Musikbusiness: Petition gegen das Monopol der GEMA

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Musikbusiness: Petition gegen das Monopol der GEMA

Musiknutzer sollen künftig das Recht haben, eine verantwortungsbewusste Musikverwertungsgesellschaft wählen zu können, die die eingenommenen Gebühren an die entsprechenden Künstler und Komponisten weiterleitet. Schließlich verbietet die europäische Gemeinschaft eine wettbewerbsbeschränkende Geschäftspraxis. Die Auflösung des Monopols soll eine transparente Auszahlung für Künstler gewährleisten und die GEMA dazu bewegen, ihre Haushaltskosten niedrig und unter Kontrolle zu halten.

Das Ziel sei nicht die Abschaffung der GEMA, sondern eine angemessene Tarifregelung für das Musiknutzungsrecht. Der derzeitige GEMATarif sei “im Gegensatz zu Tarifen anderer Musikverwertungsgesellschaften in Europa nicht angemessen. Eingenommene Lizenzgebühren werden meistens nicht an die entsprechenden Künstler und Komponisten weitergeleitet. Meistens nehmen Gesellschaften zwischen 10 und 15 Prozent der eingenommenen Lizenzgebühren zur Kostendeckung, die GEMA beansprucht zurzeit fast doppelt so viel.”

Im Mai dieses Jahres strebte Monika Bestle mit ihrer eingereichten Petition bereits “eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten” an. Ihr Gesuch fand über 100.000 Mitzeichner und liegt seit 17. Juli dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Prüfung vor.

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Lesermeinungen (7)

zu 'Musikbusiness: Petition gegen das Monopol der GEMA'

  • marcellus wallace   28. Okt 2009   01:13 UhrAntworten

    Ähm und wo ist der link zur Petition oder ist die nicht online?

  • Thomas   28. Okt 2009   06:47 UhrAntworten

    ...völlig unqualifizierter Artikel!!! Die GEMA hat nur ein so genanntes faktisches Monopol. Wer will, kann jederzeit eine Verwertungsgesellschaft gründen.
    Der Tarif (für den Musiknutzer!) ist im Vergleich zu anderen europäischen Verwertungsgesellschaften nicht angemessen? Quatsch! Bitte prüfen!
    "Meistens nehmen Gesellschaften zwischen 10 und 15 Prozent der eingenommenen Lizenzgebühren zur Kostendeckung, die GEMA beansprucht zurzeit fast doppelt so viel.” Blödsinn! Die GEMA hatten in den letzten Jahren immer (!) einen Kostensatz von unter 15%.

    Vor Veröffentlichung solcher Angaben bitte vernünftig recherchieren bzw. informieren!

  • Der Micha   28. Okt 2009   09:17 UhrAntworten

    @ Thomas

    hier kann man aber Delamar einen vorwurf machen. Dieser Artikel verstehe ich als reine Information was gerade abgeht in sachen GEMA. Delamar hat lediglich die Informationen übernommen. Ich finde es richtig und wichtig, das Delamar hierüber informiert.

    Wenn Du die Infos für falsch hälst, mußt Du Dich an den Verfasser der Petition wenden...

    Grüße
    Der Micha

  • Carlos (delamar)   28. Okt 2009   09:34 UhrAntworten

    @Thomas
    Bitte den Konjunktiv und die Zitate betrachten. Wir berichten hier nur darüber, was passiert und stellen nicht unsere eigenen Thesen in diesem Artikel auf.

    Eine Ergänzung noch: Ob die theoretische Möglichkeit besteht, eine weitere Verwertungsgesellschaft zu gründen ist für die Monopolbetrachtung irrelevant. GEMA hat das Quasi-Monopol und nutzt dies auch gerne aus (was selbstredend in der Natur der Sache liegt).

  • Bandologie | Nils Kolonko   28. Okt 2009   16:29 UhrAntworten

    ... Und der Link ist hier:

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=7158
    - - -

    Gibt es eine Info, auf welche Quelle sich Ian de Souza beruft, wenn er der GEMA "doppelt so viel wie 10 bis 15 Prozent" vorwirft?
    (Mal davon abgesehen, dass das IN BESTIMMTEN FÄLLEN aus Sicht eines einzelnen Komponisten oder sogar ganzer Komponisten-Gruppen natürlich durchaus ein solcher Schnitt, oder sogar noch mehr, sein kann. Beispielsweise, wenn man ein U-Musik Komponist mit relativ wenigen Musikverwertungen pro Jahr ist und dazu möglicherweise noch angeschlossenes Mitglied. Dann ist man natürlich, sozusagen, "gears ... t". Das steht ja, wenn auch etwas förmlicher, ziemlich deutlich genau so in den Vereins-Unterlagen, dass sowohl Geld als auch Stimmrechte in der GEMA nicht gleichberechtigt unter den Mitgliedern und Stilrichtungen verteilt werden! ... Ein offenes Geheimnis.)

    Hier, §6 "Mitgliedschaft", §7 "Ordentliche Mitgliedschaft".
    http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/verein/GEMA_Satzung_JB_08_09.pdf

    Hier, Punkt 2. "Binnenstruktur der GEMA"(!)
    http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/presse/Stellungnahme_09e.pdf
    (Man beachte die Aufteilung der Geld-Summen innerhalb der verschiedenen Mitgliedsgruppen! Kleine Tabelle im PDF ...!)

    Hier, Seite 13 "Wer gibt in der GEMA den Ton an?",
    sowie Seite 19, "Abrechnungsbeispiele"
    (man beachte den """kleinen""" Unterschied zwischen U- und E-Musik ... ;)
    http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/presse/Publikationen/Mitgliederbroschuere/gema_mitgliederbroschuere.pdf

    ... Das ist alles öffentlich dargelegt.

    Meiner persönlichen Meinung und meinem Gerechtigkeitsverständnis nach ist das übrigens eine Katastrophe in Zahlen und Fakten! Die allerdings auch ganz offiziell von der GEMA rausgegeben werden.
    (Wenn auch etwas versteckt in einer regelrechten Masse an Infos. Daher diese paar gezielte Hinweise.)
    - - -

    ABER ... laut Geschäftsbericht 2008 der GEMA wurden ungefähr 823 Millionen Euro Umsatz gemacht, von denen knapp über 700 Millionen an die Mitglieder ausgeschüttet wurden. Das wären ziemlich genau 15 Prozent. Und mir ist auch bisher keine fundierte, gegenteilige Zahl bekannt.

    WIE(!) diese Gelder verteilt wurden und ob die Aufteilung des Vereins in 'angeschlossene', 'außerordentliche' und 'ordentliche' Mitglieder (mit den entsprechenden Regelungen in diesem Zusammenhang) gut sind, das könnte man natürlich durchaus mal im Detail hinterfragen.

    Ebenso kann man natürlich hinterfragen, ob die Bevorzugung von E-Musik gegenüber U-Musik noch zeitgemäß, oder überhaupt fair, ist.

    Ebenfalls könnte man sich die Frage stellen, ob es sinnvoll und gut für den "wirtschaftlich-kulturellen" Auftrag der GEMA ist, die drei Vorstandsmitglieder doch relativ krass zu bezahlen.

    Ich zitiere mal kurz aus meinem "GEMA"-Kapitel, das ich gerade im Buch überarbeite:

    "Im Geschäftsbericht für das Jahr 2008 heißt es: „Die Jahresgehälter der Vorstände betrugen für Dr. Harald Heker 379.500 Euro, sowie für Prof. Dr. Jürgen Becker 380.100 Euro und für Rainer Hilpert 300.600 Euro.“
Zum Vergleich: Laut eines Artikels im ‚Spiegel‘ vom 27.06.2006 verdient unsere Bundeskanzlerin, Angela Merkel, 261.500 Euro pro Jahr. Dabei beruft sich der Spiegel auf Informationen der Unternehmensberatung Hay-Group."

    Siehe auch hier: http://www.gema.de/fileadmin/inhaltsdateien/urheber/geschaeftsbericht/GB_2008_net.pdf
    - - -

    Das alles finde ich ehrlich gesagt viel unschöner, als die Tatsache, dass die GEMA in ihrer reinen Größe in Deutschland bisher einmalig ist. (Und dass es nur wenige Mitbewerber gibt, die es schaffen, sehr viele Mitglieder an sich zu binden, geschweige denn, ein so detailliertes und imposantes Kontakte-Netzwerk aufzubauen, wie die Leute von der GEMA in den letzten 100 Jahren ...)
    - - -

    Wie auch immer.

    Möglicherweise helfen diese paar gezielten Links mit Hinweisen auf "die" (meiner Meinung nach) brisanten Zahlen und Fakten ja dem einen oder anderen Musiker.

    Und vielleicht landet dann ja doch der Eine oder Andere bei einer anderen Organisation, beispielsweise bei http://de.creativecommons.org/

    Denn es steht ja weiterhin jedem frei, der GEMA beizutreten, oder auch nicht.

    Doch die "quasi Monopol"-Stellung ist – meiner Meinung nach – nicht die Wurzel des Problems. Eher die anderen Fakten, siehe oben. ...

    Bestes,
    Nils

  • Carlos (delamar)   28. Okt 2009   17:06 UhrAntworten

    Wenn wir schon von Wurzel des Problems sprechen, dann würde ich hier die wahnsinnige Desinformation der betroffenen und interessierten Musiker ins Feld führen. Es ist der helle Wahnsinn, wie viele Musiker glauben, dass sie (um Musik zu veröffentlichen) der GEMA beitreten müssen.

  • Jörn   27. Nov 2009   23:53 UhrAntworten

    Aber die Petition wurde doch von einem Musiknutzer eingereicht. Ian de Souza betreibt eine Musikschule und ist kein Musiker. Er muss daher keine Beiträge sondern Abgaben an die GEMA zahlen. Und die sind auch nicht ohne.

    Dass Veranstalter und ich zähle Tanzschulen darunter sich seit einer geraumen Zeit unzufrieden über die "Abzockermethoden" der GEMA äußern ist doch nicht neu und aus meiner Sicht nachvollziehbar.

    Deshalb verschiebt bitte die Diskussion nicht gleich wieder auf das Spannungsfeld zwischen GEMA und Musiker sondern bleibt bei GEMA vs. Veranstalter.

    Warum gibt es denn den Trend, dass Veranstalter lieber Musiker und Bands booken, die nicht bei der GEMA gemeldet sind? An den Künstlern liegt es wohl nicht, eher an der GEMA. Es ist doch paradox wenn einem GEMA Mitglied gesagt wird: Ja deine Musik ist ja super, aber wir können bzw. wollen nicht durch deinen Auftritt Geld an die Gema abdrücken, dass dann eh nicht bei dir landet, sondern bei Bohlen & Co.

    Die GEMA fechtet also einen Kampf an zwei Fronten aus. Dem Musiker begegnet sie mit Intransparenz und ungerechten Ausschüttungen, den Veranstaltern mit bürokratisch unzumutbaren Prozedere und völlig überhöhten Abgabeforderungen.

    Deshalb ist die Petition völlig ok und wichtig auch wenn sie an der bisherigen Praxis der Verwertungsgesellschaft nicht rütteln wird.

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