Sprich dich aus: Wie wichtig ist makellose Klangqualität?

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Umfrage: Sprich dich aus

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Perfekter Klang – ein Hirngespinst?

Aus historischer Perspektive müssten wir alle in Dankbarkeit ertrinken – so erschwinglich ist gutes, vernünftig ausgestattetes Equipment heute zur Produktion im Heim- und Tonstudio. Im Zuge dessen wachsen jedoch die Ansprüche an die technische Güte von Klangerzeugung, Wiedergabe und Analog/Digital-Wandlung. Aber für welche Ansprüche ist das wie wichtig? Bist Du an einem Punkt, an dem Du mit deinem Equipment zufrieden bist? Wenn ja, wo liegt dieser und warum machst Du gerade da einen Strich drunter? Bist Du bereit, für dein Portemonnaie schmerzhaft viel Geld auszugeben, um in puncto Mikrofon, Audio Interface, Lautsprecher & Co. exquisit bestückt zu sein oder sparst Du da lieber auf gute Instrumente, Effektgeräte und Software?

Umfrage: Sprich dich aus

Mit meinen kleinen Boxen eines schwäbischen Herstellers (Paarpreis ca. 550,- Euro) und dem integrierten USB-Interface werde ich wohl noch viele Jahre lang glücklich sein. Vorproduktionen (rein »in the box«) könnte ich damit stemmen; das private Hörvergnügen ist eh gegeben.

Wie viel Wert legst Du auf makellose Klangqualität?

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Lesermeinungen (13)

zu 'Sprich dich aus: Wie wichtig ist makellose Klangqualität?'

  • DJ Tobander   10. Sep 2014   13:06 UhrAntworten

    Mir reichen eigentlich meine Studio-Kopfhörer völlig aus. Ich investiere das Geld da lieber in teurere Audio-Software.

  • P.Chris   10. Sep 2014   13:43 UhrAntworten

    Ich weiß nicht, ob der Begriff "makellos" für mein rein persönliches Verständnis in der professionellen Produktion (Film&Werbung) der zutreffende ist.

    Sicherlich lege ich sehr hohen Wert auf bestmöglichste Ergebnisse in der gesamten Signalkette, weil dieser eigene Anspruch natürlich auch dem Anspruch an Qualität der Industriestandards geschuldet ist, aber mir geht insgesamt nicht um den makellosesten Sound, sondern immer um authentische Ergebnisse, weswegen ich (und meiner Auffassung nach auch "richtiger") anstelle von Makellosigkeit, lieber von Authentizität spreche.

    Es ist heutzutage z.B. doch kein technologisches Problem mehr, auf Grund für Jedermann doch recht erschwinglichen Equipments, kristallklaren Sound höchster Güte zu fabrizieren und sogar Hobby-Heimmusikproduktionen mitunter beeindruckende Ergebnisse, also makellosen Sound abliefern können.
    Die Technologie kommt heute wie selbstverständlich mit einem dementsprechenden Qualitätsstandard daher und bietet jedem die Möglichkeiten eines makellosen, kristallklaren 1A- Sounds.

    Jetzt nehmen wir aber die andere Seite der Medaille:
    Bei aller technologischer Brillanz versuche einmal in allen Belangen eine Vintage-Sound Produktion a là Beatles, 1960`er Jahre etc. zu erschaffen... auf digitaler Basis wohlgemerkt !
    Gut, heute gibt es da auch einige gute technologische und erschwingliche Mittel, aber insgesamt ist es eine äußerst schwere Aufgabe auf rein digitaler Basis, einen solchen Sound/Mood zu fabrizieren.
    Solche Sounds leben eben nicht von ihrer Makellosigkeit, sondern haben Ecken und Kanten, Dreck und Staub, Verzerrungen und klingen alles andere als makellos.
    Hier geht es also um die Authentizität und jene Ergebnisse- und weswegen ich lieber von solchen spreche, als von makellosen Sound !

    In der professionellen Produktion, zumindest in meiner und meiner Auffassung nach, geht es alleine um authentische Ergebnisse (was ich auch als deutlich wichtiger empfinde) und nicht in erster Linie um makellosen Sound.

    Ich erinnere mich diesbezüglich gerne an einen für mich sehr lehrreichen Wortwechsel zurück, den ich vor vielen Jahren einmal mit Klaus Doldinger hatte und damals ging es um genau dieses Thema eines perfekten, makellosen Sounds und Produktion:
    "Meinst Du nicht, das Perfektion immer auch aus dem Imperfektionismus hervorgeht ?
    Es ist doch der Grad am unperfekten, der meist für das Lebendige sorgt !"

  • ORI$ON TIDE   10. Sep 2014   15:38 UhrAntworten

    Mal vorneweg:
    "Makellos" kann vieles sein. Wie der Musikgeschmack ist m.E. auch der "Soundgeschmack" sehr subjektiv.
    Manche hören ja tatsächlich gerne Vinyl, obwohl da nix über 14 kHz rauskommt... und obwohl dort (wie überhaupt im analogen Bereich) frequenzabhängige Verschiebungen/"Verschmierungen" schon bei der analogen Aufnahme stattfinden, die dann "warm" klingen. Dafür nennen sie den digitalen Klang dann "kalt" - wohl weil da dann die Frequenzen "sauber" und die Höhen klar zu hören sind, die analog - und speziell auf Vinyl - gar nicht mehr ausgegeben werden können. Suum cuique!

    Ich persönlich mag eher den "digitalen", klaren Sound.

    ABER: Grundsätzlich kommt es auf den Song an!!!
    Der schlechteste Song kann noch so gut aufgenommen sein - er wird dadurch nicht "hörbarer"!
    Andererseits höre ich gerne z.B. alte Beatles-Aufnahmen, obwohl die komplett analog und teilweise nur 4- oder 8-spurig augenommen sind! Aber die Songs sind eben so gut, dass sie auch mono und auf Schellack noch funktionieren würden.

    Die Definition von "makellosem Klang" wäre dann also ausschließlich, dass eine Schallquelle so "identisch" und unverfälscht wie möglich aufgezeichnet, bearbeitet und auch wieder ausgegeben wird. Und da wird es wohl IMMER Färbungen oder Beeinträchtigungen geben (z.B. Frequenzverschmierungen im analogen, Quantisierungsfehler und Jitter im digitalen Bereich).

    Allerdings kann man durchaus heutzutage mit bezahlbarem Equipment bessere Aufnahmen als zu Beatles-Zeiten machen.
    Nur muss der Bediener des Equipments trotzdem noch wissen, wie, wann und warum er was macht - denn man kann auch mit millionenteurem Equipment einen Sch...-Sound hinkriegen :-)
    Ein fähiger Bediener (ob Profi oder Amateur) kann aber mit o.g. preiswertem Equipment tolle Aufnahmen anfertigen.

    Persönlich mache ich mittlweile fast alles im Rechner. Zum Einspielen habe ich diverse E- und A-Gitarren, ein Masterkeyboard, einen Blaswandler und ein 20 Jahre altes, günstiges Großmembranmikro von BPM, das ich auch nicht gegen teurere Neumänner o.ä. eintauschen möchte, weil es einfach genau zu meinem "Wunschsound" (für Vocals) passt. Für andere akustische Aufnahmen habe ich noch 2 Shure BG 4.0 (nicht die besten, aber für den Preis ganz ordentlich).
    Klangerzeugung, -bearbeitung und Mischung erfolgen im Rechner (Cubase + diverse Plugins, z.B. Pianoteq, Guitar Rig, Addictive Drums, Trilian etc. + Reason), "Mastering" (für den Hausgebrauch) in WaveLab.
    Damit bekomme ich einen Sound hin, der MIR gefällt. Ganz bestimmt mag den nicht jeder! Aber zum Glück muss das auch nicht sein, weil ich nicht (mehr) von der Musik lebe, sondern musikalisch und soundtechnisch ganz und gar das machen kann, was ich will :-)
    Für mich ist mein Sound also "makellos"...

  • CreativeJuli   11. Sep 2014   01:48 UhrAntworten

    Es ist schon erstaunlich welche Möglichkeiten heutzutage vorhanden sind und wie viele Geräte schon qualitativ gut für relativ wenig Geld sich anbieten!
    Also meiner Meinung ist es weitgehend egal, ob Analog oder Digital.
    Es gibt schon wirklich sehr gute Effekte und Instrumente im digitalen Studio, die klanglich vollkommen in Ordnung sind.
    Jedoch haben analoge Geräte einen eigenen Charakter und, wenn man sich so etwas leisten will und kann warum nicht. Das ist eben Geschmackssache. Außerdem lege ich halt schon auch Wert auf gute Abhöre auf Lautsprechern und Kopfhörer, weil es einfach einen Unterschied macht.
    Und bei Musik, welche ich am Liebsten höre finde ich es schon besser diese in CD Qualität genießen zu können und nicht einfach in sogenannter "Stream-Qualität" genügsam zu sein.

    Lg CreativeJuli

  • Vandergaze   11. Sep 2014   04:48 UhrAntworten

    Hallo ich wurde von meinem Vater zur Audiophilie erzogen. Qualität ist mir als Zuhörer, wie als Musiker immens wichtig. Der Youtube Film "The Distortion of Sound" geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich besitze einen Spitzen DA Wandler und eine absolut fantastisches Passives Lautsprechersystem mit dem ich wirklich gegen heftig teure Boxen anstinken kann.

    Es ist zu einer Art Ritual geworden, mir die Musik, die ich hören möchte in FLAC zu holen und über meinen DA Wandler abzuspielen. Der Unterschied zu guten 500€ AktivPaaren ist wie als würde der Sound eine dritte Dimension bekommen und alles würde echt wirken. Ich habe seitdem ich mein Setup habe, immer das Gefühl, dass ich die Musik der Künstler so höre, wie sie eigentlich gedacht war. Echt und emotional. Es klingt für "Ungläubige" komisch, aber selbst rudimentär gemischte Platten gewinnen an Echtheit durch tolles Equipment. Mir ist durchaus bewusst, dass sich nicht jeder diese Technik leisten kann, geschweige denn möchte. Doch für höhere Qualität als Standard-Free-Spotify-Vorbis-160kbit Dateien, sollte man sich schon interessieren. Es klingt schlicht echter. Ich kaufe mittlerweile auch keine Albrn mehr digital bei iTunes.

    Ich habe dadurch nichts in der Hand, nur ein paar mittelmäßig komprimierten Dateien, die mich sehr traurig machen. Achtet auf Klangqualität, nicht nur auf dicken Bass. Klingt ein Kopfhörer klar? Gibt es fiese Verzerrungen bei Zischlauten? Bildet er räumlich ab?
    Bei Kopfhörern haben wir in diesem Land zum Beispiel das Glück, einige fantastische Marken vor der Tür zu haben, mit ausgezeichneten Koofhorern zu aggressiven Preisen. Holt euch gute soundkarten, gute Kopfhörer, gute Boxen. Sich Musikfastfood billig und dreckig anzuhören, bewegt einen emotional nicht. Und Musik ist dafür da, dass es unsere Seelen heilt, aber im Moment heilt nur das Portemonnieu der Streamingplattformen mit schlechter Qualität. Während wir in immer hektischeren Alltagen die Musik, die wir zum entspannen brauchen, nicht mehr zum entspannen nutzen können.

  • Jan   11. Sep 2014   09:51 UhrAntworten

    Klar, man kann heutzutage mit wenig finanziellem Aufwand gute Ergebnisse erzielen. Jedoch gibt es bei mir mehrere Erlebnisse, die mich an der Theorie "alles ist mit wenig Geld möglich" stark zweifeln lassen. Ich habe zwar kein Geld, aber dennoch:

    1. Ich habe jahrelang einen Transistor-Gitarren-Amp gespielt. Als ich dann ein gutes Vollröhren-Topteil hatte, war mir in den ersten Sekunden klar: Wieso hab ich mich 8 Jahre lang mit einer Transe rumgeärgert?

    2. Ich nehme meist mit einem Bass für ca. 400€ auf. Dann habe ich mir von einem Bekannten mal 2 teurere Bässe (ca. 2000€) geliehen und wow: Das sitzt direkt im Mix, hat alles an Sound was ich vorher vergeblich versucht habe mit zig Plugins nachzubasteln.

    3. Ähnlich bei den Gitarren: Eine Aufnahme mit einem echtem Amp (mit Shure SM57) klingt viel räumlicher/weiter/besser als die (schon sehr guten) Amp-Simulations-Plugins.

    4. Auch bei Gesangsaufnahmen sitzt mit einem 1000€-Neumann alles viel sauberer, besser im Mix (und die Höhen klingen viel detaillierter, sauberer) als mit einem 120€-Großmembran.

    5. Ich habe mal an ein größeres Analog-Pult (für live) einen iPod angeschlossen. Das klang direkt sehr gut und für mich bedeutend "dimensionaler", wärmer, besser, edler als ohne Pult (Stichwort analoge Summierung?).

    Abschließend noch eine weitere Sache: Der Spruch "Sh*t in = sh*t out" hat sich absolut bewahrheitet. Und dennoch: Klar würde Jimmy Hendrix auf einer 120€-Gitarre immer noch geil klingen, aber selbst dann wüsste man: Mit einer besseren Gitarre wäre es klanglich mindestens doppelt so geil. Hinzu kommt, dass man fast nie solche Kaliber im eigenen Keller zu Besuch hat... ;)

  • Condor   11. Sep 2014   12:40 UhrAntworten

    Hallo, Guten Tag

    ich finde die Beiträge hier allesamt spitzenmäßig, aber auch individuell.

    Es ist eigentlich alles dabei. Als alter Live Musiker (Mucker), war es schon immer mein Anliegen einen sauberen Sound zu liefern. Die Ohren strapazierende überbetonte mittigen Höhen zu vermeiden, und ein gesundes Volumen zu haben. Selbst das Programm stelle ich so zusammen, daß Abwechslung in den Darbietungen im Tiefton und Hochtonbereich, gewährleistet sind.

    Das Publikum dankt uns das mit Applaus und wir dürfen gerne wiederkommen.

    Noch schlimmer aber finde ich, wenn die Töne nicht getroffen werden, und Falschspiel am Wirken ist. Leider Häufig bei Blasorchestern zu hören. Schrecklich wenn Gitarren - Bands ihre drei Pfefferminzakkorde spielen und dabei die Gitarren nicht stimmen.
    Es gibt keine Perfektion in dem Sinne. Ich definiere das mal als der jeweiligen Situation angepassten Klang in der höchst möglichsten Qualität.
    Höchstmöglichste Qualität unter Einbeziehung der zum jetzigen Zeitpunkt für ein bestimmtes Budget vorgebenen technischen Möglichkeiten.
    Das ist dann in der jeweiligen Preisklasse der Referenz Standard.

    Hier sind jedem mehr oder weniger Grenzen gesetzt.

    Wie schnell wirkt eine total perfekt einstudierte auf den Ipunkt genaue Session langweilig.
    Lebendiges feeling und Seele sind wichtig beim musizieren,sonst mutieren wir früher oder später zu Roboter.

    LG Condor

  • Beatpresse   11. Sep 2014   14:56 UhrAntworten

    Hallo,

    ich kann Condor nur beipflichten - ein Mal die Woche lese ich die Beiträge hier im Forum und finde immer spannende Ansichten über die ich nachgrübeln kann. Danke an das DelamarTeam und an das Forum.

    Markeloser Sound ist, denke ich, unabdingbar heutzutage. Allerdings scheint die Definition uneindeutig und die Parameter die den Grad der Markelosigkeit messen liegen noch unwirklich im Spannungsfeld zwischen analog/digital-Konflikten und tontechnischen Fähigkeiten jedes/ jeder Einzelnen.

    Einerseits finde ich es unwichtig ob ein Sound digital oder analog entstanden ist, weil es letztlich nur auf das Musikstück ankommt. Sounds sollten im Mix einen Sinn ergeben, zum Beispiel den Aspekt "Harmony" des Musikstücks unterstützen (s.Gibson "The Art of Mixing"). Der gute Zusammenklang der einzelnen Sounds efordert tontechnische Fähigkeiten oder ein gutes Gehör, z.B. bei der Presetwahl. Unter diesem Gesichtspunkt erwarte ich Makellosigkeit, wenn ich eine Platte kaufe oder zu einem Konzert gehe. Gibt im Profibereich auch kaum was anderes zu hören.

    Bei Beatpresse machen wir so ziemlich alles "in the box" und haben den Glauben an Hardware weitesgehend verloren. Ich persönlich glaube fest daran, dass nicht das Equipment darüber entscheidet wie gut was klingt sondern nur die eigenen Fähigkeiten. Im digitalen Zeitalter sind unsere Tools einfach zu gut um sich über mangelndes Geld oder mangelnde Hardware zu beschweren. Ich habe einen alten Vermona EQ der einen schönen Charakter in den Klang bringt, den ich hin und wieder verwende - aber um Klang marktfertig zu machen bzw. Layouts für Künstler/ Künstlerinnen anzufertigen brauche ich keine externe Hardware und stecke mein Geld lieber in die Musikschule oder sorge dafür, dass immer ein Kasten Wasser im Studio steht;) Sobald ich auf ein Gerät gebracht werde, was den Charakter eines Vermona emuliert, höhle ich den Kasten aus, Kippe Erde rein und baue Petersilie darin an. Insofern bin ich mit meinem jetzigen Equipment sehr zufrieden.

    Beste Grüße
    Martin von Beatpresse

  • Sogyra   12. Sep 2014   12:28 UhrAntworten

    "Perfekter Klang – ein Hirngespinst?" Definitiv NEIN

    "Aber für welche Ansprüche ist das wie wichtig?" Das ist eine rein persönliche Entscheidung. Will damit sagen, das muß jeder für sich selber entscheiden.

    "Bist Du an einem Punkt, an dem Du mit deinem Equipment zufrieden bist?" Ja, denn ich hab alles was ich brauche.

    "Wenn ja, wo liegt dieser und warum machst Du gerade da einen Strich drunter?" Ich hab HW, SW u. gute Abhörsituation. Einen Strich zieh ich deshalb, weil ich nicht mehr benötige.

    "Bist Du bereit, für dein Portemonnaie schmerzhaft viel Geld auszugeben, um in puncto Mikrofon, Audio Interface, Lautsprecher & Co. exquisit bestückt zu sein oder sparst Du da lieber auf gute Instrumente, Effektgeräte und Software?" Schmerzhaft viel Geld ist aus meiner Sicht jenseits von 1000 Euro pro Gerät. Für Audiointerface und Boxen ist man in dem Preisbereich gut bedient, und wesentlich mehr möchte ich auch nicht ausgeben, um beispielsweise 2-3 % mehr an Klangqualitätzu erreichen. Exquisit ist i.d.R kein Thema für HR-Recordler, und es sind echt schon eine Menge tolle Produktionen in solchen Räumlichkeiten entstanden. In Punkto Mastering sieht die Sache wiederum anders aus. Gerade da wird auf High-End Klangqualität wert gelegt, die nur bei Geräten erreichbar ist, die eine MENGE an 1000-endern € verschlingen.

  • IrgendeinThomas   12. Sep 2014   14:38 UhrAntworten

    Das Einzige wo ich sicher keine Kompromisse mehr eingehe ist die Klangquelle, also zB keine Sänger/Musiker die ihr "Handwerk" nicht absolut beherrschen, Top-Sample-Libraries deren Aufnahmequalität höchsten Ansprüchen genügt(und da bin ich wirklich heikel und informiere mich zuvor zwischen ähnlichen Produkten sehr detailliert - Preis sollte hier im Regelfall sekundär sein), auf keinen Fall irgendwelche "billig" klingenden oder in ihrem Funktionsaufwand stark eingeschränkten Synths.
    Die Klangquelle ist nunmal das Allerwichtigste, eine schlechte Klangquelle kann man mit keinem Plugin bzw. Effektgerät der Welt mehr gut biegen und umso besser die schon ist umso weniger muss man sie letztendlich auch bearbeiten.
    Dafür verschreibe ich mich sicher nicht mehr einem gewissen Geräte- oder Plugin-Wahn. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Herstellern werden sowieso oftmals zu überschätzt und die größte eventuelle Fehlerquelle bzw. Klangunterschiede macht die Bedienung aus. Hier finde ich es wichtiger und effektiver immer wieder dazu zu lernen, an gewissen Methoden zu arbeiten, eine gewisse Routine anzueignen als für manchmal eher subtile Klangverbesserungen (vorausgesetzt man weiß was man tut ;-) eine Unmenge an Geld auszugeben.
    Eines muß man ja dabei ja auch bedenken, wir sind ja hier ein spezielles Grüppchen das viel Wert auf beste Klangwiedergabe legt also anzunehmen das die Meisten unter uns auch gut bis sehr gute Studiomonitore, Lautsprecher, Kopfhörer ihr Eigen nennen. Aber wie häufig ist das prozentuell bei reinen Musikkonsumenten der Fall? Wird hier nicht oftmals über billige Brüllwürfel, schlecht bis mittelmäßige InEars, Küchenradios usw. Musik gehört? Die "makellose Klangqualität" spielt wohl so fürchte ich, nur für eine gewisse Minderheit eine Rolle.
    Aber gut, deswegen kann man trotzdem gewisse eigene Ansprüche an sich haben und auch versuchen diese Minderheit zufrieden zu stellen.;-) Aber für die Mehrheit spielt das sicher keine Rolle ob das auf einer teuren Neve-Konsole oder über ein billiges Behringer-Gerät abgemischt wurde.

  • ripley   13. Sep 2014   05:50 UhrAntworten

    Als alter Sack (48) passt dieses Thema gerade gut... Ich habe vor kurzem einen Haufen alter Kassetten (kennt die noch jemand?) wieder gefunden. Demos meiner alten Bands die ich gerade digitalisiere. Wir haben damals mit einem 4-Spur Fostex Kassetten-Teil angefangen. Übersprechen und Ruaschabstände unter aller Sau. Danach kam ein TOA 8-Spur-Rekorder (auch auf Kassette) aber zumindest mit doppelter Geschwindigkeit und eine Spur musste frei bleiben für den Tascam-Sync um den Atari zu synchronisieren... Das ganze Zeug war sauteuer. Bandmaschinen waren unerschwinglich.
    Hab gerade eine CD gefunden, die eine Bekannte von mir Anfang der 90er kommerziell veröffentlicht hat und selbst die ist verrauscht.
    Ich persönlich bin froh und dankbar daß man sich über Rauschen/Übersprechen usw. heute keine Gedanken mehr machen muß. Es ist heutzutage möglich mit wenig Geld eine Sound-Qualität hinzubekommen für die man vor 20 Jahren Unsummen an Geld hinlegen mußte.
    Ob es mir wichtig ist?
    Ich habe heutzutage die Entscheidung ob es "sauber" klingt oder nicht.

    • ORI$ON TIDE   13. Sep 2014   12:45 UhrAntworten

      Hi ripley,

      dann mal schönen Gruß von altem Sack (47) zu altem Sack :-)
      Ihr hattet offenbar eine ähnliche technische Laufbahn wie wir: Erst 4-Spur-Kassettenrecorder, dann 8-Spur-Kassettenrecorder (TASCAM 238), danach kam dann bei uns ein ADAT; das wurde später durch ein 8-Spur-HD-Recordingsystem (Session 8 von Digidesign) erweitert (auf 16 digitale Spuren, wow!) - und schließlich komplett durch Cubase mit RME Multiface ersetzt.

      Und wie du sagst: Heute gibt's Rauschen, Knacksen etc. nur noch, wenn ich es will, nicht weil es nicht anders geht...!

      Gruß,
      ORI$ON TIDE

  • fatman   13. Sep 2014   16:32 UhrAntworten

    Tach auch ripley, Tach auch Ori$on Tide! Gruß vom uralten Sack (64) zu den alten Säcken.
    Meine technischen Erfahrungen waren ähnlich wie Eure. Nur habe ich mit einer Stereobandmaschine von Telefunken angefangen und von einer Studer geträumt. Heute bin ich von den rauschfreien, digitalen Alternativen begeistert. Bei den Anschaffungen bestimmt ja wohl bei den meisten der limitierende Geldbeutel eine Rolle. Bei der Soundqualität sollte man sich immer den "abfallenden Grenznutzen" vor Augen halten. D.h. Ein AD/DA Wandler für € 1000,-- kann hörbar viel besser sein, als einer für €300,--. Wenn du eine weitere Steigerung hörbar machen willst, wirst du mit € 700,-- Aufpreis nicht mehr hinkommen. Da sind dann € 2000,- eher angesagt. Konkret h.d., ob es sich lohnt statt einer RME fireface lieber mit einer Apogee Symphony zu arbeiten ist wirklich davon abhängig, was einem der Grenznutzen wert ist.
    Diese Verhältnisse kann man auf fast alles im Musikbereich übertragen. Egal ob über technische Geräte oder Musikinstrumente nachdenkt. Ich durfte vor einiger Zeit mal auf einem Yamahaflügel für € 50.000,-- spielen und dann auf einem Steinway für über € 100.000,--! Mal davon abgesehen, das meine Spieltechnik keinen der beiden Instrumente würdigen konnte, habe ich aber tatsächlich Unterschiede gehört. Nur hatten die mit besser oder schlechter nichts mehr zu tun, nur mit anders!
    Mein Fazit: Alles was sich heute im Studiobereich im mittlern Preisbereich bewegt, ist gut genug für eine einwandfreie Aufnahme.
    Und immer dran denken, das meiste was im Unterhaltungsbereich auf super, duperteuren Studios aufgenommen wird, spielen die meisten Zuhörer nachher bestenfalls auf einem I-Pod mit €20,-- Kopfhörern ab. Sowas nennt man dann Perlen vor die Säue werfen. Da denke ich ähnlich, wie "Irgendein Thomas"
    Hoffnungslos optimistischen Grüße,
    fatman

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