Sprich dich aus: Wie verbissen bist Du? Pro & Contra Perfektionismus

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Sprich dich aus

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Pro & Contra Perfektionismus

Auch und gerade in der Kunst ist so viel Raum für Perfektionismus, dass sich alle, die es ganz genau wissen wollen, so richtig austoben können. Wie weit treibst Du es mit der Haltung, dass alles perfekt sein muss? Kannst Du uns ein paar Einblicke geben, wie sich das konkret bei dir äußert? Hast Du die Erfahrung gemacht, dass zu viel Perfektionismus schädlich sein kann? Hältst Du Perfektionismus im Gegenteil für notwendig, um reinen Gewissens vor dem Spiegel stehen zu können und zu wissen, dass man alles aus sich herausgequetscht hat? Gibt es Fristen, die Du dir setzt, um dem Perfektionismus nicht endlos wuchern zu lassen? Sprich dich aus!

Umfrage: Sprich dich aus

Ich neige zur intensiven Detailarbeit und bastle oft sehr, sehr lange an einem Sound. Problematisch ist das nicht wirklich, da ich nicht darauf angewiesen bin, »fertige« Tracks zu produzieren. ;) Vielmehr erlebe ich immer wieder von neuen kleine Triumphe, wenn mir nach unendlich zähem Rumdaddeln (das ist der Preis) irgendwann der perfekte…nein, nur ein besserer Sound als zuvor gelingt. Oder einfach ein anderer, mindestens für den Moment genauso interessanter.

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Lesermeinungen (6)

zu 'Sprich dich aus: Wie verbissen bist Du? Pro & Contra Perfektionismus'

  • Padbangers   31. Dez 2014   12:00 UhrAntworten

    Perfektionismus ist ein Fluch. Habe seit 2008 kein Album fertig bekommen aber bestimmt um die 200 angefange und halbfertige Tracks.

    Ob die Welt jetzt deswegen trauern muss, sei mal dahingestellt ;)

    Ich habe mich damit abgefunden und genieße einfach die Schaffensphasen bis zu dem Punkt,an dem es mir wieder nicht mehr gefällt.

  • Emanuel Marius Becker alias Keyfreak   31. Dez 2014   16:57 UhrAntworten

    Ich glaube, dass ich schon von Natur aus ein Erbsenzähler bin. Fast alles was ich anpacke bzw. womit ich mich beschäftige, sei es zu Hause oder bei der Arbeit, muss für diesen Moment perfekt sein. Nach weiteren Jahren kann man immer noch sagen:,, zu diesem Zeitpunkt war ich noch sehr unerfahren, dass kann ich heute besser."

    Gerade im kreativen Bereich der Malerei, des Modellbaus, der Film- und Musikproduktion möchte ich etwas erschaffen was professionell wirkt.

    Da die Musikproduktion mein größtes Hobby ist und ich möglichst alle Funktionen anwenden möchte die meine Softwareprogramme und meine Hardwareinstrumente hergeben, sitze ich oft am Rechner bzw. Laptop, Instrumenten und stöber auch mal mehrere Seiten von Handbüchern durch.

    Wenn ich eigene virtuelle Musikinstrumente in Kontakt 5 und Reaktor 5 von Native Instruments, quasi als Abbild ihrer Originale mit all ihren typischen Eigenschaften programmieren möchte, achte ich nicht nur auf einen guten Sound und der typischen Spielfunktionen des jeweiligen Instruments, sondern erschaffe auch individuelle Bedienoberflächen und Bedienelemente. Vor ein paar Tagen erst habe ich einen neuen Drehregler für Kontakt 5 und Reaktor 5 fertiggestellt, der nicht nur toll aussieht, sondern auch prima funktioniert. Da er Besonderheiten aufweist habe ich ca. 24 Stunden gebraucht um ihn fertigzustellen.

    Wenn ich auf der Suche nach einen neuen Sound bin, stöber ich erst einmal viele bereits vorhandene Presets von virtuellen Musikinstrumenten und Hardwareinstrumenten durch. Habe ich dann einen Sound gefunden, der meinen Geschmack nahezu entspricht, wird dieser noch bearbeitet und mit weiteren passenden Sounds angedickt. Was dann noch fehlt, ist eine Melodie. Da ich mich noch schwer tuhe passende Melodien zu entwickeln die mit den bereits vorhandenen harmonieren, vergehen dabei auch schon mal etliche Stunden.

    Da ich bei meinem Job als Bauzeichner mit Musik nicht in Berührung komme, außer in der Mittagspause, bin ich froh, dass ich Musik "nur" zu Hause produziere und mir so viel Zeit lassen kann wie ich möchte.

    Ich wünsche dem gesamten Team von delamar und allen delamaris einen guten Übergang ins neue Jahr 2015 sowie viel Freude, Spaß und nicht zuletzt viel Erfolg beim Musizieren.

  • Raphael   01. Jan 2015   15:28 UhrAntworten

    FROHES NEUES !

    Also ich WAR ein eiskalter, detailversessener Erbsenzähler und habe nach fast genau 10 jahren erkannt, dass PERFEKTIONISMUS mehr nachteile als vorteile hat...

    Man braucht einfach zu lange für alles obwohl man eigentlich nur an den letzten 5% kratzt
    Natürlich, wenn man sagt "FERTIG!", hat man für sich was perfektes geschaffen aber war es die zeit wert? und noch wichtiger: hören leute den unterschied der letzten 5% raus wofür man fast 4 monate gebraucht hat?
    Im hobbybereich kann man schon mal den perfektionismus auspacken aber im musikgeschäft ist dafür einfach keine zeit wenn man deadlines und ein begrenztes budget einhalten muss z.B. beim abmischen. Jeder mixer der welt ob pensado, scheps, brauer usw. sagt dir das gleiche: Diese menschen könnten auch ewig an einem mix weiter arbeiten um diesen PERFEKT abzumischen. Aber es ist immer das gleiche: zeitliche und finanzielle deadlines sind da einzuhalten und dann muss das geliefert werden.

    Naja ich bin froh das ich gelernt habe:

    PERFEKTION DURCH IMPERFEKTION

    menschlich sein...

    DAS hat mir extrem geholfen

    (Beispiel: Schlagzeuger spielen nie 100% im takt aber es ist ein gefühl vorhanden was man bei 100% "treffsicherheit" (LOL) einfach nicht mehr hat... könnte man auch seele nennen.
    ...ok reicht jetzt ;)

  • Patrick   02. Jan 2015   12:02 UhrAntworten

    Dazu passt mal wieder gut die Pareto-Regel:

    Mit 20% Einsatz schaffst Du 80 des Ergebnisses.
    Für die weiteren 20% der Perfektion brauchst Du 80% Mehraufwand.

    Manchmal lohnt es sich und man hat die Zeit, manchmal nicht.

  • ORI$ON TIDE   03. Jan 2015   12:36 UhrAntworten

    Allseits ein Gutes Neues!

    Ob Perfektionismus im kreativen Bereich (Musik, Malerei etc.) überhaupt angebracht ist? Es geht da schließlich hauptsächlich um Gefühl - auch beim Schaffenden selbst.

    Es gab schon Songs, die ich innerhalb von einigen Stunden komplett komponiert, getextet, aufgenommen und fertig gemischt/"gemastert" habe. Da war ich sozusagen im "Flow". Und innerhalb dieser relativ kurzen Zeit habe ich dann einen für mich durchaus perfekten Song hinbekommen.

    Wenn ich aber mehrere Tage oder - was aus Zeitgründen oft der Fall ist - sogar Wochen bis Monate an einem Song "arbeiten" muss, dann hat sich jeweils bis zum nächsten "Bearbeitungsfenster" schon wieder so viel an Emotionen und äußeren Einflüssen geändert, dass ich den Song nie fertig bekommen würde, wenn ich versuche, ihn jeweils aus neuer Sicht "perfekt" zu machen. Da muss ich dann zwangsläufig Kompromisse mit mir eingehen :-)

    Aber im Großen und Ganzen muss ich natürlich mit dem Song zufrieden sein. Wenn das nicht der Fall ist, dann sollte ich ihn lieber vergessen... (Das ist dann auch eine Art Perfektionismus: Sich eingestehen, dass der Song eh nix mehr wird und lieber gleich einen neuen beginnen)

    Auf ein neues, kresatives Jahr!
    Klaus

  • P.Chris   04. Jan 2015   17:36 UhrAntworten

    Ich schließe mich den meisten mehr oder weniger berühmten Produzenten an, die da sagen :"Wenn eine Sache Ewigkeiten braucht, dann ist es den Aufwand meistens nicht wert !"

    "Mache deine Sache gut, aber mache sie schnell !"

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