Musikbusiness: 40% mehr legale Musikdownloads = weniger Filesharing-Abmahnungen?

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Musikbusiness: 40% mehr legale Musikdownloads im ersten Halbjahr 2010

Wir alle dürfen gespannt darauf sein, wie es in Zukunft mit den Reaktionen der Musikindustrie auf die vermeintlich einbrechenden Absatzzahlen von Musikalben aussehen wird. Wie der BVMI vor einigen Tagen nämlich mitteilte, stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr 2010 um fast 40 Prozent im Vergleich noch zum Vorjahr. Interessanterweise ist ein Großteil der Umsatzsteigerung den Verkäufen von Musikalben zu verdanken.

Laut den Zahlen des Bundesverbands der Musikindustrie stiegen die Verkäufe von Musikalben von 27,57 Mio Euro in den ersten sechs Monaten in 2009 auf sage und schreibe 41,55 Mio Euro im ersten Halbjahr dieses Jahres. Das entspricht einer Umsatzsteigerung von rund 50 Prozent. Bei den Singles hingegen ist zwar auch eine Steigerung des Umsatzes von 24,17 auf 30,42 Mio Euro zu verzeichnen, diese entspricht aber laut den Zahlen des BVMI „nur“ einer Umsatzsteigerung von circa 26 Prozent.

Erstaunlich hierbei scheint die Tatsache, dass immer noch ganze Alben verkauft werden, obwohl viele Musikkonsumenten nicht einhalten, über eine angeblich sinkende Qualität der Musik zu klagen.

Wie aus den Zahlen des BVMI weiterhin hervorgeht, sind im ersten Halbjahr 2010 etwa 4,7 Mio Musikalben sowie 29,73 Mio einzelne Musikstücke abgesetzt worden. Obwohl die eine Vervielfachung um etwa den Faktor 8 bei Alben und Faktor 3,5 bei Singles bedeutet, nutzt der Geschäftsführer des BVMI Stefan Michalk das offizielle Statement auch, um auf die leichte Abflachung der Wachstumskurve hinzuweisen.

 

Weniger Filesharing-Abmahnungen in Zukunft?

Professionelle Musiker und Bands dürfen sich über diesen Trend sicher freuen, bedeutet es doch, dass trotz aller illegalen Möglichkeiten Musik herunterzuladen, Menschen nach wie vor bereit sind, für gute Musik Geld auszugeben. Eine Korrelation mit dem Verhalten von Nutzern der illegalen Tauschbörsen möchte ich hier nicht vermuten. Viel wahrscheinlicher ist, dass es zur selben Zeit aufgrund des stetig steigenden Angebots an Musik auch mehr illegale Downloads gibt.

In Bezug auf das Verhalten in Sachen Filesharing-Abmahnungen muss eine Reaktion noch abgewartet werden. Es liegt aber nahe, dass die Musikindustrie kürzliche Umsatzsteigerungen bei den legalen Musikdownloads den vorhergegangenen massenhaften Filesharing-Abmahnungen zuschreiben und diesen Weg weiter verfolgen wird. Nicht zuletzt könnte eine dauerhafte Steigerung an legalen Musikdownloads und/oder ein Rückgang bei den illegalen Downloads zu Umsatzeinbussen bei den Filesharing-Abmahnern führen.

Wie wird sich die Sache weiterentwickeln? Schreib uns jetzt deine Meinung in die Kommentare!

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Lesermeinungen (6)

zu 'Musikbusiness: 40% mehr legale Musikdownloads = weniger Filesharing-Abmahnungen?'

  • mr_pure   23. Aug 2010   11:18 UhrAntworten

    "Eine Korrelation mit dem Verhalten von Nutzern der illegalen Tauschbörsen möchte ich hier nicht vermuten. Viel wahrscheinlicher ist, dass es zur selben Zeit aufgrund des stetig steigenden Angebots an Musik auch mehr illegale Downloads gibt."

    was ja eine Korrelation wäre...

    • Carlos (delamar)   23. Aug 2010   13:06 UhrAntworten

      Du hast natürlich vollkommen recht...ich hatte eigentlich gemeint, dass ich nicht vermute, dass die Nutzung illegaler Tauschbörsen nach unten geht.

  • n4Sphere   23. Aug 2010   17:43 UhrAntworten

    Ich kann mir nur vorstellen, dass man mehr Alben oder Singles kauft - real - kein Download, wenn irgendein Special dabei ist zb. Sticker oder Downloadcoupon für etwas. Nur wenn man so den Kunden fangt, könnte vlt. mehr Ware legal verkauft werden. Im Netz bekommt man so viel Musik - ob gut oder schlecht sei mal dahingestellt -. Ich glaub das größte Problem liegt darin, dass heutzutage ein sehr großer Jäger und Sammler Drang herrscht. Wenige der Konsumente hören wirklich alle illegal geladenen Titel und versauert dann auf der HD. Eine aktuelle Überflutung wirft eben die Problematik des Musikkonsums auf. Ich höre im Moment sehr viel Radio im Internet oder Auto und kaufe mir dadurch fast keine Songs mehr. Es werden eh fast immer die aktuellen Hits gespielt oder auf Nischen Radios die Lieblings Klassiker.
    greetz

  • Maik   23. Aug 2010   19:22 UhrAntworten

    Kommt natürlich darauf an, ob man die aktuellen charts hören möchte.
    Was ich auch schon beobachten konnte ist, dass es auf den Musikstil ankommt, wie viel runtergeladen wird.
    Mir ist z.B. aufgefallen, dass Leute, die Hip Hop oder Trance hören, eher dazu bereit sind die Lieder illegal runterzuladen als welche, die Metal oder Gothic hören. Jetzt nur so als Beispiel. Bitte nicht falsch verstehen. Ich möchte nichts verallgemeinern.

  • DJ CeeJay   24. Aug 2010   09:38 UhrAntworten

    @Maik

    Naja, Hip Hop oder Trance sind eigentlich auch einfacher zu produzieren (im allgemeinen, in Einzelfällen gibt es sicherlich Ausnahmen) - wohingegen eine Metalband wirklich von Verkäufen lebt, da die Proberäume teuer sind, die Instrumente und und und....

    Es werden doch auch nur bekanntere Stücke illegal erworben - ich hab bis jetzt nur 1 mal erlebt, das mein Song bei Rapidshare aufgetaucht ist, da kann er auch erstmal drin bleiben, ist sowieso ein Freetrack gewesen :)

    Ich bin aber der Meinung, das die Musik legal gekauft werden sollte - 1. ist es unfair denen gegenüber, die es sowieso tun und 2. unterstützt man die Künstler damit und man weiss die Songs, die man legal gekauft hat, eher zu schätzen!

    • Maik   24. Aug 2010   18:52 UhrAntworten

      @ DJ Ceejay
      Sicher. Deswegen lade ich mir auch keine Musik runter, sondern kauf sie. Auch bei deinem anderen Punkt stimme ich dir zu. Allerdings nur, wenn man es aus der Sicht eines Musikers sieht. Denn ich glaube kaum, dass sich reine Konsumenten gedanken darum machen, wie aufwendig eine Produktion ist., geschweige denn wissen, wie eine Produktion abläuft. Ich glaube viel mehr, dass in den einzelnen Szenen eine andere Wertschätzung für Musik existiert.

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