Sprich dich aus: Wie formt Musik den Charakter?

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Umfrage: Sprich dich aus

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Sag mir deine Musik und ich…

Schwarzmetaller schlachten Ziegen und trinken ihr Blut in okkulten Zusammenkünften! Techno-Freaks der ersten Stunde sind komplett verstrahlt, hibbelig und zehren noch für den Rest ihres Lebens vom im Körper angestauten Drogendeopt! Klassikfreunde sind feingeistig, lernen besser und sind überhaupt die besten Menschen der Welt!

Das ist natürlich höchster Unfug, doch die Spurenelemente solcher Vorurteile halten sich ewig. Uns interessiert hier aber, welche seelische und charakterliche Prägung Du tatsächlich unter der Anhängerschaft einer bestimmten Musikrichtung beobachten kannst.

Umfrage: Sprich dich aus

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Ich selbst kann lediglich Folgendes sagen: Eine bestimmte Musikrichtung selbst formt den Charakter eines Menschen nicht anders als andere Musik. Eher suchen sich Menschen zum Ausleben ihrer charakterlichen Veranlagung X die dazu passende Musik X aus, oder? Henne und Ei stehen zur Diskussion.

Natürlich entwickelt sich ein gewisser kultureller Habitus, etwa die mit Musik X einhergehende Mode, die Aufgeschlossenheit gegenüber Substanzgebrauch bzw. -missbrauch etc. Doch ich denke, dass das vom Begriff der (dauerhaften) Charakterformung getrennt werden muss.

Was meinst Du? Bist Du schon in die Musikpsychologie abgetaucht oder hast Du erforscht, wo Musik im Gehirn ihre Spuren hinterlässt? Sprich dich aus!

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Lesermeinungen (3)

zu 'Sprich dich aus: Wie formt Musik den Charakter?'

  • Maxxon   16. Jul 2015   10:49 UhrAntworten

    Ich denke schon, bzw. bin davon mittlerweile überzeugt, dass - gerade musikbegeisterte - Menschen sich zm einen von Musik lenken oder beeinflußen lassen bzw. sich bestimmte Stereotypen in den einzelnen Genres wiederfinden.

    Zum Thema "beeinflußt eine Musikrichtung einen Menschen in Denken, Tun und Handeln" würde ich eine klares "Ja" sagen. Wobei man da nicht nur Genres, sondern auch Bands nennen sollte. Denn neben den belanglosen Radiodudel-Bands oder instrumenteller Musik gibt es auch viele Künstler, die ihre Songs und Texte als Aussage und Statements sehen. Gerade bei bekannteren Acts identifizieren sich Fans neben Optik und Verhalten auch gerade mit den Attitüden der Bands. Beispiele? Ich glaube beispielsweise, dass "Rage against the machine" vielen Anhängern erst die Thesen und Einstellungen einer sozialkritischen und politischen Protesthaltung nahegebracht und damit ein gewisses Verständnis für Probleme und eine Grundhaltung zu gewisssen Themen geweckt hat. Eine Band wie "Green Day" haben Anfang der 2000er während der Bush-Regierung mit American Idiot in ein Bienennest gestochen und eine Form der Kritik am damaligen Regime in der breiten Öffentlichkeit und ihren Fans ausgelöst. Das sind nur zwei von x-beliebigen Beispielen, die aber zeigen, wie Musik die Menschen beeinflussen kann und den Charakter formt.

    Zum Thema "Stereotypen und Musikrichtung":
    Auch hier ist meine Erfahrung, dass bestimmte Typen von Menschen häufig zu bestimmten Musikrichtungen zugeordnet werden können. Das klingt erstmal nach Schubladen, aber es ist einfach etwas wahres dran. Wobei man hier noch die Frage stellen kann: Wer hat jetzt wen beeinflußt im Sinne von "Was war zuerst da? Das Huhn oder das Ei?"
    Aber wenn ich einen Menschen mit dunklen Klamotten, langen Haaren, Bart und Stiefeln sehe, kann man zu 95% davon ausgehen, dass er eine Art Metal hört. Genauso weiß ich, dass ein Typ, der mit gegelten, kurzen Haaren und feinen Klamotten in seinem Audi sitzt (ja ja, ich weiß...die Klischees), garantiert keinen Punk-Rock oder etwas mit verzerrten Gitarren hört, sondern höchstwahrscheinlich irgendwas elektronisches.
    Und hier beeinflussen sich die Typen Mensch und die bevorzugte Musikrichtung wieder gegenseitig. Denn während der Metaler wahrscheinlich gerne bei Slayers Reining Blood mitgröhlt und monotone elektronische Musik als langweilig und ohne Sinn empfindet, wird der Typ im Audi sagen, dass er lieber was chilliges hört und ihm Gesang und dann auch noch auf Texte achten, viel zu nervig und anstrengend ist.

    Das ist so meine Erfahrung

  • Meckerfritze   16. Jul 2015   13:42 UhrAntworten

    Aus Sicht des Konsumers:
    Ob Musik den "Charakter" eines Zuhörers beeinflusst, bezweifle ich.
    Macht Musik einen Menschen denn besser oder schlechter ?
    Ist jemand, der z.B. Gangster Rap hört, mutmaßlich ein potentiell bewaffneter Großkotz und Schläger ?
    Jemand, der Gospel in der Kirche hört, automatisch ein Heiliger ?

    Ich bezweifle gar nicht, das Musik gewisse Züge unserer Persönlichkeit "unterstreicht" bzw. uns in z.B. unserer Meinung und Handeln beeinflussen kann.
    Ich glaube aber nicht, das die Persönlichkeit eines Menschen in eine spezifische Richtung gelenkt wird, nur weil er diesen oder jenen Musikgeschmack bevorzugt.
    Für die Charakterformung spielen andere Faktoren und Einflüsse eine Rolle, wie z.B. das familiäre Umfeld, Freundeskreis und Berufsleben.

    Beim Musikschaffenden ist das jedoch schon ein wenig anders.
    Da gibt es meiner Erfahrung nach auffällige Parallelen zwischen Musik&Charakter&Image... und diese ja nun nicht selten negative Züge wie z.B. Arroganz und Selbstbezogenheit zum Vorschein bringen, aber auch durchaus positives, wie Weltoffenheit und Toleranz.
    Der Musiker will sich schließlich ja auch durch seine Form der Musik in seiner Identität ausdrücken.
    Hier streite ich gar nicht ab, das Musik den Musikschaffenden wahrlich in seinen Charakter formen und prägen kann.
    Beim Konsumer ist das aber glaube ich doch weniger der Fall.
    Man hat seine Idole und wer wollte nicht als Kind so sein wie sein Idol ?
    Was ist aber aus einem selbst geworden ?
    Zumeist ist man doch- trotz seiner Musik- ein ziemlich ganz normaler Mensch geblieben, oder ?
    Und oft ist es auch gut so, das man nicht in die haargenauen Fußstapfen seiner Idole getreten ist, weil hinter so manchen Vorhängen und Luxusvillen ein ziemlich chaotisches bis völlig kaputtes Leben steckt.

  • Donald   18. Jul 2015   06:26 UhrAntworten

    Musik ist auch "nur" Kunst.
    Veränderten Picassos Bilder die Menschen ? Nein.

    Kunst ist die Verarbeitung der Eindrücke des Künstlers aus seiner Umwelt
    und die vermischung seiner Gefühlswelt bzw. Gedankenwelt.
    Den der Künstler schafft Dinge, die er aus der Erinnerung kennt.

    Und die Menschen finden sich hier und da in Kunstformen besser wieder.

    Wir geben uns Musik, die in uns Erinnerungen oder Bedürfnisse weckt oder deckt.
    Wie die Vorposter beschrieben, können politisch motivierte Bands z.B.
    auch mal ganz schön Wind machen.

    Geben wir uns der Kunst im Übermaß hin, bedeutet das dahingehend eine Veränderung des Menschen,
    wo, dass wir in Erinnerungen oder Wünschen versumpfen.
    Und nicht mir mit der Zeit mitkommen.

    Sobald ein Prozess gedacht wird und man ihn weiter denkt, gibt man die Kontrolle
    aus der Hand - Realitätsverlust.

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