Offener Brief an die Hersteller von Musiksoftware im Namen blinder Musiker

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Braillezeile

Braillezeile

Blind drauf los komponieren – Ein Aufruf an die Software-Schmieden

Jeder kennt sie. Mit weissem Stock bewaffnet tasten sie sich durch die Straßen und Passagen. Nur was machen Blinde eigentlich, wenn sie zu Hause sind? Viele werden bestimmt fragend gucken, wenn ich sage, dass Blinde, zu denen ich auch gehöre, oft am Computer Musik produzieren. Ich werde hier ein wenig auf das Musikmachen als Blinder und die daraus resultierenden Probleme eingehen, aber lies selbst…

Wenn man „blind“ hört, werden die meisten wahrscheinlich als erstes eine Sonnenbrille tragende Person vor Augen haben, die gerade am Körbe flechten ist, oder Schrauben eintütet. Aber weit gefehlt! Wie viele andere sitzen wir in der Freizeit vor dem Rechner und hantieren mit Mikrofonen und Synthesizern herum. Vielleicht fragst Du dich, wie das gehen soll.

Solltest Du selbst zu den Herstellern von Musiksoftware gehören, bitte ich dich, diesen Text besonders aufmerksam zu lesen. Was braucht denn nun ein Blinder, um mit einem Computer arbeiten zu können?

 

Der „Bildschirm“ für Blinde

Als erstes hat jeder von uns eine sogenannte, die den gesamten Bildschirm, Zeile für Zeile in Brailleschrift (Taktil) darstellt.

Braillezeile

Braillezeile

An der unteren Seite wirst Du viele kleine Löcher sehen. An dieser Stelle kommen je nach Text, kleine Plastikstifte hervor, die zusammengenommen Buchstaben ergeben. Wenn man nun mit den Pfeiltasten auf dem Bildschirm navigiert, wechseln auch die dargestellten Punkte. Man kann also sagen, dass die Braillezeile, der Monitor eines Blinden ist.

 

Screenreader helfen beim Lesen

Als nächstes wäre da noch der so genannte Screenreader (ein Programm zum Auslesen des Bildschirms), ohne den die Braillezeile keinen Sinn ergeben würde. Dieser wandelt alle verfügbaren Daten so um, dass sowohl die Braillezeile als auch die Sprachausgabe, den Text wiedergeben können. Zudem hat ein Screenreader auch eine Funktion, die den Inhalt des Bildschirms vergrößern und für bessere Kontraste, farblich verändern kann.

Mittlerweile integriert der Hersteller Apple einen solchen Screenreader (mit dem Namen Voiceover) standardmäßig und kostenlos in jeden Mac. Falls Du also mal wie ein Blinder am Mac arbeiten möchtest, musst du nur unter System/ Bedienhilfen das Programm Voiceover aktivieren. Momentan ist dieser leider nur auf Englisch verfügbar, was sich im nächsten Betriebsystem OSX Lion aber ändern soll. Für Windows stehen in verschiedenen Sprachen kostenpflichtige Screenreader wie Cobra, Jaws oder Window-Eyes zur Verfügung.

Woher der Screenreader seine Informationen bekommt, ist eigentlich leicht zu beschreiben: Er greift auf den Quellcode des jeweiligen Betriebssystems oder geladenen Programms zu und gibt die für Blinde relevanten Informationen in Braille und Sprache wieder. Der Computer „plappert“ dann so Star-Trek-mäßig vor sich hin.

 

Musiksoftware bedienen für Blinde

Einige Musikprogramme erlauben uns Blinden mithilfe von Anpassungen der Screenreader die barrierefreie musikalische Arbeit. Zu diesen Programmen zählt z.B. die DAW Sonar, die sich auf der Windowsplattform als der am besten zu bedienende Sequenzer für Blinde erwiesen hat. Auch die Entwickler des Musikprogramms Reaper haben ihre DAW in einigen Punkten barrierefrei gemacht.

Auf dem Mac kämen dann noch Garageband, das laut Apple zugänglich sein soll sowie Pro Tools von Hersteller Avid, das ebenfall Fortschritte macht.

Eines haben sie aber fast alle gemeinsam: Sie lassen sich nicht ohne zusätzliche Anpassungen (Skripte) bedienen. Und diese Anpassungen müssen für viel Geld zusätzlich erworben werden.

Diese Skripte werden von den Herstellern von Screenreadern hergestellt und kosten nicht selten bis zu 250,- Euro. Zusammen mit dem Anschaffungspreis einer DAW, ein teurer Spass. Insbesondere wenn man bedenkt, dass dieser bei jedem Upgrade von vorne losgeht.

Ideal wäre, die Musiksoftware schon von Haus aus auf die Nutzung mit einem Screenreader vorzubereiten. So, dass wir Blinden die teuren Skripte nicht noch zusätzlich erwerben oder wenigstens nur noch einen kleinen Teil anpassen müssten.

 

Was ist das Problem?

Die DAW-Software wird komplett über die Tastatur gesteuert. Mausklicks werden über einen so genannten Hot Spot simuliert, der einen bestimmten Punkt auf dem Bildschirm definiert. Leider verwehrt die aktuelle Programmierungsweise vieler Plugins und Sequenzerprogramme dem Screenreader verwertbare Daten zu ermitteln. Photorealistische Darstellungen ohne beschriftete Parameter helfen nicht gerade in Sachen Barrierefreiheit.

Dass das auch anders geht, beweisen Sonar, Reaper, Garageband oder Pro Tools – praktisch die Pioniere für Blinde in der Musiksoftware.

Dabei lassen Microsoft und Apple Entwickler nicht etwa blind umherirren (höhöhö), sondern stellen umfangreiche Dokumentationen zur Verfügung. Diese zeigen, wie er seine Programme für Screenreader zugänglich machen kann.

Liebe Hersteller von Musiksoftware, bitte schaut euch doch mal die nachfolgend verlinkten Dokumentationen einmal an. Vielleicht könnt ihr damit in Zukunft eure Produkte einem erweiterten Kundenkreis zugänglich machen: für Mac / für Windows

 

Der Aufwand lohnt sich nicht?

Nein, für uns lohnt sich das nicht. Dafür ist der Kundenkreis einfach zu klein. Haben wir schon gehört, kennen wir. Aber vielleicht täuscht der erste Eindruck.

Im ersten Moment mag es scheinen, dass wir Blinden ein kleines Grüppchen von Musikern seien. Das liegt aber nur an der fehlenden Präsenz in der Öffentlichkeit und auch im Internet. In Letztgenannten haben sich aber einfach Mailinglisten durchgesetzt, die fast alle nicht öffentlich einsehbar sind. Aber wir sind da und wir sind viele.

Bitte checkt doch mal Mailinglisten für Blinde wie die „JSonar Liste“ und das Portal „blindzeln.de“ oder „ml4free.de“. Oder wie wäre es mit den englischen Pendants: „dancingdots.com“ und „ddots-l@freelists.org“ oder die „Midi-mag Liste“.

Schätzungen besagen, dass 650.000 Blinde und Sehbehinderte Menschen in Deutschland leben. Würde sich davon nur jeder Zwanzigste für Audiosoftware interessieren, wären das 30.500 potenzielle Kunden.
Es wäre sehr schön, wenn ihr, liebe Hersteller von Musiksoftware, euch mal mit diesem Thema beschäftigen könntet. Und wer weiss? Vielleicht ist ja schon bald eure Software der Renner unter den blinden Musikern?

P.S.: Momentan wird ein Pilotprojekt gestartet, das den Grundstein für eine Tontechniker-Ausbildung für Blinde und Sehbehinderte legen soll. Bedienbare Audiosoftware ist hier wohl Pflicht.

 

Anm. d. Red.:

Soweit der offene Brief an die Hersteller von Musiksoftware von Maik Brodnicki. Du kannst seinem Anliegen mehr Kraft verleihen, wenn Du auf diesen Brief reagierst. Schreib einen Kommentar oder teile den Brief auf Facebook, Twitter oder anderen sozialen Netzwerken. Vielen Dank im Namen von Maik.

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Lesermeinungen (70)

zu 'Offener Brief an die Hersteller von Musiksoftware im Namen blinder Musiker'

  • Heiko   24. Jul 2011   14:50 UhrAntworten

    Ist allerdings eine weitverbreitete Krankheit praktisch aller VST-Plugins, die ich kenne: Bunte Buttons, Drehknöpf ohne Beschriftungen. Das ist auch für Normalsichtige eine Zumutung. Hat man dann noch einen hochauflösenden, aber kleinen Bildschirm, kommt man da schnell an seine Grenzen, da die Beschriftungen immer in Pixel gezeichnet werden (so wie anno dunnemals in den 90ern) und die Pixeldichte des Monitors nicht berücksichtigt wird. Kommt dann auch noch Farbe ins Spiel (Steinbergs Vorliebe für Hellblau auf Dunkelblau beispielsweise), braucht man sich nicht zu wundern, warum Blinde Riesenprobleme haben. Interface ist bei vielen Herstellern eine Sache der Designer und Grafiker, die anscheinend so nebenbei gemacht wird. Schade.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   26. Jul 2011   10:22 UhrAntworten

      Hallo!

      Ich möchte Heikos Kritik noch erweitern: Die Krux vieler VST-Oberflächen liegt darin, dass man die "taktilen Elemente" früherer Geräte visuell nachbaut - was natürlich Mumpitz ist.
      Wenn ich an der Hardware 'nen Regler drehe, dann spür' ich und muss nicht hinschauen; ich merk' auch so, ob und wie weit der Regler sich drehen (oder verschieben) lässt. Beim 'nem virtuellen Gerät ist das natürlich anders; da kann es sogar sein, dass sich erstmal nichts tut, obwohl ich die Maus schon etwas bewegt hab'.

      Da fehlt meines Erachtens in vielen Fällen eine eindeutige Anzeige der Werte (oft muss man sich dabei behelfen, dass der Regler "so ungefähr auf elf Uhr steht"), ebenso fehlt oft die Möglichkeit, diese Werte direkt (über die Tastatur) eingeben zu können.

      Hauptsache, es sieht hübsch aus - dass dabei die Bedienbarkeit auf der Strecke bleiben kann, ist dann wohl egal. :-(

      Wenn ich als Normalsehender damit schon ein Problem hab', dürften für Sehbehinderte diese Probleme noch gravierender sein. :-(

  • Deejay Pinkelrinne   24. Jul 2011   14:13 UhrAntworten

    Nötig ist das. Ob allerdings die Luschen vom Marketing, die heutzutage die Inhalte Priorisieren hier überhaupt reagieren werden? Wenn es nach den Programmierern gehen würde, wäre sowas mittelfristig realisierbar. Ich würde da eher auf ambitionierte Hochschulstudenten und Ihre Projekte setzen, als auf etablierte Schmieden. Letztere sind nur dem Geschäftsmodell und der Marketing Policy unterworfen. Daher ist z. B. auch reaper vorne mit dabei.

  • Clemens Vill   24. Jul 2011   19:05 UhrAntworten

    Gratulation an Delamar, dass Ihr dieses Thema ernst nehmt.
    Leider scheint das nicht selbstverständlich zu sein.

    Clemens

  • Markus B.   24. Jul 2011   19:38 UhrAntworten

    Ich möchte hinzufügen, dass auch Audacity schon teilweise barrierefrei ist. Jedoch ist das Erzielen halbwegs brauchbarer Ergebnisse noch immer schwierig.
    Daher halte ich den Ansatz für großartig und finde, dass die Barrierefreiheit zu einem Grundsatz in der Entwicklung von Musiksoftware gemacht werden und vorangetrieben werden sollte.

    Viele blinde Musiker haben ein ausgezeichnet trainiertes Gehör und könnten zur Musikszene viel mehr beitragen, sich dort selbst entfalten, wenn die Software uns nur lässt.

    • Blindentonstudio Weiler   17. Sep 2011   17:56 UhrAntworten

      Ich möchte an dieser Stelle noch auf ein weiteres Detail aufmerksam machen:
      Man kann in vielen Musik- und Audiozeitschriften -Portalen vieles über Software lesen, z.B. jetzt hier auf Delamar über die Rabataktion schwedischer Softwarehersteller, oder über einen 4Spur-Hardwarerecorder; man liest aber dabei absolut nichts über die möglicherweise Bedienbarkeit durch Sehgeschädigte.
      Anders gesagt:
      Wenn Portale wie Delamar und andere die Barrierefreiheit wenigstens beim hersteller explizit mit abfragen würden, und, wenn die "Nichtbarrierefreiheit" dann auch mit in das Gesamturteil einfließen würde, dann würde sich, allein schon wegen der damit schlechter ausfallenden Bewertung, u.U. schon einiges ändern.
      Ich Schätze das Engagement von Herrn San Segundo sehr, aber, es müßte nun auch Eingang in die ganz normalen Artikel und Testberichte finden.

      Stefan W.

  • Alexander Westphal   24. Jul 2011   21:02 UhrAntworten

    Auch ich bin ein blinder Musiker und verwende momentan Reaper und Sonar! Ich wäre sehr froh darüber, wenn es noch mehr zugängliche Software gäbe und auch, wenn mehrere Instrumente, die als Software verfügbar sind, barrierefreier gestaltet wären. Ich kann Maik nur bei seinem Aufruf unterstützen! Deshalb, liebe Hersteller, überdenkt doch nochmal eure strategie!

  • Juergen   24. Jul 2011   21:32 UhrAntworten

    Ich bedanke mich bei delamar für die Unterstützung! Hoffentlich bald werden wir von Native Instrument, VSL u.a. ihre Plugins bedienen können!
    Vielen Dank schon im Voraus an alle Hersteller für ihre barrierefreien Musiksoftwares!

  • vanhold   24. Jul 2011   21:57 UhrAntworten

    Klasse Aktion und absolut berechtigte Bitte. Die sich im weltweiten Netz mittlerweile durchsetzende Barrierefreiheit, sollte ein Muss für Programme jeder Art gelten und besonders da, wo es darum geht einen Broterwerb oder die sinnvolle Freizeitgestaltung zu stützen. Liebe Hersteller, Programmierer und Marketingleute hier könnt Ihr etwas tun, was im Endeffekt für Alle sinnvoll ist. Also, ran an den barrierefreien Arbeitsplatz!

  • Maik   25. Jul 2011   00:55 UhrAntworten

    Ich habe zwar den Brief verfasst, schreibe hier aber trotzdem nochmal.
    Noch ein kleiner Hinweis an die Hersteller. Ihr habt es wahrscheinlich nicht bewusst gemacht, aber kleine Bereiche von einigen Softwareprodukten, sind im geringen Maße zugänglich.
    Zum Beispiel ist es möglich, mit einem Screenreader den Presetbrowser des Atmosphere, oder des Artsacoustic Reverb zu öffnen, um hier mal zwei Beispiele zu nennen. Da kann man doch drauf aufbauen.
    Wenn man dann aber mehr als nur Presets möchte, ist dann da schluss.
    Bei VSL sieht es wiederum ganz anders aus. Dort kann man nichteinmal die einzelnen Artikulationen laden, sondern muss sie vorher von einem Sehenden als FXP File abspeichern lassen. Bei größeren Librarys unheimlich mühsam und zeitraubend.

    • Phorsicht   25. Jul 2011   16:09 UhrAntworten

      An sowas habe ich noch nie gedacht, deswegen finde ich es einen sehr feinen Zug sowas hier zu veröffentlichen.
      Ich bin gerade dabei eine kleine Audio-Plug-In-Entwicklung auf Synthmaker Basis zu starten. Deswegen sind meine Kenntnisse bisher auch noch recht gering. Trotzdem würde ich gerne unseren kaum bis gar nicht sehenden Musikerkollegen helfen.
      Maik du scheinst dich ausführlich damit zu beschäftigen. Wenn du interesse daran hast würde ich versuchen mein Plug-Ins mit deiner Hilfe blindengerecht auszulegen.
      Ich möchte hier nicht öfentlich meine Mailadresse zur Schau stellen. Deswegen werde ich Carlos eine Anfrage schicken. Er soll dir dann meine Mailadresse weiterleiten.
      Ich hoffe wir hören bald voneinander!

  • malik   25. Jul 2011   06:57 UhrAntworten

    auch ich zähle mich zu dem Blindenkreis der Musiker.
    Leider stimmt eure Ansicht, dass sich die Großbetriebe sich högst wahrscheinlich nicht darum Schären werden.
    Aber wie man so schön sagt "Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    Apple hat ja schon einen guten Anfang gemacht und den Screenreader kostenlos vorinstalliert.
    Wenn mann jetzt noch wüsste wie Garageband zu bedienen ist, wäre mir schon sehr geholfen.

  • Florian   25. Jul 2011   08:49 UhrAntworten

    Tolle Sache, das Delamar dieses Thema ernst nimmt.
    Barrierefreie Tools im Tonstudio ist auch ein Themenbereich unserer Website
    www.EmotionalMusicProductions.com

    Wer einen kleinen Einblick in den Mac-Screenreader VoiceOver bekommen möchte, für den haben wir ein Video zu diesem Thema.
    http://www.emotionalmusicproductions.com/projekte-themen/voiceover-technologie-mac-os-x/

    Außerdem haben wir die Accessibility von Cubase 5 & 6 unter Mac OS X mit VoiceOver getestet.
    http://www.emotionalmusicproductions.com/projekte-themen/steinberg-cubase-5-6-accessibility-mac-os-x-10-6/

  • Frank Meier   25. Jul 2011   12:08 UhrAntworten

    Ihr habt meine volle Unterstützung und ich wünsche Euch Erfolg und den Herstellern offene Herzen und Ohren.

  • Mischa_R.   25. Jul 2011   12:19 UhrAntworten

    Design for all!
    Von barrierefreier Gestaltung hat jeder von uns irgendwann einmal einen Vorteil. Auch ich, noch im weitegehenden Vollbesitz meiner sensorischen Fähigkeiten, wäre häufig für mehr 'Usability' dankbar. Das gilt für Weichware gleichermaßen wie für Hartware.
    Beste Grüße
    M.

  • andreas   25. Jul 2011   14:35 UhrAntworten

    Tolle Aktion und schon bei fb geteilt ! Viel Erfolg damit! Grüße A:

  • Pablo   25. Jul 2011   15:18 UhrAntworten

    Hab es auch bei FB und Twitter geteilt. Ich hoffe dieser Brief bekommt die Aufmerksamkeit die er verdient.

  • Arne S.   25. Jul 2011   15:56 UhrAntworten

    Hallo zusammen,

    Barrierefreiheit kommt immer mehr Leuten als nur der Zielgruppe zu Gute. Gut beschriftete bunte Knöpfe, eine übersichtliche (nicht unbedingt schlichte) Grafikoberfläche und Funktionen, die man mit Maus, Tastatur, mit Grafik oder mit Text erreichen kann, machen es für alle Nutzer leichter. Auch sehende Menschen haben oft lieber eine Erklärung und ein paar Tastaturbefehle, während die Anderen lieber Klicken und Ziehen. Für viele ist es beispielsweise einfach, Instrumente und Objekte virtuell mit Kabeln zu verbinden und dazu mit der Maus eine Verbindung herzustellen. Für Andere sind das aber viel einfacher über Menüs und Listen einstellbar. Ebenso schaut sich jemand lieber die Wellenform von Audios an, während ein anderer dazu eine Textinfo braucht: Da ist eine auffällige Unregelmäßigkeit, vielleicht ein Störgeräusch; da ist definitiv eine Übersteuerung. Nach einem Jahr ehrenamtlicher Radioproduktion habe ich mich allmählich in die Open Source Audacity eingearbeitet, aber es braucht viel Geduld. Bei den DAW bin ich leider noch ungeduldiger geworden, weil es viele Programme gibt, die mir gefallen würden, die aber leider irgendwo nicht vernünftig mit Sprachausgabe genutzt werden können. Irgendwo geht es dann doch nur mit dem Ziehen der Maus, irgendwo fehlt mir dann doch eine wichtige Info. Viel öfter scheitert es aber daran, dass professionelle Software von Firmen vertrieben wird, die allen Ernstes glauben, durch eine legale Demoversion könnte der Kunde beurteilen, ob ihm das Programm etwas Wert ist. Ich kann das nicht, einmal, weil einfach die Praxistauglichkeit nicht realistisch getestet werden kann, und dann noch einmal, weil ich dadurch die Bedienbarkeit mancher Bereiche nicht testen kann und ich auch nicht vorhersagen kann, ob ich nach dem Kauf dann auch Unterstützung bekomme, wenn etwas für mich nicht zugänglich ist.

    Fazit: Schaut euch für Windows Audacity und Reaper mit ReaAccess an, das geht übrigens auch mit dem Open Source Screenreader NVDA und prüft, inwieweit eure Programme mit Tastatur bedienbar sind, Cursorverfolgung und Textausgaben liefern. Ich fürchte, ein grafisch-intuitives Bedienkonzept wird sich jedenfalls nicht so leicht für Sprachausgaben und Braillezeilen umsetzen lassen - wäre aber sicher etwas Neues für alle Designer.

  • Bernhard Stadelmayer   25. Jul 2011   18:01 UhrAntworten

    Zwar mache ich selbst keine Musik, bin aber auch blind und Arbeite sehr viel am PC, deshalb bin ich genauso auf barrierefreie Software angewiesen wie meine blinden Kollegen. Deshalb finde ich es auch richtig toll, dass Delamar diesen Brief veröffentlicht hat. Deshalb hoffe ich auch für alle blinden Musiker, egal ob sie jetzt mit dem Mac oder PC arbeiten, dass der ein- oder andere vielleicht auch kleinere Hersteller seine Software barrierefreier machen wird.

  • Daniel H   25. Jul 2011   22:19 UhrAntworten

    Ich bin ebenfalls blinder Musiker und warte schon lange auf eine Möglichkeit sowohl mit Sibelius als auch mit Logic Audio umgehen zu können. Für Sibelius unter Windows gibt's bereits Skripte, warum nicht auch für den Mac eine barrierefreie Version entwickeln? Ich fände es klasse!

  • B.   26. Jul 2011   00:30 UhrAntworten

    Grossartig, dass dieser gelungene Artikel hier veröffentlicht werden konnte und diskutiert wird. Ich bin selbst blinder Berufsmusiker und hoffe, dass Software-Entwickler lernen, diese Bedürfnisse von Anfang an zu beachten. Wie man aus den Kommentaren lesen kann, könnten auch nicht-sehbehinderte Anwender davon profitieren.

  • Peter Häring   26. Jul 2011   01:43 UhrAntworten

    Super Sache Delamar! Schöner Brief und ich hoffe das die Industrie darauf reagieren wird.

    • Thomas „thommytulpe“ Nimmesgern   26. Jul 2011   10:26 UhrAntworten

      Hallo!

      Gibt es denn schon Reaktionen oder Stellungnahmen der Software-Häuser zu diesem Thema?
      Vielleicht sind ähnliche Briefe ja ind er Vergangenheit schon mal an die Softwarefirmen geschrieben worden - da interessiert mich die Antwort (wenn es denn eine gibt) durchaus.

      • Maik   26. Jul 2011   12:56 Uhr

        Hi Thomas,
        innerhalb der Mailinglisten wurden schon öfters Briefaktionen o.ä. gemacht.
        Nur genau das war der Fehler. Sie fanden nur innerhalb der Mailinglisten statt und sind nie so richtig nach aussen gedrungen. Daher dachten Jürgen und ich, dass so ein öffentlicher Brief mehr Wirkung zeigt.
        Zu den Reaktionen seitens der Hersteller, sag ich jetzt mal nichts. ;)
        Meistens wurden wir nur mit Mails wie
        "Danke. Wir geben Ihre Anfrage weiter." abgespeist.
        Dabei ist es ja eigentlich die totale Ironie, dass gerade Musiksoftware für Blinde so unzugänglich ist.
        Denn welches Hobby liegt einem Blinden näher als die Musik?
        Natürlich will ich jetzt auch nicht alles schlecht reden. Denn wie man in meinem Brief lesen kann, gibt es ja durchaus Firmen, die sich Gedanken machen und an der Zugänglichkeit arbeiten.
        Deswegen hoffe ich, dass weitere Hersteller bald auf diesen Zug mit aufspringen werden.

  • Shanto   26. Jul 2011   03:35 UhrAntworten

    Hallo Euch allen,
    als blinde Musikerin suche ich schon seit langem nach einer Möglichkeit, meine eigene Musik machen zu können. Bisher hat mein sehender Bandbruder unsere Backgroundmusik gestaltet . Ich wäre deshalb ein Frischling in dieser Angelegenheit. Darum: ich wünsche mir für einen leichten Einstieg in diese Materie ein mit meinem Screenreader leicht bedienbares Programm.
    Durch Audacity habe ich mich schon durchgewurstelt und es klappt prima...
    Also, Ihr lieben Softwaremacher, denkt an uns und beschert uns in allen Bereichen barrierefreie Software.
    Ein Dank an Carlos, Mike und Jürgen...
    Es grüßt Euch
    Shanto

    • Patrick   03. Jan 2016   14:43 UhrAntworten

      Hallo Shanto! Hab deine Zeilen jetzt im Vorüberfliegen auf dieser Seite gelesen. Wollte mich mal erkundigen, ob du inzwischen schon bezüglich einer bedienbaren Audioisoftware fündig geworden bist. MLG Patrick

      • Shanto   05. Jan 2016   17:53 Uhr

        Hallo Patrick,

        hab herzlichen Dank für Deine Anfrage. Wir machen unsere Backing tracks immer noch mit Keyboard und Audacity.
        Ich hatte mal kurz in Samplitude reingeschnuppert. Der Preis überstieg aber mein Budget.
        Würde mich natürlich auch interessieren, ob ein Hersteller auf den Offenen Brief geantwortet hat.

        Mit lieben Grüßen
        Shanto

      • Patrick   11. Jan 2016   12:50 Uhr

        Hallo Shanto! Ja, der Preis ist bei Samplitude zwar hoch, aber dafür hast du ein wirklich hoch wirksames Tool bei der Hand, wobei ich jetzt nicht versuchen möchte, hier für Samplitude Werbung zu machen. Hab vor einem Jahr auch ein wenig tiefer in die Tasche gegriffen für das Programm, und hab den Kauf bis heute nicht bereut. Hab jetzt noch einmal nachgeschaut, momentan liegt der Thomann-Preis hierfür in einem recht vernünftigen Rahmen. Kennst du eigentlich schon die Samplitude Mailingliste für Blinde und seheingeschränkte Nutzer? LG Patrick

  • Rita Baeriswyl   26. Jul 2011   10:30 UhrAntworten

    Hallo Ihr mutigen Leute,
    ich bin nicht blind, könnte es aber jederzeit werden.Auf dem linken Auge seh ich schon nichts mehr. Ich liebe den Computer, lade mir auch immer wieder klassische Musik herunter und vorallem Hörbücher. Ich habe noch einen gewöhnlichen Computer, bin aber schön 73 Jahre alt und frage mich , ob ich mich als Blinde an all diese neuen Sachen gewöhnen könnte.Man sollte vielleicht damit beginnen, bevor man gar nicht mehr sieht. Jedenfalls finde ich es sehr interessnt was diese blinden Menschen alles können und wieviel Mut und Kreativität da ist. Danke für Alles
    Es grüsst Rita

  • Chris   26. Jul 2011   11:38 UhrAntworten

    Hallo, Musiker bin ich, blind auch und ja, auch ein Teil dieser Gesellschaft. Es ist richtig, dass die meisten DAW-Produkte oder Notationslösungen für Screenreadernutzer nicht zugänglich sind, oder zumindest nicht in einem Maße, dass man damit sinnvoll arbieten könnte. Allerdings gibt es da die Problematik mit der Vermarktung, mangelnde Käuferschicht usw. aber auch mangelndes Wissen. Es ist zwar richtig, dass Apple und auch MS Anweisungen geben wie man Software Barrierefrei gestalten kann, allerdings braucht es dazu letztendlich auch immernoch Nutzer.
    Als Webentwickler möchte ich ein kleines Beispiel nennen. Es gibt ja im Internet die Alt-Texte, sie sollen beschreiben was auf Bildern etc zu sehen ist, damit auch Blinde und Sehbehinderte erfahren können was auf einem Bild zu sehen ist, oder solche MEnschen die Grafiken gar nicht erst laden. Ob es einen Alt-Text gibt kann man automatisch prüfen lassen. Ob dieser aber auch eine sinnvolle Erklärung enthält nicht. Ein Alt-Text wie Z.B. "Bild" ist nichtssagen, aber kommt SEHR oft vor.
    Also, ich denke wir müssen auch eine Testercommunity aufbauen oder mehr Blinde und Sehbehinderte als Beta-Tester etc. einbinden.

  • Florian   26. Jul 2011   11:52 UhrAntworten

    Hallo,

    ich bin selbst Blind, und mache sehr gerne Musik. Ich hoffe, dass blinde und sehbehinderte bald auch in den Bereichen Musik machen und Musik am Computer machen selbstals selbstverständlich angesehen werden, so wie es bei Apple ist, dass jeder gleich behandelt wird, egal, ob er Sehend, Sehbehindert oder Blind ist.

    Liebe Hersteller, bitte macht Eure Produkte barrierefrei, sodass auch blinde und sehbehinderte diese nutzen können.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Florian

  • Chrissis   26. Jul 2011   16:10 UhrAntworten

    Eine DAW die in der die grafischen Gestaltung nicht simpler sein könnte ist doch z.B Ableton Live. Da kann man z.B die Fader von einem VST extra nochmal mappen um diesen somit quasi das Ableton Look an Feel zu verpassen (was ein guter ansatzpunkt bzgl. der beschriftung wäre). Zudem hat Live doch inzwischen auch ne API soweit ich weiss. Wäre das irgendwie ein Ansatzpunkt da was zu machen?

  • André Tolzmann   28. Jul 2011   21:40 UhrAntworten

    Was grafisch sehr hübsch ist kann auch Zugänglich sein!

    Ich finde auch, dass barrierearme DAW's sehr wichtig sind. Solutions wie Sonar oder Reaper machen es vor. Dies funktioniert auch deswegen, da Blinde und Sehbehinderte in den USA großen Einfluss auf Cakewalk (Hersteller von Sonar) haben. Produkte wie Cubase oder ProTools bieten zwar einige Tastenkombis an. Jedoch scheitern viele Screenreader-Benutzer im ProTools daran punktgenau Clips zu schneiden oder zu editieren, da dem Screenreader-Programm und somit auch dem blinden Nutzer unzureichende Information gegeben werden.

    Ich plädiere für mehr Zugänglichkeit bei Produkten wie Cubase, Logic, usw. Aber auch Sonar ist leider noch nicht perfekt.

    So gibt es noch eine große Gemeinsamkeit bzw. Barriere bei allen DAW's. Nämlich das punktgenaue bearbeiten von MIDI-Patterns. Ich als stark sehbehinderter Nutzer kann solche Patterns easy mit meiner Vergrößerungssoftware bearbeiten/editieren. Jedoch mangelt es an Tastenkombis, usw. für solche Operationen, damit auch blinde Nutzer diese Technik nutzen können.

  • Stefan W.   29. Jul 2011   17:39 UhrAntworten

    Wir betreiben ein professionelles Tonstudio. Dabei bedeutet die "Nichtbarrierefreiheit" der aller meisten Software für uns wohl für jeden nachvollziehbar einen erheblichen Kostennachteil, was den Wettbewerb an geht. Aber, In Deutschland darf - laut Grundgesetz - ja angeblich "niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden" Ich weiß aus internen Quellen diverser Sozialversicherungsträger, Landesregierungen, daß man mittler Weile wohl von ca. 5 Millionen sehgeschädigter Menschen ausgehen muss, deren Sehrest auf dem besseren Auge <= 30 % beträgt; offiziell schweigen sich jedoch nahezu alle öffentlichen Stellen und Statistiken betont darüber aus. Ich möchte daher hier an alle "Medienmacher", Journalisten, Tester in Fachzeitschriften und Internetportalen dringendst appellieren, das getestete Programm deutlich abzuwerten, wenn es für Sehgeschädigte nicht einigermaßen barrierefrei zu bedienen ist. Ein Programm das von einem renomierten Magazin nicht wenigstens als "GUT" bewertet wird, verkauft sich einfach nicht mehr so gut, was auch das schlechteste Marketing einer Firma überzeugen wird, daß sich Barrierefreiheit lohnen könnte, wenn hier von allen auch "Nichtsehgeschädigten" Solidarität geübt werden würde. Gleiches gilt übrigens auch für die Hardware, beispielsweise digitale Mischpulte, Digitalinstrumente, Keyboards, Digitalpianos etc.; denn auch diese werden immer häufiger auch von Sehbehinderten Menschen genutzt. Bedenkt man, das die mit zunehmendem Alter am häufigsten eintretende Behinderung die Sehbehinderung ist, schneidet man sich damit regelrecht einen sehr potenziellen Personenkreis ab.

  • Tiger   30. Jul 2011   15:48 UhrAntworten

    Hallo,
    auch ich bin ein blinder Freizeitmusiker, der, wenn er denn mal die Zeit und Energie hat, auch teilweise sehr hohe Ansprüche an sich selbst und an seine Musik(Produktionen) stellt. Derzeit kann ich diesen Ansprüchen nur zum Teil gerecht werden und das geht nur auf sehr umständlichem Wege mit Hilfe von Audacity und / oder dem Sequencer meines uralten Keyboards (welches wohl auch bald ganz den Geist aufgeben wird...). Somit wäre es auch mir ein Anliegen, wenn die Hersteller mehr auf die Barrierefreiheit achten würden. Der Optimalfall wäre natürlich, wenn man es gänzlich ohne Anpassungen seitens der Screenreader-Firmen hinbekäme, allerdings fürchte ich, dass dies bei manch einer Funktion wohl nicht gehen wird. Es wäre aber schön, wenn die Software so gestaltet wäre, dass die Anpassungen seitens der Screenreader-Firmen selbst nicht so mächtig sein müssten, sodass diese preisgünstiger sind. Ich schrecke nämlich vor allem aus Kostengründen derzeit davor zurück, mir z.B. Cakewalk Sonar zu kaufen, zumal es für meinen neuen Screenreader derzeit noch keine Anpassung für Sonar gibt. Und, was ist beim nächsten Upgrade? Wie lange muss ich da auf die Anpassung warten und, wie teuer wird die wieder sein? Zudem muss ich Arne bzgl. der Demoversionen leider zustimmen, die bringen uns herzlich wenig bis gar nix, wodurch sich viele sicherlich auch das Recht rausnehmen, sich die Software irgendwo illegal zu besorgen. Ausbeute für den Hersteller =0. Nur, weil ich bzgl. Raubkopien ein gesundes Unrechtsbewusstsein habe, mache ich solche Spielchen nicht und warte lieber ab, bis es barrierefreie Musiksoftware gibt und ich belohne dann den Hersteller auch mit einem Kauf der Software... ;-)

    Mein Vorschlag: Könnte man die Software nicht mit zwei Ansichten ausliefern? Eine grafische Ansicht, wie sie - angeblich - von den Sehenden geliebt wird und eine eher textbasierte Ansicht, mit der man über die Tastatur arbeiten kann und welche vom Screenreader (fast) vollständig ausgelesen werden kann? So müssten auch die Sehenden nicht auf die - von ihnen vielleicht auch nicht als intuitiv empfundene - grafische Mausbedienung zurückgreifen, sondern könnten sich dann entsprechend auch die andere Ansicht einstellen. Ich glaube, hiermit könnte man einige Neukunden gewinnen (nicht nur unter den Blinden) und auch einige "alte Hasen" als Kunden halten, somit sollten die evtl. höheren Kosten für eine weitere Ansicht damit mehr als gedeckt sein.

    Ich bedanke mich im Voraus bei den Herstellern, die diesen Artikel und die zahlreichen Kommentare von (potentiellen) Nutzern ernstnehmen und ihre Software entsprechend barrierefrei(er) gestalten.

    Viele Grüße
    Tiger

  • Michael Kuhlmann   31. Jul 2011   14:14 UhrAntworten

    Hallo,

    ich arbeite mit Samplitude und bin mit Magix zum Thema Barrierefreiheit schon länger im Gespräch. Teile der Software sind sehr gut bis passabel zu bedienen, andere Bestandteile sind in Puncto Barrierefreiheit leider nur ansatzweise oder gar nicht zugänglich. Es muss also noch einiges getan werden. Ganz schlecht sieht es bei nahezu allen Software-Mixern von Audiokarten aus, da geht ohne Maus so gut wie gar nichts. Deshalb: Meine volle Unterstützung für diesen tollen Artikel. Schließlich muss man als blinder Tonmeister oder Musiker auch konkurenzfähig sein.

  • Daniel Graumann   05. Aug 2011   14:11 UhrAntworten

    Als blinder Orchesterklarinettist unterstütze ich diesen Brief. Ich bin darauf angewiesen, dass ich die Programme bedienen kann bzw. die Inhalte verfügbar habe. Für Sibelius gibt es unter JAWS ein Skript aber leider nicht unter Mac und Voiceover. Die Verbindung Sibelius und Photoscore benötige ich, um meine Noten in Minis umzuwandeln. Leider kann ich die gescannten Noten nicht überprüfen. Unter Capella (Windows) gab es ein freies Skript, welches die Inhalte in einem Editor ausgegeben hat und ein brl-Ausdruck möglich ist. Die Eingabe über die Tastatur ist ebenfalls sehr zugänglich. Diese Tatsache zeigt, dass es möglich ist und dafür bin ich dankbar und auf die weitere Entwicklung gespannt. Daniel Graumann

  • Ronny   05. Aug 2011   16:02 UhrAntworten

    Hallo,
    blind und Musik? Passt auch bei mir!
    Deshalb volle Unterstützung für den Brief und dessen Veröffentlichung. Weiterhin wünsche ich mir, dass die Kommentare nicht nur noch zahlreicher werden, sondern in allen Bereichen absolut ernst genommen werden.

    Also dann schonmal ein großes Dankeschön an die Softwareschmieden, die verstärkt Barrieren abbauen werden.

  • Manfred hartmann   28. Aug 2011   18:04 UhrAntworten

    Als blinder Keyboarder kann ich dieses Anliegen nur voll und ganz unterstützen. Was bei Standardsoftware mittlerweile nicht nur zum guten Ton gehört, sondern ein wichtiger Punkt im Pflichtenheft der Entwickler ist, sollte bei den Herstellern von Programmen zur Musikproduktion nun endlich ernst genommen werden: Die barrierefreie Bedienung. Hauptaugenmerk sollte dabei auf vollständige Eingabe über die Tastatur und Ausgabe mittels Screenreadern sein. Wenn dieses Thema bisher bei den namhaften herstellern nicht, oder nur ganz weit hinten auf der Agenda stand, so mag das vor allem daran liegen, dass das Potential an blinden Musikern (d.h. dankbare Käufer barrierefreier Software) weit unterschätzt wurde. Ich kann deshalb den Strategen von Herstellern von Musikproduktionshard- und software nur empfehlen, einmal eine marktanalyse durchzuführen, die feststellt wieviele blinde Musiker es gibt. Und eines kann ich jetzt schon versprechen: Es sind viel mehr als Sie annehmen.
    Dass barrierefrei zu bedienende Musikproduktionssoft- und Hardware einen gewichtigen Wettbewerbsvorteil darstellt, soll hier nur zur Abrundung des Themas erwähnt sein.
    Deshalb mein Aufruf an alle Hersteller: Machen Sie eine marktanalyse. Suchen Sie sich einige blinde Musiker und Tontechniker, und beginnen Sie das erste barrierefreie Produkt zu entwickeln. Es wird sich lohnen!

  • Wiebeck   29. Aug 2011   23:02 UhrAntworten

    Hallo.

    Also ich würde es ebenfalls begrüßen, wenn es Barrierefreie Musiksoftware gäbe. Ich bin nämlich ebenfalls Blind. ich nutze die Breillezeile Vario 40 und ebenfalls den Screenreader Cobra 9.1

    Viele kommerzielle Software ist leider oft Blindenfeindlich. meistens zu grafisch oder überhaupt nicht mit Tastenkombination bedienbar. Deswegen begrüße ich die Aktion von Maik Brodnicki sehr.

    Mit freundlichen Grüßen

    Umair Wiebeck.

  • megadance   30. Aug 2011   15:25 UhrAntworten

    Hallo,

    Bin auch blinder Musiker und finde den Brief einfach nur genial!

    Als ich 2006 mit dem Musik machen am Computer angefangen habe, war ich negativ überrascht darüber, wie wenig Musiksoftware und VSTPlugins mit Screenreader überhaupt zugänglich sind. Inzwischen arbeite ich mit Reaper und den Screenreader NVDA, was mit Reaaccess auch ganz gut funktioniert. Aber auch da gibt es mit der neusten Reaperversion, ich glaube, das ist die 4.02, wieder ein paar Problemchen mit Reaaccess.

    Ich hoffe, dass jetzt hier ganz viele Entwickler mitlesen, und dass es dann bald für uns noch mehr Möglichkeiten gibt.

    Gute Aktion!

    • Maik   30. Aug 2011   18:28 UhrAntworten

      Hi Megadance,
      da du mit NVDA und Reaper arbeitest, habe ich doch mal ein paar Fragen an dich. Ist es möglich, mit NVDA, mit Midi zu arbeiten und VST Plugins einigermaßen zu bedienen. Für JAWS gibt es ja den Hotspot-Clicker. Gibt es für NVDA etwas vergleichbares, um Hotspots anzusteuern? Momentan interessiert mich nämlich sehr der Omnisphere und bin am überlegen, wie ich den zugänglich machen soll.

  • megadance   30. Aug 2011   20:43 UhrAntworten

    Hi Maik!

    Mit NVDA kann man leider keine Hotspots machen. Gibt es denn schon HSC Sets für Reaper? Mich würde da mal eins für SFZ interessieren!

    Es gibt von reaaccess aus die Möglichkeit, mit shift+p auf die Parameter eines Plugins, egal, ob VST, DX oder JS, zuzugreifen.

    Midi bearbeiten geht in Reaper einigermaßen über die Eventliste. Ich nehme als Midieditor aber lieber den QWS, weil man damit viel schneller Sachen bearbeiten kann.

    • Maik   06. Sep 2011   00:12 UhrAntworten

      @ Megadance
      sorry, dass ich jetzt erst schreibe. Ob es HSC Sets für Reaper gibt, weiss ich nicht. Wäre aber mal ganz interessant. Momentan arbeite ich ja noch mit Virgo von Baum, von dem ich jetzt aber wahrscheinlich auch umsteigen werde, wenn nicht schnell etwas in Sachen Musik von Baum kommt. Für Jaws gibt es ja wesentlich mehr. Aber ob von Baum noch was kommt, wage ich momentan noch zu bezweifeln.

  • Florian   26. Feb 2012   11:14 UhrAntworten

    Wer sich etwas näher für das Thema Pro Tools-Zugänglichkeit mit VoiceOver unter Mac OS X interessiert, für den könnte folgender Artikel ganz interessant sein.
    http://www.emotionalmusicproductions.com/themen/einblick-pro-tools-mac-os-x-mit-voiceover/

  • Jürgen   18. Dez 2012   00:34 UhrAntworten

    Hallo zusammen, auch ich bin ein Blinder Musiker und musste die Erfahrung teilen, dass es wie die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen ist, bedienbare Musiksoftware für blinde zu finden. Es gibt zwar schon einige recht gute Ansätze, aber hier muss weit aus mehr getan werden. Eine Software die ich sehr erfolgreich, zu mindest in der audiobearbeitung einsetze ist von "Sony Creative Software das Produkt Soundforge Diese Software ist nahezu komplett bedienbar. Vom einfachen schneiden bis hin zu recht komplexen mischungen von Audiomaterial. und zum midi aufnehmen nutze ich das Programm "Powertracks pro audio der Firma "pg Musik Leider sind diese Softwareprodukte offenbar nicht so bekannt, aber ich denke da sollte mann ein echtes Lob an die Entwickler aussprechen. Selbst die neuste Version 10.0 ist noch genau so gut zu bedienen, wie die älteren Versionen. Auch ich lege meine Hoffnung in Apple und die Bedienbarkeit von Audiosoftware mit dem hauseigenen screenreader Voiceover, damit
    ich mein Hobby auch entlich zum Beruf machen kann. aus diesen Gründen unterstütze ich diese Aktion voll und ganz und hoffe dass wir blinden Musiker und Tonmeister entlich wargenommen werden

  • Phorsicht   18. Dez 2012   07:30 UhrAntworten

    Hi Leutz,

    ich habe mir das Upgrade auf Cubase 7 geholt und arbeite mich damit momentan ein. Für einen Sehenden is das alles ganz schick und toll. Dabei is mir aufgefallen, dass die nicht müde werden zu erwähnen, dass Cubase 7 für Screenreader optimiert wurde. Hat damit schon jemand Erfahrung?

    • Maik   18. Dez 2012   13:09 UhrAntworten

      Hi,
      ich hab es zwar noch nicht ausprobiert, aber die Demo schon gezogen. Wenn ich das richtig verstanden habe, bezieht sich das mit der Barrierefreiheit aber nur auf den Mixer. Da die Steinberger allerdings noch die gesamte Fenstergestaltung ändern wollen, kann ich mir gut vorstellen, dass da noch mehr kommen wird.

  • Florian   18. Dez 2012   11:24 UhrAntworten

    Hi,

    Cubase 7 ist unter Mac OS X mit VoiceOver genau so schlecht zugänglich, wie die Vorgänger-Versionen auch.
    Ungünstig nur, dass es auf derProduktseite nicht dabei steht.

  • Maik   18. Dez 2012   14:12 UhrAntworten

    Nur mal so für alle, die es interessiert.
    Steinberghaben den Absatz über die Barrierefreiheit für Blinde und Sehbehinderte aus der Liste für die neuen Features rausgenommen. Finde ich ja höchst interessant.

  • Ralle373   04. Mai 2013   15:00 UhrAntworten

    Hallo Leute.

    Ich bin durch einen Unfall vor 3 Jahren erblindet. Habe früher Musik am Computer gemacht und mache das jetzt auch noch. Diesen Brief an die DAW Hersteller finde ich echt klasse und kann das persönlich nur unterstützen. Hatte mir im Dezember 2012 das neue Cubase 7 gekauft. Nachdem ja Steinberg auf seiner Website für die Barrierefreiheit der Software geworben hat. Fehlanzeige kann ich da nur sagen. Weder auf meinem Mac unter Voice Over noch unter Windows 7 mit JAWS funktionierte irgend etwas. Software verkauft, anschließend ne Mail an Steinberg geschrieben. Und siehe da, der Eintrag von Barrierefreiheit für Cubase war nicht mehr auf der Website. Ich bekam auch Post von der Entwicklungsabteilung von Steinberg, dass man derzeit an einer kleinen barrierefreien Cubase Version arbeite, die Midi und Audio für uns Blinde unterstützen soll. Ich komme sogar als Beta Tester in Frage. Habe bisher aber noch nichts wieder von Steinberg gehört.

    Nun arbeite ich mit Logic unter VoiceOver und habe mir zur besseren Bedienung die Mackie Control Universal Pro gekauft. Diese funktioniert natürlich auch mit vielen anderen DAWs und bietet quasi eine Fernbedienung für die wichtigsten Funktionen.

    Hier noch ein Tipp für alle VST Fans der blinden Gemeinde. Eine gute Anschaffung ist das Controller Keyboard von Novation - SL MK II. Durch die mitgelieferte Software werden die wichtigsten Parameter des aktiven PlugIns automatisch den Fadern und Pottis zugeordnet. Letztendlich kommt es ja auf die gute taktile Bedienung an, auf den richtigen Sound und nicht auf den Parameterwert an.

    in diesem Sinn... Liebe Leute von Cubase und Co... Gebt mal endlich GasQ

    PS.: würde mich über interessante Kontakte freuen

    ralle373 ätt gmx.de

    • Maik   04. Mai 2013   20:19 UhrAntworten

      Hallo Ralle,
      ich hoffe, dass Carlos damit einverstanden ist, wenn ich den Link zu dieser Seite hier poste:
      http://aurisono.de
      Es ist ein neues Magazin speziell für Blinde und Sehbehinderte. Schau doch mal einfach vorbei.

      Interessant auch die Info über Cubase. Das die aktuelle Version auf dem Mac nicht barrierefrei ist, wusste ich. Aber das auf Windows auch nichts geht, finde ich sehr schade und von Steinberg doch dann sehr unfair, sowas einfach zu behaupten.
      Wie kommen die denn darauf, dass dies der Fall wäre?

  • Patrick   03. Jan 2016   15:08 UhrAntworten

    Hi Leute! Da hier ja schon länger nix mehr gepostet wurde, dachte ich mir, geb ich hier auch noch schnell meinen Senf dazu. Bin selbst blind, ebenfalls Musiker und schon immer interessiert an Audiotechnik am Computer. Erst mal an Maik: Deine Initiative mit dem offenen Brief an die Software-Hersteller finde ich einfach nur genial. Hat sich diesbezüglich bei dir jemals wer von den Herstellern gerührt?

    Nun zu meiner Software-Lösung: Ich verwende seit knapp einem jahr Samplitude Pro X von Magix. Michael Kuhlmann hat's an oberer Stelle ja schon mal geschrieben, dass Magix sich dem Thema Barrierefreiheit gegenüber sehr offen zeigte. Zwar wird Samplitude schon seit geraumer Zeit von einigen Produzenten milde belächelt; diese greifen dann doch eher zu Logic, Pro Tools oder Cubase. Zu unrecht belächelt, wie ich finde, denn immerhin wird bei uns zu Lande Samplitude auch von diversen Rundfunkanstalten benutzt und die Technische Universität in Graz verwendet das Programm ebenso. Mit dem so gennanten "Setup Visually Impaired" hat Magix eine brauchbare Lösung für uns blinde Musiker und Audio engineers entwickelt; diese kann durch Screenreader Scripts wie jene für JAWS noch aufgehübscht werden. Wie gesagt: ich verwende Samplitude Pro X nun schon seit einem Jahr und in der Zeit hab ich schon drei ordentliche Produktionen realisiert, davon zwei Alben.

    Zwar ist die Entwicklung der barrierefreien Lösung von Samplitude Pro X noch lange nicht komplett abgeschlossen und die Scripts, die ich zur Zeit verwende, stecken auch noch in einer Beta-Phase, aber man kann damit arbeiten, und das soll was heißen. Zuvor verwendete ich Adobe Audition, was mehr oder weniger passabel funktioniert hat. Allerdings bin ich beim Abmischen diverser Projekte schon etwas an meine Grenzen gestoßen, da eine Pegelüberwachung damit über die Braillezeile oder die Sprachausgabe nicht möglich war. Ich musste mich allein auf mein Gehör verlassen und mich damit zufrieden geben, wenn etwas nicht gekracht oder im minimalen Fall geknistert hat. Aber diese Hürden habe ich seit ich Samplitude Pro X in Kombination mit dem Visually Impaired Setup und den JAWS Scripts verwende, längst hinter mir gelassen.

    Soweit von mir!
    LG Patrick

  • Ralle373   06. Jan 2016   10:10 UhrAntworten

    Hallo Leute, vor knapp 3 Jahren habe ich mich auch kurz zu diesem Thema geäußert. Ich kann nur berichten, dass ich mit Logic Pro X.2 sehr zufrieden bin. Es ist so ziemlich alles möglich... Midi Hardware ansteuern, syncronisieren von Hardware Sequencern und ordentliche Audio Aufnahmen. Auch die Bearbeitung von Audio und Midi ist ganz gut machbar. Ebenfalls die Nutzung der hauseigenen Plugins -egal ob Synthesizer, Drum oder FX, alles recht gut zugänglich und dank SmartControls auch inovativ bedienbar. Und dank Mackie Control und Novation Automap ist die taktile Bedienung sehr gut. Zur Zeit arbeite ich an meinem ersten Album. Und je häufiger ich mit Logic Pro X arbeite, dessdo öfter finde ich weitere Funktionen die mit VoiceOver zugänglich sind. Und die Dokumentation von Apple ist soweit auch recht gut. Klar würde ich gerne wieder zu Cubase zurückkehren, da mir dort der Workflow noch gut in Erinnerung sind, aber Logic tut es auch. Gruß Ralle

    • Patrick   11. Jan 2016   13:06 UhrAntworten

      Hallo Ralle! Deinen letzten Post fand ich sehr interessant, gerade in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen VoiceOver und Logic Pro X. Diesbezüglich hätte ich eh eine Frage: Wie kann man denn am besten mit VO in der Mischpultkonsole von Logic Pro agieren? Das einzige, was ich bisher zusammengebracht habe, war die jeweiligen Kanalzüge anzusteuern und die Kanäle entweder zu solieren oder zu muten. Bei allem anderen war ich dann schon eher am Ende meiner Weisheit, da es mir außer mit sehender Hilfe mit der Maus nicht möglich war, ins Effektmenü zu kommen, etc. Wie geht man da am besten vor? Nicht dass ich Logic oft brauchen würde, aber auf unserem Aufnahmecomputer im Studio läuft Logic, und da wäre es hin und wieder nicht schlecht, wenn ich mal daran arbeiten kann, ohne dass mein Kollege mir dabei immer über die Schulter schauen und im Falle eines Falles mit helfender Hand, bzw. mit helfender Maus eingreifen muss.

  • Ralle373   11. Jan 2016   20:42 UhrAntworten

    Hallo Patrick, Hallo blinde Musiker!

    Ich sitze jetzt gerade in meinem Studio. Umringt von Hardware Synthesizern und Drumcomputern... Nun geht es aber um Logic. Wichtig für die Bedienung ist ein Trackpad. Konfiguration unter V O - so verhält sich das Touchpad wie die Bedienung am iPhone. In Logic dann Taste Cmd + 2 anwählen. Anschließend auf dem Touchpad mit 2 Fingern von oben nach unten streichen. dann entsprechenden Kanalzug auswählen und an der Tastatur mit V O und Pfeiltasten navigieren. Hier findet man dann die entsprechenden Schaltflächen für das einbinden von Plugins. Das Plugin öffnet sich und man kann dann die Standard Presets aufrufen. Mit ein bisschen Übung gelangt man dann wieder via Touchpad auf die wichtigsten Regeler. Nun hat man die Möglichkeit mit einem Finger von links nach rechts zu wischen um dann zu dem gewünschten Parameter zu kommen. Nun mittels Rotor auf Wert schalten und schon kann man den Wert eines Reglers auf und ab ändern. Alle Plugins funktionieren bei mir tadellos, egal ob Midi Plugins wie Arpeggiator, Audio Plugins wie Reverb, Delay usw. Und der Knaller ist das selbst das Routing möglich ist. Somit steht selbst Seitenkompression nichts im Wege...

    Letztendlich sei gesagt, man muss vieles ausprobieren die Dokumentationen lesen und auch mal so richtig rumspielen mit VoiceOver.

    Ein kleiner Tip noch am Rande. Wer Logic Pro X gar nicht kennt, schaut mal auf youtube nach Basementrecords 54. Hier gibt es viele Tutorials.

    Wahrscheinlich ist das jetzt der längste Kommentar hier, aber vielleicht ermuntert es ja doch einige Leute sich mit Logic vertraut zu machen. Sicherlich kann ich noch weitaus mehr zur Bedienung sagen. Wer möchte.... weiter oben in den Kommentaren steht auch meine Mail Adresse.

    In diesem Sinne... viel Spass beim Musik machen

    Gruß Ralle

    • Patrick   12. Jan 2016   01:21 UhrAntworten

      Hi Ralle! Vielen Dank. Auf die Tutorials auf YouTube bin ich bereits gestoßen. Damit hast du mir schon mal weitergeholfen. Wie gesagt: so oft arbeite ich nicht mit Logic; eigentlich bin ich Windows-User und daher eher mit Samplitude beschäftigt, aber hin und wieder arbeite ich auch an unserem Aufnahme-Computer, auf dem Logic läuft. ;-) Ich probier deine Tipps mal aus, wenn ich wieder in unserem Studio bin. Danke! LG Patrick

    • Patrick   08. Apr 2016   23:40 UhrAntworten

      Hallo Ralle! Nach deinem letzten Post zu diesem Thema sind ja nun doch wieder einige Monate vergangen. Hättest du noch weitere Tipps für mich in Bezug auf Logic Pro X 2? Wie schaut's zum Beispiel aus mit Spuren, die man fürs Recording scharf schalten muss etc.? Hast du schon mal an so etwas wie ein Tutorial für Blinde gedacht, die mit Logic und VO vielleicht arbeiten möchten, allerdings bisher davor zurückgeschreckt sind? Deine Variante mit dem Trackpad ist bei uns momentan leider nicht anwendbar. Wir verwenden im Studio nämlich einen Mac Mini Desktop-Computer. Ich bin auf dem Gebiet Mac noc ganz schön ein Anfänger, daher weiß ich momentan nicht auswendig, ob der Mac Mini auch über so etwas wie Trackpads verfügt oder ob das rein den Macbooks vorbehalten ist. :-) LG Patrick

      • Ralle373   15. Apr 2016   09:32 Uhr

        Moin Patrick, ja ichhabe ernsthaft mal darüber nachgedacht ein oder mehrere Tutorials für Logic Pro unter VoiceOver zu schreiben, jedoch fehlt mir momentan die Zeit dazu. Aber ich denke vielleicht im 2. Halbjahr mal drüber nach. So ein Projekt muss ja auch wohl überlegt sein um anschließend als wirkliche Hilfe nutzbar zu sein... Nun zu Deinem Problem mit dem Trackpad Am Mac Mini. Von Apple gibt es das Magic TrackPad, welches über BlueTooth an allen Mac Computern angeschlossen werden kann. Das funktioniert auch neben einer "normalen" Maus.Und wenn Dein Trackpad unter VO konfiguriert ist, hast Du viel mehr Bedienungsmöglichkeiten am Mac. Spuren in Logic sind eigentlich immer scharf für die Aufnahme geschalten. Du musst lediglich Deine Spur auswählen und dann mit der Tastenkombi: "Cmd + R" die Aufnahme starten. Das funktioniert sowohl bei Audio, als auch bei Instrumenten, -Drum- und Midispuren.

        Wenn Du oder auch andere Leute dort draußen noch Fragen zu Logic unter VoiceOver habt, dann einfach eine Mail an ralle373 ätt gmx.dee

        Gruß Ralle

      • Patrick   15. Apr 2016   16:29 Uhr

        Okay. Vielen Dank! Ich schau mir das mal bei Gelegenheit an, wenn ich wieder am Mac zu tun habe. :-) LG Patrick

  • Ralle373   12. Jan 2016   08:30 UhrAntworten

    ...Nachtrag zu meinem gestrigen Kommentar: Wenn im Kanalzug an entsprechender Position ein Plugin gelistet ist, so öffnet man das entsprechende Menü bzw. Plugin mit der Tastenkombi V O + Umschalt + Pfeil ab. Darauf hin öffnet sich ein Untermenü und man hat Zugriff auf alle Plugins. Das ist besonders wichtig bei Audioplugins wie Synthesizer, Drums und Gitarre. Um aus dem Menü wieder zum Kanalzug zurück zukehren, einfach Tastenkombination V O + Umschalt + Pfeil auf. Ich hoffe mit meinen Tipps helfen zu können. Gruß

    • Patrick   12. Jan 2016   15:36 UhrAntworten

      Hi Ralle! Vielen Dank, das probier ich bei der nächstbesten Gelegenheit gleich mal aus. LG

  • Shanto   13. Jan 2016   21:30 UhrAntworten

    Hallo Patrick,

    ich habe gerade auch bei Thomann nachgeschaut. Der Preis der günstigeren Version von Samplitude ist wirklich ok. Nichtdestotrotz muß ich zur Zeit passen. Von der Mailing Liste habe ich nicht gewußt. Vielleicht kann ich ja irgendwann darauf zurückgreifen.

    Liebe Grüße
    Shanto

    • Patrick   15. Jan 2016   00:31 UhrAntworten

      Hi Shanto! Ich schreib dir hier mal meine Adresse auf; schreib mich mal an, dann schick ich dir mal den Link zur Liste. Du erreichst mich unter: Patrick.zuendel@gmx.at
      Was macht ihr eigentlich so für Musik? ;-)
      LG Patrick

      • Patrick   16. Jan 2016   14:26 Uhr

        Hi Shanto! Hab gerade gesehen, dass ich bei der Adresse einen kleinen Tippfehler gemacht habe. Hier noch mal: patrick.zuendel@gmx.at ;-)
        LG

  • Maik   14. Jan 2016   14:06 UhrAntworten

    Hallo zusammen,

    nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder.
    Seit dem ich diesen Brief hier geschrieben habe, hat sich ja doch einiges getan. Zuerst hatte ic auch große Hoffnungen in Samplitude gesteckt. Allerdings würde ich es mir nicht mehr kaufen. Die Integrierung der Barrierefreiheit ging nach einer gewissen Zeit nur noch sehr sehr schleppend voran. Ich hatte oft den Eindruck, dass Magix schlussendlich doch nicht so das große Interesse daran hatte. Was Reaper betrifft, hat sich einiges getan. Zu aller erst muss man hier keine riesen Summen ausgeben um zu schauen, ob man mit der DAW zurecht kommt und zum anderen ist das Plug-in, das Reaper zugänglich macht, Opensource! Es kann also jeder Zeit dran weiter entwickelt werden. Die Anpassung nennt sich OSARA und wird mittlerweile offiziell von NVAccess supportet. Also die Macher des ebenfalls Opensource Screenreaders NVDA. Schaut es euch an und probiert es aus.

    Viele Grüße

    Maik

    • Patrick   15. Jan 2016   00:34 UhrAntworten

      Hallo Maik!

      Also ich weiß bisher von Samplitude nur Gutes zu berichten. Verwende es jetzt seit einem Jahr und es hat mich bisher noch nie bei dem, was ich gemacht habe, im Stich gelassen. Ich mache diesbezüglich auch viel mit Chris Kopel, der u.a. auch an JAWS Scripts für das Programm bastelt. Sicher ist es keine Lösung für alle Probleme und man sollte nie aufhören, nach adäquaten Lösungen zu suchen, aber im Moment kann ich mir gerade keine andere Alternative vorstellen. Danke für den Tipp mit Reaper. Ich schreib's mir mal auf.

      LG Patrick

      • Patrick   15. Jan 2016   00:38 Uhr

        PS.: Auch wenn's momentan nicht so ausschaut, man arbeitet kontinuierlich an der Weiterentwicklung des VisuallyImpaired Setup. Letztens wurde von Chris Kopel mitgeteilt, dass einige Fehler, die beim neuesten Upgrade Pro X2 entstanden sind, ausgemerzt wurden; nichtsdestotrotz warte ich noch einige Entwicklungen bei Pro X2 ab, bevor ich endgültig upgrade.
        LG

  • Maik   15. Jan 2016   14:21 UhrAntworten

    Hallo Patrick,

    mich üwrde mal interessieren, was du hauptsächlich machst. Falls du zum größten Teil Audiobearbeitung machst, kann es durchaus sein, dass du gut mit Samplitude zurechtkommst. Was MIDI betrifft, ist es immer sehr probelmatisch gewesen. Was die Weiterentwicklung des Modus für Blinde und sehbehinderte betrifft, ist es so, wie du es sagst. Es waren eigentlich hauptsächlich Fehlerkorrekturen, aber wenig oder gar nichts Neues, was die Bedienung in neuen Bereichen verbessert hätte. Das war bis jetzt jedenfalls meine Erfahrung. Habe Samplitude Pro X auch noch hier auf meinem Rechner.

    • Patrick   15. Jan 2016   20:58 UhrAntworten

      Hallo Maik!

      Im Bereich MIDI arbeite ich eher weniger, aber wenn, dann mit anderen Tools wie etwa Band-in-a-box, etc. Mit Samplitude bin ich hauptsächlich im Audiobereich daheim. Ein paar meiner letzten Arbeiten hab ich auch in der Mailingliste geteilt, allerdings wieß ich nicht, ob die da noch verfügbar sind. :-) Möglicherweise kommt aber was den Visually IMpaired Modus angeht, wieder frischer Wind in die Sache. Angeblich gibt's bald eine neue Ansprechperson bei Magix für unsere Belange, zumindest ist in der Liste diesbezüglich jemand angekündigt worden. Mal schauen, was da auf uns zukommt.
      LG Patrick

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