Selbstvermarktung: Musik, Web & Money – Neue Wege im MusikBiz

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Geld verdienen mit Musik? Musik, Web & Money

Auf der einen Seite wurden in Cannes vor allem neue Portale vorgestellt, die mit unterschiedlichen Vertriebs-, Beteiligungs-, und Ausschüttungsmodellen aufwarten.
Hier werden vor allen Dingen Topspin (Links wie immer am Ende des Artikels) Sellaband und Slicethepie genannt.

Seit 2006 hat das Portal Sellaband aus den Niederlanden die Produktion von 29 Künstleralben ermöglicht. Laut heise werden „ [über die Website] für jedes Projekt 50.000 US-Dollar in kleinen Einheiten von jeweils 10 Dollar gesammelt. Kommt die Summe zusammen, wird das Album produziert und die Verkaufserlöse für fünf Jahre jeweils zur Hälfte zwischen Künstler und den „Believer“ genannten Investoren geteilt. Die Fans bekommen dazu eine CD aus der ersten Pressung. Der Plattformbetreiber wird mit 5000 Dollar aus dem Produktionsbudget entgolten sowie 10 Prozent der Einnahmen aus der Erstverwertung. Davon erhält der Künstler 60 Prozent, die verbleibenden 30 Prozent werden unter den Investoren verteilt.“
Nach einem ähnlichen Muster soll Slicethepie (auf deutsch „teilt den Kuchen“) aufgebaut sein.

Das Prinzip des Sammelns für ein Album hat seinen Ursprung aber schon 1993, als die Band Marillion ihre Platte durch eine Sammelaktion finanzierte, 2008 folgte Jill Sobule mit einem Staffelmodell: „Für 500 Dollar wird der Name in einem Song erwähnt, für 5000 gibt’s ein Konzert daheim und der ultimative Fan kann für 10.000 Dollar gleich mitsingen“, so heise.
Auch die deutsche Band Angelika Express ging neue Wege, in dem sie eine Album-Aktie herausbrachte, die zur Finanzierung des neuen Albums diente, mit Gewinnausschüttungen und allem PiPaPo, was auch tatsächlich funktionierte.

Sonicbids hingegen hat sich auf die Vermittlung von Künstlern mit potentiellen Kunden spezialisert. Ob ein Konzertveranstalter oder eine Werbeagentur, alles was an Musik gebraucht wird, wird von sonicbids vermittelt. 2007 waren es immerhin 60.000 Engagements, die durch das Unternehmen zustande kamen.

Ein interessantes Interview mit Terry Mc Bride (Nettwerk Label) über diverse andere Vermarktungsmöglichkeiten gibt es hier zu lesen: Link

Link zu Topspin
Sellaband
SliceThePie
SonicBids

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Lesermeinungen (21)

zu 'Selbstvermarktung: Musik, Web & Money – Neue Wege im MusikBiz'

  • David Martini   27. Jan 2009   12:50 UhrAntworten

    Sehr interessant, aber nur für Bands gedacht. So sehe ich das. Ein House-Produzent hat bei solchen Portalen gar keine Chance oder was meint ihr dazu ????

  • Angelika Express   27. Jan 2009   13:34 UhrAntworten

    Hier Robert von Angelika Express. Vielen Dank für die Erwähnung unserer Aktien Aktion in deinem Artikel. Ergänzend ein Link für jene, die mehr darüber erfahren wollen: http://angelika-express.de/die-angelika-aktie/

  • Marc (delamar)   27. Jan 2009   14:45 UhrAntworten

    Hi David,

    bei House und E-Musik Produktionen gestalten sich die Vermarktunsstrategien tatsächlich anders. Hier gehen viele Produzenten ebenfalls einen direkten Weg und versuchen einzelne Tracks über Portale wie beatport an den Mann (bzw. die Djs zu bringen). Es empfiehlt sich aber auch, seine Tracks zwecks Popularitätsgewinnung als freie downloads in diversen Internetseiten, die sich mit diesem Segment beschäftigen einzustellen. So greifen viele Interesierte auf Seiten wie electrorash.com oder house-beats.de zu. Hier gilt es, sich hinzusetzen und alle möglichen Seiten zu finden, die Interessenten in der Hörer- und DJschaft haben. Viele lokale Radios haben auch Spartensendungen, deren Redakteure dankbar für neue gute Tracks sind und die wiederum gute Kontakte zu anderen Lables und DJs haben. Auch hier gilt, nicht wahllos die Radiostation bemustern, sondern den Genre zuständigen Redakteur gezielt anschreiben.

    Von Fred Numf weiß ich, dass er beide Wege nutzt, den Verkauf seiner Tracks via beatport und natürlich sein Label Blackhole Records.
    Verglichen zu herkömmlichen Bands ist die Produkion eines Albums im E-Musik Bereich meist nicht mit den entsprechenden Kosten verbunden, die eine Band aufbringen muss (Tonstudiotage etc.). Von daher ist der Markt auch ziemlich gesättigt, da man relativ "günstig" E-Musik produzieren kann.
    Für E-Musiker sind, was den Verkauf betrifft, in erster Linie die DJs interessant, da diese die Tracks in den Clubs oder im Radio spielen. Wenn Du also von einem Track überzeugt bist, würde ich Dir empfehlen, diesen ganz frech frei an alle DJs zu mailen, schicken etc. Früher und auch heute tun das einige Produzenten über sogenannte Whitelabel-Releases, durch die Digitalisierung und die immer häufigere Verwendung von PCs mit DJ Software (z.B. Serato, Final Scratch), ist den DJs mittlerweile ein MP3 viel lieber als ein Vinyl.
    Angelika Express hat auch erst dann funktioniert, als sie eine gewisse Fanbase geschaffen hatten, die zum support bereit war. Das muss jeder Musiker erst einmal erreichen, bevor er auf eine Finanzierung durch die Fans hoffen kann.

  • David Martini   27. Jan 2009   15:06 UhrAntworten

    Hi Marc,

    ein sehr sehr interessanter Kommentar von dir. Teilweise nutze ich schon von dir erwähnten Marketing-Strategien wie z.B.

    - kostenlose Bereitstellung der Tracks
    - in vielen Dj und House Foren presänt sein und auch dort Tracks bereitstellen
    - Djs direkt anschreiben über myspace usw.
    - myspace Kontakte knüpfen

    Den Weg über eine Radiostation habe ich mich noch nicht getraut, werde das aufjedenfall tun wenn ich ein paar gute Produktionen fertig habe.

    An DJs die Tracks dirket zzu senden müsste ich mal ausprobieren. Manche antworten nicht mal auf freundliche Anfragen.

    Als Künstler der Elektronischen-Musik geht es mir um folgendes: Ich produziere gerne House-Musik, jeden Tag bis in die Nacht, aber nicht um damit Geld zu verdienen, sondern einfach Djs und andere Leute, die gerne House-Musik hören, damit zu begeistern und so beinflussen zu können, das sie sich dabei gut fühlen.
    Mein Ziel ist es meinen Namen ein bisschen etablieren zu können, um auch mal ein paar Dj Auftritte zu ergattern.

  • Marc (delamar)   28. Jan 2009   00:05 UhrAntworten

    @ David: Wenn Du Dir als DJ einen Namen machen willst, dann gehört vor allem erstmal Klinkenputzen zum Geschäft. Viele DJs, die ich kenne, haben das so gemacht. Will heißen, erstelle ein kurzes aber aussagekräftiges Set und bring es unter die Leute.
    Vor kurzem hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem DJ, der sein Set auf kleine USB-Sticks (1-2GB) mit seinem aufgedruckten Namen und der myspace URL drauf einfach an andere DJs in den Clubs, deren Booker und Veranstalter verteilt hat. Diese wurden sehr gut angenommen und es kam auch zu Gigs. Der Vorteil bei der USB-Methode ist, dass der Stick klein und handlich ist (verglichen zur CD), Dein Brand auf dem Stick steht und das Set sehr schnell auf dem PC und somit auch bei Freunden der DJs landet, wenn es gut ist. (Nach dem Motto in einer Mail: Hey, cooles Set, check mal den Anhang oder so).
    Guerillia technisch gesehen, kann man das Set (nicht vergessen "nur zur Promotion" reinzuschreiben) auch an die Clubbesucher verteilen. Ist eine Art digitale Visitenkarte.

    @dreadmaul
    Sich im Internet einen Namen zu machen, ist bei der Fülle des Angebots natürlich sehr schwer. Dennoch gibt es auch hier die Möglichkeit, seine Tracks vor allem an spartenspezifische Internetradios zu schicken.
    Da Du in in den Bereichen Ambient/Electronica/Downbeat/Trip-Hop usw. unterwegs bist, gibt es auch die Möglichkeit, Deine Tracks an diverse chillige Lokalitäten zu schicken, Lounges, Schischabars, Cafes (in Holland auch ruhig diverse Coffeshops), Buchläden mit Leselounges etc. . Der Punkt ist ja, dass die Leute Deine Musik erst einmal hören müssen, um darauf aufmerksam zu werden. Das mit den Lokalitäten hat ein Bekannter von mir gemacht und siehe da, er bekam viel Feedback, weil die Leute beim Kaffee trinken immer öfter den Kellner gefragt haben, was das denn für coole Mucke sei. Wichtig ist aber auch hier, dass Du den Lokalitäten auch gleich einen Packen Visitenkarten-Flyer beilegst, auf denen Dein Name und Deine Web-Präsenzen stehen, so dass der Kellner oder Barmann nur unter die Theke greifen und sie dem interessierten Gast geben kann. Keep it short and simple to get to you.

    @ alle: wer sich wie und wo labeltechnisch tummelt, könnt Ihr u.a. hier in erfahrung bringen und in Kontakt treten: allrecordlabels.com

    Greetz Marc

  • dreadmaul   27. Jan 2009   23:30 UhrAntworten

    Hey,
    gibt es (ausser den Radiosendungen) für nicht-DJ/Party-taugliche elektronische Musik noch Vermarktungsmöglichkeiten?

    Ich arbeite in den Bereichen Ambient/Electronica/Downbeat/Trip-Hop usw.

    Bei mir entfällt die Band-Methode, aber auch die DJ-Methode. Die Einzige Möglichkeit die sich mir eröffnet scheint zu sein, dass ich mir im Internet einen Namen mache um dann dort Songs verkaufen zu können.

    Für mich sieht die Situation relativ ausweglos aus, da ich nur wenige Communitys kenne, die sich anbieten würden

    lg
    dreadmaul

  • richie   28. Jan 2009   15:20 UhrAntworten

    Finde das Konzept von sellaband wirklich gelungen. Ist man dort eigtl 5 jahre fest an die gebunden oder können weitere Alben über dritte erscheinen?
    Außerdem würd mich interessieren wie erfolgreich die Bands dort sind? Gabs denn schon nen richtigen Renner?

  • David Martini   28. Jan 2009   16:22 UhrAntworten

    @ Marc: Ja wie sieht es denn mit den Sets aus. Sollen in dem Set alles eigene Tracks sein ?????

    Nur so kann man ja auch presäntieren, das man ein gutes Set hat und auch die Tracks komplett selber produziert hat

  • Marc (delamar)   28. Jan 2009   16:40 UhrAntworten

    @richie: Ob es richtige Renner gab, kann ich Dir jetzt nicht sagen, denn sellaband ermöglich ja erst einmal die Produktion einer CD. Ob ne Cd dann auch zu nem Renner wird, steht auf nem anderen Blatt. Wegen der Vertragsbindung, musst Du mal in die AGBs gehen, soweit konnte ich mich noch nicht durcharbeiten.

    @ David: Kommt drauf an, worin Dein Primärziel liegt, möchtst Du bei den DJs als House-Produzent aufmerksam auf Dich machen, solltest Du ausschließlich eigene Tracks verwenden.
    Willst Du als DJ auf Dich aufmerksam machen, solltest Du ein gemischtes Set machen, denn Booker und Veranstalter legen auch Wert auf Tracks, die vom Publikum heiss gehandelt werden. Aber auch hier gilt, unbedingt auf Stimmungskurven, gute Übergänge etc. zu achten. Hier müsstest Du dann auch Deine DJ-Skills unter Beweis stellen.

  • dreadmaul   28. Jan 2009   18:02 UhrAntworten

    Danke für den Tipp. Ich hab nur meistens sehr düstere Tracks, nichts für angenehmes Kaffeetrinken. Wer sich ein Bild machen will kann ja auf meine Myspace-page schauen ;)

    Es ist wirklich ein Problem für experimentelle Künstler wie mich eine Hörerschaft zu finden. Schade eigentlich.

  • Marc (delamar)   28. Jan 2009   19:58 UhrAntworten

    @dreadmaul: Wenn Deine Musik düsterer ist, dann probiers mal bei darkerradio.com . Und allein unter den shoutcast-radios von winamp gibt es ne Menge Internetradios, die eher Deinen style featuren. Du musst Dir halt die Arbeit machen und diese Radios suchen. Aber es gibt sie.

  • dreadmaul   28. Jan 2009   20:06 UhrAntworten

    Tausend Dank!

    Ich find hier so viele Hilfen, wie sons nirgends im Netz! Ein riesengroßes Danke dafür und meinen vollsten Respekt für die Arbeit die hierdrin steckt.

  • Rockxs   28. Jan 2009   21:21 UhrAntworten

    Hat vielleicht schon jemand Erfahrungen mit sc gemacht ?
    Ist wohl als Musiker-Netzwerk gedacht in dem man seine Tracks austauschen kann und Kontakte knüpft zu anderen Musikern. Sieht auf recht interessant aus.

    Ich finde Myspace ist inzwischen mehr als ausgelutscht. Man blickt überhaupt nicht mehr durch. Zuviele Fakes und ein total unübersichtliches Layoutsystem.

    Greetz

  • Marc (delamar)   28. Jan 2009   21:39 UhrAntworten

    @Rockxs: scist kein Unbekannter mehr, sie haben eine Betaversion released und sind mittlerweile in die Vollversion gegangen. Netzwertig etc. haben darüber ziemlich positiv berichtet. Aber, es gilt zu wissen: sc fährt ein Freemium-Konzept. Das heißt, dass es eine kostenlose, aber begrenzte Version gibt. Und drei erweiterte Pro Accounts, welche kostenpflichtig sind. Der Unterschied liegt dabei in der Anzahl der Tracks die man hochladen kann. Die Preise der Pro Accounts liegen bei: € 9, € 29, € 59.
    Es steht aber meiner Meinung nach nicht in Konkurrenz zu myspace. Aus eigener Erfahrung ist die myspace-community viel agliler und offener, wenn es um das Netzwerken geht. Die Myspacer schauen nämlich tatsächlich nach, wer wen als Freund geaddet hat und schließen auch mit diesen Leuten Kontakte. Gerade über myspace habe ich sehr gute Kontakte für meine Doku rockthe.biz geknüpft.

    @ dreadmaul und David: ebenfalls interessant für E-Musiker: elektro-kartell.de ein Zusammenschluss von E-Musikern mit Tonstudios, Konzerttausch und gegenseitigen Hilfen.

  • Marc (delamar)   28. Jan 2009   21:13 UhrAntworten

    Danke für den Credit. Wir wissen es zu schätzen :-)

  • David Martini   30. Jan 2009   10:11 UhrAntworten

    @ Marc und delamar community: Vielen Vielen Dank für eure Tipps und Anregungen, ich habe hier sehr sehr sehr viel gelernt : )

  • Waggi66   01. Feb 2009   23:29 UhrAntworten

    @deadmaul

    Poste mal bitte deinen Myspace Link. Ich würde mir deinen Sound mal gern anhören. Meine Musik ist manchmal auch experimentell von daher bin ich an deinen Tracks interessiert ;-)

  • Annemarie Eilfeld   07. Feb 2009   14:49 UhrAntworten

    Also konzeptmäßig ist das alles super gut gelungen finde ich. Wenn ich mich dort jetzt binde, wie steht das dort mit dem ausstieg? Kann ich da einfach aufhören oder ist es eine feste bindung?
    Wie erfolgreich waren denn andere bis jetzt?

  • Marc (delamar)   07. Feb 2009   15:13 UhrAntworten

    @Annemarie: Was sellaband betrifft, so ist ein Ausstieg laut FAQs jederzeit möglich: "Can I leave SellaBand at any time?
    Yes, you can, up until the time you have reached the Goal Amount. But if, for whatever reason, you decide to stop your activities on SellaBand just drop us a note at info@sellaband.com and we’ll shut down your profile."

  • Marc (delamar)   07. Feb 2009   15:28 UhrAntworten

    @ Annemarie zum zweiten: Da Du Dich ja auch bei DSDS bewirbst und auch in den Recall gekommen bist, solltest Du Dir vor allen Dingen Gedanken über die Vertragswerke machen, die anstehen, wenn Du bis in die Finals kommst. Von Nevio ist wird berichtet, dass er als Staffel Vierter einen halbjährigen Vertrag hatte, der die Exklusivrechte an die DSDS-Plattenfirma abtrat, wenn er eine Platte dort aufnehmen sollte. Nevio hat dies wohl tunlichst unterlassen, schon während der Show seine Fans über seine HP an sich gebunden, in dem besagten halben Jahr keine Platte aufgenommen und dies erst nach Ablauf der Frist gemacht, bei einem Label seiner Wahl.
    Und da die Macher von DSDS ausgeschlafene Profis sind, kannst Du davon ausgehen, dass im Falle eines Vertrages Du Dir keine Gedanken mehr über sellaband oder slicethepie machen musst, weil dies nicht zugelassen wird (360 Grad Deal!).
    Mein Rat: Nutz DSDS zur Popularitätsgewinnung, wenn es darum geht Verträge zu unterzeichnen, such Dir schon mal nen guten Fachanwalt, vielleicht kann der sogar die Verträge zu Deinen Gunsten modifizieren.

  • Jonathan   15. Sep 2010   09:47 UhrAntworten

    Hallo zusammen!

    Sehr netter Artikel!
    Weiß einer, ob es so ein ähnliches Portal auch für einzelne Personen (Songwriter, Produzenten) im Bereich Pop/Rock gibt? Also sowas wie "David Martini" im ersten Post schon erfragt hat, nur im Bereich Pop/Rock.

Sag uns deine Meinung!

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