Sprich dich aus: Was war deine größte musikalische Enttäuschung?

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Umfrage: Sprich dich aus

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Die größte musikalische Enttäuschung

Wenn Du regelmäßiger Leser dieser Rubrik bist, kennst Du aus der einen oder anderen Episode das bewusst breite Spektrum der Fragestellung. Auch diesmal freuen wir uns über Zuschriften aus allen nur denkbaren Perspektiven, die sich um musikalische Enttäuschungen drehen – ob nun eine persönliche Leidenserfahrung mit (Ex-)Bandkollegen dahintersteckt, das neue Album von X eine Katastrophe biblischen Ausmaßes ist, ein Instrument dich in einer brenzligen Situation auf der Bühne im Stich gelassen hat, oder oder oder…

Umfrage: Sprich dich aus

Auf die Schnelle fällt mir nur etwas Nerdiges ein: dass es mich tief enttäuscht (und schmerzt), wie schleppend die Entwicklung von energyXT vorangeht. Es gibt ja noch nicht einmal Multi-Core-Unterstützung. Ich nutzte jetzt Reaper und tummle mich auch in Studio One, aber…

Was war deine größte musikalische Enttäuschung?

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Lesermeinungen (5)

zu 'Sprich dich aus: Was war deine größte musikalische Enttäuschung?'

  • Kirch   03. Sep 2014   13:53 UhrAntworten

    Der Trend den elektronische/Techno Musik derzeit einschlägt. Gemeint ist Bigroom bzw. EDM. Was bei den Massen immer mehr ankommt und gefeiert wird, obwohl sich dieser Musikstil durch wenig bis keine Positive Eigenschaften Auszeichnet, sondern eher Negativ auffällt wie z.B. fehlende Progressivität, sehr absehbares und homogenes Klangbild und meist sogar nicht mal wirklich pralle Gemastert ist. Dazu kommt noch das Animieren auf Teufel komm raus, egal ob auf Großveranstaltungen oder in Clubs. Immer mehr "Dj's" mutieren zu Animateuren, es wird so oft zum Mic gegriffen bis auch der letzte seine fucking Hände hochgehoben hat. Wenn ich sowas will fahre ich in ein Hotel und lass mir von dem Typ vorne Sagen: So jetzt machen wir mal hier die Stimmung und werfen unsere Hände von lins nach rechts oder jetzt machen wir mal den Eiertanz. Absolute Ballermann-Stimmung! Ich will mir doch nicht vorschreiben lassen wir ich zu Tanzen bzw. zu Feiern habe. Aber jüngeren Generationen lassen sich dadurch mitreißen, vielleicht durch fehlender Orientierung? Da kommen Befehlsaufforderungen was man zu machen hat gerade recht!? Ich weiß es nicht. Sollten die Dj's nicht einfach durch die Musik die sie spielen und wie sie sie spielen uns eine Message liefern, auf die wir reagieren. Ich finde einfach dass das ganze immer mehr überhand nimmt.

    Gutes Beispiel, Danny Avila Freitags Nature One Mainstage

    lg

  • P.Chris   03. Sep 2014   17:56 UhrAntworten

    Ich kann jedem nur anraten- gerade unter Bandkollegen/Freunde die mit ihrer Musik hinaus wollen und gewisse Dinge planen, schließt Verträge untereinander ab, wer wie und an was beteiligt ist/war und wie eventuelle Vergütungen berechnet werden etc. !

    Solche Verträge sind keine Art "Misstrauensantrag" unter Freunden&Kollegen und sollten auch nicht so aufgefasst werden, aber sie sind "Klartext" für eventuell spätere schwierige Situationen, wenn Freundschaften bzw. Kollegialität aus diversen Gründen bis dahin vielleicht mal in die Brüche gegangen sind.

    Aus eigener Erfahrung:
    Wir waren ein kleines, junges Kollektiv an Musiker, Entwickler und Marketingmensch und spielten in den Anfangsjahren des Internets und neuer Streaming-Technologien zunächst mit einer kleinen Idee, an die während der Entwicklungszeit sehr schnell ein größeres Medienunternehmen gefallen fand.
    Um es kurz zu machen... einer unserer Kollegen verkaufte diese Idee diesem Unternehmen im Tausch für ein (erfolgloses) professionell produziertes Debütalbum inklusive monetären kleinen Obolus.

    Da wir untereinander keine Verträge abschlossen, gingen wir anderen komplett leer aus (und die Idee zudem auch noch völlig unter Wert verkauft wurde).
    Das Ende vom Lied war, das man keine nachweisbaren individuellen Rechte an der Idee hatte, eine Klage gegen das Unternehmen und unseren "Kollegen" aussichtslos waren, aber das Schlimmste bei allem war, das man sich dermaßen verraten fühlte und dieser "Kollege" einem noch frech ins Gesicht grinste und man ihn im Gedanken hören sagte:"So läuft halt der Hase, ihr Dummköpfe !"

    Für mich war das eine Lehre fürs Leben und ich kann daher trotz aller Freundschaften (und die hören beim Thema Geld bekanntlich zumeist auf) nur anraten, schließt untereinander Verträge ab !

  • Ramon   04. Sep 2014   07:41 UhrAntworten

    Ein Auftritt auf nem großen Festival, dessen Name ich jetzt mal nicht erwähnen möchte.

    Zweit größte Bühne, letzter Tag, es war voll wie nie zuvor. Aufbau war schon katastrophales Chaos, Intro lief gut, aber im ersten Lied kommt plötzlich überall nurnoch Lärm aus jedem Speaker, die PA fällt aus, toten Stille und Dunkelheit. Es dauert 20min bis wieder irgendwas geht. Es stand niemand mehr vor der Bühne (vll 20 Leute, von denen kannte man 18 persönlich). Der Rest war zu anderen Bühnen geflüchtet. (verständlich)
    Da herrschte die beschissenste Stimmung in einer Band, die ich je erlebt hatte :D

  • audiobus   04. Sep 2014   19:30 UhrAntworten

    Metallica "Load" no more words to say

  • Beatpresse   09. Sep 2014   12:54 UhrAntworten

    Vertäge, Regeln, Ordnung... klingt total banal und unmusikalisch aber wenn man es nicht regelt bleibt alles vage und Vertrauen auf Handschlagbasis ist unprofessionell, außer man kenn die Leute 1000Jahre und einer von ihnen heißt Jesus... dann wird ichs vlt. noch mal machen.

    Regeln haben den Vorteil, dass man die Leute konkret auf Absprachen hinweisen kann und nicht rumdrucksen muss oder auf Basis eines "komischen Gefühls" agiert.

    Und immer klar über die Ziele sprechen. Es ist unglaublich frustrierend mit Leuten zu arbeiten die ganz andere Ziele haben. Der Eine will davon leben, der Andere irgendwann mal was aufnehmen für Freunde ect.

    Und Ordnung - ich bin gelernte Archivkraft und habe eine detaillierte Ordnung meiner und gemeinsamer Projekte erarbeitet. Einfach und übersichtlich... aber überall wo andere Ziele geherrscht haben, musste ich die Augen zu machen wenn die ihre überfüllten Megafestplatten öffneten um irgendwas zu suchen.

    Bsp: Wir hatten uns mit zwei anderen vor ein paar Jahren in deren Studio eingemietet. Die Räume waren verschmutzt und wir haben das zu Anlass genommen alles neu zu machen, Steuer- und Rechnungswesen vorzubereiten, Geräte gereinigt, Funktionstests aller Kabel, Raum akkustisch behandelt - kurz alles marktbereit gemacht. Doch die Anderen kamen selbst simpelsten Verpflichtungen nicht nach: Hielten Absprachen nicht ein, kamen nicht zu den Meetings, Räumten nicht auf nach der Nutzung... wir hatten als Ziel definiert kleine Combos, SingerSongwriter mit kleiner Percussion ect. aufzunehmen und als ich mit der ersten Sängerin dort ankam, sah es aus wie Sau und die Kollegin meinte sie wolle nicht arbeiten unter diesen Umständen. Auf die Art verloren Beatpresse mehrere Aufträge. Kurz nach 6Monaten halbierten wir die Mietzahlungen und dann stellte sich raus, dass irgendeine Rechnung nicht beglichen wurde und wir mussten den Vermieter anbetteln uns in die Räume zu lassen damit wir das BeatpresseEquipment rausholen konnten.
    Jetzt schließe wir Grundverträge, die Strafen vorsehen, wenn die Meetings nicht eingehalten werden usw. und wir sprechen bei jedem Kennenlernen direkt und offen über unsere Vorstellungen - alles andere ist verlorene Zeit.

    Beste Grüße
    Martin von Beatpresse

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