Jambot – Ein Roboter als Begleitmusiker

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Jambot – Ein Roboter als Begleitmusiker

Jambot und sein Entwickler

Jambot und sein Entwickler

Laut Entwickler Gifford ist sein Jambot zwar kein echter Ersatz für einen Musiker, kann aber Rhythmen und Loops flexibler einsetzen als die bisher bekannten Lösungen.

Gifford dazu: Jambot-System „hört“ bei einem Liveauftritt durch ein Signal vom Mischpult die Musik und analysiert diese. „Meine Algorithmen erkennen schnell, was in der Musik vor sich geht, während sie gespielt wird“, so der Forscher. Aufgrund der Analyse kann sein derzeitiger Prototyp dadurch eine rhythmische Begleitung mit Perkussionsinstrumenten und eine einfache Bassline improvisieren. Das Erzeugen harmonischer oder melodischer Begleitstimmen dagegen bleibt derzeit noch Ziel weiterer Forschungsarbeit.

Nächstes Jahr soll JAMBOT vermarktet werden. Ein Software-Plug-In, ein iPhone-Spiel sowie ein physisches Effektpedal sind dazu angedacht – das Ende des Berufs als Musiker?

Was meint Ihr?
Kennt ihr bereits ähnliche Maschinen oder Plug-Ins? Wie steht ihr einer derartigen Entwicklung gegenüber, schließlich hat man Kraftwerk zu Beginn wegen ihrer Vocal-Robotics belächelt.

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Lesermeinungen (8)

zu 'Jambot – Ein Roboter als Begleitmusiker'

  • ken park   05. Nov 2008   08:22 UhrAntworten

    "das Ende des Berufs als Musiker?"

    So apokalyptisch brauch man es wohl nicht ausdrücken. Ich als Ingenieur vermeide zwar tunlichst das Wort "Niemals", aber ich kann mir nicht vorstellen, dass in allzu absehbarer Zeit eine Maschine die unheimlich komplexe, kreative Fähigkeit von musikalischen Menschen ersetzen kann. Ein Bandgefüge ist immer ein lebender Organismus mit so unheimlichen vielen Nebenparametern. Dort sehe ich die Fähigkeit modernen Algorithmen noch nicht. Darüber hinaus hat die Vergangenheit immer dazu geführt (Beispiel Fusion/Rock Jazz), dass neue Technologien statt Ersatz zu sein, stets Einzug gefunden haben in die zeitgenössische Musik und die Musiker die Technologien kreativ genutzt und die Musik damit wieder auf ein ganz neues (anderes, nicht besseres) Level gehoben haben.

    Und zu meiner Meinung zu solchen Tools: Es ist in jedem Fall als Übungshilfe (genauso wie Band-In-A-Box oder meine geliebte Loopstation) aber die Freiheit der harmonischen Ausgestaltung von Musik lass ich mir von keiner Maschine nehmen. Wo ist denn da der Spass?

  • Raik   05. Nov 2008   15:47 UhrAntworten

    naja, heute mag die geschichte vielleicht noch apokalyptisch und unglaubwürdig klingen. aber in den vergangenen jahren hat es einige neuerungen gegeben, die mir als musiker schon zu denken geben. es kann ja schon vollkommen reichen, wenn meine dienste live nicht mehr benötigt werden..

  • jeffVienna   06. Nov 2008   13:01 UhrAntworten

    Ach was... ich hab selber vor 7 Jahren eine nicht ganz unähnliche Diplomarbeit geschrieben (einen FuzzyLogic-gesteuerten Drumcomputer, der seine Pattern aufgrund der eingehenden MIDI-Signale auswählt). Das Herumspielen damit war ja recht lustig, aber Ablöse echter Musiker? Quatsch, wir haben doch heute bereits massenhaft Un-Musiker in den Charts. Das einzige, was gleich geblieben ist, sind die Produzenten und Musiker hinter diesen Fassaden, ohne die letztlich nix geht.

  • carlos (delamar)   06. Nov 2008   15:32 UhrAntworten

    Hm, jetzt wo Du die "Un-Musiker" (schöne Wortkreation im Übrigen) erwähnst, scheint es doch fast noch plausibler, dass Maschinen oder Programme irgendwann vielleicht doch den Musiker ablösen.

    Glücklicherweise wird es wohl immer echte Vollblut-Musiker geben, deren Musik ohne Ohrenkrebs angehört werden kann.

  • Ragnar   07. Nov 2008   18:27 UhrAntworten

    Wär doch eigentlich besser, wenn nicht der Begleitmusiker, sondern der Sänger durch einen Roboter ersetzt würde; dann stimmt wenigstens die Intonation ;-)

    Im Ernst: Wollen Leute Roboter auf der Bühne sehen oder Menschen?

    Es ist doch immer wieder interessant zu beobachten, wie die Leute auf jegliche Live-Performance abfahren, egal wie toll das wirklich ist. Mir hat mal jemand gesagt, die meisten finden das schon toll, wenn sich jemand überhaupt traut, sich auf eine Bühne zu stellen ;-)

  • Sib   09. Nov 2008   00:54 UhrAntworten

    Naja, intuitiv wird so eine Maschine nicht begleiten. Aber kann dem ganzen einen interessanten Aspekt geben, glaube ich.

  • carlos (delamar)   09. Nov 2008   20:38 UhrAntworten

    im moment braucht man sich wohl keine sorgen machen, aber wer weiss, wozu maschinen in fünf jahren fähig sein werden.

  • Tischhupe   10. Nov 2008   07:18 UhrAntworten

    Das ist die gleiche Diskussion wie damals mit der künstlichen Intelligenz (KI oder AI). Und was ist daraus geworden? Nichts! Wir haben auch nach Jahrzehnten Forschung nicht einen Rechner, der auch nur annähernd die Komplexität des menschlichen Geistes, Verstandes oder wie man das auch immer nennen mag, überhaupt "nachbilden" kann. Also, ich mach mir da keine Sorgen. ;-)

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