sich im Grunde genommen auch nicht viel verändert. Abgesehen davon, dass ich vor zwei Jahren von Adobe Audition 3.0 auf Samplitude umgestiegen bin. Doch, eine kleine Änderung hat sich innerhalb der letzten Monate ergeben, wobei ich es im Grunde genommen nicht Änderung nennen würde, eher eine Ergänzung: Früher habe ich Apples Logic Pro wirklich gemieden wie der Teufel das Weihwasser, weil es in früheren Zeiten mit VoiceOver eher schwer und mehr schlecht als recht zu bedienen war. Auf dem Gebiet haben Apple in den letzten Jahren jedoch erheblich angezogen und mittlerweile schätze ich das Arbeiten mit Logic Pro über Midi-Keyboard und mit den Spuren für Software-Instrumente. Zur Erklärung: Ich brauche Logic Pro X für eine Lehrveranstaltung auf der Uni, während die anderen ja mit Cubase arbeiten, das im Gegensatz zu Logic überhaupt nicht korrekt blind bedienbar ist. :-) Daher war Logic die einzige in Frage kommende Alternative auf der Uni. Was reine Audioproduktion von Vocals & Co. angeht, bleibe ich meinem heißgeliebten Samplitude aber treu, da kann uns kein Logic und kein Apple trennen, aber ich denke, dass eine Nutzung von mehreren Programmen einer guten Produktion durchaus mehr förderlich als hinderlich sein kann. :-)

Sag uns deine Meinung!

anzeige

EMPFEHLUNGEN