Musiker und Produzent: Wie oft hast Du das hier schon gehört?

Musiker und Produzent: Wie oft hast Du das hier schon gehört?

Mit besserem Equipment würde ich besser klingen
Hand auf’s Herz: Wer hat das in jungen Jahren nicht gedacht? Mit einem Apple Mac hätte ich keine Abstürze. Mit einem besseren Mikrofon würde ich wie [hier Idol einsetzen] klingen. Mit einem besseren Audio Interface hätte ich schon lange einen Hit im Radio…und so weiter, und so fort. Bedeutet besseres Musikequipment auch bessere Qualität?

Das ist natürlich ausgemachter Humbug. So mancher Hit wurde auf einem Kassettenrecorder mit einer Gitarre als Begleitung aufgenommen. Das Einzige, das Dich hier und heute davon abhält zu einem Musik-Superstar zu werden wie man sie wieder in der DSDS Castingshow 2010 sehen wird (kleiner Spaß – und ja, in gewisser Hinsicht sind sie Superstars), bist Du selbst. Und wer nicht weiss, wie er das 5.000 Euro teure Mikrofon und den Vorverstärker anschliesst und richtig positioniert, der wird auch nicht besser klingen als mit einem Shure SM 58.

 

Keine One-Takes
Wie oft habe ich wohl gehört: “Wir machen das in einem Take durch, denn nur so klingt es echt”. Egal ob es die Band ist, die nicht in einzelnen Spuren aufnehmen möchte, der HipHop-Künstler, der Angst um sein Image hat oder der Instrumentalist, der seinen gesamten Part in einem durch spielen möchte. Gute One-Takes sind sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr selten. Noch seltener.
Wer unbedingt einen One-Take möchte, ist schnell versucht kleine Fehler einfach zu überhören oder sich zu schnell mit suboptimalen Ergebnissen zufrieden zu stellen.
Mit der aktuellen Technik in DAW (Digital Audio Workstation), Computer und Musiksoftware stehen Dir alle Türen offen, um nur noch in bester Qualität aufzunehmen. Nutze dies!

 

Ich brauche keine Effekte…
…roh klinge ich eher wie live. Ja, eben! Und selbst die heute kommerziell vertriebenen CDs und Alben von bekannten Bands, die live aufgenommen wurden, strotzen nur so von Effekten. Kein Zuhörer möchte wissen, wie Du im Bad oder Schlafzimmer ohne Effekte trocken klingst.

 

Mehr Ich
Nicht nur Sänger leiden an der “Mehr-Ich-Krankheit”. HipHop-MCs, Gitarristen, Basser, Schlagzeuger, usw. Wenn es um das Abmischen eines Songs geht, dann sollte man das Musikstück immer als Ganzes sehen. Das Publikum ist nicht daran interessiert, ein bestimmtes Bandmitglied oder eine geschickt ausgeklügelte Spur zu hören. Das Publikum hört den Songs bzw, den Track immer als Ganzes und braucht deswegen einen ausgewogenen Mix.
Einfach mal das Ego etwas zurückstellen und sich alles aus der Publikumsperspektive anhören.

 

Mehr hiervon, mehr davon
Krasse Effekte machen Spaß und können das gewisse Etwas mitbringen. Aber zu viel davon und es klingt nur noch nach Wegschalten. Auch wenn Deine Stimme mit Hall noch besser klingt, sobald Du zu viel Hall verwendest, klingst Du wie Karel Gott.
Verwende Effekte mit Bedacht und die Gesamtqualität Deiner Musik wird sich merkbar verbessern.

 

Das ist mein Style
Schön, dass Du Deinen ganz eigenen Style gefunden hast und Dich damit vom Rest der Welt abhebst. Aber Du musst auch Realist bleiben. Nuschelnde Rapper, grammatikalische Patzer im Songtext oder rhythmische Fehler in der Instrumentalbegleitung sind nicht stylisch, sondern einfach nur grausam.

 

Aber ich mache meine Musik nur für mich…
Wirklich? Und warum nimmst Du sie dann im (Homerecording) Tonstudio auf? Sich Kritik anzuhören ist nicht einfach, keine Frage. Aber Du solltest Kritik an Deiner Musik als das nehmen, was sie letztlich ist: Ein konstruktiver Rat.
Es wird Dich nicht voranbringen, immer wieder diesen Satz vorzuschieben. Als Macher Deiner eigenen Musik hast Du vielleicht die objektive Perspektive verloren, um Deine Musik so zu hören, wie sie wirklich ist. Wenn Dir andere einen Tipp geben oder einige Teile kritisieren, dann nutze doch die Gelegenheit, um Dich zu verbessern.

 

Welche typischen Sätze oder Floskeln kennst Du noch aus Deiner eigenen Erfahrung mit Dir, Deiner Band oder Anderen? Schreib uns einen Kommentar und sag uns, wie Du dazu stehst!

Lesermeinungen (26)

zu 'Musiker und Produzent: Wie oft hast Du das hier schon gehört?'

  • SgtBose
    21. Aug 2009 | 13:06 Uhr Antworten

    Hm, also Karel Gott kingt doch nicht schlecht ;)

    Im Ernst: Da sind einige “Perlen” dabei, die ich auch schon öfter gehört habe. Besonders “Das ist mein Style” ist oft von Leuten zu hören, die ihr Handwerk nicht beherrschen und nicht wahrhaben wollen, dass man es mit etwas mehr Selbstreflektion (=> leider Arbeit!) besser hinkriegen könnte – und dass die Leute auf teuren Aufnahmen auch verdammt viel dafür geübt haben.

    Oder dass nicht unbedingt jeder (vielleicht sogar ganz gute) Songschreiber nicht automatisch auch noch der Sänger ist, auf den die Welt gewartet hat. Obwohl dann auch meistens Argumente kommen wie “Udo Lindenberg kann auch nicht singen”.

    Gegen Mythen und Egozentrismus sind Argumente oft machtlos.

  • Ben
    21. Aug 2009 | 14:01 Uhr Antworten

    Die “Mehr ich” Variante kenne ich gut von Sängern im Studio. Die können gar nicht genug von sich bekommen.

    @SgtBose
    Dazu kommen ja auch noch die Bob Dylans dieser Welt… Insgesamt täte uns allen einfach mal etwas Abstand zu unserem musikalischen Wirken gut.

  • Psyria
    21. Aug 2009 | 19:24 Uhr Antworten

    Zuerst mal, ein sehr interessanter Blogeintrag! Eine Thematik über die man denke ich sehr viel kontrovers diskutieren kann. Kontrovers in dem Sinne, dass jeder Künstler auf seiner Position (Producer, MC, u.s.w.) seine Meinung verteidigt ;-).

    >> “Mit besserem Equipment würde ich besser klingen”
    Wie schon erwähnt, hat man jeder sicherlich dies schonmal gehört. Aber ganz genau, was nützt die bEStE Ausstattung, wenn man diese nicht richtig ein zu setzen weiss oder gar bedienen kann ? Meiner Meinung nach ist hier absolut der kreative Kopf im Vordergrund. Mit den möglichen Mitteln die man hat, was ordentliches auf die Beine zu stellen, DAS verdient respekt.
    Um diesen Ansatz mal ganz kurz abschweifend zu vertiefen:
    Es gibt jedes Jahr in Bingen am Rhein eine Verstaltung der Computer-Szene, sprich der “Demo-Szene”. Diese heisst “Breakpoint”.
    (Mehr info dazu hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Demoszene)
    Es gibt verschiedene Wettbewerbe für Musik, Demos, u.s.w. Unter anderen auch welche speziell für den C64 und Amiga.
    Um wirklich kurz zu bleiben – worauf ich hinaus will; Es gibt Limitierungen welche einfach nicht zu umgehen sind (in dem Fall, das vorhandene Equipment). ABER – immer und IMMER wieder atemberaubende Demos für diese System zu zaubern, DAS IST wahrhaftig Kreation pur.

    >> “Effekte”
    Hier denke ich genau wie Carlos, dass das gezielte einsetzen, weniger ist oft mehr, absolute Relevantheit sein sollte.

    >> “Kritik zulassen an der eigenen Musik”
    Dies, finde ich, ist ein ganz besonderes Thema. Es ist wohl sicherlich leicht gesagt aber ich denke wenn man konstruktive Kritik erhält – muss man diese erstmal verdauen. Wer gibt schon gerne zu, dass die eigene Idee von jemand anderem von verbessert werden kann/könnte bzw. das man selbst Hand anlegt und die nun “Zusatz-Idee” umsetzt ;-) ?
    Und genau da muss ich SgtBose absolut recht geben. Konstruktive Kritik an zu nehmen heisst arbeit. Arbeit um bereits bestehendes ggf. nochmal zu überarbeiten. Aber, wenn man diesen Schritt akzeptiert hat, dann kann man wirklich dadurch nochmal seeeeehr viel bewirken.

    >> “Macher Deiner eigenen Musik […] objektive Perspektive verloren”
    Hier kann ich mich Carols’ Ratschlag nur anschliessen.

  • Kob
    21. Aug 2009 | 21:32 Uhr Antworten

    yoah genau diese aussagen hör ich auch des öfteren.
    ich kenn mich ganz gut, bei mir ist immer ein tacken zu viel hall.
    ist halt mein style sag ich nur dazu, aber meine freundin drängt mich dann dazu es mit weniger zu versuchen, und siehe da, es klingt besser.
    ich bin auch selber so, das wenn ich rap ich mich ordentlich in denn vordergrund misch. aber wenn ich was mit meiner sängerin mach, misch ich mich leiser. komisch. und klar denk ich mir mit nem brauner mic würd ich besser klingen, aber wenn das geld nicht vorhanden ist, geht es erstaunlicher weise auch so. wobei der psychologische aspekt nicht vergessen werden darf. mit neuem equipment hat man wieder nen grund neue songs zu schreiben weil mann ja neues material mit “besserem” equipment haben will. das funktioniert bei mir immer richtig gut

  • Psyria
    21. Aug 2009 | 21:42 Uhr Antworten

    Interessante Sichtweise… :-) Also kann man demnach “neues Equipment” auch mit neuen Samples vergleichen :)

  • da riddle
    22. Aug 2009 | 03:34 Uhr Antworten

    what ?

  • Psyria
    22. Aug 2009 | 08:33 Uhr Antworten

    Ist schon spät gewesen, da riddle ;-)

    Geht eben um besseres neues Equipment/Samples = ggf. neue ideen

  • DrNI
    22. Aug 2009 | 11:22 Uhr Antworten

    “Einen guten Song kann man auf einem Kamm blasen und es ist immer noch ein guter Song.” Sagt ein Bekannter von mir. Und recht hat er, wenn es um Rock und Pop und Co geht. Andere Genres machen meiner Meinung nach Ausnahmen. Z.B. in der elektronischen Musik geht es in manchen Abteilungen viel mehr um Klang als um Melodieführung und Song-Aufbau – ich spreche dann auch lieber von “Stück” und nicht mehr von “Song”.

    Eine der Platten, die mich musikalisch immer wieder bewegt wurde live von der Stereo-Summe auf 16bit DAT aufgenommen – was man auch hört, und was mich auch manchmal stört. But it’s got soul.

    Ich bin weder Karel noch Gott, aber was mich immer mehr stört sind Leute, die zu oft “das tut’s mir” sagen. Beim tendenziell teuren Equipment kann man das ja noch verstehen, auch wenn einen speziell bei Instrumenten besseres Material wirklich weiter bringen kann. Aber beim Können, da halte ich es mit folgendem Spruch: “Wer aufgehört hat, besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.”

    Leider gibt es sehr viele Leute, die nie üben. Da müsste die Probe dann Übe heißen. Wie man in dem Zustand ins Studio gehen soll ist mir ein Rätsel. Man kann nur an Details feilen, wenn man das Grobe aus dem FF beherrscht.

    In diesem Zusammenhang gibt es dann noch die Musiktheorieverweigerer und die konsequenten Nichtnotenleser…

  • Psyria
    22. Aug 2009 | 22:40 Uhr Antworten

    Florian hatte mal in einem Podcast gesagt (die Episode fällt mir jetzt leider nicht mehr ein), dass auch wenn man bestimme Worte, sprich Fachausdrücke, nicht weiss – man dennoch auf den Punkt kommt bei einer Sache, nur eben anders formuliert oder zum Ausdruck gebracht.

    @ DrNI
    Ich kann Dir leider jetzt nicht Folgen, mich würde aber sehr interessieren wie Du Deinen letzten Absatz meinst, im Bezug auf die Thematik. Könntest Du mir das bitte noch mal anders formuliert darlegen :-) ?

  • sally
    01. Sep 2009 | 13:36 Uhr Antworten

    sorry, bin nicht beim thema…habe ne frage: gibt es kurse oder schulen für musicsynthesizer? wie cubase? da würde man sich jede menge zeit ersparen und songs mit links machen.

  • Manuel
    01. Sep 2009 | 13:49 Uhr Antworten

    Mhh… ich glaube selbst mit Kursen oder Schulen macht man Songs nicht eben mit links. Man kann da vielleicht die Bedienung erlernen, aber wenn es um grundlegende Ideen geht oder gewisse Kniffe, dann sollte man schon etwas Erfahrung haben, die man durch regelmäßiges Arbeiten gewinnt.

  • Carlos (delamar)
    05. Sep 2009 | 23:21 Uhr Antworten

    Diese Woche habe ich wieder 4x das Argument “Das ist mein Stil” gehört. Das stirbt wohl nie aus :)

    @DrNI
    Die Probegeschichte ist wirklich ein sehr grosses Problem mit Amateur-Musikern. Ganz problematisch wird es allerdings erst dann, wenn den Betreffenden nicht klar wird, warum der Groove nicht so wirklich will auf der Demo-CD – und dass das nichts mit der Technik oder dem Menschen hinter dem Mischpult zu tun hat.

  • da riddle
    07. Sep 2009 | 01:52 Uhr Antworten

    lieber carlos,ich glaube,man sollte nicht in die verallgemeinerung verfallen.
    auf allen ´´ebenen´´ des schaffens darf es einen “stil“ geben.
    ich glaube zwar nicht,dass man 2009 noch einen “hit“ am kamm blasen
    kann,aber erinnert euch an das berühmte “da da da“- das kommt dem
    kammblasen schon recht nahe.
    ich hab das zwar nicht gemocht,aber es steckt eine mutige idee dahinter
    und manchmal habe ich den eindruck,dass diese zeit 2009 solche ideen
    wieder braucht (und auch hat).
    man braucht nicht die allertollsten samples(liebe psyria;),man braucht
    immer eine idee—–und zeit—-,abseits des studios, oder des keyboards,
    um sie zu entwickeln.
    den stil sollte man niemandem absprechen,wie auch immer er sein sollte.
    wer weiss schon,was die (musikalische)

    freiheit imstande ist hervorzubringen.
    l.a.p.

    • Carlos (delamar)
      07. Sep 2009 | 10:21 Uhr Antworten

      Lieber da riddle,

      wir haben uns anscheinend missverstanden. Es “darf” nicht nur einen Stil geben, es muss sogar einen eigenen Stil haben. Das ist sozusagen Grundvoraussetzung.

      Aber das ist gar nicht der Punkt, der in diesem Artikel von mir angesprochen wird. Mir geht es darum, einen eigenen Stil nicht als Grund und Ausrede für suboptimale Leistungen zu verwenden. Wenn es nicht groovt, dann spielt die Band nicht tight genug. Wer um einen Halbton daneben liegt, hat nicht einen eigenen Stil, sondern falsch gesungen. Beides hat nichts mit Stil zu tun.

  • nevi
    07. Sep 2009 | 11:43 Uhr Antworten

    So sehe ich das auch. Höre gerade von Seite derer, die sich mit einer schlechten Performance oder Produktion zufriedengeben, es wäre ihr “Stil”. Es gibt einige Produktionen (die auch released werden), wo ich mich echt für schämen würde – will betonen, das hat noch nicht mal was mit hohen Ansprüchen zu tun. Ich würde schon behaupten, dass ich das sicher unterscheiden kann.

    btw meiner Ansicht nach wäre es doch für die eigene Weiterentwicklung förderlich, Fehler einfach einzugestehen und an sich und seinen Fähigkeiten zu arbeiten. Da ist doch nicht schlimmes dran! Erst das ermöglicht es, dazu zu lernen. Einfach drüber lachen wie grottig die Strophe war und beim nächsten mal besser oder zumindest anders machen. Oder sich Rat holen und nicht stattdessen eine ehrliche Meinung abzuweisen, nur weil keiner in die Hände klatscht.

    Es muss natürlich nicht immer alles 100% gerade sein.
    Björk z.B. singt einfach – sagen wir mal – unorthodox ^^ Aber: es hat Stil.
    Grönemeyer betont auch *desöfteren” etwas seltsam – Stil.

    Wenn man schon schief singt, sollte man es “können”.

  • Dominik
    07. Sep 2009 | 12:01 Uhr Antworten

    Gerade beim Thema Gesang ist man natürlich ganz schnell bei Vergleichen mit bekannten Künstlern, die auch nicht gerade intonationssicher sind – wie gerade von nevi erwähnt, Björk oder früher vielleicht Lou Reed (der quasi gar nicht singen kann), Billy Joel (schreckich daneben manchmal, vor allem live), Hildegard Knef etc. Oder Van Morrison, der, finde ich, wie ein Kneipensänger klingt.

    Das ist zwar auch eher die Ausnahme, aber als Ausrede werden solche Leute trotzdem immer gerne genommen.

    Andererseits spielt natürlich gerade bei Sängern das Thema “Personality” eine wichtige Rolle.

  • da riddle
    13. Sep 2009 | 02:09 Uhr Antworten

    meine tochter textet,singt und komponiert .
    neulich hat sie auch mal einen halbton danebengesungen,aber so exakt einen halbton,dass ich mir schon dachte,die meint das wirklich so.
    hat sie auch.
    auch ich liebe es,überraschende wendungen in meine musik einzubauen.
    nach einem konzert hat mich jemand gefragt,warum ich denn bei diesem lied die
    harmonie so abstürzen lasse.
    ich habe ihm geantwortet,“weil ich will,dass sie mich das fragen“

    so wiederhole ich mich und sage: bitte keine verallgemeinerungen,
    die haben wir im musikbusiness satt.
    und was ist schon groove… eine ganz persönliche sichtweise.
    r.h.c.peppers zb.spielen ihre songs mit click ein.
    sie überholen den click ab und an und müssen sich dann wieder etwas
    zurückhalten. absoluter groovekiller,aber das ist eben nur meine hörweise,
    sie verkaufen ja ganz gut.
    die eagles sind übrigens im fach ´´clicküberholen“ weltmeister.

    lieber carlos: leider hab ich deinen neuen podcast ´´stil“ nicht komplett
    bekommen….kannst du mir nochmal schicken?

    danke

  • Der Musiker ;-)
    21. Jan 2010 | 01:02 Uhr Antworten

    allso ich denke ohne kritik der hörerschafft wäre jeder Musiker verlohren , ich selbst rekorde bei mir im homestudio und muss wirklich sagen , wenn man 1 projekt an einem Tag fertig bekommt , kann man es meistens in die Tonne kloppen.

    worauf ich hinaus will , es gibt viele musiker im Homerecording , die one Take aufnehmen, was totaler schwachsinn ist.

    das ist doch wie eine entwicklung des menschen, der braucht auch zeit zum wachsen und gedeien, und genauso ist es mit deiner eigenen Musik , die braucht auch zeit , und ich denke wenn man sich dabei zeit lässt wird auch ein anhörliches Projekt dabei herrauskommen.

    wie gesagt umsomehr zeit du in den song investierst umsomehr raffinessen , fallen dir nach und nach ein die das Gesammte Klangbild des songs nochmal hervorheben .

    und wie ich finde das mit dem überteuerten equitmennt , ist irrsinn , man kann auch mit wenigen mitteln einen anhörlichen song zaubern
    (wenn man versteht die Delay´s und Echo´s und weiss gott was dezent einzusetzen.

    das war mein statemennt dazu
    Grüße an alle Musiker die mit Herz und Seele , an ihren Werken arbeiten !

    Grüße Der Musiker ;-) P.T Rn´B

  • Benjamin (morphbrain)
    16. Jul 2010 | 21:23 Uhr Antworten

    Oh man aber ehrlich , das dauernde abstürzen und stände aufhängen der Vst und Cubase 5.5 (love it) bringt mich manchmal um den verstand.
    Drum liegt meine auto-backup funktion bereits auf 5min ^^
    und ich speichere sehr oft selbst.

    Danke für den Blog , das hat mir auch wieder gezeigt auf was es wirklich ankommt ^^ man vergisst sich selbst ja doch hin und wieder :P

  • meetzz
    01. Aug 2010 | 00:54 Uhr Antworten

    Das mit der kritik finde ich auch zweifelhaft. man kann nicht jedem gefallen. den satz “ich mache musik für mich” habe ich persönlich auch noch nie so gehört. ich persönlich finde es nicht sehr sinnvoll seine songs aufgrund von fremdenkritik zu verändern denn dann ist der song kein kunstwerk mehr sondern in der tat nur noch ein produkt. die seele des künstler wird dadurch entfernt und man sollte sich doch als fan mit seinem idol identifizieren können. es gibt viele bands die sich beim unterschreiben des plattendeals die musikalische freiheit garantieren lassen und so würde ich es auch tun. dass die nummer 1 hits in den charts keine von den künstlern selbstgeschriebenen songs mehr sind ist klar. aber diese menschen sind in meinen augen auch keine musiker sondern nur noch marionetten der plattenfirma.

  • Thomas N.
    08. Jan 2011 | 02:48 Uhr Antworten

    Hallo!

    “Das ist mein Stil” – noch eine Anmerkung dazu:

    Das läuft im Endeffekt darauf hinaus, inwieweit man sich den Hörgewohnheiten und Hörerwartungen beugen will oder nicht. Es gibt ja sowas wie musikalische Regeln oder die Erwartungen der breiten (Hörer-)Masse – und da geht’s einfach darum, ob man diese Regeln erfüllen oder brechen will.
    Manchmal ist es sinnvoll, die Regeln einzuhalten; oder es ist eine gute Idee, die Regeln zu brechen – da erzähl’ ich nix Neues. Wichtig ist mir dabei, dass man heraushört, ob man die Regeln mit Absicht gebrochen hat oder nur, weil man’s nicht besser kann.

    Ich glaube, dass man durchaus heraushören kann, wenn jemand die üblichen Regeln mit Absicht (statt aus Unvermögen) gebrochen hat. (Gerade solche Regelverstößre machen ja einen eigenen Stil aus.)
    Mal ein paar Beispiele dazu:

    – “Take Five” -> Die Regel, dass eingänge Musik nur im 4/4- oder 3/4-Takt funktioniert, wurde hier gebrochen. An der eingängigen Melodie, am Spannungsbogen und Aufbau des Stücks kann man aber erkennen, dass andere Regeln (durchaus überzeugend) eingehalten wurden – da kann man vermuten, dass jemand wusste, was er tat, als man die “4/4-Regel” gebrochen hat.

    – Zu einer metalorientierten Band gehören vor allem laute Gitarren. Ein absoluter Verstoß gegen diese Regel, geradezu ein Unding wäre es, wenn man anstatt der lauten Gitarren Streicher nähme – wie bitte schön klingt denn laute Musik auf Violinen? Apocalyptica geben darauf eine Antwort, mit ihrem eigenen, regelbrechenden Stil.

    Ich will auf folgendes hinaus: Es geht bei dem Satz “das ist doch mein eigener Stil” darum, ob man den Hörern und ihren Hörerwartungen entgegenkommen will oder nicht. (Oh, das sollen Hör-Erwartungen sein, nicht etwa Hörer-Wartungen. *g*) Oder: wei weit man da entgegenkommen will.
    Man darf ruhig sagen: “Das will ich GENAU so” – dann is’ das aus künstlerischer Sicht in Ordnung. Nur muss man dann damit rechnen, dass sich keiner das anhören will, weil es überhaupt keiner Hörerwartung entspricht.

    ******

    Kritik kann also ins Leere laufen, wenn der Künstler sich auf den Standpunkt des eigenen Stils läuft. Das gilt es zu akzeptieren (wenn der Künstler diesen Standpunkt mit Absicht einnimmt und weiß, was er tut).

    Etwas anderes ist es allerdings, wenn der Künstler zu sich selbst nicht ehrlich ist.
    Als Künstler denkt man sich schon mal sowas wie: “Ach was, das is’ nich’ schlimm … könnte zwar besser sein, aber was soll’s?” Insgeheim weiß man dann, dass es nicht so gut wie möglich ist – da hat man aus Faulheit oder Unwissen die schlechtere Möglichkeit gewählt, will das aber nicht wahrhaben.
    In solchen Fällen ist Kritik von außen gewissermaßen das Sprachrohr der eigenen Befindlichkeiten, und man hört Meinungen, die man bei Selbstehrlichkeit sowieso selber hätte.

  • Alex
    01. Mrz 2011 | 18:04 Uhr Antworten

    Ach wie schön, mal genau auf den (ehemals wunden, mittlerweile ist Hornhaut drauf, iiieh!) Punkt! Fehlt noch mein Favorit aus der Kategorie “Aber ich mache meine Musik nur für mich…” – “Du bist uns zu teuer!” – dabei geben Musiker eine Schweinekohle für Equipment auf, aber wenn’S darum geht, vernünftig zu klingen ist plötzlich der Billigste der Beste ;-).

  • A.O.
    15. Mrz 2012 | 06:54 Uhr Antworten

    @ Meetzz.
    Carlos hat ja auch nicht subjektive Geschmackskritik gemeint, da wäre ich einer Meinung mit dir. Es geht bei diesem Punkt mehr um offensichtlich, nicht beabsichtigte Fehler die man dann – wenn man darauf aufmerksam gemacht wird – mit dieser Ausrede schönzureden versucht. Und da stimme ich Thomas zu. Wenn gewisse absichtliche Fehler zum Stil gehören sollen so sollten sie auch als solche Überraschungseffekte wahrgenommen werden, sonst ist das der berühmte Schuss der nach hinten losgeht da die Hörer die Intention des Musikers nicht wissen können und nur nach der Hörwirkung gehen.

  • Indoken
    27. Jul 2012 | 11:50 Uhr Antworten

    Sehr nice,eure kommentare!
    Ich komme mehr so aus dem hip hop,Rap (untergrund) bereich und in sachen kritik bin und war ich bisher immer offen damit umgegangen,ob ich es später umgestzt hatte oder nicht!Meine erfahrung nach,ist es sehr wertvoll informationen von aussen zu bekommen…Da man sich schnell in etwas festfahren kann,in einem projeckt bsw!Ich holle mir oft und gerne auch Leute ins Boot die aus einem anderen Musikbereich kommen,um mal andere kritik ansätze zu hören,vorausgesetzt dieser jemand ist auch für andere Musik offen ;D mir hat es oft klasse ideen eingebracht!

    In sachen kritik part II
    Jaaaa wir Rapper (ich und ich,wir mögen uns)
    Und genau das ist bei mir oft ein problem im umgang mit “genre-kollegen”.Man sucht ja eigentlich gleichgesinnte um infos u. tipps auszutauschen,oder eben eine Ehrlich gemeinte meinung zu bekommen.Nur ist jetzt daS PROBLEM,das dieser (ich+ich)ego-trip im weg steht…Und für viele nur ihre Musik,das einzig wahre ist!

    Und zu den one-take aufnahmen,kann ich nur sagen das ich auch oft so bin,wenn ich was schreibe und es mir auf anhieb gefällt,wird auf dem instr. ertmal vorgerappt,oft merk ich verdammt das ist echt tight…und kann nicht anders und muss es aufnehmen.Oft ist das ergebniss sehr gut und ich selbstkritiker bin sogar zufrieden….
    Aber genau so oft,wird auch alles nochmal aufgenommen ;)Da ich kein fan vom cutten bin und irgenwo im text wieder einsteigen möchte,mache ich mir lieber die Arbeit und nehm es so oft auf bis es halt passt!

    lg Indo
    thx Carlos
    bigUp delamar!Und bitte weiter soo…
    ps.
    rechtschreib fehler sind mein “stiel” xP

  • Sebastian
    25. Jan 2013 | 19:48 Uhr Antworten

    Wow,
    alles was du beschrieben hast kann ich nur bestätigen.

    Tolle Tipps und tolles Forum :D

  • Mex
    30. Okt 2013 | 21:48 Uhr Antworten

    Das Alles kann man nicht pauschalisieren… es mag zwar in der Regel zutreffen, aber es sind insbesondere die Ausnahmekünstler, auf die das eben NICHT zutrifft… ansonsten wären es ja keine Ausnahmekünstler !

    Nehmen wir mal die “One-Take Situation”:
    Klar, sie sind für den Otto-Normalo eher die absolute Ausnahme, das dabei DAS geniale Ding rauskommt.
    Für Ausnahmekünstler sind sie aber die Seele ihrer Musik.
    George Michael sang z.b. viele seine Sachen im One-Take Verfahren….er singt die Sachen zwar 10-20 Mal durch, aber eine Session davon war dann auch DIE Ultimative.
    Oder z.B. Frank Sinatra, der nun absolut nichts davon hielt, in gestückelten Sessions zu singen…was alleine schon unter seiner Würde war… der Mann konnte schließlich einen ganzen Song mit quasi nur einem Atemzug durchsingen.
    Das sind halt Ausnahmetalente und das beste Beispiel für One-Takes. Da ist geniales eben nicht so selten, aber die haben es eben drauf. Das sind/waren auch mit Leib&Seele ECHTE Sänger- und eben keine Performer oder Studiozauberer.

    Oder z.B. die “ausgeklügelte Spur”:
    Klar hört man Musik im wesentlichen im Ganzen… aber es sind auch die einzelnen, besonders prägnanten Spuren, Linien und Sounds, die einen Song ausmachen können. Wenn das im wesentlichen ja so unwichtig wäre, hätte jemand wie Depeche Mode ja keinen Erfolg gehabt, die davon leben, sehr prägnant im instrumentalen zu sein !

    Es gibt noch dutzende Gegenargumente zu den hier aufgeführten Punkten…im wesentlichen gibt es aber einen wesentlichen Aspekt… es sind insbesondere die Künstler die darauf achten und wert legen, ihren eigenen Styl zu haben, besonderes Augenmerk auf Sounds und Spueren zu legen und dies und das… genau DAS macht sie ja zu Ausnahmekünstlern !!!

    Und sie klingen eben nicht wie jeder X-Beliebige, der einfach nur Musik nach “Schema-F” macht, um einen Mainstream zu bedienen oder die Dinge so zu machen, weil es so vorgeschrieben wäre, sie so zu machen ;-)

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