Musikbusiness: MySpace besiegelt seinen Abgang selbst?

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Musikbusiness: MySpace besiegelt seinen Abgang?

Die Anzeigen dauern ganze 30 Sekunden und wurden erstmals vergangene Woche eingeblendet, wenn Nutzer des bisher grössten sozialen Netzwerks für Musiker Songs anderer Künstler, Albumseiten, Playlisten oder den Popup-Player hörten. Die aktuellen Tests erweitern die im Dezember vergangenen Jahres begonnenen Probeläufe (Quelle).

Wie es scheint, können die Audio-Ads im Gegensatz zu den visuellen Banneranzeigen nicht einfach weggeklickt werden. Letztere konnten sehr einfach mithilfe von so genannten Ad-Blockern entfernt oder einfach während des Surfens auf anderen Webseiten ignoriert werden. Bisher sind diese Audio-Ads so eingestellt, dass die MySpace Nutzer nach dem Hören des ersten Songs die Anzeige hören, danach aber 99 weitere Songs ohne Werbung hören können.

Wie bekannt wurde, will MySpace Music in diesem Monat die Frequenz der Audio-Werbung noch weiter erhöhen, bevor sie eine Entscheidung treffen, wie die finale Version sein wird. Bisher nutzen auch andere Musikdienste wie Pandora oder Yahoo Music solche Audioanzeigen recht erfolgreich. Für die Nutzer gestaltet sich das Hören von MySpace nun viel eher wie das Hören von terrestrischem Radio und verliert dadurch einen wichtigen Vorteil gegenüber demselben.

In einem Statement sagt MySpace Music, dass das Feedback der Nutzer positiv gewesen sei. Eine Aussage, die ich kaum glauben kann, da die Artung dieser Anzeigen als interruptive Werbung gesehen werden muss und die eher als unerwünscht wahrgenommen wird. Wie News Corp. Chef Rupert Murdoch mitteilte, sind die Umstruktutierungen des MySpace-Netzwerkes noch nicht fertig. Das Unternehmen hat nun schon vier Quartale in Folge fallende Einnahmen aus Werbung.

Kaum verwunderlich, wenn man sich die sinkenden Benutzersstatistiken von MySpace und die des härtesten Mitbewerbers Facebook anschaut. Im vergangenen Jahr musste MySpace bereits 720 Stellen streichen.

Ich bin auch sehr gespannt darauf, was Du und die anderen delamari zu diesem Schritt denkt. Bei einem kurzen Test auf MySpace konnte ich bisher keine Audio-Werbung hören – allerdings ist es durchaus wahrscheinlich, dass dieses neue Modell zunächst in den USA getestet wird und erst zeitverzögert in die weiteren Regionen exportiert wird. Zudem gibt es bisher wohl auch noch keinen deutschen Werbepartner.

Sollten sich die Audio-Anzeigen tatsächlich auf MySpace durchsetzen, so vermute ich, wird der Schwund an aktiven Mitgliedern in der Musiker-Community sicherlich noch schneller bemerkbar werden. Ich jedenfalls habe keine Lust beim Querchecken von MySpace-Profilen alle naselang Werbung zu hören und die Booking-Agents, A&Rs und anderen Pros aus dem Musikbusiness sicherlich auch nicht. Und damit kommen wir wieder zum Thema: Wer löst MySpace in der Zukunft ab?

Was denkst Du?

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Lesermeinungen (13)

zu 'Musikbusiness: MySpace besiegelt seinen Abgang selbst?'

  • Ruediger Kramer   12. Feb 2010   19:20 UhrAntworten

    an myspace hatte ich noch nie richtig freude (seiten mitunter bis zur unleserlichkeit "customized" und dann mit werbung "verschönt" - vielleicht nützt der niedergang dann facebook oder jamendo...

    wir werden es bald sehen!

  • JAN   12. Feb 2010   21:41 UhrAntworten

    Tja, was denke ich? Mein erster Gedanke:

    MySpace war lange Zeit wirklich unglaublich dämlich:
    Hätten sie den normalen evolutionären Weg beschritten und hätten die Musik, die man sich von Künstlern (sowohl bekannten als auch "unsigned" 's) anhören konnte zum Download angeboten, wäre mit den Einnahmen bestimmt ein Grossteil der Krise in dem Betrieb abgewendet worden. Klar mögen viele Majors gesagt haben: "Downloadbar? Nööö Du, wir haben da ziemlich strikte Exklusivdeals mit iTunes" oder so, aber Konkurrenz belebt das Geschäft. Allein die ganzen unbekannten Künstler hätten MySpace nicht einfach nur als "Webhoster mit Player, Freundesliste und Gästebuch" missbrauchen können, sondern direkt Songs an den Endverbraucher liefern können.

    Was MySpace dann unter Schmerzen langsam über fast 1 Jahr hervorzauberte, war der Versuch ein paar grosse Künstler mit Verkaufsangeboten auf deren Seiten zu "belohnen"...

    Dolle Wurst.

    Fakt ist:

    Das MySpace Design ist sehr alt und sehr überholungsbedürftig. Das Grunddesign ist mit Bohlen's Lieblingswort "scheisse" noch schmeichelhaft umschrieben. Da wurde nie was dran gemacht.

    Wirklich exzellente MySpace Seiten wie z.B. von Christopher Noble sind nur mit nem talentierten Webdesigner möglich.

    Anschauliche Homepages dagegen schon mit jedem Mac mit iWeb drauf. Wieso ist das so?

    Das schürt in mir irgendwie den Verdacht, dass MySpace sich zu lange auf seinen Monopol-Stellungs-Lorbeeren ausgeruht hat.

  • David Martini   13. Feb 2010   09:32 UhrAntworten

    Myspace ist echt nicht mehr das was es am Anfang war. Ich merke das Künstler immer weniger ihre Myspace Seite auf Nachrichten und co. kontrollieren. Es geht auch nichts mehr über myspace.
    Facebook ist aufjedenfall ne Alternative, doch müsste die überarbeitet werden.
    Mir ist in der letzten Zeit sc sehr positiv aufgefallen. Es hat fast alles was das Herz begehrt. Ich denke wenn das populärer wird könnte es myspace ablösen. Youtube ist ja auch noch da :=)

  • raVen   13. Feb 2010   16:47 UhrAntworten

    Ich bin ziemlich aktiv auf MySpace und ich habe bis jetzt auch noch keinen audio-steam gehört. Habe auch keine reklamationen von zB US-kontakten gehört. Ich denke das ist nicht so ein problem. Man reklamiert eh immer wenn was neues usprobiert wird und Menschen sind Gewohnheitstiere. ;-)
    Ich weiss nicht was manche so an MS so rumzumeckern haben. Es hat auf jeden fall nicht mal 1/4 so viele bugs wie zB FB.
    Und wenns nur ab und zu ist mit dem stream. Who cares? Ich glaube eh nicht das es sich durchsetzten wird.

  • Marc Shake   14. Feb 2010   16:33 UhrAntworten

    MySpace ist tot. Ich selbst nutze Virb (kennt nur keiner) und sc. Machen genau das, was man als Musiker erwartet: Man kriegt die Musik als feines SWF-Objekt zum Einbinden in andere Communities. Auf scselbst können Mitmusier genau an die relevanten Stellen Kommentare abgeben und nicht zuletzt ist sc ein doller Hoster für alles mögliche an Musik.

    In Zusammenarbeit mit Facebook ist das unschlagbar.

  • raVen   14. Feb 2010   16:45 UhrAntworten

    @Mark.. Hmm, das Virb überzeugt mich eigendlich nicht als werbeplattform. Dann ist ReverbNation doch um einiges besser. Last.fm wäre auch noch eine bessere Alternative zu MS als FB..
    Aber MS hat immernoch die meisten Bands drauf.

    Ich habe eher das Gefühl, dass es im Deutschsprachigem Raum weniger ankommt, denn ich habe mal auf MS eine Umfrage gestartet und die Leute haben alle gesagt, dass es trotz einigen Fehlrn und Spam (was es überal hat!), die beste Plattform für Musiker sei.
    Ich glaube nicht das MS ausstirbt.

  • Andy S.   16. Feb 2010   10:39 UhrAntworten

    Ich halte nix von Myspace! Ich habe noch nie eine gute Seite gesehen. Alle sind überladen und die Infos, die ich von einer Band gerne hätte , muss ich SUCHEN. Ich kann mich noch daran erinnern, dass man früher auf der richtigen HP die Klicks/Links gezählt hat , bis man zur gewünschten Information gelangt.
    Es wäre schön, wenn sich auch hier ein Standard durchsetzen würde mit dem man vernünftig arbeiten kann. Ich möchte nämlich wieder Musik machen und nicht vor dem Rechner sitzen!

  • Jens Reimer   03. Mai 2010   23:26 UhrAntworten

    Myspace ist echt nicht mehr das was es am Anfang war. Ich merke das Künstler immer weniger ihre Myspace Seite auf Nachrichten und co. kontrollieren. Es geht auch nichts mehr über myspace.
    Facebook ist aufjedenfall ne Alternative, doch müsste die überarbeitet werden.
    Mir ist in der letzten Zeit sc sehr positiv aufgefallen. Es hat fast alles was das Herz begehrt. Ich denke wenn das populärer wird könnte es myspace ablösen. Youtube ist ja auch noch da :=)

  • Carlos (delamar)   05. Mai 2010   12:13 UhrAntworten

    MySpace ist zum reinen Push-Medium verkommen. Alle interessieren sich nur für sich und hören gar nicht mehr in die Musik der anderen rein. In den Kommentaren gibt es nur leere Worthülsen á la "Thx4Add" (nicht mal mehr ausgeschrieben!) und selbstredend "Hör mal meine neue geile Mucke".

    Der Betreiber selbst ist da auch keine Ausnahme - ich kenne keine Webseite, die Werbung aggressiver betreibt als MySpace...

    Nach wie vor: Ich glaube, dass MySpace nicht mehr lange als DIE Anlaufstelle für Musiker gelten wird.

  • mathias   15. Sep 2010   09:01 UhrAntworten

    myspace ist eigentlich tot. da gibt es keine kommunikation zwischen den leuten. da geht nix außer werbung. und viele sind auch gar nicht mehr online und haben gar kein bock mehr auf myspace. myspace ist schon tot

  • Dennis   31. Dez 2010   14:20 UhrAntworten

    Ja, Myspace ist tot - was ich aber äußerst schade finde. Myspace hatte stets einen Wiedererkennungswert, was andere Plattformen nicht haben. Facebook zum Beispiel. Und doch ist Facebook heute die angesagteste Plattform?

  • Munte   20. Jan 2011   04:00 UhrAntworten

    Myspace war damals schon sehr schlecht, als ich auf die Seite kam 2007 musste ich mir erstmal informationen über drittseiten beschaffen, wie und wo ich denn mein CSS gestalten "darf". Dazu gab es kaum Hilfestellung und die Seite selbst war noch eine Beta für Deutschland, was sich in bugs wiederspiegelte. Nun ist die Seite schwarz, wieder eine Beta und seit der einführung des neues Layouts eigentlich nurnoch als schlechter Scherz einer Social Comm zu bezeichnen. Wie hier schon gesagt wurde, andere Leute wollen dich nur adden um nur ihre Musik zu puschen. Das spiegelt sich auch in den Kommentaren wieder, anstatt ein "Hey deine Musik schön" steht sehr häufig nur "ENDLICH MEIN ALBUM IST FERTIG!!! Blablabla". Kurzum MYSPACE IST SCHON LANGE TOT...vielleicht kommen Sie hoch wenn Rupert Murdock es wieder verkauft hat und sie wieder Tom gehört...vielleicht...

  • Atze   07. Apr 2011   19:22 UhrAntworten

    Ich gebe Munte vollkommen Recht!
    Myspace ist nun endgültig Tod für Musiker.
    Früher hat man auf der Plattform zu 80% Freundschaftsanfragen von "normalen" Usern bekommen, also nicht von Bandprofilen die einen zuspammen. Dazu kommt, dass diese dann auch in das Genre der Musik gepasst haben.
    Jetzt bekommt man als Industrial-Musiker NUR! noch anfragen von Hip- Hoppern, Rappern und selbsternannten Supertalenten und Models.
    Seit Umstellung auf Myspace 3.0 Beta, Ende 2010, Habe ich ca. 2000 Anfragen abgelehnt. Nicht eine ernstgemeinte Anfrage dabei, alles Spam!
    Alles ist langsamer geworden, der Player nervt, das Design ist scheiße, die Spams nerven, die Werbung nervt.
    Was ist noch gut daran?
    Meine Meinung:

    Myspace ist von einer der besten Plattformen im Netz zur schlechtesten verkümmert.
    Ich bin dann auch zu Facebook abgewandert, weil es dort massig "echte" Leute und Fans gibt.

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