Sprich dich aus: Wo und wie setzt Du Kompressoren ein?

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Umfrage: Sprich dich aus

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Wann komprimierst Du? Und wie?

Die Verwendung eines Kompressors will geübt sein. Für mich ist das Schöne am Kompressor, dass die Grenze zwischen einem reinen Hilfsmittel – zur Zähmung von Pegelspitzen – und einem künstlerisch aufregenden Werkzeug so fließend verläuft wie bei kaum einem anderen Effekttyp in der Musikproduktion.

Gerade dieses Spannungsfeld macht einen Austausch von Produzent zu Produzent so interessant. In dieser Episode von »Sprich dich aus« lautet die Frage also: »Wo und wie setzt Du Kompressoren ein?«. Verrate uns deine Philosophie der Dynamikbearbeitung, deine Lieblings-Kompressoren und nicht zuletzt bestimmte Arbeitsweisen im Detail, die der geneigte delamari selbst nachvollziehen kann.

Kompressoren aus meinem Nähkästchen

Ich besitze keine Hardware-Kompressoren. Erstens aus Geiz, zweitens aus logistisch-praktischen Gründen (Platz und Strom sparen, Wartungsfreiheit genießen etc.). Und nicht zuletzt aus der Erfahrung heraus, dass die besten virtuellen Kompressoren mittlerweile ebensogute Dienste leisten können.

Konkret wäre das in meinem Arsenal etwa der Klanghelm DC8C, der mich seit seiner 2. Iteration mit seinem minutiös einstellbaren, wahlweise sehr smoothen Sound oder harten Sound begeistert.

Ab und zu merke ich jedoch, dass andere, womöglich einfachere Kompressoren (z.B. der vladg/sound Molot oder – zur Buskompression – der Stillwell Audio Bombardier) bei Track X einfach besser klingen. Das kann man nicht wirklich an Features festmachen, vielmehr sind es kleine Eigentümlichkeiten und versteckte, unveränderliche Parameter wie die Transferkurven für Attack & Release.

Und nun zu Dir …

So viel erstmal zur Wahl der Waffe, über bestimmte Tricks und Techniken habe ich hoffentlich mal an anderer Stelle die Gelegenheit, zu plaudern. :) Jetzt bist Du an der Reihe – füttere unsere Kommentarbox!

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Lesermeinungen (15)

zu 'Sprich dich aus: Wo und wie setzt Du Kompressoren ein?'

  • Carlos San Segundo   15. Apr 2014   11:53 UhrAntworten

    Praktisch überall von der Spur bis zur Summe. Manchmal dezent, manchmal richtig hart...und vor allen Dingen gerne auch, um mehrere Spuren oder einen Mix zu einem Ganzen verschmelzen zu lassen...

  • Kontekst   15. Apr 2014   11:58 UhrAntworten

    Produziere rein über Softwaresequencer und Synthesizern, lege aber viel Wert auf Dynamik. Komprimiere nur die Bassline bei House-Tracks und beim Hip-Hop knacksende Kicks vom Analog Synthie.

  • NeuroCatalyst   15. Apr 2014   12:08 UhrAntworten

    Kompressoren? Überall. Immer. Gebirgslandschaften zu Rechtecken! :D
    Digitale Werkzeuge meiner Wahl sind der Molot und das Arsenal von Variety of Sound.
    Zur Glättung von Pegelspitzen ziehe ich oftmals aber (simulierte) Tape-Kompression vor. Hin und wieder selbst auf dem Masterbus.
    Ich mag die leichte Sättigung in Verbindung mit klarerem Sound im Vergleich zur herkömmlichen Brickwall.

  • Marcus   15. Apr 2014   12:27 UhrAntworten

    Wohldosiert finde ich macht sich Kompression eigentlich bei den meisten Instrumenten, Stimmen gut. Bin selber aber eher zurückhaltend, außer der Effekt soll bewusst stark zu hören sein. Gerade bei gefühlvollem Gitarrenspiel ist eine leichte Angleichung der Lautstärke oft ein Mittel um den Gesamteindruck des Sounds ausgewogener zu gestalten.

  • Skellington   15. Apr 2014   16:35 UhrAntworten

    Recht viel, fast auf jeder Spur. Nicht unbedingt immer extrem, aber ausprobieren schadet nicht, solange man beide Richtungen des Reglers kennt :)

    Man muss natürlich immer dazu sagen "kommt auf den Song / das Material an", aber seitdem ich nicht mehr so zimperlich bin und Kompressoren auch bewusster einsetze, klingen meine Sachen auf jeden Fall kompakter und "professioneller".

    Ich habe irgendwo mal von Dave Pensado gelesen "keine Angst vor hohen Ratios", und das habe ich mir zu Herzen genommen. Wie gesagt, solange man nicht alles rechteckig prügelt, ist es durchaus sinnvoll, den Spielraum überhaupt erst einmal richtig kennenzulernen.

    Ich komme bislang sehr gut mit dem Logic-eigenen Kompressor aus.

  • Mike Langhans   15. Apr 2014   16:52 UhrAntworten

    Da ich Sprecher bin, habe ich hauptsächlich mit Sprache zu tun. Je nach Genre (Werbung, Hörbuch, Imagefilm,...) benutze ich mal mehr mal weniger (oder gar nicht) den internen Limiter von Cubase. Einfacher gehts kaum: Output etwa bei 0.5dBFS und Input Gain nach Gehör und -schmack :-) Aber ausnahmslos immer benutze ich das kostenlose FERRIC TDS Plugin von VarietyOfSound - davon meist nur die Dynamics. Super um die Stimme auf sehr angenehme Weise präsenter zu machen und den Klang zu homogenisieren. Vor allem wenn ich noch Musik oder Effekte mit dabei habe, ist es die letzte Station auf der Stereosumme. Nicht von ungefähr heißt auch eines der Presets "Mix Glue".
    Den im Plugin integrierten Limiter habe ich ebenfalls immer drin - quasi als Sicherheitsgurt für den Mix - versuche aber meist, ihn nur punktuell "brauchen zu müssen".
    Danke für die großartigen Beiträge

  • Der Ulli   16. Apr 2014   08:48 UhrAntworten

    Bei den Drums nutze ich das von mir zusammengestellte Rock Solid Kit von Randy Staub. Ist eine EZ Drummer Expansion. Klingt dann schonmal ordentlich. Da bügel ich mit der Randy Staub Drum Compression aus dem EZ Mix 2 drüber. Aber nur ganz gering.
    Beim Bass gebe ich schon etwas mehr drauf. man soll ihn einigermaßen wahrnehmen. Da ich den aber gerne anzerre, findet dabei ja bereits Kompression statt. Automation ist da gefragt.
    Bei den verzerrten Gitarren nutze ich den Helios Channel von Waves . Aber auch da lasse ich den Kompressor nur im geringen Maße zupacken. EQ holt da eher was raus.
    Bei den Vocals ist das für mich immer ein wenig schwer den richtigen Kompressor und die Einstellung zu finden. Da bei mir Hardcorevocals auf cleanen Gesang treffen, gehe ich eher meinem Gefühl und Gehör nach. Das ist für mich die Königsdisziplin.

  • michael   16. Apr 2014   11:54 UhrAntworten

    parallele kompression hat noch keiner explizit genannt. funktioniert bei mir ganz hervorragend, wenn's um vocals geht, die sich nicht so recht durchsetzen wollen im mix. nutze hier auch oft eine extrem hohe ratio, wie skellington schon angemerkt hat. hat einfach was und schafft auch eine änderung im sound, die den song frischer wirken lassen kann.

    • Skellington   16. Apr 2014   12:17 UhrAntworten

      Sehr guter Hinweis – dank dir!

  • P. Chris   16. Apr 2014   13:17 UhrAntworten

    Generell schalte ich bei jedem "analogen" Signal wie Gesang, Akustikgitarre, Piano usw. eine 2:1 Vorkompression auf die Aufnahmen. Meist hält hier der DBX 1066 dafür her.
    Möchte ich eine Röhre, kommt der TLA-50 zum Einsatz.
    Intern wird dann mit Plug-In`s gearbeitet und es gibt keine Spur, auf der nicht irgendwo ein Kompressor zu finden wäre.
    Bei perkussiven Signalen etwas mehr Kompression, bei tragenden Flächen etwas weniger Kompression, um insgesamt eine ausgewogene Dynamik und Transparenz zu erhalten.

    Seit Ewigkeiten arbeite ich nun schon für das Mixing und Pre-Mastering mit den Effekten von Waves (Gold) und bin ihnen trotz ihrer vermaledeiten Supportschwierigkeiten treu geblieben.
    Da heute so manches aber immer schneller gehen muss und dafür nur noch seltener Zeit für detailverliebtes Editieren bleibt, habe ich mich als 1-Button Lösung für Effekte von Native Instruments (Solid Series/Vintage Compressors/Transient Master) entschieden und war angenehm überrascht, mit wie wenig Aufwand sich schon fast perfekte Ergebnisse erzielen
    lassen. (Soll hier aber auch keine Schleichwerbung für NI sein).

  • Sascha W.   22. Apr 2014   13:49 UhrAntworten

    Das Thema Hall ist meist ein sehr komplexes Thema. Allzu oft wird mit Hall nicht gegeizt. Man siehe sich nur die "kommerziellen" Produktionen an.

    Ich für meinen Teil aber, versuche den Hall meistens so zu wählen, dass er zur Grundstimmung des Songs passt. Je nach dem, welche Aussage der Song macht, verwende ich entweder sehr viel Hall (vor allem bei den Vocals, aber auch bei der Leadgitarre) oder aber sehr wenig. Also eher dezent.

    Darüber hinaus muss man sagen, dass der Hall an sich eher Geschmackssache ist. Ich bevorzugte bis vor einem Jahr einen sehr langen Hall, eher wie in einer Kirche. Mittlerweile habe ich meistens meinen Hall bei Pre-Delay auf ca. 50 und die Hallzeit bei ca. 1,5 Sekunden (Cubase 5 - Roomreverb).

    Zur Anwendung kommt mein Hall aber dann meist auf fast jeder Spur individuell. Wenn ich jetzt das Solo mit Hall unterlege, so muss ich fast zwangsläufig auch den Rest einen leichten Hall geben, damit das ganze im Kontext funktioniert. (Es gibt sicherlich Stilrichtungen, bei denen das nicht so ist).

    Halltechnisch greife ich eigentlich nur auf den Effekt von Cubase zurück. Ich habe zwar einen Halleffektprozessor in meinem Mischpult, sowie einen zweiten in einer meiner Soundkarten, jedoch mische ich den Hall immer extern dazu.
    Dazu muss ich noch sagen, dass mir einfach das Geld für einen externen Hall zu viel ist.

    Ich finde einen Softwarehall für völlig ausreichend. Aber auch hier kann die Meinung auseinander gehen. Das wichtigste ist jedoch, er muss einfach zu Bedienen sein und einen guten Klang haben.

    • Felix Baarß (delamar)   22. Apr 2014   14:00 UhrAntworten

      Hallo Sascha, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Kannst Du den aber bitte nochmal genauso im Hall-Artikel posten? Dann kann ich den hier wieder löschen. ;)

  • Daniel Marsch   25. Apr 2014   15:49 UhrAntworten

    Ich habe v.a. mit akustischen Instrumenten und Vocals zu tun, und da ist Kompression eigentlich überall, meist nur dezent. Die Kombination aus Hofa IQ-EQ und/oder IQ-Comp ist das Schweizer Taschenmesser, was die Bereiche Kompression, Multiband-Kompression und Equing angeht.
    Bei Vocals gerne und fast immer: Parallelkompression, die holt nochmal eine ganz andere Präsenz aus der Stimme.

  • Patrick   27. Okt 2016   18:26 UhrAntworten

    ACHTUNG: Die Samplitude-Ecke schlägt wieder zu. Ich für meinen Teil arbeite sehr gerne mit dem mitgelieferten EFX-Compressor. Der macht sich grundsätzlich überall gut, wenn es darum geht, ein Signal in den Vordergrund zu holen. Ob Stimme oder Acoustic-Instrumente oder Drums für eine Parallel-Kompression, der macht im Grunde einen brauchbaren Job. Sicher gibt es noch andere hochgeschraubtere Mitbewerber, aber das Kerlchen hat mich bisher in keiner meiner Produktionen enttäuscht. Auch der EFX-Limiter macht seine Sache hervorragend, wenngleich ich den etwas dosierter einsetze als den EFX-Compressor.

  • fatman   30. Okt 2016   16:19 UhrAntworten

    Eine Bitte an alle Kommentatoren die noch nach mir kommen. Es wäre gut, wenn ihr am Anfang den Musikstil kurz mitteilt. Dann wäre es auch noch nützlich mitzuteilen, ob ihr Mic-Aufnahmen oder Sampler benutzt. Anderfalls sind die Kommentare schwer ein zu ordnen.
    Bei Mic-Aufnahmen muß ich mit einem Kompressor ganz anders arbeiten, als bei vorkomprimierter Musik aus der "Konservendose."
    Da ich häufig Klassik aus dem Sampler bearbeite, aber ebenso Mic-Aufnahmen einer Jazzband (Swing) bearbeite, habe ich unterschiedliche Vorgehensweisen erlernen müssen. Da für mich in diesen Musikstilen besonders die Dynamic im Vordergrund steht, sollte der Kompressor nur vorsichtig und gezielt angewandt werden.
    Anders sieht das natürlich bei jeglichen Pop-, Rap-, usw. Spielarten aus. Hier sind Bass und Drums oft "vordergründig" bearbeitet. Und das Spiel, wer hat den lautesten Sound ist für viele Kollegen ja oft besonders wichtig. Da wird komprimiert bis zum Anschlag. Wenn interressiert da die Dynamik?

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