Musikbusiness: Ist YouTube schlecht für die Musikindustrie?

Ist YouTube schlecht für die Musikindustrie?

Es ist kaum sechs Monate her, dass besagter Anwalt in Hamburg eine Klage auf Unterlassung wegen gewerblicher Urheberrechtsverletzungen eingereicht hatte. Dieses Mal wirft Schippmann YouTube vor, eine “versteckte Form des Filesharing” zu betreiben. Glaubt man dem Anwalt, so sind seit dem Streit zwischen GEMA und YouTube alle offiziellen Accounts von Musikern und Labels aus Deutschland nicht mehr zu erreichen. Zudem seien seitdem (etwa Anfang April) auch keine Gelder mehr in Richtung Verwertungsgesellschaften und Künstler geflossen.

Nachdem nun Google als Konzern einen Gewinn von 5,5 Milliarden US-Dollar für das vergangene Jahr ausgewiesen hat, wollen die betroffenen Rechteinhaber wie Künstler, Musikproduzenten und kleinere Independentlabels auch etwas vom Kuchen. Diese kritisieren die Verletzung ihrer Rechte, zumal sie auch nie nach Einwilligung gefragt worden wären.

YouTube sei schlimmer als Rapidshare, Bearshare und ähnliche Filesharing-Börsen, der Schaden für die deutsche Musikwirtschaft “verheerend”. Obwohl die Betroffenen es angeblich nicht auf die Nutzer von YouTube abgesehen hätten, wurde von der Staatsanwaltschaft Hamburg “die Herausgabe der deutschen Nutzerdaten der Uploader und Downloader des YouTube-Materials in verschiedenen konkreten Fällen” angefordert.

 

Schadet YouTube der deutschen Musikindustrie?

Soweit mal die Fakten, kommen wir jetzt zur Kernfrage: Ist YouTube schlecht für die Musikindustrie? Muss ich mich als Künstler vor der kostenlosen Werbung auf Videoportalen fürchten? Ich glaube nein! Für mich als Musiker ist das doch eine feine Sache, wenn einer ein Video mit meiner Musik im Hintergrund auf YouTube hochlädt, das millionenfach angesehen wird. Wie wäre ich als Sarah Brightman oder ihr Produzent Frank Peterson, als ein Jon Caffery, Toni Cottura oder Markus Reinhardt (wer sind die eigentlich alle?) zu mehr Bekanntheit gekommen? Dasselbe gilt doch auch für die anderen in der Presse genannten Independentlabels und Musikverlage Gerig, Bishop Songs, Progressive, Highball Music oder Coconut Music.

Oder haben diese Verlage und Independentlabels in der Zwischenzeit etwa genug Geld, um etwas Primetime auf Pro7, MTV und Konsorten zu kaufen? Haben die genug Ressourcen, um ihre Musik in die Top40 Rotation hiesiger Radiosender zu pushen?

Wie viele Nutzer haben sich wohl Videos mit Musikuntermalung auf YouTube angehört und haben sich im Anschluss die CD gekauft? Wie viele Nutzer hören sich die Musik lieber mal auf Probe an, bevor sie 15 Euro für eine CD mit nur zwei guten Songs einkaufen? Wo wäre “Schnappi, das Krokodil” wohl heute, wenn es nicht tausendfach im Internet hin- und hergeschickt worden wäre?

Nein, ich glaube als Künstler und Musiker braucht man sich nicht beschweren, wenn die eigene Musik tausendfach auf YouTube konsumiert wird. Oder wenn doch, dann sollte ich mich auch gegen das häufige Spielen in TV und Radio wehren. Ach ja, das ist ja nicht nur Werbung, dafür gibt es ja auch noch Geld. Und das bringt mich dann zur nächsten Frage.

 

Warum darf Google einfach Geld mit den Inhalten anderer machen?

Auf einer ganz anderen Karte steht selbstverständlich eine andere Frage, die ebenfalls noch offen ist: Warum bezahlen Google und YouTube eigentlich kein Geld dafür, dass sie Inhalte von Dritten veröffentlichen? Der Grund findet sich im Streit der GEMA (die sich um die Verwertungsrechte und die Tantiemen der Musiker und Bands kümmert) mit YouTube. Im April hatte die GEMA deutlich mehr Geld für die Verwertung der von ihr vertretenen Musiker und Bands in YouTube-Videos gefordert (siehe Link weiter oben) und Google hatte sich geweigert.

Ein ähnlich gelagerter Fall in Grossbritannien konnte inzwischen beigelegt werden. Hierzulande konnte sich YouTube immerhin mit den Major-Labels Universal Music, Sony Music Entertainment und EMI Music einigen, die nun mehr als die Hälfte der Werbeeinnahmen der betroffenen Videos kassieren.

Klar, an den Independent-Labels geht dieses Geld vorbei.

Was denkst Du zu YouTube, GEMA und die Klage der Independentlabels? Schadet YouTube dem Musikbusiness und der Musikindustrie? Kann das Videoportal den Independentlabels schaden? Schadet es dir als kleiner Künstler? Schadet YouTube bei der Selbstvermarktung für Musiker? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

In erster Linie verliert immer nur einer: Der Fan.

Lesermeinungen (26)

zu 'Musikbusiness: Ist YouTube schlecht für die Musikindustrie?'

  • mike
    24. Okt 2009 | 17:50 Uhr Antworten

    “Wie viele Nutzer haben sich wohl Videos mit Musikuntermalung auf YouTube angehört und haben sich im Anschluss die CD gekauft?”

    Keiner? ;)

    Die suchen doch eher nach dem Anhören bei Zippyshare oder sonstwo nach dem Lied – kostenlos natürlich :)

  • hanna
    24. Okt 2009 | 18:15 Uhr Antworten

    ein youtube-video hält mich auf gar keinen fall davon ab, mir das dazugehörige material zu kaufen. im gegenteil. die meisten videos sind so etwas von grottenschlecht aufgenommen durch handy o. kamera, das sie einer professionell aufgenommenen aufnahme nicht im geringsten entgegenkommen. ich persönlich würde mir daher das video oder gar eine dvd auf jedenfall kaufen. wann lernen künstler endlich, daß sie auch zugaben an fans und käufer machen müssen.

  • DrNI
    24. Okt 2009 | 19:42 Uhr Antworten

    YouTube & Co machen es erst möglich, Musikstücke bzw. die zugehörigen Videos in Blogs zu posten. Diese Form des Marketing durch Fans scheint bei der klagenden Partei also unerwünscht. Damit lohnt sich YouTube potentiell eher für kleine Independents und den Untergrund, die Majors können sich ja auch andere Werbekanäle leisten.

    Wessen Interessen werden mit dieser Klage also wirklich vertreten?

  • DonClaro
    24. Okt 2009 | 21:01 Uhr Antworten

    @DrNi: die Interessen von Komponisten und Textern. Leute, die den Stoff bringen, mit denen Künstler wie Robbie Williams oder Pink auftreten und ihr Merchandising verkaufen können. Aber die im Dunkeln sieht man nicht – denn ihr kennt weder die Namen von Max Martin oder Guy Chambers oder tragt sie auf T-Shirts, weil es nämlich im Internet nicht mehr die kleingedruckten Namen gibt, die ich früher immer mit großem Respekt auf den LPs oder CDs gelesen habe. Merke: jeder Komponist ist ein Musiker – aber noch lange nicht jeder Musiker ist auch Komponist. Aber wenn Robbie und Pink nur mit ihren eigenen Songs auftreten müssten, würde sie keiner kennen.

  • DonClaro
    24. Okt 2009 | 21:13 Uhr Antworten

    @ carlos: und du willst anderen leuten etwas jenseits der bedienung von cubase im musikgeschäft beibringen? weißt du eigentlich was ein musikverlag ist? weißt du was ein musikproduzent ist?
    du kennst firmen wie gerig, progressive oder frank peterson und die anderen nicht? dein pech…. zusammen haben die beteiligten mehr als 500.000.000 clicks auf youtube und bekommen haben sie dafür 0,0 €! und in der gleichen zeit sind die einnahmen massiv gesunken. während die genannten das finanziell über andere einnahmen verkraften, erleben sie, dass 1. in ihrem umfeld musiker pleite gehn oder taxi fahren müssen, statt musik zu machen (vielleicht ist das ja auch dein heimlicher berufswunsch, und 2. das geld fehlt, talentierte musiker zu fördern.
    übrigens kannte ich deinen namen bisher auch nicht…. aber das hat sicher gründe, warum du nicht als musiker zu überzeugen weißt.

  • Castilla y Leon
    24. Okt 2009 | 22:04 Uhr Antworten

    @DonCarlo: Vielelicht kannst du uns mit deinem enormen Wissen etwas über Musikverläge, Musikproduzenten und Firmen wie Gerig, Progressive oder Frank Peterson aufklären, ich weiss nämlich auch nicht wer die alle sind. Übrigens kannte ich deinen Namen bisher auch nicht… Machst du etwa Musik?

  • DrNI
    25. Okt 2009 | 02:37 Uhr Antworten

    Ach Leute jetzt lasst hier doch nicht so ein Rattenkarma raus. Übrigens kenne ich Guy Chambers und ich bin nicht im geringsten ein Profi in diesem Business. Ich weiß nur eines: Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine CD gekauft habe, deren Marketing mich über Radio oder TV erreicht hat. Ich kaufe ca ein bis zwei CDs im Monat. Stattdessen: Blogs, MySpace, persönliche Empfehlungen, oder den Künstler live gesehen. Sowohl bei MySpace als auch bei Blogs spielen Inhalte zum Verlinken und Einbetten wie YouTube aber auch Last.fm dabei die tragende Rolle, denn Musik kauft man eben nicht, wenn man nur darüber gelesen hat.

    Somit kenne ich zufällig zwar Guy Chambers, aber noch jede Menge anderer Songschreiber und Interpreten, die wenige Leute kennen und genau die haben sicherlich größere Probleme, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten als die bekannten.

    Eine andere Frage ist auch, wo Musikbusiness aufhört und Kultur anfängt. Schaut man sich Theater und klassische Musik an, so wird es als selbstverständlich angesehen, dass diese aus öffentlichen Geldern subventioniert werden. Doch schon beim Jazz hört in den meisten Fällen dieses Verständnis auf. Darüber beklagen sich auch Größen wie Wolfgang Dauner. Kann man mit Kultur allein überhaupt Geld verdienen?

    Wenn ich dann in einer Kneipe sitze, wo ein irischer Singer/Songwriter richtig klasse Zeug von sich gibt, dann kann ich davon ausgehen, dass den exakt niemand fördert. Wenn er Glück hat, kann er über das Internet und die o.g. Portale die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums auf sich ziehen. Aber auch nur, wenn er Glück hat.

    Das Brötchen erwerben im Long Tail ist eben recht mühsam.

  • David Martini
    25. Okt 2009 | 03:00 Uhr Antworten

    Ich finde Youtube ist eine gute Sache. Der Name wird dadurch definitiv bekannter. Man sollte aber das ganze Marketing nicht vergessen.

    Das einzigste was mich stört ist, dieser blöde youtube to mp3 Konverter. Damit kann jeder jeden Track auf youtube runterladen. Dagegen sollte man was machen.

    Die ganzen Mitschnittprogramme machen die Musikindustrie kaputt.

    lg

  • Carlos (delamar)
    25. Okt 2009 | 10:42 Uhr Antworten

    @DonClaro:
    Ich kann nicht ganz verstehen, warum Du dich persönlich angegriffen fühlst.

    @DavidMartini:
    Haben Kassetten die Musikindustrie kaputt gemacht oder verkauft die MI heute nur noch mehr als früher in absoluten Zahlen?

    @Rest:
    Im Übrigen sind Fans, die Sarah Brightmans Namen auf dem T-Shirt tragen ein Garant dafür, dass sie noch ein Album machen kann und dann verdienen wieder alle im Kleingedruckten daran. Und wenn die 500.000.000 Leute ihre Videos schauen und YouTube nichts zahlt, dann verdienen alle Beteiligten genau so viel / so wenig als wenn die 500.000.000 Leute Brightman einfach ignoriert hätten und sich trotzdem keine CD kaufen.

    Ungerecht? Sicher, aber es ist keine Frage der Gerechtigkeit, ob die Songs auf YouTube oder anderen Portalen frei verfügbar sind. Es ist eine Tatsache. Es ist das Musikbusiness der Moderne und keiner wird das ändern können. Es sei denn alle Musikkonsumenten würden über Nacht lernen, dass sie gesitige Güter nicht stehlen dürfen…

  • raVen
    25. Okt 2009 | 12:58 Uhr Antworten

    Ich bin selbst Musiker und finde diese Streiterei bescheuert! Klar wollen die Labels Geld machen, aber die meisten zocken uns Musiker eh ab! Also. Für einen Musiker oder für eine Band ist YouTube eine gute Gelegenheit zu Werben. Auch wenn Fans Clips hochladen oder einen Clip selbst machen und mit Musik untermalen. Oder auch Konzertausschnitte hochladen.
    Ich selbst habe auf YouTube viele Bands kennengelernt von denen ich noch nie was gehört habe.
    Lasst doch die Leute die Videos hochladen ohne irgendwelche bescheuerten tantieme zu verlangen.
    Ich zahle schliesslich der SUISA auch MP3, Handy und jetzt bald auch noch UBS-Stick Gebühren, obschon ich es beim Kauf der CDs gezahlt habe. Ich lade nie Songs runter. Und wir Musiker werden von der Industrie eh nur ausgenutzt! FAKT!

  • Marcellus Wallace
    25. Okt 2009 | 21:02 Uhr Antworten

    Also ich versuche jetzt mal, diesen Post in eine nicht persönliche Ecke zu bringen, weil ich zum einen Carlos in seinem Artikel zu großen Teilen recht geben muss und ich zum anderen das “persönlich werden” in comments als äußerst überflüssig und am Thema vorbei empfinde:

    Hier mal meine bescheidenen Gedanken:

    1. Wenn youtube so schädlich wäre, warum haben dann immer noch alle großen Labels ihre eigenen Kanäle auf dieser Plattform?

    2. Das Musikbusiness hat sich nun mal faktisch gewandelt. Wenn ein Dieter Bohlen schon sagt, dass man in Zukunft seine Kohle wieder durch Livegigs machen wird, Acts wie Shakira oder Nelly Furtado in dieselbe Kerbe schlagen, geschweige denn Nine Inch Nails, Radiohead, Chuck D! von den Beastie Boys oder Gilberto Gil, dann muss man einfach realisieren, dass es andere Wege gibt, die funktionieren, mit dem Internet, mit youtube, mit P2P!

    Und wenn die oben genannten Labels mit ihren 500 Millionen Views auf youtube es nicht auf die Kette gekriegt haben, diese Views in zahlende Besucher auf den Konzerten zu ziehen, dann machen sie etwas falsch. Es gibt genug Beispiele da draussen, die mit weitaus geringeren Views die Konzerte randvoll kriegen und dann ihr Geld mit GUTEM merch machen. Zumal viele davon gerechte Deals mit ihren Indielabels am Start haben, bei denen es sich wieder lohnt, CDs zu pressen und zu verkaufen. Da muss man dann nämlich für 5 Euro Gewinn eben nur zwei statt 10 Stück verkaufen. Oder man bietet Sonder-Editions an, Digipacks etc. Aber das will die tradierte Musikindustrie ja nicht hören, nein, es soll weiter nach dem Füllhornprinzip der 60er-90er Jahre laufen. Tja, andere haben schon umgedacht (WARP, magnatune etc.) und beschweren sich nicht, sondern nutzen diese neuen Möglichkeiten.

    3. Und was ist mit all den Trailern zu neuen Releases, Videos oder den Virals, die von der Musikindustrie produziert und kostenlos ins Netz gestellt werden? Da ist youtube dann wieder gut genug, da gibt es keine Forderungen nach Tantiemen, obwohl ja auch hier urheberrechtliches Material eingesetz wird. Also entweder konsequent sein und nicht mit zweierlei Maß messen oder sich aus youtube verpissen. Die digitale Netzkultur ist eben keine Einbahnstrasse und wer profitieren will, die Regeln aber nur einseitig auslegt, der darf sich nicht wundern.

    4. Der Tonträger-Markt liegt im Sterben. Das liegt aber nicht alleine am Internet. Wer trägt denn heute noch einen Diskman mit sich rum? Wenn ich als Band / Label meine Tracks auch noch auf I-Tunes anbiete, dann verkauf ich auch entsprechend weniger CDs (nur so am Rande). Daran ist aber youtube nicht schuld!

    5. Und das geht noch an alle Independentlabel und damit meine ich NICHT Audiolith, finestnoise oder GHVC, die sich jahrelang über die kostenlosen Promomöglichkeiten von youtube gefreut haben und jetzt auf einmal Kohle haben wollen: Schämt Euch!!!

  • DonClaro
    26. Okt 2009 | 02:51 Uhr Antworten

    So noch einmal zu den Kommentaren:

    ich finde es auch unangemessen persönlich zu werden. Aber genau das wird Carlos, indem er sich abfällig über eine Firma wie z.B. Progressive äußert. Die Firma gibt es seit 50 Jahren und gehört zu den mittelgroßen Independent Verlagen. Einfach mal googlen hilft beim Mehren der Erkenntnisse. Wenn er Sarah Brightman nicht mag, ist ihm das unbenommen. Das geht mir übrigens bzgl. ihrer Musik ähnlich. Dass Sarah Brightman offenbar auch T-Shirts verkaufen kann und Geld mit Auftritten verdienen kann, ist auch klar. Aber ich habe ganz bewußt eine Unterscheidung gemacht, zwischen den auftretenden Musikern und den Autoren, die ausschließlich vom Verkauf von CDs und/oder Downloads leben. Wenn die dann nicht bezahlt werden, nutzen die schönen T-Shirts mit denen Sarah Brightman Geld verdient gar nichts – denn daran hat bestenfalls nur der Grafiker eine Beteiligung, der das Logo entworfen hat.
    Wenn von den 500 Millionen nur 1% CDs oder Downloads gekauft hätten, wären das immerhin 5 Millionen….. Davon könnten alle Beteiligten durchaus leben.
    Ich gehe auch einmal davon aus, dass die meisten Musikkonsumenten nichts über das Urheberrecht wissen. You Tube weiß es aber und verdient Millionen damit. Es geht darum, dass sie von ihren Gewinnen einen Teil an die Rechteinhaber (Bild und Ton) abgeben. Ein Bäcker muss auch für sein Mehl bezahlen, selbst wenn die Bäckerei noch so schön und teuer war. Und falls ich jetzt das Argument höre, dass YouTube ja gar kein Geld verdient, ist das nur bedingt richtig. Denn das Geld verdient die Muttergesellschaft Google. Und die These, dass eine Klick bei Google oder YouTube 6,5ct wert ist, wird in den Broschüren von Google ganz anders verkauft. Da heißt es, jeder Klick ist 25ct wert… (Die Broschüre liegt mir vor)
    Musikkassetten haben das Musikbusiness genauso wenig kaputt gemacht wie das Radio in den 20/30ger Jahren. Nur z.B. zahlt das Radio einen angemessenen Betrag an die Komponisten und Musiker. Mehr erwartet keiner von YouTube & Co für die legalen Videos. Und der technische Fortschritt hat ja nun gezeigt, dass digitale Kopien eine andere Qualität haben: beim Kopieren und bei der Kopie.
    @DrNi: zwischen Guy Chambers kennen und T-Shirts kaufen liegen Welten. Jenseits von irgendwelchen Geschmacksgrenzen wird Guy Chambers im Gegensatz zu Tokio Hotel oder AC/DC wohl nie T-Shirts verkaufen. Ich hab nämlich noch nie irgendwelche T-Shirts von Komponisten gesehen – sofern sie nicht auch Künstler wie z.B. Bob Dylan sind.
    Ausserdem bin ich ein alter R+R-Romantiker. Ich hoffe nämlich, dass Rockmusiker nie Subventionen vom Staat bekommen. Das wäre für mich eine ziemliche Perversion des Ursprungsgedanken.
    @Castilla Y Leon: bevor ich hier lange schwadroniere, einfach mal googeln. Nur soviel: Musikverlage sind Firmen, die Komponisten und Texter vertreten, als die Background arbeiten. Schallplattenfirmen sind Firmen, die die Künstler vertreten – also die, die auftreten oder zumindest Songs vortragen. Downloadplattformen sind die neuen Vertriebsfirmen. Wo früher LKWs durch die Republik gefahren sind, treten sie als Vertriebe auf. Produzieren aber in aller Regel keine eigenen Künstler. Und ich gehöre zu den Leuten im Background…
    @ David Martini: die meisten Musiker, die ich kenne, finden MySpace, YouTube & Co. grundsätzlich auch eine gute Sache und man kann sogar darüber diskutieren, ob nicht auch Downloads wünschenswert wären. Aber sollte es dem Musiker überlassen sein, ob er seine Musik verschenkt (gibt ja viele Beispiele), den Käufer über den Preis entscheiden lässt (z.B. Radiohead) oder dafür bezahlt werden möchte, weil er davon leben muss.Interessant ist ja die Tatsache, dass Radiohead z.B. eine “alte” Band ist, deren Popularität im großen Maß durch die Promotion der traditionellen Labels bezahlt wurde. Das ist übrigens noch eine weitere Diskussion wert.
    @raVen: diesen Abzockkram höre ich gebetsmühlenartig seit Jahren. Dazu nur 2 Punkte: alle reden immer über die Musikindustrie und meinen die vier Majors Sony, Universal, EMI und Warner. Wer sich mal die Mühe macht auf VUT-online.de nachzuschauen, der wird sehen, dass es in Deutschland über 900!!! Indpendent- und Kleinlabels gibt. Und von denen arbeiten viele aus Liebe und Engagement bis zur Selbstausbeutung. O.k. – ihr Pech? Dann schaut mal bitte nach, welche Bands alle nicht veröffentlicht worden wären, wenn es diese Labels nicht gäbe oder wenn es sie nicht mehr gibt.
    Zum anderen gibt es die schönen Gescchichten von den Musikern, die RICHTIG erfolgreich geworden sind und dann ihre Labls abzocken… Na gut, die Labels können sich ja wehren und verdienen zu Recht auch kein Mitleid.
    @ Marcellus Wallace: zu 1. weil ich hier in erster Linie NICHT von den großen Labels rede, die in der Tat Deals haben. Ich rede von den 900+ Labels, ich reden von den 60.000 Autoren, die KEIN GELD von den YouTubes dieser Welt bekommen. Die Elefanten unter sich machen das schon. Frag doch mal irgendeinen Künstler oder Urheber in Deutschland, ob er schon Geld von YouTube bekommen hat….
    zu 2. ich kann mich immer nur wiederholen – es geht nicht um auftretende Musiker. Das ist offenbar für Laien schwer zu verstehen. Shakira und Co. schreiben im Gegensatz zu vielen Rockbands ihre Songs nicht selber (siehe Andreas Carlsson oder Guy Chambers). Es gehört nicht zum Beruf eines Produzenten, der im Studio arbeitet, und eines Komponisten, der auf dem Klavier oder auch über Computer seine Songs schreibt, Live aufzutreten. Für Live-Acts ist es Promotion – definitiv. Nur wenn der Song “So what” von Pink bei YouTube gespielt wird, dann ist es Werbung für ihre Konzerte oder Merchandising. Nur was hat Max Martin als Komponist oder Produzent davon, wenn er nur an CDs und den wenigen legalen Downsloads beteiligt ist?????
    zu 3. genau – es hat auch niemand bei Promotionvideos auf MTV oder VIVA gestört, dass die Sender dafür nicht gezahlt haben. Denn das kann man machen, wenn man ein Produkt verkaufen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob es als CD, legaler Download, Tesa-Film oder auf Klo-Papier verkauft wird. Nur die Entscheidung muss bei denen Leuten liegen, die das Geld investiert haben, um die Aufnahmen zu machen.
    Zu 4. ich kann mich immer nur wiederholen: die Klage um die es hier geht, wird n i c h t von einer Majorfirma geführt, sondern von Produzenten und stellvertretend für Komponisten von den genannten Verlagen betrieben. Und während es bei den Labels die vier grtoßen sind, die ca. 90% des Marktes haben, sind es bei den Verlagen “nur” 70%. Und siehe zu 3. – Itunes zahlt ja auch Lizenzen. Kein Problem – außer dass man sich über die Höhe der Lizenzen streitet. Aber um im o.g. Bild des Bäcker zu bleiben: über den preis des Bötchens kann man sich ja auch streiten. Da ist ja nicht unsittlich, außer eine Seite hat ein Monopol.
    zu 5. zu dem Punkt müsste ich mich jetzt erst schlau machen. Und da ich die Labels nicht kenne, kann ich nicht beurteilen, ob es sachliche Gründe gibt, warum die sich schämen sollten. Jedenfalls habe ich keinen der genannten Namen in der Klage oder Pressemitteilung gelesen.

    So das war’s…. Sollte jemand Tippfehler finden, kann er sie behalten…

    • Carlos (delamar)
      26. Okt 2009 | 10:58 Uhr Antworten

      DonClaro,

      ich kann nicht persönlich gegenüber einem Label oder einem Unternehmen werden – weil es keine Personen sind.

      Im Übrigen habe ich im Artikel nicht angezweifelt, dass YouTube dafür bezahlen soll, wenn es diese Musik nutzt. Google verdient zwar nicht an YouTube (es ist noch immer ein Verlustgeschäft), aber Google verdient eine Menge anderweitig. Nur: Warum eine Klage anstrengen statt nach einer permanenten Lösung zu suchen? Warum propagandistische Aussagen wie YouTube mit Filesharing gleichsetzen? Warum steht eine Sarah Brightman an vorderster Front, die als Künstlerin ja eigentlich nur dran verdienen kann?

      Und wenn es um die anderen Beteiligten an einer Produktion geht: Die verdienen an jeder CD, die zusätzlich verkauft wurde. Die eigentliche Frage ist aber nicht, ob es fair den Komponisten und Verlagen ist, wenn ihre Musik kopiert und in Videos auf YouTube, Metacafe oder Vimeo unentgeltlich verwendet wird. Das ist eine Tatsache, die auch mit einer rechtlichen Klage nicht in den Griff bekommen wird. Die eigentliche Frage ist doch, ob es nicht an der Zeit ist, das Vergütungsmodell zu überdenken. Bisher ist es so, dass Komponisten einen kleinen Betrag im Vorfeld für ihre Musik bekommen und danach von den Tantiemen liegen.

      Vielleicht müssen wir für die Zukunft aber eher ein Vergütungsmodell wie bei einem Handwerker anstreben: Der wird für die aufgebrachte Zeit beim Hausbau bezahlt und dann ist gut. Keiner zahlt ihm monatlich Tantiemen für das Leben im selbigen. Und lass uns bitte nicht darüber reden, ob man das vergleichen kann: geistiges Eigentum und Handwerk. Denn das ändert nichts an den Tatsachen, dass es immer mehr frei verfügbare Musik auf der Welt gibt.

  • Marc Shake
    26. Okt 2009 | 10:41 Uhr Antworten

    [quote]
    dein pech…. zusammen haben die beteiligten mehr als 500.000.000 clicks auf youtube und bekommen haben sie dafür 0,0 €! und in der gleichen zeit sind die einnahmen massiv gesunken.
    [/quote]

    Mal davon abgesehen, dass eine grundsätzliche Diskussion über kostenlose Musik mittlerweile unmöglich geworden ist, da beide Seiten über gute Argumente verfügen, seh ich diese 500.000.000 Clicks eher als 500.000.000 Werbespots, für die NIRGENDS Geld bezahlt werden musste.

    Das klassische Musiklabel ist toter als tot. Natürlich braucht man Label um grundsätzlich gute Musik von totalem Bullshit zu trennen aber der ganze andere Quark wie Marketing, Radioplaylisten und so weiter muss von entsprechenden einzelnen Unternehmen gemacht werden. Man sieht’s doch bei den Leuten aus der Elektronikszene: Die verkaufen ihre Sachen bei z.b. Kontor, das Booking läuft über z.b. Dancefield oder Böse und die Songs werden über Tunecore oder Beatport vertickt.

    Ich krieg meine Bookings über nen Reiseveranstalter(!), der zufällig halt Reisen zu großen Techno-Events organisiert.

  • Marc Shake
    26. Okt 2009 | 11:12 Uhr Antworten

    Grundsätzlich stellt sich mir gerade die Frage: Wenn die Musiksender MTViva eh keine Musikvideos mehr senden, wo sollten die dann überhaupt noch laufen?

    Klar, es gibt per Astra den einen oder anderen Musiksender aber wer kann die schon empfangen?

    Holtzbrinck hat mit Putpat.tv auch nen Musikvideo-Service gezaubert und ich denke, die werden auch ordentlich Kohle an die Labels abdrücken müssen.

    Es ist dennoch irgendwie schizophren: Ein Künstler ist nur dann ein Künstler, wenn seine Kunst irgendwie wahrgenommen wird. Angenommen, Youtube und Co. nehmen alles von Cottura, Brightman und Coconut wirklich raus, sofern das technisch möglich ist.

    Für mich und für viele andere Musikkonsumenten heißt das dann doch: “Gibt’s die Leute überhaupt noch?”

    Ich glaube, den Klägern ist überhaupt nicht klar, wie wichtig Youtube ist: Ich hab letztens für meine Mutter ne Scheibe von Marc Bolan gesucht. Über Youtube hab ich mich so lange durch irgendwelche Clips geklickt, bis ich exakt diesen Song gefunden habe.

    Nun wusste meine Ma endlich wieder, wie der Song eigentlich heißt und war froh, den wieder hören zu können. Sie hat den Song NICHT gekauft. Sie wollte ihn nur wieder mal hören.

    Und wenn unsereins Musik bei Youtube sucht, dann doch in erster Linie Musik, die Emotionen weckt, die cool ist, die Spaß macht. Wir wollen den Song doch nur nochmal hören. Ich muss mir nicht “Mr. President-Coco Jambo” kaufen, sooo doll ist der Song nicht.

    Aber mal wieder hören, weil MTViva halt keine Videos mehr zeit und die Radiosender nur die Top100 in Endlosschleife spielen – dafür nutz ich Youtube.

    Ich komm damit klar, dass ich bei youtube dann wohl nie wieder Time to say goodbye hören kann. Dann vergess ich den Song halt.

  • Marcellus Wallace
    26. Okt 2009 | 17:04 Uhr Antworten

    @ Don Claro: Zu Punkt 5: Diese von mir genannten und durchaus bekannten Labels schließe ich ja gerade von dem Vorwurf aus, sich schämen zu sollen. Denn diese Labels nutzen das Netz in seiner vielfältigsten Weise und generieren ihr Geld damit. Das Label, die Musiker, die Promoter etc…. Und diese Labels beschweren sich nicht über youtube.
    Ich meine die anderen Independent Labels, die youtube jahrelang als kostenlose Werbeplattform genutzt haben und jetzt klagen.

    Und es geht hier auch nicht nur um die Majors, das o.g. Label Highball Music HAT einen eigenen youtube Kanal ( http://www.youtube.com/user/HighballM#p/u) und sich vor drei Jahren das letzte Mal angemeldet und gerade 67 Kanalaufrufe. Und da kann ich nur sagen, dass das Label die ganze Art und Weise, wie man youtube nutzt, um Fans zu binden, tracks zu verkaufen etc. nicht begriffen hat!

    Ich möchte auch den Satz, dass viele Musiker hier kaum Ahnung vom Urheberrecht haben ebenfalls relativieren. Bei dieser Diskussion geht es in erster Linie nicht um das Urheberrecht, sondern um das Verwertungsrecht. Auch die Autoren, Songschreiber und Producer behalten in D-Land ihr Uhrheberrecht, das ist hier nämlich nicht veräußerlich! Nur treten sie ihre Verwertungsrechte ab. Und da ist es an der Zeit über neue Wege nachzudenken, auch seitens der Autoren.
    Wenn ich mir bewusst bin, dass die Tracks, die ich geschrieben habe, aber vom Künstler verwertet werden können, kostenlos durchs Netz fliegen, dann könnte man z-B. darüber nachdenken, vom Künstler eine prozentuale Beteiligung an den Livegigs zu verlangen. Dann bekommt man eben von jedem Gig ne Setlist, zählt die Songs zusammen, die man geschrieben hat und rechnet danach ab. Und wenn der Songwriter bei der GEMA ist, dann übernimmt diese das für einen.
    Wie gesagt, hier kollidieren zwei völlig unterschiedliche Business-Modelle.

    Und ebenfalls empfehlenswert ist es, sich mal mit Creative Commons auseinanderzusetzen. das baut auf dem gleichen Urheberrechtr auf, ermöglicht es aber allen Kreativen, ihre Werke so zur Verfügung stellen zu wollen, wie sie es für angemessen halten. Und um es noch einmal zu sagen, es gibt genügend internationale Beispiele, die damit ihr Geld verdienen, obwohl ihre Tracks zur freien Verwendung (für nicht kommerzielle Zwecke) im Netz standen.

    Ich muss mich Marc Shake anschließen, hier werden zwei völlig verschiedene Konzepte miteinander verglichen und weil das einegrade abkackt ist das andere noch lange nicht schuld daran.

  • silvia
    26. Okt 2009 | 19:25 Uhr Antworten

    hallo Marcus, ich finde daß spitze, was du geschrieben hast und bin ganz deiner meinung … ähm bist du eigentlich schon verheiratet ? ;-)

  • Marcellus Wallace
    26. Okt 2009 | 20:38 Uhr Antworten

    @ silvia: Falls Du mich mit Marcus meinst…. Danke für die Blumen und nein, bin noch nicht verheiratet, hab das allerdings auch nicht vor :-) lol

  • Marc Shake
    26. Okt 2009 | 21:30 Uhr Antworten

    Delamar: Alles über Musikproduktion, VST, Urheberrecht, Musikindustrie und Singlebörse. ;)

  • Marcellus Wallace
    26. Okt 2009 | 21:40 Uhr Antworten

    Delamour, das neue feature auf delamar,lol, ;-)

  • Carlos (delamar)
    27. Okt 2009 | 15:26 Uhr Antworten

    Was diese Diskussion auf jeden Fall gezeigt hat, ist die emotionelle Ladung des Themas. Ich befürchte, es wird so schnell zu keiner Einigung kommen.

  • DonClaro
    27. Okt 2009 | 20:16 Uhr Antworten

    so ein letztes mal von meiner seite, weil das thema noch wesentlich komplexer ist, als es hier diskutiert werden kann (es gibt noch aspekte wie synchronisationrechte, filmeinblendungsrechte, urheberpersönlichtsrechte, usw.).
    vielleicht könnten wir uns drauf einigen: ein musiker kann entscheiden, für welche gage er auftreten will (der markt regelt den preis).
    aber ein komponist oder textdichter kann das nicht und wird deshalb besonders geschützt. wenn er entscheiden könnte, wer sein lied verwendet (bei legalen aufnahmen kann er das mit kleinen einschränkungen) und es ist pauschal geregelt was er für den verkauf von cd’s, legalen downloads, für radio-sendungen usw. bekommt (via gema – sofern er mitglied ist). und wenn er musik in einem sehr kleinen rahmen erstellt (z.b. wird nicht im radio oder tv gespielt oder es interessiert ihn nicht, ob er dafür geld bekommt oder nicht), dann hat der musiker immer noch die option creative commons. aber das entscheidende daran ist, dass der musiker entscheidet, wie und wo seine musik verwendet wird – genau wie bei dem musiker, der live auftritt….
    und bevor wir anfangen gema-bashing zu betreiben…

    so alles andere gern in einem persönlichen gespräch… aber schon mal herzlichen dank, dass ihr euch die zeit genommen habt, meine langen kommentare zu lesen…

  • arpc
    16. Jan 2011 | 19:30 Uhr Antworten

    Ich finde es sehr interressant, dass es einerseits auf Youtube Leute gibt, die in den Kommentaren unter vielen Videos mit >1000000 Klicks schreiben, dass sie sich bitte ihre Musik auf ihrem Kanal anhören würden und andererseits Musiker, die Youtube als Grund für ihr sinkendes Gehalt verantwortlich machen und augenblicklich ihre (von ihren Fans) reingestellten Videos blockieren lassen und z.t. die Konten ihrer Fans sperren. Schade, dass diese Massensperren insbesondere im “deutschen” Youtube aufzufinden sind! Diese 2 extremen Beispiele zeigen eben die Kluft zwischen eher unbekannteren- und schon Geld verdienenden Musikern, aber natürlich ist das nicht immer so der Fall. In meiner Gegend wohnen 2 Musiker die gerne ihre eigene Musik auf Youtube stellen lassen und es teilweise selber tun und nebenbei ihre Alben verkaufen. Musik ist nicht ihre Haupteinkommensquelle, desswegen ist das dennen auch relativ egal. Es ist für mich (in diesem Fall als Konsument) schon eine art “unangenehme Wahrheit” zu sagen, dass Youtube manchen Künstlern sehr viele Verluste machen kann.

    Ich selbst bin noch Schüler und meine Klassenkameraden downloaden sich regelmässig Musik aus Youtube (übrigens ist der Konvertor garkein großes Problem dabei, theoretisch gesehen downloaded man jedes Video, was man auf Youtube sieht schon selber, und zwar im Temporären Ordner des Betriebssystemes). Das ist doch irgendwie klar:
    Wieso sollte man auch 9€ für ein Album ausgeben, von den man nur einen Track gerne hört, wenn man schon grade mal 10€ pro Woche als Taschengeld bekommt?

    In meinen Alter wollen die Leute eher für den Führerschein sparen anstatt für platzverschwendende CDs, das sind meine Ansichten. Ich bin nicht alt genug um um das mitschneiden der Musik früher urteilen zu können, nur könnte ich mir denken, dass es früher nicht genau DIESEN Track im Radio gab, den man aufnehmen wollte, die Aufnahmequalität schlecht war und das Mitschneiden überhaupt eine eher komplexere Angelegenheit war. Heute ist das eben anders, und in Deutschland wird eben mit z.t. massiven Sperrungen von Videos reagiert. Youtube ist aber die einzige Plattform, die so viele Videos für uns mit deutschem Anbieter sperrt. Auf z.b. Dailymotion oder Myvideo lassen sich genauso problemlos wie auf Youtube die Videos mit der Musik downloaden.

    Alles in allem würde ich sagen, dass Youtube für Leute, die ein wenig berühmt wollen sein gut geeignet ist, aber auch zu Verlusten, vor allem für Musiker in Indiependent Labels führen kann, also es etwas schwerer wird, als Musiker sein Geld zu verdienen, vor allem wenn man Musik für die jüngeren Generationen wie meinen macht. Das Musikbussines der Major Labels wird sicher auch ein wenig finanziellen Schaden nehmen, aber ich denke nicht, dass die Ausmaße so groß werden, wie viele behaupten. Der Musikverkauf wurde durch Musicload etc. ja schliesslich auch “digitalisiert”.

  • AndreasOberholz
    15. Jul 2012 | 17:41 Uhr Antworten

    Die Diskussion geht aus meiner Sich in eine vollkommen kranke Richtung.

    You-Tube ist ein Geschäftsmodell, wie Facebook auch, das auf Inhalten der User basiert. Doch die Zeiten sind vorbei wo You-Tube wegen pissiger Videos in schlechter Qualität mit Gelaber von irgendwelchen Möchtegern-Journalisten gefüllt wird.

    Längst ist You-Tube zu einer Art Online-MTV avanciert.
    User suchen gezielt nach Musik und oder Video-Tutorials in denen es um das Musik machen geht.

    Gute Musik, gute Videos produzieren sich aber leider nicht ohne Geld.
    Das verschweigt You-Tube gerne und möchte logischer wiese den guten, Qualitativ hochwertigen Content, umsonst haben.
    Hinzu kommt die Umsonst-Menalität der User.

    Aber lieber Musik Fan es geht viel Kohle und Zeit dabei drauf ein Album inklusive zweier Videos zu produzieren. Und das soll nun plötzlich umsonst sein? Dann muss sich You-Tube irgendwann fragen lassen wie es aussieht wenn der gute Content abwandert. Wohlgemerkt mit den großen Labels war You-Tube bereit einen angemessenen Betrag zu verhandeln, nicht aber mit der GEMA, sprich, nicht mit der Mehrheit der Komponisten in DL.
    Das Angebot von You-Tube an die GEMA, 120 Euro für 1 Millionen-Klicks, ist eine Frechheit gegenüber den Komponisten.

    1.
    Für so viel Klicks muss man Megastar sein.
    Selbst bei 15 Millionen Klicks wären das nur 1.800 Euro. Das ist Geld finanziert aber bei weitem nicht eine Albumproduktion, und oder das Video was dazugehört, und Leben muss der Profimusiker auch noch davon????

    2.
    So lange in den Köpfen der User rum-schwirrt, alles ist für Umsonst; alles ist für Lau, ja dann macht sich irgendwann kein Komponist mehr auf den Weg. Denn eine Album Produktion in der Popmusik dauert oft mehrere Jahre und kann nicht im Nebenberuf erledigt werden. Es sei denn man macht es als Hobby dann dauert es nochmals einige Zeit länger anstatt 2 Jahre halt 4 Jahre.

    3.
    Der Kunde sieht nur das Endprodukt, auf dem Weg dahin sind Toningenieure, Assietten, Studios etc. alles Leute die bezahlt werden wollen. All diese Berufe brechen dann zusammen, bzw. sind bereits am Zusammenbrechen- wer sich heute zum Toningenieur ausbilden lässt, derjenige weiß er sitzt morgen auf der Strasse.

    4.
    Das allgemeine GEMA bashing, was im Umlauf ist entbehrt jeder Grundlage.
    Sicher ist nicht alles toll was innerhalb der GEMA geschieht.
    Aber den Komponisten abzusprechen einen angemessenen Beitrag für ihre Werke zu erhalten ist schlicht weg Tötung von Musik- Kultur.

    Fazit:
    So; nun kann sich jeder Fragen ob er weiterhin seine Festplatte mit kostenlos erstandenen Soundfiles aus Tauschbörsen bombardieren will, wohlgemerkt das es dann irgendwann keine neue frische Musik mehr geben wird, oder sich fragt- mhhh vlt lade ich doch nicht so viel runter und kauf mal ein Album was mir wirklich gefällt bei I tunes etc. denn die Millionen Files die ich kostenlos erstanden habe höre ich ja eh nicht alle richtig, habe mich nie wirklich mit einem Gesamtwerk beschäftigt wie früher als es noch Schallplatten gab. Mist; ich kenne die Musik ja gar nicht richtig, da ich nur noch nebenbei hinhöre….

    Einmal im Monat 9,99 Euro für ein Album….
    Das scheint zu viel verlangt zu sein als Beitrag zu einer lebendigen Musiklandschaft?

    Nebenbei, man fühlt sich auch besser wenn man ein Gut konsumiert für das man bezahlt hat, anstatt es einfach mitgenommen zu haben weil man nicht erwischt werden kann.

  • Kopfschütteln
    21. Okt 2013 | 11:29 Uhr Antworten

    wenn bei 500 Millionen Impressionen kein Verkauf statt findet dann stimmt etwas mit dem Produkt nicht und nicht mit diese Marketingform. Wenn 500 Millionen Menschen sich seinen Produkt ansehen es kann nix besseres dem Künstler passieren. so ist zum Beispiel Justin Bieber gestartet von null auf hundert in kürzester Zeit. Das gleiche haben auch viele andere gemacht. Wer das nicht kapiert sollte tatsächlich Liebe Taxi fahren. Und die GEMA ein geldgierige Parasit hat niemals etwas verstanden von Musikmarketing die die Künstler betrachtet sowieso wie kleine dumme Jungs zum hauen, sollte schon lange von den Künstlern auf die Antarktis verfrachtet werden, weil dort wird niemand sich die Musik anhören und keiner wird etwas “klauen” dürfen.

  • Kopfschütteln
    21. Okt 2013 | 12:08 Uhr Antworten

    @AndreasOberholz
    wie ich sehe du hast sich der GEMA Philosophie verleiten lassen wo man sollte für Marketing auf eine fremde Plattform noch bezahlt werden….
    dann versuch mal für irgendwelche andere Produkte Werbung zu bekommen und noch für diese Werbung bezahlt werden….
    gehe zum Beispiel zu Bild Zeitung und versuche noch so deine Anzeige Geld zu verlangen, mal sehen was passiert….
    genau das ist die Philosophie von GEMA die dem Künstler im Grunde genommen das Geschäft kaputt macht und wird noch dafür bezahlt….

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