Prosoniq: Keine Plugins mehr für Windows

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Prosoniq ist Hersteller mehrere wohlbekannter Plugins wie zum Beispiel Prosoniq OrangeVocoder, Prosoniq morph, Prosoniq NorthPole und anderer Software (Prosoniq sonicWORX, Prosoniq TimeFactory 2). Die Firma gibt jetzt bekannt, dass aufgrund der hohen Softwarepiraterie in der Windowswelt die Weiterentwicklung aller Windows Produkte beendet wird. Wird Windows auch für andere Hersteller jetzt uninteressant?

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Prosoniq: Keine Plugins mehr für Windows

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Die Firma Prosoniq dürfte einigen Lesern ein Begriff sein. Prosoniq hat jetzt bekannt gegeben ihre Produkte ausschliesslich auf der Mac OS X Plattform weiter zu entwickeln und den bestehenden Windows Support zu beenden.

Grund hierfür seien die Software Piraterie, welche unter Windows so weit verbreitet ist.

Prosoniq selbst gibt folgende Erklärungen.

Bernhard Bouché, CEO von Prosoniq, sagt, dass Prosoniqs Produkte unter Windows Systemen zu vertreiben immer uninteressanter wurde, da sich fast ausschliesslich illegal kopierte Versionen im Umlauf befinden. Sie bedauern, keine Dongle-basierte Authentifizierung einführen zu können, da es sich für kleinere Add-On Produkte wie die Prosoniq Plugins nicht lohnen würde.
Der Verkauf übers Internet wäre ebenso problematisch.

Im Vergleich zu den Mac Produkten waren die Windows Verkäufe quasi nonexistent, sagt die Firma.

Hier ein Zitat von Bouché:

“Even though we are aware of the danger of being dependent on a single company we are primarily a Mac based company. Being a small company developing highly specialized products we don’t aim for the mass market. Our experience shows that 90% of our customers are on the Mac anyway. We believe that by tending to products on one platform only we will be able to make better products and provide better support. Since crossgrading to the Mac is free we hope to encourage our Windows users to consider using them on a Mac when they are ready”

Ausserdem fügt der CEO von Prosoniq noch hinzu, dass es sich die Firma nochmal überlegen würde wieder für Windows zu entwickeln, wenn es dort Aussicht auf höhere Verkaufszahlen und weniger Softwarepiraterie gäbe.

Prosoniqs Vertriebspartner, Steinberg, ist immer noch in Beziehung zu Prosoniq. Alle Prosoniq Schlüsseltechnologien, wie etwa MPEX, werden sowohl unter Windows als auch Mac zur Lizensierung weiterhin angeboten.

Was denkst Du? Müssten alle Hersteller diesen Weg gehen, um der Softwarepiraterie Herr zu werden? Kann man aus dieser Entwicklung bereits etwas ablesen? Werden andere Entwickler folgen? Wird die Windows Plattform vielleicht sogar aussterben?

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Lesermeinungen (10)

zu 'Prosoniq: Keine Plugins mehr für Windows'

  • Marcel   30. Mrz 2009   08:37 UhrAntworten

    Mit Piraterie wird ja immer argumentiert. Ich denke eher, dass es für die Entwickler einfacher und kostengünstiger ist, nur noch für ein einziges System (Mac) zu entwickeln. Davon mal abgesehen bietet die Betriebssystem-Architektur vom Mac die Möglichkeit, das Plugin evtl. sogar mal für Un*x-Derivate anzubieten.

    Geldverlust durch Piraterie halte ich nach wie vor für Blödsinn. Wer "sein" Programm/Plugin (auch im P2P) gefunden hat, zahlt auch dafür, wenn's einen echten Mehrwert bietet.

  • Peter   30. Mrz 2009   12:13 UhrAntworten

    @Marcel:
    Warum sollte Prosoniq einen falschen Grund vorschieben? Das ergibt in meinen Augen überhaupt keinen Sinn.

    Und wenn angeblich den Musikherstellern durch Piraterie keine finanziellen Nachteile entstehen, warum investieren dann Steinberg und andere Marktführer Unsummen in Kopierschutztechnologien wie Synchrosoft? Die Entscheidungsträger dort sind doch keine Blödmänner, die wägen schon sehr genau ab, ob sich der Einsatz von Kopierschutz finanziell lohnt oder nicht.

    Gruß,
    Peter

  • Michael   30. Mrz 2009   13:38 UhrAntworten

    Natürlich sind die Entscheidungsträger keine Dummköpfe. Aber beim Mac gibt es auch diese Piraterie...insofern müsste Prosoniq vielleicht aufhören, Software zu schreiben.

    Wenn ich mir das Zitat oben durchlese, dann steht da einfach nur, dass sie Entwickler (Kosten) einsparen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren: Plugins für Mac.

  • Marcel   31. Mrz 2009   08:55 UhrAntworten

    Zitat Peter: [...]warum investieren dann Steinberg und andere Marktführer Unsummen in Kopierschutztechnologien wie Synchrosoft?

    Keine Ahnung warum die das machen, denn effektiven Kopierschutz gibt es nunmal nicht. Daher ja auch meine feste Überzeugung, dass selbst der übelste Raubkopierer ein wirklich überzeugendes Produkt auch kauft. Es ist ja nicht genau überschaubar, wie häufig ein Produkt illegal gedownloaded wird. Und wenn weniger von einem Produkt verkauft wird, würde ich mir zuerst mal überlegen, was die Konkurrenz besser macht.

    Dank KVR-Vst hat man da ja einen guten Überblick. Und gerade Vocoder gibt's wie Sand am Meer auch als Freeware. Vielleicht nicht so komfortabel wie "Orange" aber durchaus mächtig.

    Logic hat sich damals wenigstens von Apple kaufen lassen ;)

  • Josef   31. Mrz 2009   11:12 UhrAntworten

    Zitat Marcel: Davon mal abgesehen bietet die Betriebssystem-Architektur vom Mac die Möglichkeit, das Plugin evtl. sogar mal für Un*x-Derivate anzubieten.

    Da kann ich nur sagen super. Das OS mit 3% Marktanteil (das ich selbst auch benutze) bietet Möglichkeiten zu anderen OS mit Promillemarktanteil zu portieren. das ist sicher gar kein Argument. das erste Argument stimmt, ein OS und durch damit..

  • Josef   31. Mrz 2009   11:13 UhrAntworten

    Ach ja @ admin: wir haben Sommerzeit :-)

  • Carlos (delamar)   31. Mrz 2009   13:51 UhrAntworten

    Ich änder das mal gleich

  • Thorsten   27. Mai 2010   09:55 UhrAntworten

    Prima, hier sind schon die gleichen Kommentare wie ich sie schon seit 10 Jahren sehe.
    Nun, hier mal ein kleines Beispiel. Als wir vor einigen Jahren anfingen Plugins zu schreiben dachten wir' mal sehen wie es so läuft'!
    Nach ca. einem Jahr Entwicklung kam unser Produkt dann auf den Markt. Wir bekamen gutes Feedback, einige Fachzeitschriften klinkten sich gleich ein. Der Verkauf lief an. Tatentransfer der Demo von unserer Webseite ca bis zu 50 Stück am Tag. Für einen newcommer schon ein Achtungserfolg.
    Nach 2 Wochen kam dann das erste 'release' in die Tauschbörsen.
    Innerhalb eines Tages ging der traffic bei uns auf 0 runter. Monatelang nur noch sporadisch mal 1-2 Geräte , wenn überhaupt.
    Dafür stieg die Zahl der Tauschbörsendownloads innerhalb einer
    Woche auf 12000.
    Wir hatten uns schon wirklich überlegt, die Plugins für einen Euro anzubieten um zu sehen ob das läuft.
    Leider ist es so, kosten die Plugins 100€ wird raubkopiert weil man ja Geld sparen kann, kosten sie 1 € wird raubkopiert weil,kostet ja nur 1€ und kann ja nichts sein.
    Unterm Strich hatten wir einen Stundenlohn von 0,5-0,8 €.
    Mir ist es schleierhaft wie die großen Firmen dabei überleben können.
    Wer es nicht glaubt, kann es gerne mal selber ausprobieren
    Man muß schon ein absoluter Freak (oder ziemlich blöd) sein um so eine Sache noch weiter zu verfolgen. (wir sind die Freaks).
    Wenn es nicht tatsächlich noch einige Leute geben würde , meist etwas ältere, die bereit sind die Arbeit anderer auch zu honorieren, dann hätten wir den Kram schon längst hingeschmissen.
    Von einem ' Verkauf' im Internet kann nicht die Rede sein, eher , vieleicht erbarmen sich ja ein paar Leute und erkennen die Arbeit
    anderer auch an.
    Im prinzip kann man seine Arbeit auch gleich mit einem 'DONATE' button versehen. Spende wenn du Lust hast.

    Im Internet scheinen eigene Regeln zu herrschen. Eventuell sind die herkömmlichen Geschäftsmodelle auch nicht mehr gültig.

    APPLE mit I-Tunes hat es wohl erkannt. Wie wäre es wenn es eine 'I-Plugin' Plattform geben würde wo jeder Benutzer sich für einen bestimmten Betrag im Monat alle Plugins die er benötigt downloaden könnte. Die Einnahmen könnten dann auf alle Entwickler in Abhänigkeit der Download-Anzahl verteilt werden.

    Da dieses nahezu alle Hersteller betrifft , werden wir wohl kein Einzelfall sein.

    Gruß

    Thorsten

  • Carlos (delamar)   02. Jun 2010   09:58 UhrAntworten

    Thorsten, wie in der Email schon geschrieben, würde ich mich freuen, dich zu diesem Thema mal im Podcast begrüßen zu dürfen.

    Im Übrigen betrifft das ganz sicher alle Hersteller.

  • prutzlos   18. Dez 2015   17:48 UhrAntworten

    Das ist ja nun schon ein alter Thread, aber natürlich auch immer noch aktuell. Man sollte aber nicht ausser acht lassen, dass die Raubkopier-Szene gerade im Mac-Bereich sehr wohl hochaktiv und ganz genauso fies wie im Windows Bereich ist. Und das nicht erst seit 2013. Z.B. werden Adobe-Produkte geradezu manisch raubkopiert. Diese Firma dürfte es eigentlich längst nicht mehr geben, wenn diese Haltung sich überall durchsetzen würde. Als Software Entwickler darf man - eigentlich von Anfang an - die Raubkopiersituation keinesfalls außer acht lassen. Man darf sich auch nicht darauf verlassen, dass man jetzt mit einem Produkt den großen Durchbruch schafft. Man sollte lieber schauen, wie es andere gemacht und geschafft haben, bevor man in dieser traurig gestimmten und, ja, auch weinerlichen, beleidigten Art das Handtuch wirft, weil die ach so bösen Piraten einem das Geschäft abgraben. Es gibt auch genügend "Kleine", die sich über Wasser halten, trotzdem ihre gecrackten Produkte im Umlauf sind. Ich bin auch der Meinung, dass nicht sehr viele, die diese Plugins "stehlen", diese auch effektiv nutzen. Ausprobieren, ja, aber nicht anstatt einer Kaufversion nutzen. Ich denke, dass für einen kommerziellen Erfolg vielmehr wichtig ist, welche Besonderheiten die Software bietet, wie sehr sie sich von anderen abhebt, danach, wie viele andere Produkte man anbietet, und schließlich, wie sehr man bereit ist, mit Magazinen, Online Medien etc. zusammenzuarbeiten, um Light-Versionen oder Magware als Eigenwerbung anzubieten.

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